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Veröffentlicht am 22.11.2024

Oberflächlich betrachtet ein Buch über Gleichberechtigung, direkt darunter leider eher Frauenfeindlich

Nicht drücken!
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Am Anfang wusste ich gar nicht so richtig, was mich in diesem Buch erwarten würde, dann gibt es einen Absatz, in dem ein Junge darüber nachdenkt, dass er gerne "Mädchen"-Shows im Fernsehen sieht und ich ...

Am Anfang wusste ich gar nicht so richtig, was mich in diesem Buch erwarten würde, dann gibt es einen Absatz, in dem ein Junge darüber nachdenkt, dass er gerne "Mädchen"-Shows im Fernsehen sieht und ich habe das Ziel erahnen können und war total bereit dafür, besonders weil das Buch sich auch recht amüsant lesen lässt, und dann kam die gesamte restliche Umsetzung und es tut mir wirklich leid, aber die lässt in meinen Augen wirklich extrem stark zu wünschen übrig.
Eigentlich geht es im Buch darum, dass Mädchen und Jungen beide verschiedenste Hobbys haben können, wie Fußball, Shopping, Skaten, ... und als Message fände ich das wirklich gut, aber das Buch setzt diese Message um, indem plötzlich in der kompletten Stadt alle weiblichen Personen sich wie "typisch Mann" verhalten, und alle männlichen wie "typisch Frau" und das wird gar nicht hinterfragt. Also als erwachsene Person verstehe ich die Intention dahinter, oder ich glaube es, und dass es darum geht, die Grenzen etwas verschwimmen zu lassen, das Problem ist, dass die Grenzen nur extrem verschärft werde, aber eben bezogen auf die neue Gruppe, zu der die Fähigkeiten gehören. Außerdem hat das Buch trotz des Themas eigentlich durchgängig einen Unterton, der eher klingt, als wären Mädchen/Frauen schlechter als Jungs. Unter anderem kommt der Satz: "[...] aber die Jungen sind einfach schneller und stärker. Das ist eben so. Selbst die Weltmeisterinnen im Frauenfußball hätten ja keine Chance gegen eine Männerprofimannschaft." Und dieser Satz wird einfach so stehengelassen. An keiner einzigen Stelle im Buch wird er widerlegt oder etwas mehr darüber nachgedacht oder so, sondern es ist einfach ein Fakt, dass die Weltmeisterinnen keine Chance hätten. Und dann nicht mal gegen die Weltmeister (obwohl ich selbst da meine Zweifel hätte, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es eher ausgeglichen wäre), sondern einfach nur irgendeine Profi-Mannschaft. Wie kommt man dazu, so einen Satz in ein Buch einzubringen, in dem es eigentlich darum geht, dass beide Geschlechter vieles können? Ebenfalls wird erwähn, dass ganz vieles, was typisch ist, auch angeboren ist (zum Beispiel eine Vorliebe für Wettkämpfe? Bitte was?), und generell hat das gesamte Buch immer einen schneidenden Unterton in Richtung von allem, was als "typisch Mädchen" wahrgenommen wird. Also auch als die Rollen vertauscht sind, werden dann die Jungs eigentlich ständig in schlechtes Licht gerückt mit ihren neuen Eigenschaften.
Insgesamt hatte ich also durchaus das Gefühl, dass versucht wurde, Gleichberechtigung irgendwie in einer Geschichte auch Kindern näherzubringen und ich konnte wie gesagt an der ein oder anderen Stelle auch schmunzeln weil es durchaus amüsant war, aber wirklich direkt unter der Oberfläche dieses Ziels las sich das Buch für mich ziemlich Mädchen-/Frauenfeindlich, und hat inhaltlich und zwischen den Zeilen leider gar nicht rübergebracht, was es darstellen wollte (oder von dem ich denke, dass es das darstellen wollte).

Veröffentlicht am 21.11.2024

Schöner kindgerechter Umgang mit dem Thema Tod und Abschied

Eichhörnchenbrüder
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Band 1 hat mich emotional noch mehr angesprochen, als Band zwei, gleichzeitig fand ich ihn auch etwas zu simpel.
Erneut gefallen mir die Illustrationen des Buches wirklich gut. Sie sind im Inneren eindeutig ...

