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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2025

Toller Auftakt

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Im ersten Band der neuen Reihe von Henrike Engel lernen wir Louise, Ella und Paul kennen. Jeder der Dreien auf andere Art vom Schicksal gebeutelt, treffen sie in Hamburg auf ungewöhnliche Art aufeinander. ...

Im ersten Band der neuen Reihe von Henrike Engel lernen wir Louise, Ella und Paul kennen. Jeder der Dreien auf andere Art vom Schicksal gebeutelt, treffen sie in Hamburg auf ungewöhnliche Art aufeinander. Ab diesem Moment sind ihre Leben miteinander verwoben. Schaffen es die drei, ihre jeweiligen Probleme zu lösen und ihren Leben einen Neuanfang zu geben?

Das für die Autorin typische Cover hat mich direkt angesprochen und passt letztlich auch sehr gut zum Buch.
Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt - von Louise, Ella und Paul.
Richtig gut hat mir gefallen, dass man Anfangs erstmal alle drei sehr gut kennenlernt. So konnte ich direkt zu allen eine Bindung aufbauen und habe vor allem Ella sofort ins Herz geschlossen, sie war für mich wirklich die Sonne 🥰.
Die Geschichte und die Charaktere sind bildhaft und authentisch gezeichnet, ich konnte mir Louise, Ella, Paul und ihr Umfeld sehr gut vorstellen.

Der Schreibstil ist flüssig und einnehmend, sodass man zügig durch die Geschichte gleitet. Dass zur Story noch ein Kriminalfall dazu kommt hat mir sehr gut gefallen und hielt für mich die Spannung bis zum Schluss.
Der erste Band von Elbnächte hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich wirklich schon sehr auf die Fortsetzung.
Klare Leseempfehlung
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2025

Highlight!

Maikäferjahre
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Die Zwillinge Anni und Tristan sind ein emotional sehr stark verbundenes Geschwisterpaar. Doch leider reißt sie der Krieg auseinander. Tristan, Pilot der Wehrmacht, stürzt kurz vor Ende des Krieges über ...

Die Zwillinge Anni und Tristan sind ein emotional sehr stark verbundenes Geschwisterpaar. Doch leider reißt sie der Krieg auseinander. Tristan, Pilot der Wehrmacht, stürzt kurz vor Ende des Krieges über England mit seinem Flugzeug ab. Wie durch ein Wunder überlebt er schwerverletzt und lernt dort die Krankenschwester Rosalie kennen.
Anni hat vor kurzem ein Kind bekommen, ihr Mann Fritz ist noch im Krieg. Als der Feuersturm über Dresden tobt, trifft Anni im Schutzkeller auf Adam. Der jüdische "Jahrhundertgeiger" wurde von Annis Vater in deren Haus vor den Nazis versteckt. Beide haben im zerbombten Dresden, abgesehen von Annis Tochter Clara, niemanden mehr und machen sich daher gemeinsam auf eine gefährliche Reise um sich in Sicherheit zu bringen.
Wie geht es mit den Vieren weiter? Und werden Anni und Tristan sich irgendwann wiedersehen?

Die Geschichte um Anni, Adam, Tristan und Rosalie fand ich großartig. Der Schreibstil ist einfach wundervoll und die Geschichte liest sich trotz der sehr ernsten Themen einfach schön. Es fiel mir wirklich schwer, das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. Die Charaktere waren mir so sympathisch und absolut authentisch gezeichnet, ich habe sie alle direkt ins Herz geschlossen. Die Geschichte der vier hat mich unheimlich berührt und ich habe die ganze Zeit mit ihnen mitgefühlt, mitgelitten und mitgefiebert. Es gab viele Momente in denen ich geradezu die Luft angehalten habe und dachte "oh nein" und einfach hoffte dass alles gut wird. Und auch die ein oder andere Träne habe ich verdrückt.
Die Geschichte hat mich voll und ganz in ihren Bann gezogen und glich einer Achterbahn der Gefühle. Sie vereint Themen wie Schuld, Tragödie, Tod und Traumata, aber auch Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung. Die Protagonisten gehen einen harten, steinigen Weg, aber sie geben nicht auf und wachsen immer wieder über sich hinaus. Maikäferjahre ist ein toller Roman mit unheimlich starken Persönlichkeiten, der mich absolut abgeholt hat. Ich werde die Autorin Sarah Höflich auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Zusammenbleiben, um jeden Preis

Um jeden Preis
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Im Roman "Um jeden Preis" erfahren wir die wahre Lebensgeschichte von Lydia und ihrer Familie.
Aufgewachsen als Schwarzmeer Deutsche in der Ukraine, war schon ihre Kindheit von Verzicht und Hunger geprägt. ...

