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Veröffentlicht am 01.07.2025

Eine Welt zwischen Glanz und Abgrund

Nacht über Soho
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In ihrem neuen Roman „Nacht über Soho“ versammelt die Autorin Kate Atkinson, eine schillernde Schar von Charaktere, in einem Land, das sich noch immer vom Ersten Weltkrieg erholt.

Im Mittelpunkt steht ...

In ihrem neuen Roman „Nacht über Soho“ versammelt die Autorin Kate Atkinson, eine schillernde Schar von Charaktere, in einem Land, das sich noch immer vom Ersten Weltkrieg erholt.

Im Mittelpunkt steht Nellie Coker, die ungekrönte Königin des Nachtlebens. Sie besitzt gleich eine ganze Reihe Clubs. Nellie kontrolliert mit klarem Blick und harter Hand das Nachtleben von Soho und verteidigt ihr Imperium gegen ihre sechs Kinder, die alle eigene Ziele verfolgen, gegen rivalisierende Straßengangs, einem Mafioso mit guten Manieren und schlechten Absichten. Und da ist noch Inspektor John Frobisher, der versucht herauszufinden, was mit den vielen Mädchen geschieht, die im Sohoer Nachtleben spurlos verschwinden. Mithilfe einer jungen Bibliothekarin, die er in Nellies Clubs einschleust, beginnt er, der Königin von Soho das Leben schwer zu machen.

Erstaunlich finde ich, wie Nellie Coker im Jahr 1926, als Alleinerziehende Mutter sich mit ihren Kindern durchgeschlagen hat und sich durch eine unglaubliche List ein Reichtum aneignen konnte. Geschickt versteht sie es jedoch, sich im Laufe der Jahre, von einem Nichts zu einer sehr reichen Frau zu erheben.

In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass die Inspiration für diesen Roman das Leben und die Zeit von Kate Meyrick waren, die für viele Jahre die Königin der Clublandschaft von Soho war.

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte mit den langen und detailreichen Beschreibungen der einzelnen Charaktere, fand ich zum Teil zu ausschweifend und hätte mir hier etwas weniger Informationen, gewünscht. Ansonsten hat die Autorin „Nacht über Soho“ gut recherchiert und viele Begebenheiten zur damaligen Zeit, authentisch dargestellt, aber auch nicht besonders tiefgründig. Ein historischer Roman, den ich trotzdem gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Familiengeschichte über drei Generationen

Stromlinien
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Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale ...

Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale sind in den Elbmarschen zu Hause und leben bei ihrer schweigsamen Großmutter Ehmi, denn ihre Mutter Alea ist in Haft auf der Gefängnisinsel Hahnöfersand. Seit ihrem fünften Lebensjahr dürfen die Zwillinge ihre Mutter regelmäßig besuchen. Seit dem sind nun zwölf Jahre vergangen und ihre Mutter Alea wird aus der Haft entlassen. Enna und Jale zählen bis dahin, die Tage, die Stunden und auch die Minuten. Dann kommt der Tag um Alea abzuholen und Jale ist nicht da, sie ist schon in der Nacht aus dem Haus gegangen. Ennas Suche nach Jale bleiben erfolglos und so macht sie sich alleine auf den Weg um ihre Mutter abzuholen, doch auch hier wartet sie vergebens. Enna versteht die Welt nicht mehr und entschlossen durchkämmt sie auf der Suche nach ihnen das Alte Land, ohne zu ahnen, dass dieser Weg sie für immer verändern wird.

Die 17jährige Enna ist fest entschlossen das beharrliche Schweigen ihrer Großmutter Ehmi, zu brechen, denn sie möchte endlich wissen, weshalb ihre Mutter 38 Jahre im Gefängnis war. Erst als Enna bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse stößt und ihre Großmutter damit konfrontiert, beginnt Ehmi von der dramatischen Geschichte, die in der Vergangenheit liegt und an deren Folgen von einem schweren Unglück, zu erzählen.

Auf drei Zeitebenen zwischen 1923 und 2023 spannt die Autorin geschickt einen Bogen der Familiengeschichte und verwebt Fakten mit Fiktion, gekonnt miteinander.
In der Gegenwart ist Enna, die Entschlossene, die endlich die Wahrheit wissen möchte und schließlich kommen die Details über das Leben ihrer Großmutter und ihrer Mutter aus der Vergangenheit ans Licht.

Das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion runden den Roman hervorragend ab.

