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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2025

Mehr Verständnis für den emotionalen Alltag

Emotional Load
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In ihrem Buch Emotional Load spricht Mierau über die emotionalen Aufgaben, die oft von Frauen und besonders von Müttern übernommen werden. Dazu gehören Dinge wie das Pflegen von Beziehungen, das Begleiten ...

In ihrem Buch Emotional Load spricht Mierau über die emotionalen Aufgaben, die oft von Frauen und besonders von Müttern übernommen werden. Dazu gehören Dinge wie das Pflegen von Beziehungen, das Begleiten von Kindern durch schwierige Gefühle oder das Aufrechterhalten des Familienfriedens. Diese Belastungen können sehr groß sein, besonders wenn man auch noch mit eigenen Erfahrungen oder unbewussten Erwartungen zu kämpfen hat.
Mierau regt die Leser dazu an, sich mit ihrem eigenen „Emotional Load“ auseinanderzusetzen. Sie bietet dazu Fragen und Übungen an, die helfen, die eigenen Gefühle besser zu verstehen und vielleicht auch zu verringern. Besonders hilfreich ist, dass der Begriff „Emotional Load“ nun endlich einen Namen hat und das Thema sichtbar macht. Das alleine hat mir schon geholfen, denn damit kann diese emotionale Arbeit besser benannt werden.
Das Buch bietet keine direkten Lösungen, aber es unterstützt damit den ersten Schritt zur Auseinandersetzung mit den eigenen emotionalen Lasten. Es ist besonders empfehlenswert für alle, die sich mit den emotionalen Seiten des Familienlebens beschäftigen wollen.
Ich konnte das Buch aufgrund des einfachen Schreibstils zügig lesen. Viele Punkte konnte ich gut nachvollziehen und habe in vielen Situationen mehr Verständnis für mich und andere entwickelt. Emotional Load ist ein wertvoller Ratgeber für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchten und bereit sind, auch in der eigenen Erziehung nach Gründen zu suchen.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Ein etwas zu gemütlicher Krimi

Tod auf St Michael’s Mount
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Detective Chief Inspector Fiona Sutherland zieht nach Portreath in Cornwall, um ihre gescheiterte Ehe hinter sich zu lassen. Doch die Idylle trügt: Eine Leiche wird nahe St. Michael’s Mount angespült. ...

Detective Chief Inspector Fiona Sutherland zieht nach Portreath in Cornwall, um ihre gescheiterte Ehe hinter sich zu lassen. Doch die Idylle trügt: Eine Leiche wird nahe St. Michael’s Mount angespült. Der Tote ist der vermisste Unternehmer Lionnel Kellow, ein Diabetiker, dessen Notfallset leer war. Fiona vermutet Mord – doch wer hatte ein Motiv?

Angela Richfords Krimi-Debüt „Tod auf St. Michael´s Mount: Ein Cornwall-Krimi“ entwickelt sich eher gemächlich, was vor allem an Fionas neuen Kollegen liegt, die ihre Arbeit wenig engagiert angehen. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht verständlich, doch echte Spannung kommt kaum auf. Stattdessen überzeugt das Buch mit einer charmanten Beschreibung der südenglischen Landschaft und lebendigen Charakterzeichnungen.

Die Handlung verläuft unspektakulär – der Täter war für mich früh offensichtlich, während DCI Sutherland lange braucht, um ihn zu entlarven. Leider hatte ich da das Gefühl, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wurde. Das Finale sorgt zum Abschluss für etwas Aufregung. Insgesamt wirkt der Krimi eher gemütlich, stellenweise sogar zu langatmig. Die Charaktere haben noch Entwicklungspotenzial, so dass eine Fortführung in eine Krimiserie denkbar wäre. Überraschend war für mich, dass es sich um eine Neuauflage des bereits 2019 erschienenen Buches handelt – eine interessante, wenn auch nicht qualitätsentscheidende Information.

Trotz höherer Erwartungen war das Buch für mich gerade noch in Ordnung, hauptsächlich wegen der idyllischen Kulisse und der sympathischen Hauptfigur.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Ein Baum als Erzähler

Sonderedition: Buchenleben
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Die Rezension zu „Buchenleben“ von Peter Wohlleben fällt mir nicht leicht, da ich es schwierig finde, diese außergewöhnliche Geschichte richtig einzuordnen. Einerseits liegt das daran, dass ich mit dem ...

Die Rezension zu „Buchenleben“ von Peter Wohlleben fällt mir nicht leicht, da ich es schwierig finde, diese außergewöhnliche Geschichte richtig einzuordnen. Einerseits liegt das daran, dass ich mit dem erzählerischen Konzept – ein Baum, der seine Lebensgeschichte erzählt – kleine Schwierigkeiten habe. Ich bevorzuge realistische Literatur, insbesondere Krimis, Thriller, lebensnahe Romane und Sachbücher, und kann mit Fantasy, Science-Fiction bzw. märchenhafter Erzählung wenig anfangen. Insofern war ich hier von Anfang an etwas hin- und hergerissen.

