Thematisch absolut ein Thema, das mich interessiert, aber leider glaube ich, dass ich um dieses Buch zu mögen Balian Buschbaum besser hätte kennen sollen, da es so viel um persönliches Leben und Biographie geht, dass das als Fan ganz sicher super interessant ist, für mich war es aber eher langweilig bis hin zu abschreckend, wie hier über bestimmte Themen nachgedacht wird.
Also ich bin beim Titel von einer Auseinandersetzung mit dem Thema Diversität ausgegangen, und vielleicht auch viel zum Thema, wie man Diversity vielleicht im Alltag besser thematisieren könnte oder ähnliches, stattdessen war es viel persönliches (absolut verständlich und durchaus relevant, denke ich), das aber leider sehr stereotyp war. Also viel Richtung "Mädchenspielzeug wie Puppen" und "Männer mögen Fußball" und es wird zwar ein zwei Mal erwähnt, dass es ausnahmen gibt/nicht immer so abläuft, aber für jemanden, der in seinem Buch schreibt, dass es schön wäre, wenn es irgendwann keine Türen/Schubladen mehr gäbe und nur noch die Leute an sich zählen würde, finde ich, dass er selbst sehr extrem einen Fokus auf diese Schubladen legt.
Ich verstehe auch irgendwie, dass es schwer ist, Geschlechter irgendwie gegeneinander abzugrenzen, wenn es um transgeschlechtliche Menschen geht, mir fällt es persönlich auch sehr schwer, transgeschlechtlichkeit zu erklären außer einem "das ist eben so", aber auf stereotype zurückzufallen und zu erklären, dass man schon immer wusste, dass man ein Mann ist, weil man ja nie mit Puppen gespielt hat, Kleider hasste, und man Fußball und Sport mag? Fand ich jetzt nicht so großartig.
Ich arbeite selbst mit Kindern, und so viele Jungen tragen manchmal Kleider, sei's als Verkleidung oder weil sie einfach Lust drauf hatten, und in dem Buch hatte ich das Gefühl, dass das dann gleich mit "trans" gleichgesetzt gewesen wäre. Dabei ist es auch relevant, zu verstehen, dass nicht alle Leute in Geschlechterklischees feststecken.
Insgesamt war es vielleicht kein schlechtes Buch (und mir ist auch aufgefallen, dass er in der Vertonung gegendert hat, was im Buch selbst nicht passiert ist, entsprechend scheint er sich ja seitdem auch ein wenig mehr Gedanken gemacht zu haben), aber wäre ich Fan von ihm hätte ich mit der Biographie was anfangen können, so fand ich den Fokus auf vielen Geschlechterklischees leider eher frustrierend als irgendetwas anderes.