Profilbild von MartinS

MartinS

Lesejury Star
offline

MartinS ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MartinS über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2021

Ein bisschen zu viel des Guten

Doctor Who Monster-Edition 6: Roboter des Todes
0

Normalerweise bin ich etwas skeptisch, was Romane zu Serien anbelangt. Meist entpuppen sich diese (aus meiner Sicht) als Reinfall oder Enttäuschung (wenn die Kontinuität zur eigentlichen Serie nicht gewahrt ...

Normalerweise bin ich etwas skeptisch, was Romane zu Serien anbelangt. Meist entpuppen sich diese (aus meiner Sicht) als Reinfall oder Enttäuschung (wenn die Kontinuität zur eigentlichen Serie nicht gewahrt wird). Nachdem ich aber von Doktor Who und die Krikkit-Krieger sehr angetan war, dachte ich (warum auch immer) das andere Doktor Who-Romane ein ähnliches Niveau aufwarten dürften. Roboter des Todes ist der zweite Roman aus dem Doktor Who-Universum, den ich gelesen habe.

Der vierte Doktor war in der Serie zwischen 1974 und 1981 zu sehen. Es fällt verstärkt auf, dass er kein Mensch, sondern ein Außerirdischer ist. Er hat einen äußerst schrägen Humor und spielt gern Streiche. Oft mimt er den Trottel. Nur selten tritt sein durchaus intelligentes und ernsthaftes Wesen an die Oberfläche. Er führt allerlei Kleinigkeiten in seinen Jackentaschen mit sich. Des Öfteren stößt er beim Kramen auf eine Tüte Gummibärchen und bietet seinem Gegenüber welche an. Diese Eigenschaft findet man auch öfter in Roboter des Todes und es ist dem Doktor egal, ob es sich um einen Menschen/Außerirdischen oder einen Roboter handelt. Letztere reagieren manchmal etwas irritiert und haben mehr oder weniger seltsame Ansichten zum Thema Gummibärchen.
Leela ist eine Kriegerin eines barbarischen Stamms aus der fernen Zukunft. Alle Menschen dort sind Nachfahren der Teilnehmer einer missglückten Planetenerkundungsmission, die im Laufe der Generationen wieder auf ein primitives Stammessystem zurückgefallen sind. Der Doktor schafft es, Leelas Aberglauben an Schamanismus und Magie zu brechen und sie von der wissenschaftlichen Denkweise zu überzeugen. Dies führt dazu, dass sich Leela – zunächst gegen seinen Willen – als Companion anschließt.
Natürlich muss man Doktor Who-Fan sein um die Bücher zu verstehen, aber andererseits könnte ich mir den Hinweis auch sparen... wer sonst würde das Buch sonst lesen. Und obwohl es innerhalb einer reihe der 6. Band ist muss man die Vorgänger nicht kennen (ich tue es nicht). Alle Bände sind abgeschlossene Teile innerhalb des Universums.
Zum Buch selber: Mich hat es nicht überzeugt. Ich fand es durch die zahlreichen wechselnden Schauplätze und Personen sehr unübersichtlich und der Doktor hat anfangs auch wenig zu tun und bekommt erst gegen Ende einige große Auftritte. Es gibt humoristische Ansätze die dem Doktor gerecht werden könnten, aber irgendwie ist mir das zu wenig gewesen. Ich hatte mehr Spaß erwartet, mehr Doktor (und Zusammenarbeit mit Leela, die auch eher ihre eigenen Wege geht).
Der Doktor und Leela werden zwar meiner Meinung nach gut charakterisiert, man kann sich die beiden gut vorstellen, aber was die Handlung anbelangt so kam diese mir etwas verwirrend und unausgegoren vor. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen. Weniger Handlungsstränge, weniger handelnde Personen...

Für Doktor Who-Fans nicht unbedingt zu empfehlen und für andere ... lieber die Serie schauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Immer wieder hörenswert

Das Dschungelbuch
0

Das Dschungelbuch ist ein Klassiker, der durch zahlreiche Verfilmungen (u. a. als Zeichentrick von Walt Disney) bekannt wurde und zu Recht als Klassiker gilt. Allerdings haben das Buch selbst die wenigsten ...