Im Roman "Um jeden Preis" erfahren wir die wahre Lebensgeschichte von Lydia und ihrer Familie.
Aufgewachsen als Schwarzmeer Deutsche in der Ukraine, war schon ihre Kindheit von Verzicht und Hunger geprägt. Als im Krieg dann die Russen auf dem Vormarsch sind, flieht sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Dort wird kurz vor Kriegsende ihr Vater noch zum Kriegsdienst eingezogen und Lydia wird mit Mutter und Geschwistern zur Zwangsarbeit in Viehwaggons nach Sibirien gebracht. Dort folgen schlimme Jahre in Hunger, kälte und unglaublich harte Arbeit in unmenschlichen Zuständen. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben und das Einzige, das Lydia aufrecht hält, ist der Traum, irgendwann in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren...nach Deutschland.

Diese Geschichte hat mich wirklich sehr berührt. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie ein Mensch so viel ertragen und überleben kann. Die Lebensbedingungen, der die Familie vor allem in Sibirien ausgesetzt war sind einfach unfassbar. Bei Minus 55 Grad ohne geeignete Kleidung eigenhändig einen Brunnen bauen, von 300 Kalorien - wenn überhaupt - am Tag überleben und das bei ständiger knochenharter Arbeit und noch so viel mehr, was für die meisten Menschen unvorstellbar ist. Ich finde es furchtbar was Menschen anderen Menschen antun. Hera Lind hat die Lebensgeschichte der Familie Groß/Judt großartig zu Papier gebracht, die Geschichte hat mich regelrecht verschlungen sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.
Vieles ist nüchtern und schnörkellos erzählt, erzeugt aber durch die Tragik der Geschehnisse schon so viele Emotionen, dass es nicht nötig war hier irgendetwas auszuschmücken. Mehr als einmal standen mir die Tränen in den Augen. Ich habe sehr mit Lydia und ihren Lieben mitgelitten und sie für ihre Stärke und Durchhaltevermögen bewundert. Sehr schön fand ich am Ende, dass sich alle verbliebenen Familienmitglieder nochmal in einem kleinen Text zu Wort gemeldet haben. Zusammenbleiben, um jeden Preis. Einer für alle, alle für einen, das Mantra der Familie, bis zum Schluß.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Spannend mit ein paar Schwächen

Die Tochter des Serienkillers
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Jenny, Tochter eines Serienmörders und einer psychisch kranken Mutter, baut sich unter einer neuen Identität mit Mann und Kindern ein neues Leben auf. Alles könnte gut sein, wären da nicht die immer wiederkehrenden ...

Jenny, Tochter eines Serienmörders und einer psychisch kranken Mutter, baut sich unter einer neuen Identität mit Mann und Kindern ein neues Leben auf. Alles könnte gut sein, wären da nicht die immer wiederkehrenden Albträume und nächtlichen Blackouts, nach denen Jenny nicht weiß, was sie in der Zeit getan hat. Dann verschwindet plötzlich Olivia spurlos, mit der ihr Mann vor einer Weile eine Affaire hatte. Als dann auch noch jemand tote Tiere vor ihrem Haus ablegt mit einem Hinweis auf die Morde ihres Vaters, wird Jenny vollends aus der Bahn geworfen. Hat jemand herausgefunden wer sie ist? Hat sie während einem ihrer Blackouts Rache an Olivia geübt und etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? Selbstzweifel zerfressen sie. Sie kann niemandem mehr trauen, nicht mal sich selbst...


