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Veröffentlicht am 26.05.2026

Moderner Roman über Familien und ihre Konflikte

Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Der Roman mit dem etwas sperrigen Titel, der allerdings auch im Text vorkommt (was mir immer sehr gefällt!) handelt von Familien. Im Vordergrund, in der Gegenwart, geht es um Valerie, die Ich-Erzählerin. ...

Der Roman mit dem etwas sperrigen Titel, der allerdings auch im Text vorkommt (was mir immer sehr gefällt!) handelt von Familien. Im Vordergrund, in der Gegenwart, geht es um Valerie, die Ich-Erzählerin. Sie ist allein erziehende Mutter von Tobi, der 16 Jahre alt ist und unbedingt ein Jahr ins Ausland gehen möchte gemeinsam mit seinen Freunden. Valerie aber hat Angst - vor allem davor, ohne ihren Sohn zu sein. Gleichzeitig erhält ihre Mutter, zu der sie ein angespanntes, distanziertes Verhältnis hat, eine Krebsdiagnose.

Während wir nun Valerie durch diese wirklich schwierige Zeit begleiten, werden gleichzeitig die Vergangenheitsstränge beginnend mit den jeweiligen Großmüttern von Valerie erzählt. Im Fokus steht immer, wie die Mütter mit ihrem Leben umgingen, welche Arten von Beziehungen sie führten, ob sie funktionierten oder nicht, ob es zu (schwierigen und ungerechten) Kompromissen kam oder zu Brüchen und anderen Lebensentwürfen. Gewalt spielt eine Rolle, physisch wie seelisch - und das Bewusstsein dafür oder auch nicht. Feminismus ist ein weiteres zentrales Thema und welche Schwerpunkte man setzen möchte, wenn man ein Kind bekommt bei dem, was früher Erziehung und heute eher Begleitung genannt wird.

Das Buch hat mich wirklich begeistert. Trotz des geringen Umfangs von etwa 200 Seiten steckt so viel drin und ich bin mir sicher, es ist ein Buch, in dem sich viele wiederfinden werden, so wie ich auch.

Eine eindeutige Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein Meisterwerk!

The Artist
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Es ist 1920 und der junge Kunstkritiker Joseph kann sein Glück kaum fassen - der geniale Maler Èdouard Tartuffe hat ihn zu sich eingeladen und er hofft, einen Artikel über den seit Jahren zurückgezogen ...

Es ist 1920 und der junge Kunstkritiker Joseph kann sein Glück kaum fassen - der geniale Maler Èdouard Tartuffe hat ihn zu sich eingeladen und er hofft, einen Artikel über den seit Jahren zurückgezogen lebenden Maler schreiben zu können und vielleicht auch hinter das Geheimnis zu kommen, warum er vor vielen Jahren sein Künstlerleben in Paris aufgegeben hat und seitdem nie mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde.
Als er in der Provence ankommt, wird er jedoch schnell feststellen, dass es nicht so leicht sein wird, den cholerischen und launischen Künstler zu einem Interview zu bewegen - statt dessen soll er ihm Modell sitzen.
Während Joseph den Sommer in der heißen Provence im Haus des Künstlers verbringt, kommt er ihm jedoch immer näher - und auch seiner stillen Nichte Ettie, die voller Geheimnisse steckt.
Der Roman ist wunderschön geschrieben, wirklich sehr bildhaft. Man kann beim Lesen alles fühlen, sehen und riechen - und die Natur, aber auch die Bilder des fiktiven Malers werden wirklich sichtbar bei der Lektüre. Das allein wäre schon ein Grund dafür, das Buch als ein Meisterwerk anzusehen. Doch darüber hinaus ist die Geschichte so berührend und faszinierend, dass ich buchstäblich nicht aufhören konnte zu lesen und das Buch an einem einzigen heißen Frühsommertag verschlungen habe.
Nach und nach kommt heraus, was verborgen war und die Figuren sind sehr greifbar und sehr besonders. Es ist eine Geschichte über Traumata, über Verletzungen des Körpers und der Seele, über unglückliche Kindheit und über Gewalt und über Rache, es ist aber auch eine Geschichte über Mut, über Talent und über den Wunsch, sein Leben zu gestalten, eine Geschichte über Liebe und vor allem eine Geschichte über eine Frau, die sich frei kämpft aus ihrem Gefängnis.
Ich liebe das Buch wirklich sehr und empfehle es uneingeschränkt und sehr dringend weiter!

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Tiefschwarz und böse - ein Lesevergnügen mit Gänsehaut...

She’s a Star!
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Jessamyn St. Germain ist 26 Jahre alt und will schon ihr ganzes Leben lang der Star in einem Musical werden - alles in ihrem Leben hat sie diesem Traum untergeordnet. Als an dem Theater in Vancouver, wo ...