Band 1 hat mich emotional noch mehr angesprochen, als Band zwei, gleichzeitig fand ich ihn auch etwas zu simpel.
Erneut gefallen mir die Illustrationen des Buches wirklich gut. Sie sind im Inneren eindeutig einfacher als das Cover und bleiben hinter diesem daher für mich auch ein wenig zurück, tragen aber dennoch schön zur Geschichte bei und sind dennoch sehr liebevoll gestaltet. Anders als in Band 2 finde ich die Bilder hier alle etwas weniger lebhaft und bewegt, was angesichts des Themas von Verlust aber auch gut funktioniert, da Anto sich ja auch nicht wirklich fröhlich und freundlich fühlt, nachdem er Mika verloren hat. Insofern durchaus passend, auch wenn ich nicht zwingend das Gefühl habe, dass es Absicht war.
Von der Geschichte her hat dieses Buch mich emotional auf jeden Fall abholen können (ich geb's auch gerne zu: ich habe geweint), allerdings erst ab der Hälfte etwas. Ich fand die erste Hälfte auch sehr schön, weil man hier die Freundschaft zwischen Anto und Mika besser kennenlernt und etwas vertieft, und auch wenn das ganz simpel geschrieben ist, funktioniert es für ein Kinderbuch dennoch gut, allerdings gibt es dann den Mittelteil, in dem Mika stirbt, und während ich natürlich einsehe, dass das nicht das Hauptthema des Buches ist und ich auch auf keinen Fall wollen würde, dass der Tod selbst näher erklärt werden würde, denn ich denke, die Umstände sind wirklich egal, fand ich die Seiten, in denen all das angesprochen wurde irgendwie doch nicht so richtig überzeugend. Im Vergleich zum Anfang und besonders zur zweiten Hälfte dann wirkte dieser Teil ein wenig gezwungener und als müsste das jetzt eben irgendwie passieren, und da hat mich die Geschichte kurzzeitig vverloren. Den Rest mochte ich dann aber wie gesagt wirklich gerne, auch wenn er wirklich sehr traurig und gefühlvoll war, und vielleicht war das Ende auch wieder etwas simpel, aber für ein Kinderbuch wirklich akzeptabel und schön, also da habe ich nicht wirklich was dran auszusetzen.
Insgesamt also ein nicht ganz überzeugender Mittelteil, aber dafür ein umso stärkeres Ende und Steenken hat es sehr gut geschafft, hier gefühlvoll über Verluste aber auch Zusammenhalt zu schreiben, und es hat mir wirklich gut gefallen.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Gefühlvolle und niedliche Kindergeschichte

Eichhörnchenversprechen
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Stefanie Steenken schreibt mit Eichhörnchenversprechen ein sehr gefühlvolles Kinderbuch zum Thema Freundschaft und Liebe. Dabei sind die Beschreibungen recht simpel und einfach gehalten, was angesichts ...

Stefanie Steenken schreibt mit Eichhörnchenversprechen ein sehr gefühlvolles Kinderbuch zum Thema Freundschaft und Liebe. Dabei sind die Beschreibungen recht simpel und einfach gehalten, was angesichts dessen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt, vollkommen zur Zielgruppe passt.
Die Geschichte ist sehr freundlich und herzerwärmend geschrieben, und lädt auf jeden Fall zu guter Laune und zum Nachdenken an, bleibt in einigen Punkten aber auch recht einseitig oder klärt nicht ganz warum das Thema der Liebe überhaupt ursprünglich aufkommt, es ist einfach plötzlich da.
Dennoch habe ich wirklich gerne über Anto, Lili und alle anderen Figuren gelesen und finde auch die Einseitigkeit für ein so kurzes Buch durchaus verständlich.
In der Sprache ist es in meinen Augen vollkommen Kindgerecht verfasst, und hätte ich ein Kind und wäre nicht selbst die Person mit Vorliebe für Kinderbücher, dann hätte ich wirklich keinerlei Bedenken, mit diesem zusammen die Geschichte zu lesen.

