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Veröffentlicht am 07.11.2021

Krone des Himmels

Krone des Himmels
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Juliane Stadler hat mit ihrem historischen Roman „Krone des Himmels“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt im 12. Jahrhundert und thematisiert einen Kreuzzug, mit dem Ziel Jerusalem zurück zu erobern.

Klappentext:
Im ...

Juliane Stadler hat mit ihrem historischen Roman „Krone des Himmels“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt im 12. Jahrhundert und thematisiert einen Kreuzzug, mit dem Ziel Jerusalem zurück zu erobern.

Klappentext:
Im Jahr 1189 wird die Welt vom großen Religionskrieg zwischen Abendland und Orient erschüttert. Das Schicksal führt die Handwerkertochter Aveline und den Wundarzt Étienne auf den Kreuzzug von Frankreich nach Jerusalem. Während der Belagerung der Hafenstadt Akkon wachsen beide über sich hinaus – doch ihre Liebe zueinander wird im großen Kampf um das Heilige Land auf die Probe gestellt...

Der Klappentext konnte sofort mein Interesse wecken. Ein Roman über die Kreuzzüge, welches im Heiligen Land spielt. Ich habe gehofft, dass dieses Buch voller Spannung und liebevoller historischer Details ist. Meine Hoffnungen und Erwartungen an dieses Werk wurden vollkommen erfüllt.
Zuerst ist mir die umfangreiche und liebevolle Gestaltung des Buches aufgefallen. Dieser historische Roman ist mit Bonusmaterial ausgestattet, welche es dem Leser ermöglichen, sich besser zurechtzufinden. Besonders die Karte im Buch fand ich hilfreich, konnte man sich so besser orientieren und die Handlungsorte gut verfolgen.
Der Schreibstil ist angenehm. Stadler schafft es auf viele Arten, Spannung zu erzeugen. Dabei schafft sie ein packendes Setting und eine wunderbare Atmosphäre. Während des Kreuzzuges gibt es einige Tiefpunkte, welche wir zusammen mit den Charakteren durchstehen müssen. Aber auch Wendepunkte werden in die Handlung eingebaut, welche neue Hoffnungen streuen. Dabei merkt man jeder Seite an, dass die Autorin Juliane Stadler eine umfangreiche Recherche hingelegt hat. Viele Details werden in die Handlung mit eingebaut und überzeugen dabei vom Erzähltalent Stadlers. Gekonnt werden die historischen Gegebenheiten in die fiktive Haupthandlung eingebunden und ergeben dabei ein rundes Bild. Als Leser lernt man noch das ein oder andere über die damalige Zeit und verfolgt voller Spannung, wie es mit den Charakteren weitergeht.
„Krone des Himmels“ kann auf vielseitige Art überzeugen. Stadler schafft es, dass die Handlung permanent spannend erzählt wird. Dies ist ein historischer Roman, welcher einen Kreuzzug thematisiert. Daher überrascht es nicht, dass es einige kriegerische Auseinandersetzungen gibt. Kämpferische Szenen sind in diesem Werk keine Seltenheit und manchmal fließt auch Blut. Aber diese Stellen werden nicht allzu detailliert erzählt, dennoch kann man sich diese Szenen dank des guten Schreibstils der Autorin gut vorstellen. Einige unerwartete Wendungen werden eingebaut, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand legen möchte, möchte man einfach wissen wie es weitergeht. „Krone des Himmels“ wird aus mehreren Erzählsträngen erzählt. Dabei schafft es Stadler, dass diese gut aufeinander abgestimmt sind. Ein gutes Wechselspiel dieser Perspektiven liegt hier vor, sodass diese stimmig auf mich wirkten. Auch werden dem Leser Einblicke in das gegnerische Lager gewährt. Wobei diese Abschnitte zu Beginn recht kurz gehalten sind, hier hätte ich mir manchmal einfach mehr gewünscht. Aber dies beweist nur, wie packend dieser Roman erzählt wird.
Stadler konnte mich auch mit ihren Charakteren überzeugen. Hierbei sind nicht nur die Protagonisten Etienne und Aveline umfangreich dargestellt, auch die Nebencharaktere können durch ihre Komplexität und Lebendigkeit beeindrucken. Etienne ist ein missgebildeter junger Mann, welcher aus Frankreich stammt. Aufgrund seiner Missbildung hat er zu Hause nicht einfach, daher beschließt er schließlich, sein Zuhause zu verlassen. Dabei begegnet er dem Wundarzt Caspar. Dieser rettet ihn das Leben und so beschließt Etienne Caspar zu folgen und zusammen mit ihm durch das Land zu ziehen. Dabei wird Etienne sein Assistent und lernt so einiges über die Arbeiten als Wundarzt. Aveline, genannt Ava, ist eine junge Frau. Sie musste einen Schicksalsschlag erleiden, welchen damals bestimmt viele Frauen ausgesetzt waren. Sie sehnt sich nach Vergebung und will von ihrer Sünde freigesagt werden. Daher beschließt sie im Laufe des Buches, dass sie nach Jerusalem pilgern will, damit sie von ihren Sünden frei kommt. Damit sie ihr Ziel erreichen kann, gibt sie sich als Mann aus und nennt sich Avery. Durch einen Zufall schließt sie sich dem Kreuzzug an und kämpft in diesem als Bogenschütze. Es bleibt nicht aus, dass sich Etienne und Ava sich im Verlauf der Handlung begegnen – die Umstände, wie diese Begegnung ablaufen wird, ist hierbei das spannende.

