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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Tragisch

Das Geschenk des Meeres
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Was für eine tragische Geschichte.
Es geht um Dorothy, die nach dem Tod der Mutter - nach einer lieblosen Kindheit- als junge Frau in ein kleines Fischerdörfchen in Schottland zieht. Als Großstädterin ...

Was für eine tragische Geschichte.
Es geht um Dorothy, die nach dem Tod der Mutter - nach einer lieblosen Kindheit- als junge Frau in ein kleines Fischerdörfchen in Schottland zieht. Als Großstädterin aus Edinburgh und neue Lehrerin wird sie kritisch von den Dorfbewohnerinnen beäugt.

Doch da gibt es den einen Fischer, bei dem Dorothy sich wohl fühlt.
Aber Missgunst, Eifersucht und Intrigen prägen ihr neues Leben und auch sie steht sich selbst im Weg.

Trotzdem findet sie ihr kleines Glück, wird Mutter und verliert wieder alles. Ihr kleiner Sohn ertrinkt und scheint Jahre später zurück zukommen.
Unmöglich - aber wer ist der fremde Junge dann?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Nicht im Sinne von sich wohlfühlen damit, denn es ist so tragisch. So viele vertane Chancen, so viel unnötiges Leid.
Die Charaktere sind sperrig, nicht unbedingt gefällig, aber ich habe sie (fast) alle zu schätzen gelernt.
Was ich auch erstaunlich fand: die Tragik umfasst beide Geschlechter und gleich mehrere Personen. Auch wenn Dorothy im Vordergrund stand, geht es nicht nur um ihre Geschichte.

Stark erzählt, fesselnd geschrieben.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Interessant

Der Barmann des Ritz
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Das Buch spielt während der deutschen Besatzungszeit Frankreichs in Paris und zwar konkret im legendären Hotel Ritz.
Eine Hälfte des Hotels diente hochrangigen Nazis als Quartier, der andere Flügel stand ...


Das Buch spielt während der deutschen Besatzungszeit Frankreichs in Paris und zwar konkret im legendären Hotel Ritz.
Eine Hälfte des Hotels diente hochrangigen Nazis als Quartier, der andere Flügel stand ganz normal weiterhin als Hotel für Gäste zur Verfügung.

Frank Meier ist Barmann in der Bar des Hotel Ritz und bei den Gästen sehr geschätzt. Was niemand weiß: er ist Jude und zudem noch unglücklich verliebt in eine (nicht mit ihm) verheiratete Jüdin.

Das Buch beschreibt die damalige Zeit. Die Angst, die Frank hat, das Anbiedern und Anpassen an die neue Situation durch Franzosen genauso wie den Widerstand, das Ignorieren bzw. Ausblenden der Greueltaten und das alltägliche Geschäftemachen.

Der Kontrast ist deutlich. Während „draußen“ Hunger herrscht, ist in der Bar weiterhin Luxus angesagt. Draußen Deportationen, drin gepflegte Drinks und das Aufeinandertreffen von Reichen, Künstlern und Nazis.

Mir hat das Buch gut gefallen.
Ich habe nur ein wenig die emotionale Nähe zu den Figuren vermisst. Es liest sich eher sachlich, andererseits ist gerade das aber auch angenehm.

Fazit: interessant und mal ein ganz anderer Blickwinkel

Veröffentlicht am 24.08.2025

Dunkle Sühne

Dunkle Sühne
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Juhuu, eine neue Reihe von Karin Slaughter, einer meiner liebsten Thriller-Autorinnen. Ich habe mich sehr gefreut.

Es geht um Deputy Emmy Clifton, die in einer Kleinstadt namens North Falls lebt und zusammen ...

Juhuu, eine neue Reihe von Karin Slaughter, einer meiner liebsten Thriller-Autorinnen. Ich habe mich sehr gefreut.

Es geht um Deputy Emmy Clifton, die in einer Kleinstadt namens North Falls lebt und zusammen mit ihrem Vater und weiteren Kollegen die örtliche Polizeistation betreut.

Zweimal wurden bereits Mädchen in dem eigentlich beschaulichen Örtchen entführt, einmal vor längerer Zeit und dann wieder in der Gegenwart des Buches.

Daneben spielt natürlich das (wie nicht anders zu erwarten) nicht unproblematische Privatleben Emmys eine große Rolle.

Insgesamt hat mich der Auftakt nicht wirklich vom Hocker gerissen.
Ich hatte ziemlich bald schon eine Ahnung, worauf es hinaufläuft und das hat sich dann auch bestätigt.
Die Handlung in ihren zwei Zeitebenen war auch eher schleppend, von der gewohnten Spannung, die mich die anderen Bücher der Autorin wegsuchten ließ, war nicht allzu viel zu spüren.