Fazit:
Von Anfang an konnte ich schnell in die Geschichte eintauchen, nicht nur wegen des sehr flüssigen Schreibstils, sondern weil es der Autorin gelingt, ihren fiktiven Charakteren Leben einzuhauchen und durch die bildhaften Naturbeschreibungen, die für eine schöne Atmosphäre sorgen. Durch den Spannungsbogen der geschickt Fakten und Fiktion aufbaut und miteinander verwebt, fühlte ich mich regelrecht auf einer Achterbahn der Gefühle und wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Starker Anfang, der sich dann leider im Sande verliert

Wie sehr ich dich finde
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Die Romanautorin Lea Söhner, studierte Diakonie und Religionspädagogik, hat ihren Roman „Wiederfinden“ vom August 2023 hier in einer Überarbeitung unter dem Titel „Wie sehr ich dich finde“ neu veröffentlicht.

Inhalt:
Manche ...

Die Romanautorin Lea Söhner, studierte Diakonie und Religionspädagogik, hat ihren Roman „Wiederfinden“ vom August 2023 hier in einer Überarbeitung unter dem Titel „Wie sehr ich dich finde“ neu veröffentlicht.

Inhalt:
Manche Geschichten lassen einen nicht mehr los – Wie sehr ich dich finde ist so eine. Ein eindrucksvoller Familienroman über drei Generationen hinweg, der tief bewegt und gleichzeitig Hoffnung schenkt. Alles beginnt 1942 in Stuttgart: Die kleine Helene wird von ihrem Vater in die Schweiz gebracht, kurz darauf verlieren sich die Spuren ihrer Eltern. Jahrzehnte später ahnt niemand, dass das familiäre Schweigen ein dunkles Geheimnis birgt – bis Helenes Enkelin beginnt, unbequeme Fragen zu stellen. Was folgt, ist eine Reise in die Vergangenheit, die alles verändert. Lea Söhner erzählt mitfühlend, klug und voller Menschlichkeit. Ihre Figuren sind lebendig, ihr Schreibstil klar und berührend. Das Buch zieht in seinen Bann, stellt existentielle Fragen und berührt zutiefst – ohne je kitschig zu werden. Wer Der Trafikant oder Als Hitler das rosa Kaninchen stahl mochte, wird Wie sehr ich dich finde lieben. Ein Roman für alle, die sich für familiäre Verflechtungen, historische Zusammenhänge und emotionale Heilung interessieren – intensiv, spannend und lebensnah. Ideal zum Verschenken, Vorlesen oder einfach zum Eintauchen und Nicht-mehr-Loslassen.

Meine Meinung:
Die Geschichte um die sechsjährige Halbjüdin Helene, beginnt berührend als sie von ihrem Vater nach Basel in die neutrale Schweiz zu Herrn Fuchs und dessen Frau, gebracht wird. Nun kehrt der Vater zurück nach Deutschland um seine jüdische Frau nachzuholen, doch dies scheitert an der Grenze und sie werden zurückgeschickt. Helene ist verzweifelt und hofft, bald ihre Eltern in die Arme schließen zu können. Bei der Familie Fuchs kann sie nicht bleiben und kommt auf einen Bauernhof mit vielen Kindern und erst schien alles in Ordnung zu sein, bis zu dem Tag, als die Bäuerin entdeckt, dass sich Helene selbst Verletzungen zufügt. Herr Fuchs reist an und bringt Helene auf ein Internat für Musik, denn ihr Wunsch zu Singen, ist ungebrochen.

Helene wird eine begnadete Sängerin und macht eine große Karriere, als ihr Paul, wieder begegnet. Sie hat ihn schon als Jugendliche abgelehnt und plötzlich will er sie heiraten! Warum dann der plötzliche Wandel von Helene, dass sie Paul heiratet und mit ihm in ihre Heimatstadt Stuttgard zurückkehrt, bleibt offen. Erst scheint die Ehe zu funktionieren und nach der Geburt ihres Sohnes Wolfgangs, beginnen die Streitigkeiten zwischen Helene und Paul. Warum, eigentlich gab es keinen richtigen Grund!
Ausgerechnet eine bei einem Notar hinterlegte Schachtel für Helene, die sie dann auch alleine abholt, entscheidet über ihr weiteres Leben …

Die Wendungen der folgenden Handlungen, erscheinen aus meiner Sicht nicht mehr wirklich stimmig und nachvollziehbar zu sein, trotz Triggerwarnung.
Schade, denn der Anfang war zwar traurig, aber für mich trotzdem stimmig und auch gut geschrieben. Der Titel hat nichts mit dem Inhalt der Geschichte zu tun!

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Eine Geschichte der sanften Töne

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher ...

"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher nicht hätte sein können, zueinander finden.

