Ich habe beim Lesen das ungekürzte Hörbuch gehört, und nachdem ich die ersten beiden Bände teils auch ohne Hörbuch gelesen habe: Das ist auf jeden Fall die richtige Art, diese Bücher zu "konsumieren". ...
Ich habe beim Lesen das ungekürzte Hörbuch gehört, und nachdem ich die ersten beiden Bände teils auch ohne Hörbuch gelesen habe: Das ist auf jeden Fall die richtige Art, diese Bücher zu "konsumieren". Kling arbeitet einfach so sehr mit seiner Stimme und haucht den Texten so viel leben ein, dass lustige Szenen noch lustiger werden, und weniger amüsante Szenen werden amüsant. Ich denke, dass die Geschichte auch ohne Hörbuch vermutlich lesenswert ist, weil ganz viel an dem Humor natürlich auch ohne Stimmen funktioniert, aber es macht einfach einen riesigen unterschied, ob man darüber liest, wie das Känguru und Marc-Uwe versuchen, die Welt zu retten, oder ob man dabei ist, wenn die beiden ihre ganzen Erlebnisse haben.
Was sich natürlich nicht ändert ist der Inhalt: Systemkritik, viele Witze, Anspielungen auf die echte Welt sowie zahlreiche Bücher und Buchreihen in diesem Band (eins meiner absoluten Highlights, muss ich sagen, fand ich jedes Mal wieder sehr lustig) sind genauso stark wie immer, aber während ich beim Lesen immer eher das Gefühl habe von "ja, kann man mal lesen", bin ich beim Hören wirklich regelmäßig laut am Lachen gewesen und kann mir auch absolut vorstellen, wieder zur Geschichte zurückzukehren (was ich beim Lesen oft eher nicht habe).
Insofern: Solide Geschichte, die als von Kling gelesenes Hörbuch noch mal einiges an Qualität gewinnt, wenn man mich fragt.
Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, ...
Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, aber ich persönlich muss sagen, dass mir das Buch sehr zugesagt hat.
Ich habe allerdings auch zusätzlich (und teils sogar nur) das Hörbuch gehört, das auf der Version 10 Jahre nach der ersten Veröffentlichung basiert, und muss sagen: Das macht auf jeden Fall einen riesigen Unterschied, da ist so einiges etwas ausgefeilter und angenehmer geschrieben in meinen Augen.
Inhaltlich wird man in beiden Versionen sofort ins Geschehen geworfen, was obwohl ich das eigentlich mag, hier doch ein wenig viel war, den ich habe obwohl ich es eigentlich wusste doch kurz gezögert, ob ich vielleicht einen vorherigen Band doch irgendwie verpasst hatte. Danach kam ich aber richtig schön schnell ins Geschehen, und tatsächlich konnte ich auch ganz gut damit leben, dass die Figuren nicht so richtig etabliert waren, da hier eben mehr ihr Handeln als irgendetwas anderes im Vordergrund stand.
Manchmal war es mir trotzdem ein bisschen wenig. Über Jacob, der eigentlich nur versucht, seiner Vergangenheit/Familie zu entkommen, erfährt man noch recht viel, Fuchs, Jacobs ständiger Begleiterin, ist auch ganz gut ausgearbeitet, Will und Clara, die beiden letzten Hauptfiguren, wirkten allerdings oft schwach. Gerade durch die Augen der anderen haben wir über viele Charaktereigenschaften entweder gar nichts erfahren, oder nur im Nachhinein von etwas, das war, das man im Buch aber nie sieht, weshalb es mir recht schwer fällt, das zu glauben. Die Handlungen selbst fand ich aber wieder nachvollziehbar und auch durchaus ansprechend. Also Jacob und wie weit er zu gehen bereit ist, Will, der langsam desillusioniert wird, Fuchs, die eigentlich nur Jacob schützen möchte ... und Clara, zu der habe ich tatschlich (leider) so gar nichts zu sagen. Es war spannend, zu sehen, wie die Figuren mit unterschiedlichen Situationen umgegangen sind, dabei haben sie allerdings auch oft die gleichen Fehler wieder und wieder gemacht, oder so kam es mir vor, entsprechend konnte ich nicht wirklich eine Charakterentwicklung erkennen. Ich kam schon irgendwie damit klar, wie die Figuren so sind, und ich habe sie auch durchaus ins Herz geschlossen, ich würde allerdings auch behaupten, dass es bei weitem nicht Funkes stärkste Figuren sind. (Wobei ich aber durchaus Hoffnung hätte, dass sich das mit den zukünftigen Büchern ändern würde.)