Insgesamt konnte mich Juliane Stadler mit ihrem Debütroman „Krone des Himmels“ überzeugen. Hierbei waren viele Faktoren stimmig. Der historische Roman ist spannend geschrieben, gespickt mit kriegerischen Auseinandersetzungen, überzeugenden Charakteren und einer umfangreichen Recherche. Mir hat dieses Buch überraschenderweise gut gefallen. Ich vergebe hier 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung für Leser von historischen Romanen.

Veröffentlicht am 01.11.2021

Der Sucher

Der Sucher
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Die bekannte Autorin Tana French hat mit „Der Sucher“ einen weiteren Einzelband geschrieben, welcher vom Verlag als Roman deklariert wird.

Klappentext:
Cal Hooper, ehemaliger Cop aus Chicago, hat sich ...

Die bekannte Autorin Tana French hat mit „Der Sucher“ einen weiteren Einzelband geschrieben, welcher vom Verlag als Roman deklariert wird.

Klappentext:
Cal Hooper, ehemaliger Cop aus Chicago, hat sich in den Westen von Irland geflüchtet. Die Natur scheint friedlich, im Dorf nimmt man ihn freundlich auf. Da springt sein langjährig trainierter innerer Alarm an: Er wird beobachtet. Immer wieder taucht ein Kind bei ihm auf. Auf den umliegenden Farmen kommen auf seltsame Weise Tiere zu Tode. Stück für Stück gerät Cal in eine Suche, die ihn tief in die Dunkelheit führt.