Inhalt:
Nachts lauscht Dumont den Stimmen einsamer Menschen. Er ist ehrenamtlicher Telefonseelsorger, bis der Anruf einer Frau ihn tief berührt, und er um eine Auszeit bittet. Von Brüssel aus macht er sich auf den Weg in das südfranzösische Antibes, um der Spur der Unbekannten zu folgen. Dumont ahnt nicht, dass die Reise an die Côte d’Azur seinen Maßstab für Richtig und Falsch bald schmerzhaft in Frage stellt. Eine Geschichte über das Unmaß der Liebe.

Sébastien Dumont, lebt seit seiner Scheidung sehr zurückgezogen alleine in seinem Elternhaus, in dem es ein Uhrengeschäft gibt, welches er still und leise weiterführt. Nicht ausgelastet von dieser Tätigkeit kann er nachts nicht schlafen und um diese Zeit sinnlos zu verbringen, ist er ehrenamtlicher Telefonseelsorger. Nur scheint es, dass er sich die Anrufe zu sehr zu Herzen nimmt und besonders den Anruf einer Frau, die ihn tief berührt.

Dumont macht sich auf die Reise nach Antibes, nur was hofft er zu finden?

Im südfranzösischen Antibes begegnet Sébastien, der einsamen Florence, die alleine unterwegs ist und einem Gespräch nicht abgeneigt zu sein scheint. Gefühlvoll und sehr authentisch versucht Florence, Sébastien für sich zu gewinnen, denn sie ist auf der Suche nach Zärtlichkeit. Sébastien geht es genauso und bald genießen sie innige liebevolle Stunden, bis zu der Nacht, als er ihr Geheimnis entdeckt …

Sébastien reist tief verletzt und verstört ab, aber die Sehnsucht bleibt, bis Florence die Fäden in die Hand nimmt.

Fazit:
Der Autor versteht es geschickt, sein Herz und seine Seele direkt und ungefiltert aufs Papier fließen zu lassen, denen ich mich nur schwer entziehen konnte. Manchmal erschien es mir fast etwas kontrovers, denn der Autor macht die einfachsten Dinge zu etwas Besonderem und schreibt mit einer gefühlten Leichtigkeit, feinfühlig und berührend. Mich konnte diese Liebesgeschichte berühren.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Das Findelkind

Der Junge aus dem Meer
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In seinem Debüt „Der Jung aus dem Meer“, erzählt der irische Autor Garrett Carr eine irische Familiengeschichte, die in dem kleinen irischen Fischerdorf Donegal spielt.

In der kleinen Gemeinde Donegal ...

In seinem Debüt „Der Jung aus dem Meer“, erzählt der irische Autor Garrett Carr eine irische Familiengeschichte, die in dem kleinen irischen Fischerdorf Donegal spielt.

In der kleinen Gemeinde Donegal an der Westküste Irlands leben die Menschen vom Fischfang, bearbeiten den Fang in den Fabriken und sind abhängig von ihren Schiffen, den Wetterbedingungen und den Fangquoten. Ihr Alltag ist geprägt von schwerer Arbeit und vielen Entbehrungen.

Als 1973 ein Baby in einem Fass an den Strand gespült wird, ist das schon etwas Besonderes. Die Dorfgemeinschaft kümmert sich liebevoll um den kleinen Findling. Jede Familie ist bereit, den Jungen einen Tag zu versorgen. Obwohl Ambrose bereits einen Sohn hat, ist es Liebe auf den ersten Blick, als er den Jungen sieht. Gemeinsam mit seiner Frau Christine adoptieren sie den Jungen, der fortan den Namen Brendan Bonnar trägt.

Brendans, einfühlsame und mitfühlende Art schätzen die Menschen, doch das Rätsel um seine Herkunft steht immer im Raum. Brendan, wird von der Dorfgemeinschaft als etwas Besonderes wahrgenommen, denn er hat eine Art an sich, mit der er die Menschen für sich einnimmt. Dabei ist Brendan ein ganz normaler Junge, der von seinen Adoptiveltern liebevoll angenommen wird außer von seinem Stiefbruder Declan, gegen den er sich stets behaupten muss. Das Verhältnis zwischen den Brüdern bleibt distanziert. Dafür nimmt die gesamte Dorfgemeinschaft Anteil an der Entwicklung des Jungen.

Erzählt wird in der "Wir"-Perspektive und gemeint ist damit die gesamte Dorfgemeinschaft, das versinnbildlicht den starken Zusammenhalt der Menschen. Der Autor verknüpft mit der Geschichte des Jungen den Zusammenhalt einer Familie und eines ganzen Dorfes und lässt uns den Wandel der Zeit über zwanzig Jahre miterleben.

Mit seinem besonderen Schreibstil und seiner ruhigen Handlung, ist dem Autor ein wunderbares Debüt, voller Atmosphäre und unverhoffter Wendungen, gelungen. Obwohl ich am Anfang, eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte hatte, hat sie mir sehr gut gefallen.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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