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Veröffentlicht am 13.07.2025

Supersüßer Venedig-Schmöker mit einer Prise Magie

Gondelküsse und Zeitensprünge
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Die 16jährige Lucia besucht ihren Vater in Venedig, im November, nachdem sie einen schlimmen Fahrradunfall erlitten hat und noch immer leicht hinkt, weil ihre Hüfte dabei gebrochen wurde. Sie hat absolut ...

Die 16jährige Lucia besucht ihren Vater in Venedig, im November, nachdem sie einen schlimmen Fahrradunfall erlitten hat und noch immer leicht hinkt, weil ihre Hüfte dabei gebrochen wurde. Sie hat absolut keine Lust auf das herbstlich kühle Venedig, die bestimmt nur alten Leute dort und einfach generell auf ihr Leben.

Doch in Venedig kommt alles vollkommen anders als erwartet. Ihr Koffer wird vertauscht, sie trifft auf gleich mehrere süße Jungs in ihrem Alter, einer davon ein Bilderspringer aus der Vergangenheit - und plötzlich steckt Lucia mitten in einem Abenteuer, das alles verändern wird...

Wie schon Emmas Herzdilemma sprüht der Roman nur so vor italienischem Charme und alle Figuren sind nachvollziehbar und perfekt geschrieben. Die Geschichte ist voller Dynamik, Wendungen und mitten drin ist mit Lucia eine starke, weibliche Protagonistin als Identifikationsfigur der Zielgruppe eine wirklich tolle Figur geglückt. Kein YA/NA Kitsch, sondern eine moderne und mitreißende Jugendgeschichte, die ich als Erwachsene schon geliebt habe, die für die Zielgruppe aber mit Sicherheit ebenso wie für mich ein echtes Highlight ist. Die Figuren, das Setting, die Geschichte und auch die Umsetzung der Liebesgeschichte sind einfühlsam, amüsant und gut lesbar erzählt und absolut auch für jüngere Lesende geeignet - ein Jugendbuch im besten aller Sinne! Und so vergebe ich gerne die Höchstwertung - was ich bei Jugendbüchern selten tue - und empfehle die Lektüre uneingeschränkt weiter!

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Absolutes Lesehighlight!

Wohin du auch gehst
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Wohin du auch gehst handelt von 2 Frauen und bewegt sich in 2 Zeitebenen - parallel wird die Geschichte Miras erzählt, die in Kinshahsa aufwächst im Land Zaire (seit 1997 Demokratische Republik Kongo) ...

Wohin du auch gehst handelt von 2 Frauen und bewegt sich in 2 Zeitebenen - parallel wird die Geschichte Miras erzählt, die in Kinshahsa aufwächst im Land Zaire (seit 1997 Demokratische Republik Kongo) und die Geschichte Bijoux´, die bei Miras Schwester und ihrem Mann aufwächst und mit 12 Jahren nach Unruhen im Land zu Mira geschickt wird. Diese lebt zu diesem Zeitpunkt in London und nimmt Bijoux auf.

Als Bijoux 22 Jahre alt ist, soll sie nach dem Willen ihrer Tante Mira und dem Prediger der Kirche The Mountain einen Jungen aus ihrer Gemeinde heiraten. Aber Bijoux ist lesbisch und liebt eine Frau...

Miras Leben, bevor sie als sehr strenggläubige Anhängerin der The Mountain Kirche in London lebt, kann man sich anfangs kaum vorstellen. Sie wird mit 16 Jahren schwanger, verlässt ihre Familie und das Baby und zieht nach Brüssel und später Paris.

Die beiden Zeitebenen sind so perfekt miteinander verwoben, dass sich das ganze Bild erst nach und nach ergibt, der Erzählfluss aber kein bisschen darunter leidet. Die Figur der Bijoux, einer Frau, die in etwa so alt ist wie ich, hat mich wirklich sehr berührt. Im Jahr 2004, in Großbritannien ist unter Tony Blair die gleichgeschlechtliche Partnerschaft erlaubt worden, es werden Pride Paraden abgehalten und die Welt wirkt nicht nur, aber besonders in London frei und groß - lebt Bijoux in einer Art Parallelwelt. Ihre übertrieben gottesfürchtige Tante und der charismatische Prediger bestimmen über sie und ihr Leben. Sie muss sich einer "Befreiung" unterziehen, die das Ziel hat, ihre sexuelle Orientierung "auszutreiben" - im Jahr 2004!!!!! Sie muss einen Mann heiraten, den sie nicht liebt und fängt an, gegen das Leben, das ihr aufgezwängt wurde, zu rebellieren.