Jessamyn St. Germain ist 26 Jahre alt und will schon ihr ganzes Leben lang der Star in einem Musical werden - alles in ihrem Leben hat sie diesem Traum untergeordnet. Als an dem Theater in Vancouver, wo sie lebt, The Sound of Music aufgeführt werden soll, setzt sie wirklich alles daran, endlich die begehrte Hauptrolle zu spielen. Niemand sonst ist in der Lage, die Maria so gut zu spielen und zu singen wie sie - besonders nicht Samantha, das Mädchen, die die Rolle bekommen hat...
Der Roman nimmt den Lesenden mit in tiefe seelische Abgründe. Jessamyn ist eine Protagonistin, die kein bisschen sympathisch ist und - nicht wirklich verwunderlich - auch keine Freunde und Freundinnen besitzt und auch in Bezug auf Beziehungen eine sehr eigene Vorstellung hat. Der ganze Roman ist aus ihrer Perspektive in Ich-Form geschrieben, so dass man tief in ihren Kopf eintaucht und mit ihren Wahnvorstellungen mitgerissen wird. Stilistisch perfekt schafft die Autorin dennoch immer wieder Situationen oder Gespräche, die den Lesenden (und am Ende auch Jessamyn) die Wahrheit ahnen und die Realität erkennen lassen. Doch erbarmungslos müssen wir Jessamyn bis zum brutalen Ende folgen und mit ihr im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen, um ihren Traum endlich zu erreichen.
Ein Buch, das mich absolut begeistert und von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Die Anti-Heldin Jessamyn, deren Schicksal niemanden kalt lassen kann, die sich aber standhaft dagegen wehrt, als hilfsbedürftig wahrgenommen zu werden (oder wie im Originaltitel - als Lamm), ist eine Figur, die mir definitiv nahe gegangen ist und die meisterhaft kreiert wurde. Die Themen, die über das Schicksal ihrer Figur mit-transportiert werden, sind teilweise echt harter Stoff, der aber bewusst nur gestreift wird und dem untergeordnet bleibt, was Jessamyn mehr als alles auf der Welt erreichen will.
Eine tragische Geschichte, eine Geschichte, die satirisch und voll schwarzem Humor ist, eine harte Geschichte - und vor allem, eine Geschichte, die sehr, sehr lesenswert ist! Klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ehrlich, authentisch und einfach nur wundervoll!

Wir in zehn Jahren
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Im Jahr 2013 treffen sich die gebürtige Australierin Coralie und der geschiedene Londoner Adam, als sie seine Tochter aus einem Teich rettet. Sie werden zusammen kommen, eine eigene Familie gründen und ...

Im Jahr 2013 treffen sich die gebürtige Australierin Coralie und der geschiedene Londoner Adam, als sie seine Tochter aus einem Teich rettet. Sie werden zusammen kommen, eine eigene Familie gründen und in London ein gemeinsames Leben aufbauen. 

Über zehn Jahre begleitet der Roman diese beiden Menschen aus Coralies Sicht und wie die Politik und die äußeren Umstände auch ihr eigenes persönliches Leben beeinflussen werden. Wir erleben mit ihnen Tod eines Elternteils, Schwangerschaften und Geburten, beginnende Pubertät und Trotzalter genauso wie die unruhigen Zeiten der britischen Politik um den Brexit herum, Angst vor Klimnawandel und die Pandemie, die im Jahr 2020 alles verändert hat. 

Die Geschichte ist so ehrlich und authentisch erzählt, legt auch den Finger auf die Wunde(n), die so viele von uns kennen (vor allem von uns Frauen und Müttern), aber gleichzeitig macht sie Hoffnung, dass Liebe wirklich sehr viel überstehen kann. 

Ohne Kitsch, aber mit viel Gefühl erzählt, hat mich Coralie von Beginn an begeistert und viele Stellen waren humorvoll und wunderschön, andere romantisch und rührend und wieder andere so ehrlich und fast schon hart, dass es weh tat. 

Ein Buch, das ich von ganzem Herzen geliebt habe und uneingeschränkt und begeistert weiter empfehle!

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Historischer Roman über Johannes Kunckel

Träume aus Feuer
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Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten ...

Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten im Grunde nichts anderes. Er steht hoch in der Gunst des Kurfürsten von Brandenburg und seiner 2. Frau Dorothea, erhält sogar die Pfaueninsel geschenkt, auf der er nun in völliger Ruhe und sehr geheim seine Experimente fortführen kann und dem Kurfürsten regelmäßig wunderschönes Glas herstellen kann.

Doch die Zeiten bleiben nicht ruhig und friedlich...

Florian Illies erzählt in dem Roman mit ruhigem Ton von einer lange vergangenen Zeit und einem Mann mit Visionen. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen und viel neues erfahren - nicht zuletzt, dass es die Pfaueninsel wirklich gibt, die dem Verlag Pfaueninsel ihren Namen gibt.

Eine Leseempfehlung für alle, die gerne über historische Figuren lesen und sich auf diese Weise nebenbei Wissen aneignen - ich liebe das sehr!

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