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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2024

Spannend, interesssant, mit vielseitigen Figuren und toller Welt

Arlo Finch (2). Im Bann des Mondsees
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Ich habe Band 1 der Reihe bisher nicht gelesen und Band 2 eher zufällig in die Hände bekommen, werde das jetzt aber vermutlich ändern müssen, denn Band 2 hat mir wirklich gut gefallen, und nun bin ich ...

Ich habe Band 1 der Reihe bisher nicht gelesen und Band 2 eher zufällig in die Hände bekommen, werde das jetzt aber vermutlich ändern müssen, denn Band 2 hat mir wirklich gut gefallen, und nun bin ich an dem Rest der Reihe doch sehr interessiert.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mir durch die ganzen Hinweise ein Bild von dem machen konnte, wie die Welt eigentlich aufgebaut ist, da mir durch das Fehlen von Band 1 einfach viele Informationen gefehlt haben, und sobald ich neue Informationen hatte, musste ich dann immer alles wieder neu einordnen, weil ich feststellen musste, dass ich doch falsche Schlüsse gezogen habe, aber tatsächlich hat mich das überhaupt nicht gestört. Es war verwirrend, aber gleichzeitig auch spannend, und ich habe die einzelnen Dinge sehr gerne zusammengepuzzelt, besonders, weil die Geschichte mit auch mit Verwirrung gut gefallen hat.
Arlo war ein sehr sympathischer Hauptcharakter, genau wie auch die meisten anderen Figuren sehr sympathisch waren, und auch wenn es Momente gab, in denen mir bestimmte Leute etwas auf die Nerven gingen, lag es nie daran, dass Dinge schlecht geschrieben waren, sondern es passte zu Figuren und zur Geschichte, und ich habe durchaus gemerkt, dass Absicht hinter Dingen stand.
Auch die Geschichte an sich war wirklich spannend, die Welt sehr interessant, und wie nach und nach alles ineinander floss hat super funktioniert. Nichts war zu offensichtlich, aber gleichzeitig konnte man trotzdem erahnen, worauf alles hinaus läuft, Dinge hatten tatsächlich Einfluss aufeinander, und bei nichts hatte ich das Gefühl, dass es nur nutzlos vorhanden gewesen wäre. Es gab vielleicht ein oder zwei Kleinigkeiten, von denen ich gerne mehr Einfluss gehabt hätte, aber auch die hatten Einfluss und haben Dinge bewirkt, und ich glaube eigentlich keine Szene hat mir das Gefühl gegeben, dass sie ohne ein Ziel in das Buch eingebracht worden wäre.
Ich hatte auf jeden Fall wirklich eine Menge Spaß an dem Buch, und freue mich schon, wenn ich irgendwann die anderen Bücher in die Finger kriege, denn ich möchte wirklich gerne mehr von Arlo und seinen Freunden lesen (und die Welt richtig kennenlernen, und auch mal gucken, ob vielleicht im ersten Buch schon das zweite eingeleitet wird, ich kann es mir nämlich nur von Band 2 her super vorstellen).

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Veröffentlicht am 30.05.2024

Erfüllt nur bedingt die Erwartungen, die der Klappentext hervorruft

Nijura - Das Erbe der Elfenkrone
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Nijura ist ... als Buch schwierig einzuschätzen, zumindest für mich, und ich fürchte, es liegt gänzlich daran, dass der Klappentext etwas anderes ankündigt, als das, was einen letztendlich in dem Buch ...