Mira, 16 Jahre älter als Bijoux, war ein wilder Teenager und wirkt in ihren 20ern sehr ruhelos und unsicher, sie lässt sich treiben und will sich auf niemanden einlassen. Als sie sich endlich verliebt und diese Liebe zulässt, wird sie brutal verletzt und wieder flieht sie. Ihr Trost ist die The Mountain Kirche, was es dem Lesenden leichter macht, die (wirklich empörenden!) Szenen der Gottesdienste auszuhalten.

Der Ton der Erzählerin ist empathisch und warmherzig, sehr lebendig und niemals wertend. Die Themen, die das Buch beherrschen, sind so vielfältig wie berührend vermittelt und ich liebte wirklich alles an dem Buch! Die Atmosphäre, die Personen, die Geschichte und das Ende, an dem es eine Art Schockmoment gab (mit dem ich wirklich gar nicht gerechnet hatte). Ich war die ganze Zeit tief in der Geschichte drin und bin jetzt beim Ende des Buches traurig, die Personen hinter mir lassen zu müssen. Das Buch ist auf jeden Fall eins meiner Lesehighlights 2025 und ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Klassiker, der verstört und nachhält

Die Glasglocke
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Die Glasglocke, der einzige Roman der Dichterin Sylvia Plath, die sich 4 Wochen nach Erscheinen des Roman das Leben nahm, ist ein Literaturklassiker, den ich immer mal lesen wollte. Die Sprache ist gut ...

Die Glasglocke, der einzige Roman der Dichterin Sylvia Plath, die sich 4 Wochen nach Erscheinen des Roman das Leben nahm, ist ein Literaturklassiker, den ich immer mal lesen wollte. Die Sprache ist gut lesbar und der Ton des Romans wirkt eigentlich immer recht distanziert, dafür, was für extreme Dinge beschrieben werden. Die Collegestudentin Esther Greenwood verbringt einen Sommermonat im Jahr 1953 in New York bei einer Modezeitschrift. Als sie wieder nach Hause kommt, ist sie tief in einer Depression gefangen und begeht schließlich einen Suizidversuch. Danach folgen Aufenthalte bei verschiedenen Kliniken und das, was man in den 1950er Jahren in den USA als Therapie anbieten konnte - unter anderem Elektroschocktherapie. Am Ende des kurzen Romans steht eine Art Hoffnung, dass sie "geheilte" Esther nun ein normales Leben wird führen können.
Vergleicht man die beschriebenen Erlebnisse mit dem Leben Sylvia Plaths. ist klar, dass der Roman sehr stark ihre eigenen Erlebnisse verarbeitet und das macht es beim Lesen für mich sehr verstörend.
Leider ist mir Esther beim Lesen sehr fremd geblieben, was vielleicht daran liegt, dass auch Sylvia die Distanz zu ihrem literarischen Ich wahren wollte. Die Nebenfiguren, die sie beschreibt, wirken ebenfalls farb- und seelenlos auf mich und als Mutter war ich besonders irritiert davon, wie ihr Verhältnis zu ihrer Mutter zu sein schien, die in meinen Augen alles dafür getan hat, ihrer Tochter zu helfen. Die Szenen in den verschiedenen Anstalten waren teilweile für mich schlecht nachvollziehbar und mir war manchmal nicht klar, ob sich die Ich-Erzählerin manchmal Dinge eingebildet hat oder ob sie unter Drogen stand - und auch die zeitliche Abfolge war mir teilweise unklar.
Alles in allem ein Buch, das ich nicht als entspannte Lektüre bezeichnen würde, dass aber auf jeden Fall lesenswert ist. Gut gefallen haben mir vor allem die Stellen, als Esther noch nicht ständig an Suizid denkt und bevor sie in den Therapien versinkt, als sie die Rolle der Frau in den 1950er Jahren beschreibt - und wie machtlos sie sich fühlt, wie kritisch sie das Leben ihrer Mutter oder anderer Frauen sieht.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Zutiefst berührend

Furye
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Die Ich-Erzählerin im Roman Furye möchte namenlos bleiben. Sie nimmt uns mit in den Sommer vor 20 Jahren und gleichzeitig fährt sie - heute, 20 Jahre später - an den Ort zurück, aus dem sie kommt und an ...

