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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Debüt der Autorin - düsteres Erstlingswerk

Die Frauen von Cornwall
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Ich war sehr gespannt auf das Buch, das Cover finde ich wunderschön und eine Familiensaga, noch dazu inspiriert von der eigenen Familiengeschichte der Autorin, in Cornwall spielend, das wird bestimmt gut.


Leider ...

Ich war sehr gespannt auf das Buch, das Cover finde ich wunderschön und eine Familiensaga, noch dazu inspiriert von der eigenen Familiengeschichte der Autorin, in Cornwall spielend, das wird bestimmt gut.


Leider war es für mich persönlich so gar nicht mein Buch.
Es geht um die Familie Coombe, die wir über vier Generationen begleiten.
Beginnend mit dem Werftbesitzer Thomas Coombe, der mit seiner Frau Janet im Hafenstädtchen Plyn in Cornwell lebt. Auch wenn spätere Generationen den Ort auch verlassen, ist er doch Dreh- und Angelpunkt des Buches. Genauso wie Janet als Person - eine sehr starke Frau, die auch Generationen später noch wirkt.

Das Charaktere im Buch haben ungute, teilweise toxische Beziehungsmuster. Es beginnt schon mit Janet und ihrem Sohn Joseph, die von einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung weit entfernt sind und das zieht sich so durch die Generationen. Sei es zwischen den Paaren, Vater und Sohn, Brüder untereinander. Einfach grässlich.
Es ist vieles nicht real greifbar, mystisch, der Geist der verstorbenen Janet geht um.
Dazu ein Schreibstil, der für mich durch seine Längen ermüdend war, ich habe ewig gebraucht, um das Buch zu beenden, weil ich es immer wieder weggelegt habe. Teilweise mutete es auch wie ein übler Kitsch-Roman für mich an.
Die Autorin war noch sehr jung, als sie ihren ersten Roman schrieb, zudem ist das Buch fast 100 Jahre alt, das muss man natürlich berücksichtigen.
Nichtsdestotrotz ist es für mich aus der Zeit gefallen.

Das Cover hat mich auch ein wenig in die Irre geführt - ich hatte mehr Leichtigkeit erwartet, es ist aber eine düstere Familiensaga mit sehr viel Schmerz. Eher etwas für stürmische Regentage als als eine leichte Sommerlektüre im Cornwall-Urlaub.
Auch der Titel ist nicht ganz stimmig, es geht beileibe nicht nur um die Frauen von Cornwall, Teil eins und vier ist Frauen gewidmet, Teil zwei und drei jedoch Männern.

Mein Fazit. Nicht mein Buch, wenn man ausschweifende, mystische und dramatische Familiensagen mag, dann könnte das aber durchaus ein Buch sein, das man gerne liest.

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  • Cover
Veröffentlicht am 17.07.2025

Leider konnte es auch Bella Italia nicht richten

Der Sonne entgegen
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Ich kenne und liebe(!) die Autorin von mehreren Kinderbüchern und habe mich auf eine leichte Sommer-Love-Story mit vielen Italien-Vibes gefreut.

In gewisser Weise habe ich es auch bekommen, aber auch ...

Ich kenne und liebe(!) die Autorin von mehreren Kinderbüchern und habe mich auf eine leichte Sommer-Love-Story mit vielen Italien-Vibes gefreut.

In gewisser Weise habe ich es auch bekommen, aber auch wieder nicht.

Es geht um Romy, die nach einem Streit mit ihrem Frisch-Verlobten zu einem Wildfremden ins Auto hüpft und mit ihm nach Italien fährt. Natürlich ist der Fremde auch noch extrem gut aussehend und hat ein Geheimnis.

Das war alles sehr haarsträubend und unrealistisch. Ich habe da echt keine hohe Messlatte, mir ist schon klar, dass man für Herzschmerz die Realität ausblenden muss, aber das war mir einfach zu viel des Guten.
Ein Beispiel: „hat etwas Aristokratisches und gleichzeitig Melancholisches, und wenn dieser Mann lächelt, was er selten tut, ist es, als würde sich das Universum vor mir auftun.“ Uff.

Auch die vielen italienischen Orte (unter anderem Rimini, Neapel und Capri) haben mich nicht in Urlaubsstimmung versetzt.
Es hat sich gezogen und war bis zum vorhersehbaren Ende für mich auch einfach zu lang.

Fazit: Nein, das war wirklich nicht mein Buch - obwohl ich die Autorin echt gerne lese.

Veröffentlicht am 11.07.2025

Trauerarbiet

Die Frau und der Fjord
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So ein hübsches Cover - als Lofotenfan war ich da natürlich sofort interessiert.
Aber das Cover trügt ein klein wenig. Zumindest ich habe mir - bis ich den Klappentext gelesen habe - eine harmlose Geschichte ...

So ein hübsches Cover - als Lofotenfan war ich da natürlich sofort interessiert.
Aber das Cover trügt ein klein wenig. Zumindest ich habe mir - bis ich den Klappentext gelesen habe - eine harmlose Geschichte vor atemberaubender Naturkulisse vorgestellt.

