Eher schwach
Willa of the Wood – Das Geheimnis der WälderIch hatte ehrlich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Von der Geschichte her fand ich es durchaus interessant und wollte wissen, was passiert, von der Umsetzung her hatte ich eigentlich die ganze Zeit ...
Ich hatte ehrlich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Von der Geschichte her fand ich es durchaus interessant und wollte wissen, was passiert, von der Umsetzung her hatte ich eigentlich die ganze Zeit zu kämpfen. Und die längste Zeit konnte ich nicht zuordnen, was genau mich eigentlich gestört hat, aber ich glaube, für mich las sich das Buch etwas zu sehr so, als gäbe es nichts um die Geschichte jetzt herum.
Also die Figuren hatten zwar irgendwie ein Leben und Vergangenheit und all das, was zu lebendigen Figuren hinzugehört, aber es fühlte sich ehrlich gesagt nicht so an. Alle Dinge kamen nur auf, wenn sie gerade für die Geschichte wichtig waren, und spielten sonst eigentlich gar keine Rolle; ich hatte nicht das Gefühl, dass das Verhalten von Figuren in ihrem Leben begründet lag sondern eher darin, wie die Geschichte es gerade braucht; die Unwissenheit der Figuren war manchmal etwas zu extrem, als dass ich mich noch im Buch hätte zurechtfinden können; und alles, was passierte, passierte irgendwie zum ersten Mal. Ich hatte nie das Gefühl, dass Willa wirklich vertraut mit Dingen war, sondern es waren immer Sachen, von denen sie schon mal gehört hatte, die aber vorher noch nie wichtig gewesen sind. Dadurch fühlte sich die Welt für mich leider nicht wie eine richtige Welt an, sondern eher leblos und wie eine Leinwand die zwar ganz hübsch war, mehr aber auch nicht.
Auch ist die Geschichte in meinen Augen zu düster für junge Kinder, für ältere Kinder aber zu plump geschrieben, und während ich durchaus die ein oder andere Sache ziemlich spannend fand, hatte ich doch gleichzeitig meine Probleme damit, wie Figuren miteinander umgegangen sind, und gerade wie schnell Willa bei einem wildfremden im Haus und sogar im selben Zimmer übernachtet ... ich weiß, dass da keinerlei merkwürdige Absichten dahinter steckten, aber es fühlt sich trotzdem nicht wie etwas an, das Kinder zwingend lesen sollten.
Auch bin ich absolut dafür, die Natur zu schützen, gleichzeitig war dieses Buch mir zu extrem in seinen Ansichten. Also nicht, dass ich sie nicht unterstützen würde, aber ich habe doch das Gefühl, dass es Abstufungen geben muss, und nicht jeder gefällte Baum ist gleich ein Weltuntergang. Was im Laufe der Zeit im Buch auch so erfahren wird, aber den Großteil der Zeit ist es eher als würde man sich eine Predigt nach der anderen anhören, und auch für ein Kinderbuch war es mir einfach zu direkt und gut/böse.
Wozu auch beigetragen hat, dass sich gefühlt ständig alles wiederholt hat. Zwar immer in anderen Worten, aber ich habe das Gefühl, auch mit 100 Seiten weniger könnte der Inhalt noch genauso bestehen bleiben, ohne dass was verloren geht.
Der Plot abseits von Willas Beziehungen zu anderen Lebewesen holt durchaus einiges für mich raus, ebenso wie das Cover und die paar guten Momente zwischendurch, der Rest war mir persönlich aber zu plump und zu weit abseits von dem, was angeblich die Zielgruppe sein sollte (gerade für Kinder war mir die Geschichte auch einfach zu deprimierend an vielen Stellen), sodass das Buch mich insgesamt nicht überzeugen konnte.