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Veröffentlicht am 22.06.2025

Das Findelkind

Der Junge aus dem Meer
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In seinem Debüt „Der Jung aus dem Meer“, erzählt der irische Autor Garrett Carr eine irische Familiengeschichte, die in dem kleinen irischen Fischerdorf Donegal spielt.

In der kleinen Gemeinde Donegal ...

In seinem Debüt „Der Jung aus dem Meer“, erzählt der irische Autor Garrett Carr eine irische Familiengeschichte, die in dem kleinen irischen Fischerdorf Donegal spielt.

In der kleinen Gemeinde Donegal an der Westküste Irlands leben die Menschen vom Fischfang, bearbeiten den Fang in den Fabriken und sind abhängig von ihren Schiffen, den Wetterbedingungen und den Fangquoten. Ihr Alltag ist geprägt von schwerer Arbeit und vielen Entbehrungen.

Als 1973 ein Baby in einem Fass an den Strand gespült wird, ist das schon etwas Besonderes. Die Dorfgemeinschaft kümmert sich liebevoll um den kleinen Findling. Jede Familie ist bereit, den Jungen einen Tag zu versorgen. Obwohl Ambrose bereits einen Sohn hat, ist es Liebe auf den ersten Blick, als er den Jungen sieht. Gemeinsam mit seiner Frau Christine adoptieren sie den Jungen, der fortan den Namen Brendan Bonnar trägt.

Brendans, einfühlsame und mitfühlende Art schätzen die Menschen, doch das Rätsel um seine Herkunft steht immer im Raum. Brendan, wird von der Dorfgemeinschaft als etwas Besonderes wahrgenommen, denn er hat eine Art an sich, mit der er die Menschen für sich einnimmt. Dabei ist Brendan ein ganz normaler Junge, der von seinen Adoptiveltern liebevoll angenommen wird außer von seinem Stiefbruder Declan, gegen den er sich stets behaupten muss. Das Verhältnis zwischen den Brüdern bleibt distanziert. Dafür nimmt die gesamte Dorfgemeinschaft Anteil an der Entwicklung des Jungen.

Erzählt wird in der "Wir"-Perspektive und gemeint ist damit die gesamte Dorfgemeinschaft, das versinnbildlicht den starken Zusammenhalt der Menschen. Der Autor verknüpft mit der Geschichte des Jungen den Zusammenhalt einer Familie und eines ganzen Dorfes und lässt uns den Wandel der Zeit über zwanzig Jahre miterleben.

Mit seinem besonderen Schreibstil und seiner ruhigen Handlung, ist dem Autor ein wunderbares Debüt, voller Atmosphäre und unverhoffter Wendungen, gelungen. Obwohl ich am Anfang, eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte hatte, hat sie mir sehr gut gefallen.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft

Die Hummerfrauen
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In "Die Hummerfrauen" erzählt die Autorin Beatrix Gerstberger, einen unterhaltsamen Roman über Liebe, den rauen Alltag der Hummerfischerinnen in einer eingeschworenen Gemeinschaft eines kleinen Fischerortes, ...

In "Die Hummerfrauen" erzählt die Autorin Beatrix Gerstberger, einen unterhaltsamen Roman über Liebe, den rauen Alltag der Hummerfischerinnen in einer eingeschworenen Gemeinschaft eines kleinen Fischerortes, in dem nur überleben kann wer zupackt wenn es nötig ist, auch wenn man sich die Aufgabe nicht ausgesucht hat.

Bis 1982 verbringt Mina unbeschwerte Sommerurlaube mit ihrer Familie auf einer kleinen Insel in Maine. Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Gegend, während ihre beiden älteren Brüder Christopher und Jack die Insel auf ihre Art, erkunden. Zwischen Minas und Christophers Eltern scheint die Welt auch nicht mehr heil zu sein, denn ihr Vater geht meistens früh aus dem Haus und ihre Mutter greift zum Alkohol. Irgendwie scheinen sich in diesem Sommer die Ereignisse zu überschlagen, denn nach diesem Urlaub, hatte sich etwas verändert.