Womit das Buch bei mir allerdings richtig dolle punkten konnte, war die Welt. Ich liebe Märchen, habe kürzlich über mich gelernt, dass ich Horror eigentlich ein echt cooles Genre finde, und hier die Geschichte in einer Welt zu haben, in der die Märchen, wie man sie kennt, als düstere Wirklichkeit existieren, konnte mich wirklich schnell überzeugen. Und selbst der Teil, der keine Märchen waren, war sehr märchenhaft und düster geschrieben, und irgendwie auf eine typische "gut und böse"-Art, wie sie Märchen ja immer haben, nur ohne, dass es tatsächlich so klare Grenzen gab. Im Endeffekt ist keine Figur wirklich gut oder böse gewesen, und da schließe ich unsere Hauptfiguren ohne zu zögern mit ein (außer Clara, vielleicht ist sie darum noch mal so viel schwächer als die anderen Figuren in meinen Augen). Am Ende wären sie alle bereit, für ihre Ziele (zu) weit zu gehen, und nur weil sie für sich das richtige tun, ist es bei weitem noch nicht die tatsächlich richtige Entscheidung.
Ich fand die eher düstere Stimmung auf jeden Fall durchgängig ansprechend, und obwohl mir Figuren eigentlich wichtiger sind als Plot, haben die Figuren mir hier gerade genug in der Welt gegeben, dass ich dann doch recht leicht darüber hinwegsehen konnte, dass sie an vielen Stellen auch eher nicht so viel Substanz hatten. Dafür aber sehr viel Potenzial, und sollten mir jemals die anderen Bücher in die Hände fallen, dann bin ich sehr gespannt, wie sich dann hoffentlich doch noch alles entwickelt.
Alles in allem würde ich sagen, dass es wirklich nicht das beste Werk von Funke ist, aber ich war die ganze Zeit über gut unterhalten und hatte auf jeden Fall auch meine Freude an allem, bin also auch wirklich nicht enttäuscht worden.
Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu alt für die ???-Bücher. Ich dachte, mindestens der Nostalgie-Faktor würde mir noch was geben, aber ehrlicherweise gingen die ??? mir hier eher auf die Nerven. Dicken-Witze ...
Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu alt für die ???-Bücher. Ich dachte, mindestens der Nostalgie-Faktor würde mir noch was geben, aber ehrlicherweise gingen die ??? mir hier eher auf die Nerven. Dicken-Witze an Just, der aus irgendeinem Grund bloß niemals irgendwas klarstellt und seine Kollegen im Dunkeln tappen lässt, weil das ja immer eine super Idee ist, die wiederum aber irgendwie aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz dann doch an Vampire glauben (und neben einem Friedhof Wache schieben, wenn sie an Geister glauben, wo kam denn der Mut her?), und irgendwie werden Schlüsse einerseits aus dem nichts und andererseits viel zu langsam gezogen ...
Die Idee war schon irgendwie spannend, und das Setting auch nett gemacht, und zum Glück sind die Bücher ja auch immer schnell gelesen, aber so richtig überzeugen konnte mich das alles nicht.
Es wird trotzdem nicht mein letztes ???-Buch gewesen sein, denn an sich fand ich's auch nicht grauenhaft, und der Nostalgie-Faktor ist ja trotzdem durchaus vorhanden (außerdem liegt's ja vielleicht doch am Buch und nicht an mir), aber aktuell habe ich das Gefühl, dass ich meine Sammlung vielleicht doch irgendwann weitergeben muss ... oder sie nur als Erinnerung behalten werde, bis ich irgendwann bereit bin, mich von allem zu trennen, was ich mit den ??? verbinde ... mal sehen, vielleicht liegt's ja auch nur am übernatürlichen Fall und der Rest kommt mir wieder solider vor, wenn ich lese, aber dann werde ich wohl dann rauskriegen.
Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge hat mir wirklich gut gefallen als Buch.
Die Zeichnungen sind lebhaft und warm gestaltet, sodass man sich sehr aufgehoben in den Seiten fühlt, und die Texte offensichtlich ...
Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge hat mir wirklich gut gefallen als Buch.
Die Zeichnungen sind lebhaft und warm gestaltet, sodass man sich sehr aufgehoben in den Seiten fühlt, und die Texte offensichtlich mit Liebe verfasst, und das auf eine so angenehme Art, dass sie einerseits kindgerecht sind und das Thema von Verlust, Schmerz und Trost super angenehm aufgreifen, sodass man es auch mit Kindern thematisieren kann, andererseits aber auch so melodisch und "blumig" geschrieben, dass man auch als erwachsene Person viel Freude an den Texten haben und sie ebenfalls genießen kann.
Auch wird in den Bildern selbst durch die Darstellung von Geistern oder Hunden mit Gehhilfen viel Potenzial für Gespräche oder das Anregen von Gedanken geboten (und einfach eine sehr angenehme nebenbei entstehende Art von Diversität in die Geschichte eingeflochten), und es gibt sogar ein paar Karten am Anfang und Ende, die die Welt ein bisschen zeigen.
Ich persönlich habe anfangs gar nicht wahrgenommen, dass es sich um ein "Influencer-Buch" handelt, hätte man es mir nicht mitgeteilt, und bin ehrlich froh darüber, denn sonst wäre es mir vielleicht auf Grund von Vorurteilen sogar entgangen, und nachdem ich es nun gelesen habe muss ich sagen, dass mir da wirklich so einiges verloren gegangen wäre.
Eine warme Darstellung von Trauer und Trost, die einfach zum Leben gehört, die schöne Freundschaft zwischen Malte und Phia, die Tatsache, dass Malte so leicht um Hilfe bittet und diese auch bekommt ... in dem Buch steckt eindeutig ganz viel Liebe, die ich beim Lesen auch deutlich gespürt habe, und ich glaube, um mit Kindern über Verluste zu sprechen, eignet es sich ziemlich hervorragend.
Ich habe das Buch bereits seit einer ganzen Weile bei mir herumliegen gehabt, und es heute in dem (vermeintlichen) Wissen, dass es ein nettes Kinderbuch für zwischendurch sein wird endlich einmal gegriffen, ...
Ich habe das Buch bereits seit einer ganzen Weile bei mir herumliegen gehabt, und es heute in dem (vermeintlichen) Wissen, dass es ein nettes Kinderbuch für zwischendurch sein wird endlich einmal gegriffen, um es zu lesen, nur leider musste ich feststellen, dass dem dann doch nicht so war.
Es liest sich schon wie ein Kinderbuch, die kleinen süßen Zeichnungen tragen ebenfalls zu dem Gefühl bei, und es geht so schnell zu lesen, wie ich es eigentlich auch nur von Kinderbüchern kenne, aber letztendlich sind die ganzen kleinen Geschichten zwischendurch eigentlich nur Symbolisch für so viele Dinge, die Erwachsene vermutlich eher verstehen als Kinder, und entsprechend kommt es mir doch nicht nur wie ein Kinderbuch vor. Ebenso wie das Ende, das sich für ein Kind bestimmt schön liest, und so einiges an Magie bereit hält, ich muss allerdings zugeben, dass es mich ziemlich kalt erwischt hat, denn ohne es zu merken habe ich den kleinen Prinzen tatsächlich in mein Herz geschlossen, und alles bis dahin las sich so schön hell und auch irgendwie fröhlich, dass mich der Umschwung an (meinen) Gefühlen da ziemlich überrumpelt hat.
Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) ein sehr schönes und bewegendes Buch in meinen Augen.