Und die Illustrationen sind sowohl im Buch als auch auf dem Cover sehr schön gestaltet. Teilweise etwas dunkel, sodass nicht alles gut zu erkennen ist, und im Buch ein wenig simpler als auf dem Cover, aber alle wirklich liebevoll und lebendig und freundlich, und ich habe sie mir während des Lesens sehr gerne angesehen.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Tolles Buch, leider mit Schwächen

Triff mich über den Wolken
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Ein Buch das wirklich großartig hätte werden können, mir persönlich dann aber doch zu viele Schwächen hatte.
Bereits das Cover fand ich so ansprechend, dass ich wirklich gerne das Buch lesen wollte, und ...

Ein Buch das wirklich großartig hätte werden können, mir persönlich dann aber doch zu viele Schwächen hatte.
Bereits das Cover fand ich so ansprechend, dass ich wirklich gerne das Buch lesen wollte, und ich war wirklich froh, als ich durch Lovelybooks die Gelegenheit dazu bekam, tatsächlich kostenlos die Geschichte zu genießen. Und großteils habe ich genau das auch getan, leider haben aber auch einige Schwächen dazu beigetragen, dass das Buch mich am Ende nicht so sehr überzeugt hat, wie ich es mir gewünscht hätte.
Olive ist eine wirklich super Hauptfigur. Sie ist lustig, ein hoffnungsloser Fall, und trotz vieler Probleme doch immer bereit, sich für andere aufzuopfern. Und trotz der besseren Ratschläge ihres besten Freundes auch sehr gerne dabei, den ein oder anderen Fehler zu machen, und in einer Schwierigkeit nach der anderen zu landen. Stella dagegen wirkt sehr zielstrebig und durchgeplant, weiß immer, was zu tun ist, hat klare Lösungen für Probleme, und mischt dann trotz ihrer so geordneten Persönlichkeit plötzlich in Olives vollkommen chaotischen Leben mit. Die beiden ergänzen sich dabei wirklich wundervoll gegenseitig, holen das beste aus sich heraus, und sind einfach grundsätzlich ein wirklich gutes Team gemeinsam, ganz egal ob in echt oder in ihrer Fake-Beziehung, in der sie sich gegenseitig immer wieder mit (echten) Problemen helfen.
Leider wirkt die Fake-Beziehung daher ein wenig wie ein gezwungener Umweg ans Ziel, muss ich gestehen, gerade wenn man die Ausgangssituation betrachtet und was man am Ende alles lernt, sodass ich nicht immer gesehen habe, warum dieser Schritt überhaupt gegangen wurde. Ich konnte allerdings andererseits auch gut damit leben, wie es aufgebaut war, da Stella und Olive als Figuren (ebenso wie Olives Freunde) eine Menge für mich ausgleichen konnten.

Meine wirklichen Schwierigkeiten mit dem Buch hatten eher mit den Nebenhandlungen zu tun, die ich einerseits wirklich unglaublich spannend fand, die aber andererseits auch sehr komplex waren und für ihre Komplexität im Gesamtgeschehen eher wenig Raum eingenommen haben. So gab es im Buch einige Strecken, die sich wirklich gezogen haben, zum Ende hin dann aber auch sehr vieles, das einfach plötzlich beendet wurde oder nicht einmal ein Ende bekam sondern einfach plötzlich verschwand. Da hat das Tempo des Buches für mich nicht gestimmt.
Auch sind Olive, Stella, und die Figuren, die den beiden nahestehen zwar sehr schön ausgearbeitet und man liest sehr gerne über sie, viele der anderen Charaktere wirken aber sehr oberflächlich oder erinnern eher an Comic-Bösewichte in ihrer Art, was mich ebenfalls etwas enttäuscht hat, gerade weil Olive und Stella so super als Figuren sind.
Neben der Fake-Beziehung kommt es außerdem noch zu Miscommunication zwischen den Figuren, die ich leider auch nicht so gut gemacht fand, sodass sie mich nicht komplett überzeugt hat, und die Übersetzung schwächelt an so einigen Stellen auch ziemlich gewaltig, was leider ebenfalls nicht zwingend für das Buch spricht.

