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Veröffentlicht am 29.04.2026

Maria, Menschenhandel und die Mafia

Waldmann
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Nach dem spurlosen Verschwinden von Kommissar Waldmanns Ehefrau Maria auf dem Bazar in Lagos steht er völlig neben sich. 7 Jahre später leitet er die Ermittlungen in einem brutalen Mordfall. Doch der bekannte ...

Nach dem spurlosen Verschwinden von Kommissar Waldmanns Ehefrau Maria auf dem Bazar in Lagos steht er völlig neben sich. 7 Jahre später leitet er die Ermittlungen in einem brutalen Mordfall. Doch der bekannte Mann mit durchgeschnittener Kehle, der brutalsten Sex liebte, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Nach der Reihe um Paul Stainer legt Ziebula mit „Waldmann“ erneut einen Krimi vor. Das Verschwinden von Maria bildet die Grundlage für diesen spannenden und komplexen Krimi. Waldmann ist in Therapie und leidet unter Flashbacks.

Gemeinsam mit seinem Team und der Journalistin Pia Luninger sucht Waldmann nicht nur nach dem Täter, sondern auch nach verschwundenen Ukrainerinnen. Sie finden Ungeheuerliches und bringen sich in große Gefahr.

Im Prolog wird die Vorgeschichte, der Bazar-Besuch und das Verschwinden von Maria, erzählt. Enthalten sind Hinweise, die zunächst nicht zugeordnet werden können. Ziebula nutzt wechselnde Perspektiven, wobei nicht immer sofort klar ist, wer hier eigentlich agiert. Hinzu kommen eine Vielzahl von Figuren, die mit- oder gegeneinander agieren. Erst nach und nach werden die Handlungsstränge zusammengeführt.

Im Vordergrund steht der titelgebende Waldmann mit seinen psychischen Störungen, die ihn unberechenbar machen. Die Journalistin Pia Luninger ist mutig und unerschrocken und kommt der Wahrheit zu nahe. Dann gibt es noch Suse, deren Hintergrund sehr lange mysteriös bleibt, Waldmann jedoch ebenfalls unterstützt. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Katers Kasimir, der am Ende für eine Pointe sorgt, die mir nach den schlimmen Beschreibungen sehr gefallen hat.

Wie aus meiner Überschrift zu entnehmen, geht es um Menschenhandel, um Zwangsprostitution und um die nigerianische Mafia, also um aktuelle und wichtige Themen. Hier erscheinen mir die Beschreibungen leider sehr realistisch, was auf die Polizei- und Ermittlungsarbeit nicht immer zuzutreffen scheint.

Fazit: ein komplexer, spannender Krimi, nichts für schwache Nerven

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Hinfallen und Aufstehen

Pause
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Lena Kupke erzählt in ihrem wunderbaren Debütroman Hannas Geschichte. Hanna, 36 Jahre alt, bricht mitten im Berufsalltag zusammen und landet im Krankenhaus. Niemand hat Zeit, sie abzuholen, bis sie am ...

Lena Kupke erzählt in ihrem wunderbaren Debütroman Hannas Geschichte. Hanna, 36 Jahre alt, bricht mitten im Berufsalltag zusammen und landet im Krankenhaus. Niemand hat Zeit, sie abzuholen, bis sie am Ende ihre Eltern bittet. Hanna muss feststellen, dass es doch noch schlimmer kommen kann.

Das Trauma, das zu Hannas Überforderung geführt hat, wird nicht explizit benannt. Zwischen den Zeilen ahnt die Leserin, worum es geht und wie lange Hanna darunter leidet, ohne mit jemandem wirklich darüber sprechen zu können. Sprachlosigkeit herrscht vor allem in der Familie, aber auch in ihrer Beziehung. Hier werden, wie es der Klappentext sagt, die Probleme unter den Teppich gekehrt und die Fassade um jeden Preis aufrecht erhalten. Und auch hier ist vieles zwischen den Zeilen zu finden.