Mina kehrt im Jahr 2000 kurz nach dem Unfalltod ihres Bruders auf die kleine Insel in Maine zurück. Sie wird von der alten Hummerfischerin der 72-jährigen Ann aufgenommen, die seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin allein in einem großen Haus am Wasser lebt und nur ein seltener blauer Hummer namens Mr. Darcy ihr Gesellschaft leistet. Das Hummerfischen lernt Mina von Julie, die nach einem Unfall nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten konnte und ebenfalls in Stone Harbor einen Neuanfang wagte. Während Ann die Ruhe selbst ist, scheint Julie ein rechter Wirbelwind zu sein, die nie um eine Antwort verlegen ist.

Als Mina ihren alten "Sommerfreund" Sam trifft und erfährt, dass sein Bruder Jack, der beste Freund ihres Bruders, bei ihrem letzten Urlaub im Jahr 1982 ertrunken ist, wandern Minas Gedanken in die Vergangenheit. Die Geschichte bewegt sich anwechselnd zwischen zwei Zeitebenen und in Mina erwacht ein Verdacht.
Ich finde es richtig schade, dass die Autorin Minas Verdacht nicht folgt und damit der Geschichte eine interessante und spannende Wendung, verloren geht.

Zwischen Mina und Sam, ist die tiefe Verbindung aus Kindheitstagen vom ersten Moment an wieder spürbar und sie verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber auch Sam kämpft mit seiner Vergangenheit, denn auch seine Familie war nach jenem schicksalhaften Sommer nicht mehr die, die sie einmal war.
Hat ihre Liebe eine Zukunft …

Interessant fand ich die bildhafte Beschreibungen der Insel und die harte Arbeit der Hummerfrauen sowie deren Zusammenhalt. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere lebendig und erzählt mit einem flüssigen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Mit dieser Geschichte hatte ich viele schöne Lesestunden und empfehle diesen Unterhaltungsroman gerne weiter.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Suche nach Liebe und Neuanfang

Eine Welt nur für uns
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In ihrem Romandebüt “Eine Welt nur für uns” beleuchtet die Autorin Claire Deya, die schwierige Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in der südfranzösischen Küstenstadt Hyères, in der ein Teil wahrer ...

In ihrem Romandebüt “Eine Welt nur für uns” beleuchtet die Autorin Claire Deya, die schwierige Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in der südfranzösischen Küstenstadt Hyères, in der ein Teil wahrer Begebenheiten ihres eigenen Großvaters beziehungsweise ihrer Familie, verflochten sind.

Hyères an der Côte d’Azur, 1945: Im Mittelpunkt steht der Arzt Vincent, der aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen ist. Nach seiner Heimkehr nach Frankreich, ist er fest entschlossen, nach seiner verschwundenen Liebe Ariane zu suchen, die seit zwei Jahren verschollen ist und zuletzt bei den deutschen Besatzern gesehen wurde. Seine Spurensuche führt ihn zu einer gefährlichen Gruppe von Minenräumern, die die tödlichen Hinterlassenschaften des Krieges an den Stränden der Côte d’Azur beseitigen. Unter ihnen: Die ehemaligen deutschen Besatzer, nun Internierte. Besonders einer, Lukas, scheint mehr zu wissen, als er zunächst preisgibt und Vincent versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen. Während die Bedrohung durch die Minen allgegenwärtig ist, wird Vincents Suche nach Ariane immer verwegener und komplizierter. Wird er seine große Liebe Ariane finden …

