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Veröffentlicht am 09.09.2025

Etwas wirr

Spiegelkind
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Nachdem ich Alina Bronskys Pi mal Daumen so geliebt habe, habe ich mir noch weitere Bücher von ihr bestellt. Spiegelkind war leider ein Missgriff. Erstmal - es ist ein Jugendbuch (habe ich übersehen) und ...

Nachdem ich Alina Bronskys Pi mal Daumen so geliebt habe, habe ich mir noch weitere Bücher von ihr bestellt. Spiegelkind war leider ein Missgriff. Erstmal - es ist ein Jugendbuch (habe ich übersehen) und der Beginn einer Trilogie (dito, wenn man gebraucht kauft und nicht alles liest...). An und für sich sind Jugendbücher durchaus oft mein Fall. Hier aber habe ich mich gequält und gestern endlich das Buch beendet.

Es geht um Juliane Rettemi, ein 15jähriges Mädchen, das in einer etwas dystopisch anmutenden Gesellschaft lebt. Sie gehört zur Gruppe der "Normalen", die sich durch sehr ordentliches Aussehen und Verhalten auszeichnet und extrem angepasst und "unauffällig" ist. Es gibt dann noch die Gruppe der "Freaks", die sich vor allem durch wilde und bunte Haare und auffällige Kleidung auszeichnet, sowie dem Wunsch, sich nicht anzupassen. Als letzte Gruppe gibt es noch Pheen, die von der Gruppe der Normalen verfolgt und diskriminiert werden und von der Gruppe der Freaks angehimmelt werden.
Als Julianes Mutter zu Beginn der Geschichte verschwindet und sie erfährt, dass diese eine Phee ist, ändert sich alles für sie.

Für mich war die Ausgangslage erstmal interessant, aber leider war die Umsetzung nicht meins. Die Geschichte ist mir viel zu wirr. Juliane und ihre neue Freundin Ksü sind anstrengend und viele Figuren einfach sehr eindimensional, vor allem Julianes Großmutter Ingrid. Auch die "Auflösung" bzw. der Teaser am Ende des Romans haben mich absolut nicht überzeugt und ich werde die Reihe definitiv nicht weiter lesen.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Der neue Kuang – macht euch auf den Weg in die Hölle…

Katabasis
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Katabasis, der neue und von mir sehnsüchtig erwartete neue Roman von Rebecca F. Kuang, handelt von den beiden Studenten Alice und Peter, die sich auf den Weg in die Hölle machen, um ihren Dozenten Professor ...

Katabasis, der neue und von mir sehnsüchtig erwartete neue Roman von Rebecca F. Kuang, handelt von den beiden Studenten Alice und Peter, die sich auf den Weg in die Hölle machen, um ihren Dozenten Professor Grimes von dort zurückzuholen.
Alice und Peter studieren analytische Magie in Cambridge – und hier sehen wir natürlich Ähnlichkeiten zu Kuangs epischem Werk Babel, das ich sehr geliebt habe.
Kuang erschafft in Katabasis wieder eine phantastische Welt und wieder steht eine berühmte Universitätsstadt im Mittelpunkt. Themen, die in dem mehr als 650 Seiten umfassenden Werk behandelt werden, sind Feminismus, Ausbeutung, sexuelle Nötigung, übertriebener Ehrgeiz und Anspruchsdenken – und es kommen viele philosophische Fragen vor. Die Protagonisten kämpfen sich durch die Hölle, deren Gestaltung die Autorin sowohl beschreibt als auch graphisch im Buch darstellt, was die Vorstellung leichter macht. Alice ist eine junge Studentin, die von ihrem Ehrgeiz beherrscht wird und sich in einer teilweise frauenfeindlichen Umgebung ihren Platz erkämpft. Peters Charakter bleibt lange geheimnisvoll, bis auch er seine Geschichte erzählt.
Wie immer war ich begeistert von der Phantasie der Autorin, ihrer unfassbar großen Allgemeinbildung und den vielen Themen, die im Verlauf der Geschichte mit behandelt werden. Gegen Ende gab es für meinen Geschmack etwas zu viel Philosophie, das ist einfach nicht mein Lieblingsgebiet, aber das ist zu vernachlässigen. Der Roman ist nicht nur optisch ein echter Hingucker, sondern wieder ein Buch, das bei mir lange nachhalten wird und das ich mit absoluter Begeisterung gelesen habe und einfach nur geliebt habe!
Eindeutige Leseempfehlung für den neuen Kuang, die auf jeden Fall eine meiner Lieblingsautorinnen ist und bleibt.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 07.09.2025