Letzteres passt, aber die Handlung ist durchaus anspruchsvoll.
Es geht um Gro, deren Mann überraschend verstorben ist.
Gro lässt einen anspruchsvollen Job in der Ölindustrie und das Stadt-Leben hinter sich und verkriecht sich regelrecht in einem kleinen Häuschen auf den Lofoten.

Wir begleiten sie in ihrer Trauer - und das ist jetzt kein "mal geschwind 50 Seiten trauern und dann kommt die neue Liebe und alles wird gut" (wie ich ehrlich gesagt vermutet hatte), nein, das geht hier tief und dadurch ist das Buch auch keine leichte nebenbei-Lektüre.

Die Kombination aus Tiefgang, Natur, kritischem Auseinandersetzen mit der Öl-Industrie, Veränderungen in Freundschaft und Beziehungen hat mir gut gefallen.
Es ist eine eher leises Buch, das durchaus auch Längen für mich hatte, die aber wiederum der Handlung gar nicht so schlecht anstanden.

Mein Kritikpunkt, weswegen es auch keine fünf Sterne wurden: eine wirkliche Beziehung konnte ich zu Gro nicht aufbauen, sie blieb mir trotz 400 Seiten fremd und ich habe aus der Distanz gelesen.

Fazit: Man muss sich ein wenig darauf einlassen und es auch aushalten, dass schwere Themen viel Raum haben.
Dann bekommt man aber eine interessante Geschichte mit vielen Aspekten.

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  • Cover
Veröffentlicht am 07.07.2025

Ruhiger und dennoch spannender Krimi

Im Finsterwald
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Das Cover gefällt mir sehr gut, der Retro-Look passt perfekt zum Buch!

Es ist Bestandteil einer Reihe, ich kenne die Vorgängerbände nicht, das war aber überhaupt kein Problem. Man braucht keine Vorkenntnisse.

Das ...

Das Cover gefällt mir sehr gut, der Retro-Look passt perfekt zum Buch!

Es ist Bestandteil einer Reihe, ich kenne die Vorgängerbände nicht, das war aber überhaupt kein Problem. Man braucht keine Vorkenntnisse.

Das Buch spielt 1926 in Göteborg, Schweden. Während eines Ausflugs in das Naturhistorische Museum verschwindet ein kleines Mädchen spurlos.

Nach und nach taucht man mit Hauptwachmeister Nils Gunnarsson tiefer ein, sowohl in die problematische Familienkonstellation rund um das verschwundene Mädchen als auch in das Naturhistorische Museum. Das fand ich auch interessant, die Museumswelt, die Ausstellungsinhalte und der Erwerb der Exponate waren damals - wie soll ich es vorsichtig ausdrücken- anders.
Aber auch Krankenhäuser, Medizin generell in der damaligen Zeit, da ist man sehr froh, 100 Jahre später leben zu dürfen.

Hilfe bekommt der Hauptwachtmeister übrigens von seiner Ex-Freundin, da gibt es noch ein wenig privates Drumherum, was mir auch gefallen hat.

Insgesamt ist das ein eher ruhiger Krimi, den ich nichtsdestotrotz spannend fand und mit dem Zeitgeist der 20er Jahre auch noch interessant und vergnüglich.

Veröffentlicht am 29.06.2025

Landleben gleich besseres Leben?

Hier draußen
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In Fehrdorf ist die Welt noch in Ordnung. Idyllisches Landleben.

Ingo und Lara, ehemalige Großstädter wollen das auch und ziehen mit ihren Kindern in das holsteinische Dorf.

Doch das ländliche Paradies ...

In Fehrdorf ist die Welt noch in Ordnung. Idyllisches Landleben.

Ingo und Lara, ehemalige Großstädter wollen das auch und ziehen mit ihren Kindern in das holsteinische Dorf.

Doch das ländliche Paradies hat seine Tücken. Bis nach Hamburg in die Hafencity ist es dann doch ganz schön weit und Ingo glänzt immer mehr durch Abwesenheit, während Lara gefühlt alles alleine wuppen muss.

Als er eines Abends eine weiße Hirschkuh anfährt, kippt endgültig etwas. Denn wer so eine tötet, heißt es, hat nur noch ein Jahr zu leben.
Reiner Aberglaube oder steckt doch mehr dahinter?

Ich hatte ja ein wenig die Befürchtung, dass das Buch sehr in die Eso-Schiene abrutschen könnte. Dem war nicht so - sehr gut!

Mich hat das Buch, seine Handlung und vor allem die fein gezeichneten vielschichtigen Charaktere gefesselt und fasziniert.
Mehrere Männer des Dorfes haben mich so auf die Palme gebracht, das war alles so real geschildert, dass ich mich nur echauffieren konnte. Ja, Ingo gehört auch dazu, es gab aber noch eine Steigerung.

Ich habe die Hörbuch-Variante genossen und die Sprecherin war die perfekte Besetzung. So hoch im Norden Deutschlands war die Sprache auch anders als bei mir im Süden und das hat die Sprecherin super gemacht.

Richtig schön rund - ich habe jede
Minute genossen.