Auf der Heimreise nach Frankreich begegnet Vincent im Bus Saskia, die als einzige in ihrer Familie den Holocaust überlebt hat. Saskia ist verängstigt und muss bald feststellen, dass ihr Haus von einer fremden Familie bewohnt wird. Das was ihr bleibt, ist die vergrabene Kiste ihrer Mutter im Garten. Durch Zufall kommt ihr Vincent zu Hilfe, als sie die Kiste ausgraben will und sie dabei fast von den Bewohnern, erwischt wird. Vincent nimmt sie kurzentschlossen bei sich zu Hause auf und bietet ihr seine Unterstützung an. Saskia taut langsam auf und versucht ihre Rechte geltend zu machen doch der Weg scheint endlos zu sein …

Die Autorin erzählt mit ihrem flüssigen und einfühlsamen Schreibstil, eine atmosphärische Geschichte von der unmittelbaren Nachkriegszeit, von einer leidenschaftlichen Liebe, von Vergeben, Vergessen und Versöhnung. Die Charaktere, allen voran die Hauptprotagonisten und auch die Handlungsorte, konnte ich mir bildhaft gut vorstellen.
Im Nachwort weist die Autorin noch einmal auf die gut recherchierten historischen Ereignisse, die mit wahren Begebenheiten ihrer eigenen Familie verflochten sind hin und rundet aus meiner Sicht damit die Geschichte, hervorragend ab. Das Debüt der Autorin, konnte mich von Beginn an fesseln und berühren.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Fesselnd und emotional

Die Akte Schneeweiß
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Schon alleine das Cover und der Titel zu „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs hat mich magisch angezogen und ich wußte sofort, diesen Roman möchte ich lesen und wurde mit keiner Zeile enttäuscht. ...

Schon alleine das Cover und der Titel zu „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs hat mich magisch angezogen und ich wußte sofort, diesen Roman möchte ich lesen und wurde mit keiner Zeile enttäuscht. Dieser bewegende Roman über Mut und Verrat, Schuld und Gerechtigkeit ist auf zwei Zeitebenen fesselnd und emotional, aufgebaut.

Bielefeld, 1936. Mathilde Schneeweiß ist Hausmädchen bei einer jüdischen Familie und als es unter dem Nazi Regime für Juden immer gefährlicher wird, verlässt die Ehefrau mit den Kindern das Land und Mathilde wird im Fotolabor zum Filme entwickeln, angelernt. Als ihr Arbeitgeber sein Haus und den Drogeriemarkt verkauft, schickt er Mathilde als Sprechstundenhilfe zu dem Gynokologen Dr. Bönisch. Mathilde verliebt sich in den engagierten Arzt und wird in ein gefährliches Unterfangen hineingezogen. Gemeinsam helfen sie hinter verschlossenen Türen Frauen in Not. Ihr Mut bleibt aber nicht unbemerkt. Kurz vor der Hochzeit stirbt Dr. Bönisch und sie gerät ins Visir der Gestapo. Mathilde, bekommt die wahre Macht der Gestapo zu spüren und wird zur Mitarbeit im Fotolabor gezwungen. Was sie zu sehen bekommt ist entsetzlich und sie vertraut sich ihrem Bruder an, der ihr einziger Vertrauter in dieser schweren Zeit ist. Mathilde begibt sich in große Gefahr …

Bielefeld, 1963. Katja Schilling, ist 14 Jahre alt und träumt davon, Ärztin zu werden. Ihre Eltern haben dafür kein Verständnis und wo sollte auch das Geld herkommen. Verständnis erfährt sie nur von ihrem Großvater bis dieser urplötzlich ohne jede Erklärung verschwindet. Katja und ihre Schwester Heike dürfen nicht mehr nach ihrem Opa Dom fragen und auch seinen Namen nicht mehr erwähnen. Er existiert einfach nicht mehr.
Katja folgt ihrem Traum auch gegen den Willen ihrer Eltern. Fernab von zu Hause und nach einer Ausbildung zur Krankenschwester, holt sie das Abitur nach und beginnt Medizin zu studieren.
Der Verlust ihres Großvaters schmerzt Katja weiterhin und sie versucht, jeder noch so kleinsten Spur nachzugehen um hinter das Familiengeheimnis zu kommen. Erst Jahre später kommt Katja durch Zufall dahinter, was ihrem Großvater passiert ist und was sich hinter seinem damaligen Verschwinden alles verbirgt.