Hannas Zusammenbruch, die bitteren Erfahrungen, die sich anschließend machen muss, ihre Gefühle, ihre Verzweiflung und ihr Aufbäumen sind sehr gut beschrieben. Ich habe mit Hanna mitgefühlt und mitgelitten, wobei Lachen und Weinen dicht beieinander liegen.

Es steckt viel drin in diesem Roman: die ständige Überforderung im hippen Berlin, in dem nichts verpasst werden darf, das Funktionieren-Müssen als Freiberuflerin, die Aufträge braucht, das Allein-Gelassen-Sein mit Problemen, die nicht allein bewältigt werden können, kurz: die Angst, nicht zu genügen und sich deshalb keine Pausen erlauben zu dürfen.

Das Cover ist perfekt gestaltet, ich mag es in seiner Farbigkeit und der Haptik sehr. Normalerweise mag ich Aufkleber auf dem Cover nicht, hier jedoch bringt es Caroline Wahl in einem Satz auf den Punkt: „Dieses Buch ist wie eine feste Umarmung, nachdem es einen richtig zerlegt hat.“

Dem ist nur noch hinzuzufügen: eine unbedingte Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Ein Ort, drei Frauen, drei Generationen

Ein Ort, der bleibt
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1933 verliert Professor Alfred Heilbronn seine Stelle und nimmt ein Angebot aus Istanbul an, wo er einen Botanischen Garten mit Pflanzen aus aller Welt anlegt. Seine Frau Magda und die beiden Söhne begleiten ...

1933 verliert Professor Alfred Heilbronn seine Stelle und nimmt ein Angebot aus Istanbul an, wo er einen Botanischen Garten mit Pflanzen aus aller Welt anlegt. Seine Frau Magda und die beiden Söhne begleiten ihn mit einem Koffer voller Samen aus der Heimat. Sie hofft, in Istanbul heimisch zu werden.
Anlässlich der ersten Vorlesung des Professors fällt ihm die junge, ehrgeizige und talentierte Mehpare auf, die seine Assistentin wird. Auch für sie ist der Botanische Garten mehr als nur eine Arbeitsstätte.

Viele Jahrzehnte später soll die junge Stadtplanerin Imke als Assistentin des Architekten Kai eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen und auf diese Weise mit über dessen Zukunft entscheiden.

Über das Schicksal dieser drei Frauen hat Sandra Lüpkes einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Die Zuspitzung der politischen Lage 1933 in Deutschland ist deutlich zu spüren. Zunächst fühlt sich die Familie Heilbronn sicher, vor allem Alfred glaubt, dass er seine Stelle behalten kann. Wie so viele andere irrt auch er. Auch das Leben in Istanbul ist lebendig und farbig beschrieben, wobei Probleme nicht ausgespart werden. Atatürk legt großen Wert auf Bildung und Forschung und holt ausländische Wissenschaftler ins Land. Einige von ihnen werden namentlich genannt. Mich hat es besonders gefreut, dass auch der ehemalige Oberbürgermeister von Magdeburg, den die Nazis buchstäblich aus dem Rathaus warfen, und spätere Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter in einem Satz Erwähnung fand.
Magda, Mehpare und Imke verbindet nicht nur der Botanische Garten, sondern auch ihre Hoffnungen, ihre Wünsche und jeweils ein Neubeginn.

Sandra Lüpkes schreibt einen angenehmen Stil, der die Schicksale der drei Frauen und die Geschichte des Gartens miteinander verwebt und erlebbar macht.

Eine Karte von Istanbul und ein Verzeichnis der historischen Personen runden diesen Roman ab. In einem kurzen Nachwort beschreibt Sandra Lüpkes die Entstehung des Romans.

Fazit: ein wunderbar geschriebener historischer Roman mit wichtigen Botschaften und einer uneingeschränkten Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Architektur, (Kunst-)Handwerk, Kulinarik und vieles mehr

111 Orte in und um Valencia, die man gesehen haben muss
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Daniel Izquierdo-Hänni kenne ich als Autor von Kriminalromanen, so dass meine Neugier auf einen von ihm geschriebenen Reiseführer geweckt war. Der vorliegende Band ist in der emons-Reihe „111 Orte“ erschienen, ...