Die Ich-Erzählerin im Roman Furye möchte namenlos bleiben. Sie nimmt uns mit in den Sommer vor 20 Jahren und gleichzeitig fährt sie - heute, 20 Jahre später - an den Ort zurück, aus dem sie kommt und an dem sie damals, mit 17 Jahren lebte. Der Ort und das Land werden nicht genannt, aber ich vermute, es ist in Frankreich. Die 17jährige, die heute eine erfolgreiche Managerin ist, alleinstehend und kinderlos, gewinnt ein Stipendium für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Ihre Eltern sind Migranten aus einem Land, das ebenfalls nicht genannt wird, vermutlich Afrika. Ihre Abschlüsse werden nicht anerkannt, also arbeitet die Mutter als Putzkraft und der Vater als Taxifahrer. Ihre Tochter darf aufgrund des Stipendiums eine sehr gute Schule besuchen und trifft dort auf privilegierte Jugendliche. Mit 2 Mädchen freundet sie sich an und die Drei nennen sich "Die Furien". Sie geben sich Spitznamen - der einzige Name, den wir von der Erzählerin lesen werden. Sie heißt Alec, die beiden anderen Megs und Tess. Megs lebt bei ihrer Mutter, einer alternden Ballerina, die von ihrem Vater verlassen wurde und nun das Geld, das sie bei der Scheidung erstritten hat, ausgibt, als gäbe es kein Morgen. Tess´ Vater schlägt ihre Mutter und das sanfte Mädchen leidet sehr darunter. Als Alec sich in ihren Klassenkameraden Romain verliebt und dieser ihre Liebe erwidert, verändert sich in ihrem Leben alles und es kommt zu einem Wendepunkt. 
Die andere Zeitebene ist 20 Jahre später. "Alec" reist wieder an den Ort ihrer Kindheit und Jugend und trifft dort auf Menschen und Erinnerungen und stellt sich dem, was sie aus ihrem Leben gemacht hat. 
Mir hat das Buch wirklich besonders gut gefallen. Die Sprache ist klar und gut lesbar, teilweise voller Bilder, die das Beschriebene nochmal tiefer fühlen lassen. Das Schicksal von Alec, aber auch die Leben der anderen Menschen, die sie beschreibt, haben mich sehr tief berührt. Es ist absolut gelungen, die beiden verschiedenen Versionen der Ich-Erzählerin lebendig zu machen, ihre Entwicklung zu zeigen und auch, wie sehr wir alle von dem geleitet werden, was wir erlebt haben und woher wir kommen. 
Ich gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung ab für ein Buch, das tief berührt und noch nachwirken wird.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Lesehighlight voller Spannung und Atmosphäre

Die Rettung
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Die Rettung spielt auf der fiktiven Insel Shearwater mitten im Ozean zwischen Australien und der Antarktis. Domic Salt lebt hier mit seinen 3 Kindern, Raff (fast 18), Fen (17) und Orly (9). Als die schiffbrüchige ...

Die Rettung spielt auf der fiktiven Insel Shearwater mitten im Ozean zwischen Australien und der Antarktis. Domic Salt lebt hier mit seinen 3 Kindern, Raff (fast 18), Fen (17) und Orly (9). Als die schiffbrüchige Rowan angespült wird, die auf dem Weg zur Insel war, rettet die Familie sie und nimmt sie in ihr seltsames, abgeschiedenes und gefährliches Leben auf. Doch sowohl Rowan als auch die Familie scheinen Geheimnisse voreinander zu haben.

Die Geschichte spielt vermutlich in näherer Zukunft, denn die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels werden als sehr viel drastischer gezeigt, als sie bereits jetzt schon sind. Das sieht man vor allem an der fiktiven Insel Shearwater, die droht, vom steigenden Meeresspiegel verschlungen zu werden. Hier wurden Samen in einem Eis-Bunker gelagert, die sichern sollten, dass die Menschen immer wieder Nahrung anbauen können, aber auch nach zu erwartenden Katastrophen wie Bränden oder Fluten helfen können sollten, wieder zu mehr Biodiversität zu finden. Nun, kurz bevor die Insel zu verschwinden droht, ist die kleine Familie beschäftigt damit, so viele Samen zu retten, bis sie selbst abgeholt werden, wie es nur geht.

Das Forschungsteam, das eigentlich diese Aufgabe hatte, hat die Insel verlassen und die Funkgeräte sind zerstört worden. Rowan bleibt nichts anderes übrig, als gemeinsam mit der Familie die Aufgabe weiter zu verfolgen und auf das Schiff zu warten, dass sie alle von der Insel bringen soll.

Die Geschichte liest sich wirklich besonders gut. Der Schreibstil ist eindringlich, aber ruhig und die Perspektiven wechseln häufig. Neben dem Klimakatastrophenthema ist ein weiterer Schwerpunkt die Bedeutung von Familie. Hier vor allem hat es die Autorin mehr als einmal geschafft, mich wirklich mitten ins Herz zu treffen. Auch die Spannung, die sich langsam aufbaut und dann in einem wirklich fulminanten Schluss gipfelt, ist besonders gut getroffen und hat mich wirklich gepackt. Die Charaktere sind alle sehr gut gezeichnet und haben mich für sich eingenommen und viele Szenen haben mich wirklich tief berührt. Ein besonderes Buch und ein echtes Highlight für mich! Uneingeschränkte Leseempfehlung!!!!

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