Andererseits faszinieren mich unterschiedliche Biografien – und in diesem Fall eben die von einer fast 200jährigen Buche. Deshalb habe ich mich bewusst für dieses Buch entschieden. Tatsächlich konnte es mich auf eine gewisse Weise fesseln, denn die Buche kann zahlreiche Geschehnisse über die Jahre hinweg erzählen. Wohlleben gelingt es überraschend gut, dieses Wissen in eine ruhige, fast meditative Erzählung zu verpacken. Einige Passagen empfand ich zwar als langatmig, doch die Geschichte interessierte mich genug, um dranzubleiben.

Der Schreibstil ist angenehm, und seine Wortschöpfungen für andere Lebewesen und Naturphänomene wirken charmant und passend. Der wissenschaftliche Teil im zweiten Abschnitt rundet das Thema gelungen ab. Ich habe das Buch in Etappen gelesen, da ich in der richtigen Stimmung für diese eher unaufgeregte Erzählweise sein musste. Letztlich hat es mich gut unterhalten und meine Wahrnehmung für das Wunderwerk Baum und die faszinierende Welt des Waldes geschärft.

Nach der Lektüre dieses Buches werde ich sicherlich mit einem anderen Blick durch den Wald gehen – insbesondere beim Anblick von Buchen werde ich an diese Geschichte denken. Der Ausflug in ein für mich ungewohntes Genre hat sich gelohnt. Zwar reiht sich hier kein großes Ereignis ans nächste, doch das Buch erzeugt ein warmes Gefühl und bringt einen der Natur spürbar näher.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Gesellschaftskritik mit Humor

Sieg der Blödigkeit
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In „Sieg der Blödigkeit“ nimmt der erfahrene TV-Kritiker und Komiker Oliver Kalkofe kein Blatt vor den Mund und zeigt der Gesellschaft schonungslos ihre eigenen Spiegelbilder. Mit scharfem Humor und gewandter ...


In „Sieg der Blödigkeit“ nimmt der erfahrene TV-Kritiker und Komiker Oliver Kalkofe kein Blatt vor den Mund und zeigt der Gesellschaft schonungslos ihre eigenen Spiegelbilder. Mit scharfem Humor und gewandter Sprache geht er auf eine Vielzahl aktueller Themen ein – von weltpolitischen Ereignissen und Klimafragen bis hin zu gesellschaftlichen Problemen und Social-Media-Trends. Seine Sichtweise ist direkt und ehrlich, oft genug kann ich seinen Gedanken folgen und zustimmen.

Sein Sprachstil schwankt zwischen der präzisen Verwendung von Fachbegriffen und derben Ausdrücken. Die teils langen Sätze sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und das schnelle Tempo hat mich manchmal ein wenig gestresst. Doch unabhängig davon sind die Texte stets klug und von beißender Satire durchzogen. Mir gefällt seine Art und sein bissiger Humor, sodass ich beim Lesen dieses Buches ausgesprochen gut unterhalten wurde.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Solides Arbeitsbuch

Intuitiv essen – das Workbook
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„Intuitiv essen – das Workbook: 10 Prinzipien für eine gesunde Beziehung zum Essen“ von Elyse Resch und Evelyn Tribole ist das Arbeitsbuch basierend auf dem Bestseller „Intuitiv essen“. Insgesamt handelt ...

„Intuitiv essen – das Workbook: 10 Prinzipien für eine gesunde Beziehung zum Essen“ von Elyse Resch und Evelyn Tribole ist das Arbeitsbuch basierend auf dem Bestseller „Intuitiv essen“. Insgesamt handelt es sich um ein gutes Buch, das sich verständlich liest und eine solide Grundlage zum Thema „Intuitives Essen“ bietet. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass es Beispiele und Platz für Reflexionen gibt, die einem dabei helfen, das eigene Essverhalten besser zu verstehen. Die 10 Prinzipien, die im Buch erklärt werden, sind gut strukturiert und lassen sich relativ leicht verstehen. Die Umsetzung im Alltag liegt letztlich, wie immer, in der eigenen Verantwortung.“.

Für mich persönlich war das Thema nicht ganz neu, da ich mich schon länger mit Ernährung beschäftige, aber auch ich habe noch neue Erkenntnisse gewonnen. Die Art und Weise, wie die Autorinnen das Thema angehen, gefällt mir gut. Sie erklären das Konzept auf eine klare und einfache Weise, was den Einstieg erleichtert.

Allerdings muss ich sagen, dass die Aufgabenstellungen im Buch nicht ganz mein Fall waren. Ich habe mich damit nicht immer abgeholt gefühlt, und einige Teile des Buches wirkten eher theoretisch, was vielleicht an der sachlichen und trockenen Optik liegt – fast wie ein Fachbuch. Das macht das Lesen zwar nicht unbedingt unangenehm, aber etwas weniger ansprechend.

Nichtsdestotrotz finde ich die Ansätze des intuitiven Essens wertvoll, und wie immer bei solchen Büchern kommt es darauf an, was man für sich selbst daraus zieht. Was für mich gut funktioniert, muss nicht unbedingt für jeden anderen passen. Daher würde ich sagen, dass das Buch insgesamt gut ist, aber eben nicht 100%ig mit meinen eigenen Vorstellungen übereinstimmt.

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