Das Dschungelbuch ist ein Klassiker, der durch zahlreiche Verfilmungen (u. a. als Zeichentrick von Walt Disney) bekannt wurde und zu Recht als Klassiker gilt. Allerdings haben das Buch selbst die wenigsten gelesen und so ist es nicht verwunderlich, dass das Dschungelbuch nur mit den Abenteuern von Mowgli gleichgesetzt wird, obwohl es noch einige andere Erzählungen gibt.
Aber … auch Christian Brückner und das wilde Jazzorchester vertonen nur Mowglis Geschichte. Und das geschieht auf wunderbare weise. Christian Brückner beweist sein Talent, seine Stimme haucht den Tieren Leben ein und die orchestrale Untermalung unterstützt dieses auf eigenwillige, aber durchaus passende und sehr dramatische Weise. Wer nun Dschungelklänge und Vogelgezwitscher erwartet wird enttäuscht werden, alle anderen werden großartig unterhalten.
Obwohl das Dschungelbuch schon einige Jahre (die Originalausgabe erschien 1894) auf dem Buckel hat bleibt die Geschichte zeitlos (auch wenn es nicht leicht ist das Original zu lesen, aber es gibt zahlreiche Übersetzungen in eine modernere Sprache) und ist nicht nur für Kinder geeignet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Unterhaltsamer Katzenkrimi aus Ägypten

Ein Fall für Katzendetektiv Ra Das verschwundene Amulett
0

Eine Reise ins alte Ägypten … naja fast jedenfalls, denn obwohl sich Amy B. Greenfield an einige Fakten richtet ist vieles (fast alles möge man meinen) frei erfunden. Aber das spielt keine Rolle. Man glaubt ...

Eine Reise ins alte Ägypten … naja fast jedenfalls, denn obwohl sich Amy B. Greenfield an einige Fakten richtet ist vieles (fast alles möge man meinen) frei erfunden. Aber das spielt keine Rolle. Man glaubt sich tatsächlich in die Vergangenheit versetzt und ermittelt zusammen mit Kater Ra und seinem Begleiter Khepri (der durchaus den Namen Meisterdetektiv verdient hätte). Witzig, spannend und rasant begleitet der Leser den etwas faulen, von sich selbst überzeugten Kater durch den Palast von Pharao und lernt einige tierische und menschliche Bewohner und ihre Eigenheiten kennen. Fast wird typische Detektivarbeit geleistet, kindgerecht natürlich, aber spannend und sehr witzig (was man anhand des bunten Covers auch erwarten darf).
Die Geschichte bietet der Zielgruppe genau die richtige Mischung aus Spannung, Abenteuer und Humor. Gefährlichen Situationen und Verfolgungsjagden (und sehnsüchtige Gedanken an die nächste Mahlzeit) wechseln sich mit witzigen Gedanken- und Wortspielen ab.
Langweile kommt nie auf und ich bin gespannt ob die Fortsetzungen ebenso unterhalten können.

Eigentlich ist DAS VERSCHWUNDENE AMULETT für jeden Katzenfreund geeignet, egal welchen Alters und vielleicht der Beginn einer Vorliebe für Katzenkrimis …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Ausbaufähig

Die Lama-Gang. Mit Herz & Spucke 1: Ein Fall für alle Felle
0

Lamas und Alpakas gehen immer … sollte man meinen, Jedenfalls erfreuen sich die niedlichen Tiere größter Beliebtheit, nicht nur in Bezug auf Lama/Alpakawanderungen, auch in der Literatur haben sie Einzug ...