Super geschriebener Gruselroman und Reihenauftakt

Dread Wood. Tödliches Nachsitzen
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Angelo, Hallie, Gus und Naira müssen an einem düsteren November Samstag in ihrer Schule nachsitzen. Eingeschlossen und ohne Handys geraten sie auf einmal in tödliche Gefahr, denn der beaufsichtigende Lehrer ...

Angelo, Hallie, Gus und Naira müssen an einem düsteren November Samstag in ihrer Schule nachsitzen. Eingeschlossen und ohne Handys geraten sie auf einmal in tödliche Gefahr, denn der beaufsichtigende Lehrer verschwindet und außer den 4 Nachsitzern ist nur noch das gruselige Hausmeister Ehepaar auf dem verlassenen Schulgelände...

Schon das Cover und der Untertitel versprechen eine gruselige und atmosphärische Geschichte, die für Lesende ab 10 Jahren empfohlen wird. Ich habe das Buch schnell und wirklich gerne gelesen. Die 4 12jährigen sind cool, witzig und funktionieren sehr gut als Gruppe.

Wichtige Info - man sieht es zwar auf dem Cover, aber ich habe es tatsächlich übersehen - die Gefahr, der sich die Kinder stellen müssen, geht vor allem von Monster-Spinnen aus. Ich selbst habe eine Arachnophobie und weiß immer gern, wenn es um Spinnen geht, denn schon die (Zitat aus dem Buch:) "freundliche Hausspinne" ist für mich widerlich und angsteinflößend.
Die Geschichte ist aber wirklich sehr gut geschrieben - man spürt die dunkle, nasse Umgebung der Kinder, riecht den modrigen Keller, sieht den mit Spinnenseide überzogenen Spinnenkeller und Ei-Kokon mit den hunderten zappelnden Spinnenbabies darin wirklich vor sich - perfekt gemacht!

Die Auflösung und die Hintergründe der Kinder sind ebenfalls sehr gut konstruiert und waren auch für mich als Erwachsene spannend zu lesen.

Die Protagonisten haben absolutes Kult-Potenzial - der mürrische Einzelgänger Angelo, der ein riesiges Interesse an Biologie und ein breites Wissen über die Fauna besitzt, Gus, dessen Geheimnis wirklich betroffen macht, Naira, die "Streberin", die unbedingt aus ihren eher armen Verhältnissen entkommen will und daher alles in der Schule gibt und Hallie, die ruppig und direkt ist, aber voller Ideale und mit einem echt guten Herzen.

Ich habe gesehen, dass die Originalreihe bereits mehrere Bände umfasst, in deren Mittelpunkt Angelo und seine Freunde, die er am Ende des Buches liebevoll sein Rudel nennt, stehen. Ich hoffe sehr, dass die anderen Bände auch auf deutsch erscheinen werden! Der erste Band ist wirklich sehr gruselig und absolut zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Absolutes Lesehighlight!

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Hardy und Margret haben einander und haben ein Geheimnis - sie haben sich im Jahr 1945 kennengelernt in einem Kinderheim. Margret ist eine Kriegswaise und Hardy ein kleiner Junge, der seine Familie auf ...

Hardy und Margret haben einander und haben ein Geheimnis - sie haben sich im Jahr 1945 kennengelernt in einem Kinderheim. Margret ist eine Kriegswaise und Hardy ein kleiner Junge, der seine Familie auf der Flucht verloren hat.