Es war auch stellenweise sehr brutal, insbesondere für Eltern von Teenie-Töchtern ist das nicht unbedingt erste Thriller-Wahl, wenn man hier sensibel ist.

Die Charaktere finde ich aber interessant und ich werde wohl dem Folgeband noch eine Chance geben, weil ich da auf die Weiterentwicklung gespannt bin.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Kinderkrimi mit einer großartigen Hauptfigur, aber heftig

Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben
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Ich habe das Buch - obwohl ich als Erwachsene gar nicht zur Zielgruppe gehöre - regelrecht weggesuchtet.

Es kommt mit einer sehr cleveren Hauptdarstellerin, einem Waisenkind und ist spannend quasi von ...

Ich habe das Buch - obwohl ich als Erwachsene gar nicht zur Zielgruppe gehöre - regelrecht weggesuchtet.

Es kommt mit einer sehr cleveren Hauptdarstellerin, einem Waisenkind und ist spannend quasi von Beginn an.

Das harte Leben als Waisenkind im 19. Jahrhundert wird sehr anschaulich transportiert - das ist sicherlich auch für die Zielgruppe der jungen Leseninnen und Leser ab zehn Jahre interessant.

Ich mochte auch den schwedischen Handlungsort und die Karten auf der Unschlaginnen-Seite.

Ein richtig gelungenes Buch - nur mit der Altersempfehlung hadere ich noch. Es geht ganz schön zur Sache und ob man mit zehn das schon alles so wegsteckt, ich weiß es nicht. Ich würde hier tatsächlich empfehlen, als Elternteil erst mal alleine hineinzulesen, ob es für das Kind schon passt.
Eine Gute-Nacht-Geschichte ist es auf keinen Fall!
Dafür aber eine mega-spannende, düstere und atmosphärische Story.

Veröffentlicht am 03.08.2025

Was wäre wenn

Im Leben nebenan 
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Das Buch spielt mit der "was wäre wenn-Frage". Oder "Hätte, hätte, Fahrradkette". In dem konkreten Fall: was wäre passiert, wenn ich mich damals nicht getrennt hätte? Wäre mein Leben besser, wäre ich bei ...

Das Buch spielt mit der "was wäre wenn-Frage". Oder "Hätte, hätte, Fahrradkette". In dem konkreten Fall: was wäre passiert, wenn ich mich damals nicht getrennt hätte? Wäre mein Leben besser, wäre ich bei meiner ersten großen Liebe geblieben?
Spannend!

Es geht um Antonia bzw. Toni. Die Autorin hat das gut gelöst, den Perspektivenwechsel erkennt man immer sofort, weil die Person, um die es geht, einmal Antonia heißt und einmal Toni genannt wird. Der Name steht über jedem Kapitel, es wird abwechselnd erzählt.

Einmal ist es Toni, mit starkem unerfülltem Kinderwunsch. Sie lebt mit ihrem Partner zusammen in der Stadt.
Und dann gibt es Antonia, die aus dem "Toni-Leben" urplötzlich herauskatapultiert wird und als Antonia auf dem Dorf im Eigenheim mit ihrer ersten großen Liebe und als Mutter eines kleinen Babys erwacht. Mit dem vollen Bewusstsein, dass sie bis gerade eben doch ein völlig anderes Leben hatte.
Das macht es noch mal besonders - weil es eben nicht zwei völlig voneinander getrennt verlaufende Entwicklungen betrachtet und dadurch noch eine besondere Tragik mit hineinfließt. Die Person kennt ihr vorheriges Leben und es ist keine Spekulation, wie es hätte verlaufen können.

Die Sichtweisen im jeweiligen Leben von Antonia und Toni waren völlig nachvollziehbar - beide Lebensentwürfe haben schöne Momente, sind aber überwiegend von einer Traurigkeit, Unglücklichkeit und Hadern geprägt. Es ist kein Gute-Laune-Buch und hat auch echt harte Momente, insbesondere im Leben der jungen Mutter.
Es wird ungeschönt dargestellt, was es mit einer Frau macht oder machen kann, wenn das Leben so dermaßen anders ist als vor der Geburt eines Kindes.
Das fand ich richtig gut erzählt.

Eigentlich beschreibt es der Klappentext sehr gut, es geht um den "Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft .... das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben."
Oder auch: Ein Kind oder kein Kind zu haben ist kein Schlüssel zum Glück.

Ich habe die Hörspielvariante gehört. Diese ist ungekürzt und dauert 6:19 Stunden und wurde von Chantal Busse wunderbar eingelesen. Ich mochte sowohl ihre Stimme als auch ihre Verkörperung der zwei Charaktere. Ich hatte auch keinerlei Zuordnungsprobleme, es war immer klar, ob es nun um "Toni" oder "Antonia" ging.

Sehr lesenswert bzw. hörenswert!