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Veröffentlicht am 10.03.2026

Überfrachtet, konstruiert und sehr schwer lesbar

Das Ende vom Lied
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Eigentlich klang "Das Ende vom Lied" nach einem spannenden Coming of Age Roman im Jahr 1969 in Westberlin. Aber die Geschichte des bis zum Schluss für den Lesenden namenlos bleibenden Ich-Erzählers ist ...

Eigentlich klang "Das Ende vom Lied" nach einem spannenden Coming of Age Roman im Jahr 1969 in Westberlin. Aber die Geschichte des bis zum Schluss für den Lesenden namenlos bleibenden Ich-Erzählers ist leider sehr verworren erzählt. Es wird über seine Familiensituation geschrieben mit dem kriegsversehrten Vater, der schwangeren und vielleicht depressiven Mutter, dem Bruder, der ein Internat besucht. Sein Schulwechsel auf das Gymnasium und das Leben in den Straßen wird thematisiert, ebenso wie seine erste Verliebtheit in Alina, die mit dem gewalttätigen "Körschi" zusammen ist.

Mir fehlte bei der Geschichte, in die ich bis zum Schluss immer nur schwer rein fand, ein roter Faden und der Bezug zu allem und allen. Weder konnte ich die Personen wirklich fühlen, noch die Orte und Gedanken. Zeiten und Orte springen hin und her, Sichtweisen wechseln, Stränge werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt und vieles bewusst im Dunkeln gelassen. Der Stil, der bereits von Beginn an nur schwer lesbar ist, wird gegen Ende nochmal schlimmer, weil der Autor aus mir unbegreiflichen Gründen streckenweise in Gedichtform wechselt.

Auch gibt es für meinen Geschmack zu viele unnötige Gewaltszenen und Stellen, die ich ehrlicherweise einfach nicht verstehen konnte.
Das einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, war der Schlussteil mit dem Vater-Sohn-Gespräch und die kursiv gesetzten Stellen jeweils an den Anfängen der 3 Buchteile, in denen die Zeit und das, was damals politisch und gesellschaftlich Brisanz hatte, gut zusammengefasst wurde. Daher gebe ich auch drei statt 2 Sterne.
Ich bleibe dennoch etwas ratlos zurück und kann das Buch leider wirklich nur sehr, sehr eingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Faserland trifft auf Girl, interrupted, nichts wirklich Neues

Es war nicht anders möglich
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Martina Reimers ist 35 Jahre alt, arbeitslos (und nicht -suchend), lebt in Berlin und treibt seit dem Tod ihres Vaters ziellos durch ihr "Leben".
Der schmale Debütroman ist in 2 Teile gegliedert, die ...

Martina Reimers ist 35 Jahre alt, arbeitslos (und nicht -suchend), lebt in Berlin und treibt seit dem Tod ihres Vaters ziellos durch ihr "Leben".
Der schmale Debütroman ist in 2 Teile gegliedert, die inhaltlich stark an die beiden im Rezensionstitel genannten Werke erinnert.
Im ersten Teil begleiten wir Martina durch die Nächte in Berlin in Eckkneipen und dunkle Straßen und vor allem durch ihre manchmal recht wirren Gedanken. Sie trinkt und raucht und nimmt Koks - und das Ende des ersten Teils ist ehrlich gesagt, extrem widerlich.
Nachdem man den Klimax der Ekelhaftigkeit überstanden hat, wird man damit belohnt, den zweiten Teil des Buches zu lesen. Hier folgen wir Martina in das Irrenhaus, in das sie wohl eingeliefert wurde - und ihre nochmal wirreren Gedanken, die mich dann am Ende des Buches auch leider etwas ratlos zurück gelassen haben.
Der Stil des Buches ist leider ebenfalls nicht gut lesbar. Die Ich-Erzählerin Martina nutzt leider ständig seltsame Wortschöpfungen wie "jemensch", die sich immerhin grammatikalisch korrekt verwendet, und natürlich gendert sie, wobei das nicht ganz so schlimm stört.
Ich konnte zu der Protagonistin keine Bindung aufbauen und die Autorin hat es leider bei mir auch nicht geschafft, dass mich die teilweise durchaus heftigen Schicksale der Figur und einiger Nebenfiguren zu Mitgefühl verleitet haben. Die hauptsächlich vorherrschenden Gefühle beim Lesen des Romans waren bei mir das Gefühl, dass ich nichts Neues lese, was zu Langeweile und Ungeduld geführt hat und ein paar Stellen, an denen ich angeekelt war, sowie am Ende vor allem Ratlosigkeit.
Leider nur eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Absolut packender (YA)-Thriller

Revenge
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Sara und Liv sind Zeuginnen, als in eine Tankstelle in Köln Saras Freund Vince von einem maskierten Täter mit einem Messer attackiert wird. 
Während die Polizei noch nach dem Täter sucht, versuchen Sara ...