Der Strang der Vergangenheit beginnt im Jahr 1945 im katholischen Kinderheim, in dem das Leben einfach nur furchtbar ist. Die Kinder werden entmenschlicht und mit Nummern angesprochen, werden gequält, bestraft und brutal behandelt.

Der zweite Strang beginnt im Jahr 2006. Emily, die Urenkelin von Margret und Hardy, wird ihrer sehr jungen und verantwortungslosen Mutter vom Jugendamt weggenommen und darf glücklicherweise bei ihren Urgroßeltern aufwachsen.

Während wir Emily beim Älterwerden 10 Jahre in die Zukunft begleiten, lesen wir parallel dazu, wie sich Margret und Hardy weiter durchgeschlagen haben, was sie für ein Leben hatten und wie sie dann ein Paar und schließlich sogar Eltern wurden.

Beide haben aus ihrer Vergangenheit tiefe Wunden in ihrer Seele, die sie niemals angefasst haben und so wirft die schreckliche Vergangenheit ihre düsteren Schatten bis weit in die Zukunft und auf das Leben ihrer Nachkommen.

Das Buch ist von der ersten Seite an ein Volltreffer für mich gewesen. Der Stil ist flüssig und so gut lesbar, dass ich das Buch im wahrsten Sinne kaum aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind plastisch gezeichnet und haben mich absolut erreicht. Ich habe mitgelitten, mitgelacht und mit geweint. Wie die Autorin die Vergangenheit mit der Gegenwart verwebt und sich die Geschichte langsam vor dem Leser entwickelt, das ist wirklich virtuos und absolut perfekt gemacht. Ich kann nur eins sagen - ich muss mehr von der Autorin lesen und ich LIEBE das Buch! Absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung für eins meiner Lesehighlights 2025!!!

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Vom Trauern und Schicksalen - etwas zu viel gewollt

Café Finito
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Das Café Finito wird geleitet von Kristof, der jedes Jahr eine Trauergruppe zusammenstellt. Er wohnt und arbeitet auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Die Trauergruppe, die im Buch zusammenkommt, ...

Das Café Finito wird geleitet von Kristof, der jedes Jahr eine Trauergruppe zusammenstellt. Er wohnt und arbeitet auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Die Trauergruppe, die im Buch zusammenkommt, ist bunt zusammengewürfelt in Bezug auf Alter und Art der Trauer, also in welchem Bezug der Trauernde zum Verstorbenen stand.

Da gibt es Iris, die ihre krebskranke Mutter bis zum Tod begleitet hat, Mira, deren Freundin an Brustkrebs verstorben ist, Leonie, die ihr ungeborenes Kind verloren hat, Matthias, der um seine Geliebte trauert, Lizzie, deren Mann, wie sie im hohen Alter, im Schlaf gestorben ist und Jonas, dessen Vater verstorben ist. Sie alle treffen sich einmal im Monat und reden miteinander und helfen sich dabei, ihre Trauer zu überstehen.

An und für sich ist die Idee sehr gut gewesen, die Umsetzung hat mich allerdings leider nicht so überzeugt. Erstmal sind es viel zu viele Personen und damit werden manche Geschichten erst detailliert angefangen, um dann plötzlich los gelassen zu werden. Auch gibt es zu viele Neben-Aspekte, die ebenfalls noch unbedingt Raum brauchten und eher ablenken. Die Geschichten der Trauernden haben mich zwar oft berüht und ich musste auch mehrmals schlucken, aber einiges war mir dann auch zu heftig. Dass 2mal der Krebs den Tod gebracht hat, war für mich aktuell auch schwierig, da mein Vater seit einem Jahr gegen Krebs kämpft. Da es keine Trigger Warnung gibt - wer damit gerade zu schaffen hat, sollte das Buch vielleicht lieber nicht lesen.

Eingeschränkte Leseempfehlung daher von mir.

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