Das Cover des Buches und der Schriftzug im Buchschnitt gefallen mir gut und der Klappentext hat mich gleich neugierig gemacht.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und durch die kurzen Kapitel bin ich sehr zügig voran gekommen, denn ein Kapitel mehr geht irgendwie immer noch schnell.

Ich bin in diesen zweiten Band der Reihe gestartet, ohne den Vorgänger zu kennen, da aber die Geschichten jeweils abgeschlossen sind, war das kein Problem. Man kann das Buch auch gut als stand alone lesen.
Die Story war sehr einnehmend und die Spannung hat sich für mich durchs komplette Buch gezogen.
Dadurch, dass im Lauf der Geschichte so ziemlich jeder verdächtig erscheint, habe ich zu keinem Charakter besondere Sympathien oder eine Bindung aufbauen können. Jeder hat sich irgendwann so verhalten, dass ich eigentlich keinem mehr über den Weg getraut habe und bis kurz vor Schluss hätte ich mich auch auf niemanden als potentiellen Täter festlegen können, wobei mir das an der Geschichte richtig gut gefallen hat, denn so gab es einiges zum Spekulieren.
Das Ende und die Auflösung kamen mir dann leider etwas plötzlich und zu konstruiert, da hätte sich die Autorin ruhig noch ein paar Kapitel mehr nehmen können. Außerdem gab es auch noch ein paar Themen, die für mich nicht abschließend behandelt wurden, einige Fragen blieben leider offen. Aber trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen und mich prima unterhalten.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Farbenprächtig

Die Melodie der Lagune
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Venedig im 18. Jahrhundert:
Anna Maria, Tochter einer Straßenhure, wächst im Waisenhaus auf. Aber nicht in irgendeinem, sondern in der Ospedale della Pietà. In diesem Waisenhaus erfahren die Mädchen Bildung ...

Venedig im 18. Jahrhundert:
Anna Maria, Tochter einer Straßenhure, wächst im Waisenhaus auf. Aber nicht in irgendeinem, sondern in der Ospedale della Pietà. In diesem Waisenhaus erfahren die Mädchen Bildung und musikalische Erziehung. Die besonders talentierten Mädchen bekommen die Möglichkeit, in das Orchester der figlie di coro aufgenommen zu werden. Die Mädchen, die dem Orchester angehören, bekommen besseres Essen, müssen weniger Hausarbeit verrichten, geben Konzerte und verdienen damit Geld und der wichtigste Punkt: sie werden nicht zwangsverheiratet.
Daher ist es Anna-Marias größtes Ziel zu den figlie zu kommen. Wird sie ihr Ziel erreichen?

Der Schreibstil dieses Romans ist sehr einnehmend und bildhaft. Ich hatte wirklich das Gefühl mit dabei zu sein, durch die Gänge der Pieta zu wandern, mit Anna-Maria und ihren Freundinnen zusammenzusitzen, die Gerüche wahrzunehmen und sah die Kanäle mit den Gondeln und das Venedig der damaligen Zeit vor mir.

Die Geschichte ist sehr berührend, allein schon der Beginn, in dem es sich um Anna-Marias Mutter dreht, ging mir sehr ans Herz.

Anna-Maria ist eine sehr starke Persönlichkeit. Sie weiß in ganz jungen Jahren schon genau was sie will und ist auch fest davon überzeugt, dass sie mal zu Großem bestimmt ist. Um das zu erreichen ist sie bereit jedes Opfer zu bringen und das war auch das, was mich mit meinen Gefühlen zu ihr immer wieder mal hat hadern lassen, denn mehr als einmal lässt sie ihre Freundinnen, die Einzigen die ihr je das Gefühl gaben geliebt zu werden, bitter im Stich. Trotzdem mochte ich Anna-Maria sehr gerne und habe mit ihr mitgelitten, mich mit ihr gefreut und mit ihr mitgefiebert auf ihrem Weg zu ihrem allergrößten Wunsch: einmal eine maestro zu werden.

Die Geschichte war wirklich toll und fesselnd und ich habe die Zeit mit diesem Buch sehr genossen.
Daher kann ich "Die Melodie der Lagune" mit gutem Gewissen uneingeschränkt weiterempfehlen.

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