Nijura ist ... als Buch schwierig einzuschätzen, zumindest für mich, und ich fürchte, es liegt gänzlich daran, dass der Klappentext etwas anderes ankündigt, als das, was einen letztendlich in dem Buch erwartet. Was nicht heißt, dass der Klappentext lügt, denn was er verspricht ist im Buch durchaus vorhanden, es ist allerdings nur ein Handlungsstrang der Geschichte, und gerade zu Beginn nicht der größere, denn die ersten 100 Seiten hat Nill nicht einen einzigen Auftritt, und alle Figuren scheinen mit der Geschichte wirklich kaum etwas zu tun haben. Was leider dafür gesorgt hat, dass ich beim Lesen teilweise das Gefühl hatte, dass ich gerade nutzlos so viele Seiten lese, weil die Figuren für die Geschichte ja nicht einmal wirklich relevant sind, und dabei fand ich die Geschichte wirklich unglaublich interessant, und die Figuren gut gestaltet. Aber dadurch, dass es eben lange Zeit eher ziellos wirkt, und als würde es sehr stark von der eigentlichen Geschichte abweichen, habe ich trotzdem sehr lange Zeit gebraucht, um mich darauf einlassen zu können. Und als Nill dann endlich auftauchte, war ich so interessiert an der vorherigen Geschichte, dass ich dann wieder ein wenig gebraucht habe, um mich darauf einlassen zu können, und irgendwie war es einfach sehr schwer, mich erst von dem loszureißen, was ich nach dem Klappentext erwartet hätte, und dann danach doch wieder genau das zu kriegen, was der Klappentext ankündigt.
Die Figuren an sich waren aber in allen Teilen der Geschichte sehr interessant, wirkten durchaus auch, als würde mehr dahinter stecken, und an keiner Stelle hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Handlungen gar nicht zu den einzelnen Charakteren gepasst hätten. Auch war die Welt und das Problem sehr interessant, und vieles daran fühlte sich sehr lebendig an.
Auf der anderen Seite wirkten viele Dinge auch recht einfach, es gab eine Menge Rassismus im Buch, der eigentlich nie so richtig thematisiert oder aufgegriffen wird (obwohl die Gegebenheiten es eigentlich zulassen würden), wie viel auf dem Spiel steht wird an Charakteren demonstriert, die eigentlich kaum eine Rolle spielen, weshalb es auch kaum Auswirkungen hat, oder es wird einfach danach sehr lange Zeit nicht aufgegriffen, und einige Figuren verhalten sich wirklich kindisch, was einerseits funktioniert, weil sie Kinder sind, andererseits sind sie aber in anderen Momenten so erwachsen, dass es dann doch eher fehl am Platz wirkt.
Auch war das Ende in meinen Augen gleichermaßen zu erwartet und zu überraschend, sodass es mich persönlich leider kaum zufriedenstellen konnte.
Was nichts daran ändert, dass wenn die Geschichte funktioniert hat, sie in meinen Augen wirklich gut funktioniert hat, einige Dinge (gerade was die Romanze angeht), mich dann doch irgendwie positiv überrascht haben, die Figuren wirklich ziemlich cool waren, und insgesamt sind mir die Leute doch ans Herz gewachsen. Außerdem war Nuyen sehr jung, als sie das Buch geschrieben hat, wie ich herausgefunden habe, weshalb ich dann doch besser damit leben kann, dass einige Dinge so einfach sind. (Oder dass gerade im ersten Abschnitt regelmäßig ohne irgendwelche Anzeichen in den Perspektiven gesprungen wird.)
Ich habe das Gefühl, dass das Buch sich an einigen Stellen zu sehr zieht und an anderen zu schnell geht, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das auch am Klappentext liegt, der einfach andere Erwartungen hervorruft als das, was man letztendlich bekommt, und insgesamt gab es durchaus Phasen, zu denen sich meine Begeisterung sehr in Grenzen hielt, gerade in Hinblick auf die junge Autorin kann ich aber doch recht gut mit dem meisten Leben, und zumindest der Großteil der Figuren war in meinen Augen doch sehr interessant (wenn auch teils erneut etwas einfach und zu großen Teilen nicht sonderlich tiefgründig, aber es gab auch durchaus Figuren, bei denen Nuyen bewiesen hat, dass ihr auch komplexere Darstellungen gelingen können).

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Interessante Ideen, leider etwas schnell

Faunblut
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Faunblut fand ich über sehr lange Zeit ein sehr schwieriges Buch, um es einzuordnen. Die Welt gefällt mir unglaublich gut und wie sie geschrieben ist, war sehr schön mysteriös und interessant, sodass ich ...