Daniel Izquierdo-Hänni kenne ich als Autor von Kriminalromanen, so dass meine Neugier auf einen von ihm geschriebenen Reiseführer geweckt war. Der vorliegende Band ist in der emons-Reihe „111 Orte“ erschienen, die mir natürlich bekannt ist, auch wenn dieser für mich eine Premiere darstellt. Ich kenne Valencia leider nicht, möchte es nun jedoch unbedingt ändern.

Wie sehr Daniel Izquierdo-Hänni mit Valencia verbunden ist, ist bereits im Vorwort zu merken, so dass hier ein sehr persönliches Buch entstanden ist. Der Autor beschreibt neben Kirchen, Museen, architektonische Highlights, Kulinarik und so vieles mehr. Zu jedem der auf jeweils einer Seite mit einem wunderbaren Foto auf der gegenüberliegenden Seite beschriebenen Ort gibt es einen weiteren Tipp für weitere Entdeckungen.

Zu Beginn schlägt der Autor drei unterschiedliche Touren vor, am Schluss des Buches finden sich drei Pläne mit den 111 Orten. Wer diesen handlichen Reiseführer nicht mitnehmen möchte, findet einen QR-Code für eine digitale Karte.

Aufgefallen ist mir das etwas stärkere Papier, das das Buch widerstandfähiger macht und außerdem eine schöne Haptik hat.

Fazit: ein Reiseführer, der sofort Lust auf einen Besuch macht

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Paul Gerhardt - Prediger und Poet

Du, meine Seele, singe
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Es gibt nur wenige Dokumente, die Paul Gerhardt hinterlassen hat. Zumeist handelt es sich um berufliche Korrespondenz, so dass das, was über sein Leben bekannt ist, aus Kirchenbüchern, Patenverzeichnissen, ...

Es gibt nur wenige Dokumente, die Paul Gerhardt hinterlassen hat. Zumeist handelt es sich um berufliche Korrespondenz, so dass das, was über sein Leben bekannt ist, aus Kirchenbüchern, Patenverzeichnissen, Stadtratsprotokollen etc. stammt. Dennoch oder gerade deswegen unternimmt Erika Geiger die Aufgabe, eine Biografie über den Mann zu schreiben, der uns so wunderbare Kirchenlieder hinterlassen hat.
Sie versucht, den Menschen hinter diesen eher nüchternen Dokumenten zu finden. War er der Theologe, der immer fest drauf vertraute, dass Gott ihm den Weg weisen würde? Und das trotz des vielen Leides, das er ertragen musste? Zumindest in seinen letzten Lebensjahren scheint er etwas ungeduldiger geworden zu sein, wobei im Unklaren bleibt, an welchen Gebrechen er möglicherweise im Alter gelitten hat oder ob es Altersschwäche war.

Die Autorin bettet sein Leben ein in den kirchlichen und politischen Kontext seiner Zeit. So erfahren wir z.B. wie es in Gräfenhainichen zur Zeit seiner Kindheit aussah. Darüber hinaus wird über den Dreißigjährigen Krieg und seine verheerenden Auswirkungen sowie über Pestepidemien und ihre Folgen. Auf diese Weise lässt sich Gerhardts Leben gut einordnen. Dabei schreibt sie einen gut leserlichen, verständlichen und bildhaften Stil.

Im letzten der zehn Kapitel, die Gerhardts Lebensweg beschreiben, stellt Erika Geiger fünf der überzeitlichen Lieder genauer vor. Sie erklärt Form und Aufbau und lässt sie damit intensiver erleben.

Ein Literaturverzeichnis, eine Zeittafel und ein Orts- und Personenregister runden mit dem bekannten Porträt das schmale Büchlein ab.

Fazit: eine gelungene Biografie für alle, die sich anlässlich des 350. Todestages näher mit dem Dichter und Theologen befassen möchten

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