Sara und Liv sind Zeuginnen, als in eine Tankstelle in Köln Saras Freund Vince von einem maskierten Täter mit einem Messer attackiert wird. 
Während die Polizei noch nach dem Täter sucht, versuchen Sara und Liv zu verstehen, warum das Verbrechen begangen wurde - und wie sie selbst darin verwickelt sind. 
Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und der Spannungsbogen bleibt vor allem durch die sich erst nach und nach auflösenden Stränge sehr hoch. 
Die beiden weiblichen Protagonistinnen Liv und Sara kommen immer abwechselnd zu Wort und sind sehr sympathisch und gut gezeichnet. 
Der Wechsel der Zeitstränge zwischen "Der Nacht", der direkten Gegenwart und der linear erzählten Geschichte, die mit dem Tankstellenverbrechen beginnt, unterstreicht den Spannung nochmal mehr. 
Wie sich dann die Geschichte auflöst und was es mit dem Titel und Untertitel auf sich hat, ist wirklich heftig und für die Zielgruppe ab 14 zwar durchaus zumutbar, wenn auch absolut keine zu leichte Kost. 
Als Erwachsene habe ich den YA Thriller mit genauso viel Begeisterung gelesen, wie ich es für einen nicht dem YA Genre zugeordneten Thriller erwartet hätte und so gebe ich gerne eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Frieden im Fokus vor unruhigen Zeiten

München 1981
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München 1981 handelt von zwei Frauen - Annegret und Esther. Sie leben in Südtirol im Jahr 1981. In diesem Sommer ändern beide radikal ihr Leben: Die 18jährige Esther reißt aus und fährt nach München und ...

München 1981 handelt von zwei Frauen - Annegret und Esther. Sie leben in Südtirol im Jahr 1981. In diesem Sommer ändern beide radikal ihr Leben: Die 18jährige Esther reißt aus und fährt nach München und die von ihrem Leben unterforderte und eingeengte verheiratete Annegret verlässt Mann und Job und stellt eine friedliche Protestbewegung auf die Beine.

Der Roman ist recht kurz und schnell lesbar. Die Perspektiven wechseln immer zwischen Esther und Annegret und beide wirken authentisch und ich konnte Nähe zu den Figuren aufbauen. Es gibt eine Playlist, auf die anders als in anderen Romanen, auch wirklich viel Bezug genommen wird - teilweise werden ganze Auszüge aus den Songs in der Geschichte abgedruckt. Zudem nimmt die Autorin auch Bezug auf Zeitungsartikel aus dem Jahr 1981, was die Authentizität der Geschichte noch verstärkt.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn sie kurz war und der Schluss für meinen Geschmack dann doch etwas zu rosarot war.

Alles in allem ein Thema, das (leider) auch heute nichts an seiner Wichtigkeit verloren hat und zwei starke Frauenfiguren, die ich gerne begleitet habe - Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ruhig erzählte Geschichte über Begabung, Kunst und Traumata

Letzter Akt
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Dora ist Anfang 40 und lebt als erfolgreiche Schauspielerin in London. Sie trifft auf den unbekannten Maler Victor und die beiden sind fasziniert voneinander. Als Victor sie eines Tages malt, holt Dora ...

Dora ist Anfang 40 und lebt als erfolgreiche Schauspielerin in London. Sie trifft auf den unbekannten Maler Victor und die beiden sind fasziniert voneinander. Als Victor sie eines Tages malt, holt Dora jedoch ihre längst vergangene Jugend wieder ein...

Die Geschichte ist ruhig erzählt und in 3 Teile gegliedert - der umfangreichste Teil 1 findet im Jahr 2005 in London statt, dann gibt es den 2. Teil, in Frankfurt am Main im Jahr 1982 und schließlich einen Schlussteil im Jahr 2010.

Dora, die eigentlich Dorothea heißt, hat direkt nach dem Abitur den unsicheren Weg einer Schauspielkarriere angestrebt - und Erfolg gehabt! Doch jetzt, mit Anfang 40, ist sie sich unsicher, wie es weiter gehen soll. Sie ist ungebunden und kinderlos und hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter. Die Beziehung zu Victor tut ihr anfangs sehr gut und sie geht gerne auf den Vorschlag ein, von ihm gemalt zu werden.

Die Figuren - besonders Dora - sind gut gezeichnet und handeln nachvollziehbar. Die Auflösung der Geschichte hat mich sehr berührt und auch der Schluss passte wirklich gut dazu.

Ein ruhiges Buch, das ohne Effekthascherei dennoch Wirkung zeigt und eine Geschichte, die mich berührt hat.
Klare Leseempfehlung von mir!

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