Faunblut fand ich über sehr lange Zeit ein sehr schwieriges Buch, um es einzuordnen. Die Welt gefällt mir unglaublich gut und wie sie geschrieben ist, war sehr schön mysteriös und interessant, sodass ich ständig mehr lernen und lesen wollte, und auch die politischen Gegebenheiten und Komplikationen haben mich beim Lesen beinahe sofort in ihren Bann gezogen. Das Lesen hat an der Stelle einfach unglaublich viel Spaß gemacht.
Gleichzeitig fand ich es gerade in der ersten Hälfte unglaublich schwer, mich auf die einzelnen Figuren einzulassen. Irgendwie schienen sehr viele Dinge an Jade zu hängen, dafür, dass sie dann auf der anderen Seite aber nichts wirklich machen sollte oder durfte. Jade soll sich von Leuten fernhalten, gleichzeitig soll sie sich aber darum kümmern, die Türen dort abzuschließen, wo die Leute sind; Jade soll Dinge besorgen, wird dann aber angefahren, wenn sie nicht da ist; Jade soll dieses oder jenes, aber dann ist es doch nicht richtig, und niemand spricht wirklich mit ihr, aber dann sind alle sauer, wenn sie keine Ahnung hat. Leider ging mir das ziemlich auf die Nerven. Auch muss ich sagen, dass ich die Figuren für sich zwar durchaus gut geschrieben fand, in Beziehung zueinander ließen sie dann aber doch oft zu wünschen übrig. So konnte ich mit Jakub als Figur zum Beispiel sehr viel anfangen, den Vater hätte ich ihn aber an keinem Punkt wirklich abgekauft, und er schien mir nie so richtig besorgt um Jade zu sein. Also schon von dem, was Leute gesagt haben, aber so richtig gemerkt habe ich davon eigentlich nie etwas. Auch war Faun verdammt interessant als Figur, war am Anfang aber einfach verdammt unsympathisch in meinen Augen, und dann irgendwann war die Beziehung zwischen ihm und Jade einfach da. Die dann irgendwie auch in Ordnung geschrieben war, also es war nicht so, als hätte man ihnen das paar nicht abgetaucht, aber es fühlte sich wirklich an wie durchgängig Abneigung, und dann mit einem Mal Liebesgeständnisse, ohne dass sie sich je näher gekommen wären, und dann war plötzlich alles in Ordnung, und der Teil hätte in meinen Augen auf jeden Fall langsamer angegangen werden müssen. Auch war ich richtig begeistert von der Freundschaft zwischen Martyn und Jade, nur damit dann plötzlich doch Eifersucht im Spiel war.
An vielen Stellen war ich darum eher unglücklich mit den Figuren und ihrem Verhalten zueinander, und einige (ebenfalls zu schnelle) Entwicklungen der Figuren ergeben für mich auch nach dem Ende der Geschichte noch nicht wirklich Sinn, außer dass sie Jade etwas mehr isoliert haben.
Auf der anderen Seite gab es auch viele Stellen, die mir verdammt gut gefallen haben: Jade ist eine unglaublich starke Protagonistin, die weiß, was sie will, und die bereit ist, dafür zu arbeiten. Sie lässt sich nicht sagen, was es zu tun gibt, oder wartet auf Erlaubnis oder irgendetwas in der Art, und sie muss auch nicht ständig aus allen Situationen gerettet werden, sondern sie ist durchaus in der Lage, Dinge selbst anzugehen. Auch sagt sie offen ihre Meinung und hält anderen vor, wenn die Fehler machen, statt das einfach nur in sich hinein zu fressen. Sie wirkt außerdem sehr aufmerksam und zieht ihre eigenen Schlüsse, statt nur alles zu glauben, was man ihr sagt, und sie steht für sich selbst ein und lässt nicht alles mit sich machen.
Auch hat der Plot an sich verdammt gut funktioniert, und die Geschichte mit den Rebellen war verdammt spannend, genau wie ich in die Welt einfach unglaublich gerne eingetaucht bin.
Das Lesen hat durchaus viel Spaß gemacht, gerade zu Ende hin, und es war kein Buch, das ich zwingend als typisch bezeichnen würde. Schon mit so einigen Klischees, und nichts komplett neues, aber gleichzeitig war die Art, wie Blazon es geschrieben hat, neu genug, und ich hatte einfach nicht das Gefühl, genau diese Geschichte schon 100 Mal gelesen zu haben. Besonders zum Ende hin, weil die Figuren da mehr Raum hatten als zu Beginn, am Anfang (oder nach so 50 Seiten bis etwa zur Mitte) gab es schon viele Momente, in denen ich mir dachte, dass bestimmte Dinge jetzt nur sind, damit irgendein Klischee bedient werden kann, aber das legte sich, als die Rebellion mehr Platz in der Geschichte einnahm.
Insgesamt kein Meisterwerk in meinen Augen, aber nachdem ich das Buch eigentlich schon aufgegeben hatte, hat es mich dann doch noch mal abgeholt, und am Ende war ich schon ziemlich zufrieden damit, wie alles sich entwickelt hat.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Starke Protagonistin, interessant geschrieben