Insgesamt hat es mir trotzdem sehr gefallen, ich hatte viel Spaß am Lesen, und es werden auch viele wichtige Themen wirklich schön aufgegriffen, so einiges wird aber auch einfach wieder fallengelassen oder nie gründlich genug behandelt, sodass das Buch mich trotz aller Begeisterung, die ich dafür hatte, doch nicht ganz von sich überzeugen konnte, und meine Begeisterung leider am Ende doch recht abgeschwächt war. Dennoch eine sehr niedliche Geschichte mit Olive und Stella, gegen die ich nichts einzuwenden habe, nur ein Highlight ist es leider trotz sehr starkem Einstieg in die Geschichte nicht geworden.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Oseman weiß, was sie tut!

Loveless (deutsche Ausgabe)
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Ein weiterer wundervoller Roman von Oseman! Dieser stand bereits sehr lange auf meinem Regal, und ich bin sehr froh, dass ich mich heute endlich zum Lesen bringen konnte, denn er konnte mich wieder einmal ...

Ein weiterer wundervoller Roman von Oseman! Dieser stand bereits sehr lange auf meinem Regal, und ich bin sehr froh, dass ich mich heute endlich zum Lesen bringen konnte, denn er konnte mich wieder einmal voll überzeugen.
Georgias Geschichte ist wieder einmal eine sehr bewegende und ich habe sie gerne gelesen. Außerdem konnte ich mich einfach nur von der Art her super in sie hineinversetzen. Ich persönlich hatte mit meiner Sexualität zwar nie jegliche Schwierigkeiten (ich war 19 als mir zum ersten Mal der Gedanke kam, dass wenn ich die einzige Person bin, die in ihrem Unverständnis für Sex normal ist, dann ganz vielleicht liegt es an mir und nicht daran, dass alle anderen komisch sind, und seitdem akzeptiere ich sehr bereitwillig, dass andere Menschen auch normal sind) und entsprechend war dieser Part einer, den ich eher als außenstehende Person erkennen konnte, aber so vieles anderes von Georgia habe ich eindeutig auch von mir erkannt, und entsprechend steckte ich für viele Teile der Geschichte doch tatsächlich mal als "oh mein Gott, das kenne ich!" in einem Buch. Womit ich ehrlich gar nicht gerechnet habe, da ich ja wusste, dass Georgia vermutlich keine so glücklichen Umstände in ihrem Leben hat wie ich. Und an all den Punkten, die ich nicht aus erster Hand nachvollziehen konnte, war es trotzdem noch eine tolle Geschichte, die ich genauso sehr genießen konnte, wie so viele andere Bücher auch.
Die Freundschaft und Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren war wirklich schön dargestellt, und trotz einiger Schwierigkeiten der einzelnen Figuren (die mich zugegeben auch nicht immer überzeugt haben, aber der Rest hat das für mich alles sehr schön wieder ausgeglichen) bin ich doch fest davon überzeugt, dass die Freundschaft zwischen ihnen wirklich stark ist und die Gruppe echt super zusammen ist. Ich habe wirklich so gerne zu allen Figuren gelesen, und was die einzelnen Figuren so durchmachen (da Oseman auch die Nebencharaktere sehr angenehm ins Rampenlicht rückt, und ihnen genug Tiefe gibt, dass man merkt, dass mehr hinter ihnen steckt), und von einigen Punkten habe ich fest damit gerechnet, dass ich wüsste, wie es schließlich enden würde ... und dann ist es tatsächlich doch anders gekommen, was es aber irgendwie nur besser gemacht hat, obwohl ich auch mit meinen ursprünglichen Gedanken echt glücklich geworden wäre. Und andere Dinge sind dann doch genau so geworden, wie erwartet, oder wie man sich hätte denken können, aber dennoch war genügend Überraschung bei allem vorhanden und genug "Abwandlung" dass ich nicht das Gefühl hatte, es wäre zu sehr etwas das es schon viel zu oft gab, und alles in allem bin ich einfach richtig zufrieden mit dem Buch, den Figuren, grundsätzlich der ganzen Geschichte, und selbstverständlich auch dem Ende. Das mir eventuell sogar die ein oder andere Freudenträne entlockt hat.
Insofern: Wieder einmal ein fantastischer Erfolg von Oseman für mich!

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