Die Autorin fächert geschickt die Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven auf und lässt dazwischen immer wieder Raum für Katjas Entdeckungen. Der Kreis schließt sich und die grausame Wahrheit aus der Vergangenheit kommt ans Tageslicht.

Fazit:
Die Autorin hat ein unglaubliches Gespür für Details, Emotionen und die Zeit, in der die Geschichte spielt. Man spürt förmlich den Zeitgeist, die Erwartungen an Frauen und die Herausforderungen, denen Mathilde und Katja, sich stellen mussten. Der Schreibstil ist bildhaft und voller Intensität flüssig erzählt. Eine ergreifende Geschichte, die mich fesseln konnte und die ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Ein Roadtrip der besonderen Art

Tage wie Salzwasser
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Die Autorin Sita Maria Frey, erzählt in ihrem Debütroman „Tage wie Salzwasser“, eine Geschichte über Liebe, Verlust und den Zusammenhalt zweier Frauen – Atlanta und Enza -.

Die Geschichte beginnt mit ...

Die Autorin Sita Maria Frey, erzählt in ihrem Debütroman „Tage wie Salzwasser“, eine Geschichte über Liebe, Verlust und den Zusammenhalt zweier Frauen – Atlanta und Enza -.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog und einer ungewöhnlichen Geburt in Sizilien. Nur um Haaresbreite hat die Gebärende das Krankenhaus auf dem Rücksitz eines Motorrades erreicht ...

Fünf Monate zuvor. Fast eine ganz normale Beziehung zwischen der Mathematikerin Atlanta und Malte, bis zu dem Tag an dem sie trotz Pille, schwanger wird. Während bei Atlanta ein Chaos ihrer Gefühlswelt ausbricht, verhält sich Malte beängstigend ruhig, fast zu ruhig. Beide führen eine Fernbeziehung und durch ihre Schwangerschaft hofft Atlanta auf ein gemeinsames Leben, wäre da nicht die Angst, Mutter zu werden! Und dann verlässt Malte sie wortlos. Atlanta hat keine Vermutung weshalb und ist fast am Verzweifeln bis sie ein paar Notizen mit vier Namen unter Maltes Sachen findet. Sie ist sich Sicher, vielleicht eine Erklärung bei jener Adresse auf Sizilien, die ihr Malte in seinem Notizbuch zurückgelassen hat zu finden.

Völlig kopflos irrt Atlanta durch die Straßen und läuft dabei Enza vor das Fahrrad. Enza besitzt ein Fahrradgeschäft und führt dies mit Leidenschaft, denn Freunde hat sie keine. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters haben sich Mutter und Tochter noch einmal enger zusammengeschlossen und die Außenwelt, ausgeschlossen. Erst als Enzas Mutter schwer erkrank, versucht sie ihre Tochter auf ihren eigenen Weg zu lenken und bittet sie, ihre Verwandten väterlicherseits in Noto an der sizilianischen Ostküste zu besuchen. Ausgerechnet einer der Orte, die auch in Maltes Notizbuch stehen. Im strömenden Regen und auf einer alten Honda Rebel machen sich die beiden ungleichen Frauen gemeinsam auf die Reise nach Sizilien. Voller Turbulenzen und unvorhersehbarer Zwischenfälle erreichen sie ihr Ziel.

Besonders beeindruckt hat mich der Epilog, der nochmal an den Prolog anknüpft und versöhnlich, die Geschichte beendet.

Der Zusammenhalt und die Entwicklung der beiden ungleichen Frauen und die daraus langsam wachsende Freundschaft, wird mit einer Leichtigkeit und in einem flüssigen Schreibstil erzählt, die mir sehr gut gefallen hat. Ein durchaus lesenswertes Debüt mit dem ich viele schöne Lesestunden hatte.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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