Die Dorfärztin - Ein neuer Anfang
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Ich lese normalerweise eigentlich kaum historische Romane, weshalb ich auch unglaublich lange gebracht habe, mich dazu zu überwinden, dieses Buch aufzuschlagen, aber sobald ich es dann getan habe, hat ...

Ich lese normalerweise eigentlich kaum historische Romane, weshalb ich auch unglaublich lange gebracht habe, mich dazu zu überwinden, dieses Buch aufzuschlagen, aber sobald ich es dann getan habe, hat die Geschichte mich eigentlich sofort überzeugt.
Leni ist eine sehr interessante Protagonistin, und ich fand es wirklich interessant, darüber zu lesen, wie sie ihr Leben zu den einzelnen Zeiten lebt, und was ihr passiert. Und ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass Leni eine Gehbehinderung haben würde, aber es war eine sehr angenehme Überraschung. Sowohl, weil ich glaube ich noch nie in einem historischen Roman eine Frau mit Behinderung gesehen habe, als auch, weil es ihren Charakter auf eine spannende Art und Weise erweitert hat. Und dass die Behinderung in Lenis Leben eine große Rolle spielt und sie ihren Charakter tiefgründiger macht, aber ohne, dass es gezwungen wirkt, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Geschichte dazu wirkte sehr natürlich und hat das Buch in meinen Augen auf jeden Fall sehr passend ergänzt, und dabei stand sie nicht einmal wirklich im Vordergrund.
Generell wirkte alles an dem Buch eigentlich sehr passend, und hat sich sehr schön gegenseitig ergänzt, und sowohl den Teil der Geschichte, der sich in der Vergangenheit abgespielt hat, als auch das aktuelle Geschehen um Leni herum, war sehr angenehm zu lesen. Streckenweise war ich an einem Handlungsstrang zwar wesentlich mehr interessiert, als an einem anderen, aber trotzdem war ich an keiner Stelle genervt, wenn die Handlung vom anderen Strang unterbrochen wurde, sondern beide Handlungsstränge haben sich in einem guten Tempo entwickelt, bei dem ich nie das Gefühl hatte, es würde zu langsam gehen.
Ich bin nicht ganz sicher, wie zufrieden ich mit der Entwicklung einiger Kleinigkeiten im Buch bin, hauptsächlich, weil ich bis zum Ende zum Beispiel nicht so richtig weiß, was ich von Matthias halte, aber über Leni habe ich sehr gerne gelesen, und der Fokus liegt auch eindeutig auf ihr.
Eine wirklich spannende Geschichte mit viel Plot ist es in meinen Augen nicht, eher eine Charakterstudie über Leni und ihre Entwicklung, aber da Lenis Innenleben durchaus interessant zu lesen ist, und ich Bücher mag, die sich hauptsächlich auf Figuren konzentrieren, hatte ich nicht wirklich ein Problem damit, wie wenig Plot eigentlich vorhanden war. Lenis Entwicklung war für mich als Plot eindeutig ausreichend und auch sehr spannend zu lesen.