Lamas und Alpakas gehen immer … sollte man meinen, Jedenfalls erfreuen sich die niedlichen Tiere größter Beliebtheit, nicht nur in Bezug auf Lama/Alpakawanderungen, auch in der Literatur haben sie Einzug gehalten. Und mit der Lama-Gang können sich auch junge LeserInnen (ab acht Jahren?) daran erfreuen. Naja … eine Offenbarung ist DIE LAMA-GANG allerdings nicht. Die Protagonisten sind niedlich und gut charakterisiert und die Illustrationen von Nicolai Renger passend.
Aber das war schon das Positivste was ich über das Buch sagen kann. ich hatte etwas unterhaltsames/spaßiges wie die Schaaf-Gääng erwartet, nur eben mit Lamas (bzw. Alpakas). ich wurde enttäuscht. Die Geschichte ist ganz nett, aber eben nur das: Nett. Vielleicht mag das Kindgerecht sein, aber auch Kinder dürfen etwas Spannung erwarten und außer dem Niedlichkeitsfaktor der Kleinkamele wird nicht viel geboten. Zu wenig für meinen Geschmack. Vielleicht eignet sich das Buch für jüngere Kinder und eher zum Vorlesen, als für das vorgeschlagene Alter.
Ich könnte noch mit ein paar anderen Vielleichts aufwarten, aber ich kann es auch kurz machen:
DIE LAMA-GANG bietet auf nicht einmal 200 Seiten nicht viel aufregendes. Da sollte man sich doch eher überlegen mit den Kindern eine Lama/Alpaka-Wanderung unternehmen, das ist bestimmt spaßiger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Hörenswert!

Klimawandel - Ein Appell
0

Fred Vargas ist der Künstlername der französischen Schriftstellerin, Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin Frédérique Audoin-Rouzeau. Sie ist vor allem durch ihre Kriminalromane bekannt. ...

Fred Vargas ist der Künstlername der französischen Schriftstellerin, Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin Frédérique Audoin-Rouzeau. Sie ist vor allem durch ihre Kriminalromane bekannt. ich gebe zu, dass ich ein vollkommen falsches Bild von der Person hatte: Ich dachte es wäre ein spanischer Autor, aber so kann man sich täuschen. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich noch nie etwas von ihr gelesen habe (Das interessiert niemanden. Deine Vermutungen kannst du für dich behalten). Okay, okay, ich wollte das nur als Einleitung benutzen. Aber ich konzentriere mich sofort auf das Buch, bzw. das Hörbuch, das ich gehört habe.
Und man sollte sich das Buch anhören, denn es ist auf der einen Seite ein wirklich witziges Buch mit vielen kleinen (und unwichtigen) Details zu Fred Vargas Sicht des Lebens, auf der anderen Seite ist es ein wirklich wichtiger Weckruf, der angenehm ohne erhobenen Zeigefinger vorgetragen wird, und dadurch wirksamer und erschreckender ist als die Mahnung so manche Klimaaktivisten. Hilfreich mag dabei auch die Stimme von Elke Schützhold sein.
Klimawandel – Ein Appell, erschien bereits 2019 in Frankreich und erregte großes Aufsehen. Verdienterweise.
Das Buch besticht durch den strukturierten Aufbau und die stets wissenschaftlich fundierten Aussagen. Der Tonfall ist deutlich und auch fordernd, aber auf eine Art, die nahe geht und nicht zu einem Augenrollen des Leser führt („Schon wieder Plastikmüll…. ich kanns schon nicht mehr hören“). Und manche der Tatsachen können wir nicht leugnen, auch wenn wir es gerne wollen. Vargas gibt Tipps, was man ändern kann, und einiges wird uns nicht leicht fallen. Aber immer wieder, wenn die Autorin, bzw. die Sprecherin uns nach unten zieht kommt irgendwo ein kleiner Lichtschein der Hoffnung. Und selbst derjenige, der denkt genug vom Thema zu wissen, wird die eine oder andere Überraschung erleben. Es ist kein Wiedergekaue bereits hunderttausendmal gehörter Dinge, und auch das ist die Stärke dieses nicht sehr dicken, aber aussagekräftigen Buchs (das allerdings über sieben Hörstunden benötigt).
Und weil das Thema doch sehr ernst ist, wird es hin und wieder etwas aufgelockert. Allerdings wird dies schnell unterbunden, denn Vargas hat sich Unterstützung geholt, der sie daran hindert vom Thema abzukommen: Den Zensor.

Keine Ahnung wie die Krimis von Fred Vargas sind, aber mit Klimawandel – Ein Appell hat sie ein Buch geschaffen, das wirklich viel Aufmerksamkeit verdient. Und wer nicht lesen will muss hören.