Insgesamt ein sehr angenehmes Buch, mit interessanten Figuren und Charakterkonstellationen. Ich hätte kein Problem damit gehabt, noch mehr über Leni zu lesen, wenn das Buch länger gewesen wäre, und tatsächlich hätte mich ihre berufliche Karriere schon etwas mehr interessiert, als das, was zu sehen gewesen ist, aber das Buch ist auch gut in sich abgeschlossen, und ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass irgendetwas fehlt, ich werde mich also voraussichtlich nicht an Band zwei versuchen, auch wenn ich Leni mochte.
Aber als Einzelband funktioniert es auch ziemlich gut und hat mich trotzdem überzeugt, ich hatte auf jeden Fall meine Freude an der Geschichte!

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Richtig starke Figuren

Zwischen zwei Sternen
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Ich glaube, ich liebe diesen Band noch mehr, als ich den ersten geliebt habe, und schon den fand ich ziemlich fantastisch. Es geht erneut hauptsächlich um Figuren und deren Innenleben, und gibt nicht wirklich ...

Ich glaube, ich liebe diesen Band noch mehr, als ich den ersten geliebt habe, und schon den fand ich ziemlich fantastisch. Es geht erneut hauptsächlich um Figuren und deren Innenleben, und gibt nicht wirklich einen riesigen übergreifenden Plot, aber dennoch ist eine Geschichte vorhanden, nur eben in etwas kleineren Dimensionen bei den einzelnen Figuren, und anders als bei Band eins hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte hier wesentlich besser gepasst hat.
Also Band eins mochte ich eindeutig auch, aber da hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte eher abseits der Figuren stand, und hier geht es eindeutig um die Figuren und deren Geschichten. Vermutlich hilft es auch, dass es diesmal nicht ganz so viele Figuren sind, sondern insgesamt vier, und von denen liegt das Hauptaugenmerk eindeutig nur auf Zweien, bei denen die anderen beiden lediglich Teil der Geschichte sind, und ich glaube, dadurch wirkt das Buch wesentlich zielgerichteter und harmonischer, als es für mich bei Band eins der Fall war.
Und zusätzlich dazu, dass die Geschichte mich diesmal sogar mehr überzeugt hat, sind die Figuren mindestens genauso gut geschrieben, wie in Band eins. Ich mag es, wie Chambers Konzepte von Figuren erschafft, und übergreifende Thematiken durch Figuren aufgreift, ohne dass die Figuren leer wirken. Es wirkt durchaus so, als würden Sidra oder Jane stellvertretend für etwas stehen, aber gleichzeitig sind sie eindeutig ihre eigenen Figuren, und sie haben Charakter, und es macht einfach so viel Spaß, über sie zu lesen, und sie auf ihren Wegen zu begleiten. Ich fand das Buch sowohl unglaublich spannend als auch sehr nachdenklich, und es regt eindeutig zum Reflektieren an, mit den Schwierigkeiten, die die Figuren zu überwinden haben.
Außerdem hat mir auch hier das Worldbuilding wieder sehr gefallen. Es war um einiges eingegrenzter, als in der Vorgeschichte, vermutlich, weil durch weniger Figuren nicht ganz so viele verschiedene Spezies aufgegriffen werden müssen, aber trotzdem war es eindeutig vorhanden, und ich hatte nicht das Gefühl, als wäre an irgendwelchen Stellen gespart worden, sondern obwohl es weniger war, fühlte die Welt sich trotzdem durchdacht und vielseitig an.
Generell mag ich Chambers Worldbuilding einfach unglaublich gerne, und es macht mich immer wieder verdammt glücklich, zu sehen, wie queere Themen so natürlich in allen Bereichen der Welt vertreten sind. Es macht einfach Spaß, das zu sehen, und wie es in unterschiedliche Bereiche unterschiedlich einfließt, ohne dass es dabei in der Welt unnatürlich wirkt.

Wieder einmal fantastische Figuren, die einem innerhalb kürzester Zeit ans Herz wachsen, und zusätzlich noch spannende Charakterentwicklung in ein wenig Plot. Und natürlich eine sehr faszinierende und magische Welt. Ich weiß noch nicht, wann ich zum nächsten Band kommen werde, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich hier nicht mit der Reihe aufhören werde!

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