Ich kenne bereits ein paar Werke aus der Feder von Tana French und daher war ich auf ihr neues Werk „Der Sucher“ recht gespannt, auch klang der Klappentext recht vielversprechend. Dieser hat die Aufklärung eines schwerwiegenden Geheimnisses versprochen, gepaart mit vielseitig angelegten Charakteren.
Der Schreibstil ist, wie ich es bereits von Tana French gewohnt bin, angenehm und flüssig zu lesen. Gekonnt baut die Autorin eine dichte Atmosphäre auf. Diverse Beschreibungen des Lokalkolorits fließen mit in die Handlung ein. Man hat dabei als Leser das Gefühl zusammen mit den Charakteren im tiefsten England zu sein, in einem verregneten Dorf. Zusammen mit Cal lernt man die Umgebung ein wenig besser kennen, erklimmt mit ihm zusammen die Hügel in der Nähe des Dorfes oder geht mit ihm angeln oder jagen. Hier haben die Dorfbewohner so ihre Eigenarten, welche sie nicht immer sympathisch erscheinen lassen. Auch die Schafe des Dorfes spielen für die Handlung eine nicht unwesentliche Rolle.
Cal steht in „Der Sucher“ definitiv im Vordergrund. Er ist ein ehemaliger Cop aus Chicago. Nach einer persönlichen Schaffenskrise zieht er ins verlassene Irland, kauft dort ein renovierungsbedürftiges Haus und will dort mit seinen dunklen Gedanken alleine sein, um diese zu verarbeiten und innere Ruhe zu finden. Bei seinen Arbeiten am Haus fühlt er sich oftmals beobachtet und auch sein Nachbar Mart ist hierbei nicht wirklich eine große Hilfe. Während der Renovierungsarbeiten an seinem Haus kommt ein Kind namens Trey aus dem Dorf auf ihn zu, dieses sucht seine Nähe. Trey erzählt Cal von einem verschwundenen Bruder und bittet Cal, diesen zu suchen und das Geheimnis um dessen Verschwinden aufzuklären. Zusammen begeben die beiden sich auf die Spuren von dem Bruder und entdecken dabei nicht nur ein dunkles Geheimnis und begeben sich hierbei auch noch zusätzlich in Gefahr.
Den Einstieg in diesen Roman fand ich ein wenig mühsam. Das Buch entwickelt sich nur langsam und zu Beginn hatte ich oftmals das Gefühl, dass ich mich ein bisschen durchkämpfen musste. Man lernt am Anfang eher den Protagonisten kennen und wie er sich in das Dorfleben gewöhnt. Dieses kleine Dörfchen hat so seine Eigenheiten und auch die Dorfbewohner werden auf den ersten Seiten vorgestellt, sodass der Leser einen vielseitigen Eindruck von dem Dorf und dessen Einwohner bekommt. Meiner Meinung nach hätte man dies ein wenig straffen können. Auch allgemein fehlte mir in diesem Buch ein wenig die Spannung. Teilweise plätschert die Handlung eher dahin und es kommt keine richtige Spannung auf. Erst als sich die Suche nach dem verschollenen Bruder immer mehr zuspitzt und man langsam immer weitere Informationen dazu bekommt und alles langsam Sinn ergibt, nimmt die Handlung Fahrt auf. Erst auf den letzten Seiten kommt soetwas wie Spannung auf. Mir persönlich war der Mittelteil einfach zu lang, ein paar Kürzungen hätten dem Buch hier gut getan.

Insgesamt hat mir der Roman „Der Sucher“ aus der Feder von Tana French recht gut gefallen. Die Charakterdarstellung war vielseitig und es gab auch ein paar Überraschungen, aber dennoch konnte der Spannungsbogen nicht permanent hoch gehalten werden. Daher möchte ich für dieses Buch 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 25.10.2021

Die Frau aus der Nordsee

Die Frau aus der Nordsee
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Anna Johannsen hat mit dem Kriminalroman „Die Frau aus der Nordsee“ ihre Reihe rund um die Ermittlerin Lena Lorenzen fortgesetzt. Dies ist nun schon der achte Roman rund um die Inselkommissarin. Dennoch ...

Anna Johannsen hat mit dem Kriminalroman „Die Frau aus der Nordsee“ ihre Reihe rund um die Ermittlerin Lena Lorenzen fortgesetzt. Dies ist nun schon der achte Roman rund um die Inselkommissarin. Dennoch kann man den Inhalt auch gut als Quereinsteiger ganz gut nachvollziehen.

Klappentext:
Zwischen Pellworm und Nordstrand wird eine Frauenleiche aus der kalten Nordsee geborgen. Die Obduktion bestätigt den Verdacht auf ein Tötungsdelikt. Außerdem findet die Polizei heraus, dass Maren Witte zwei Wochen vor ihrem Tod heimlich entbunden und das Kind in einer Babyklappe abgegeben hat. Lena Lorenzen übernimmt den Fall und ermittelt auf Pellworm – der Insel, auf der Maren aufgewachsen ist. Die Eltern des Opfers sind bestürzt über den Verlust, doch schnell wird klar, dass der Kontakt mit der Tochter seit längerer Zeit auf ein Minimum reduziert war. Auch sonst werfen die Ermittlungen einige Fragen auf: Wie konnte die junge Frau sich ein teuer eingerichtetes Apartment in Kiel leisten, obwohl sie keiner regulären Beschäftigung nachging? Und wer ist der Vater des Neugeborenen? Für Lena wird der Fall zu einer ganz besonderen Herausforderung, nicht zuletzt aufgrund einer Entwicklung in ihrem eignen Leben.

Ich habe bereits „Der Tote auf Amrum“ aus der Feder von Anna Johannsen gelesen, welcher mir ganz gut gefallen und mich gut unterhalten hat. Daher war ich auf die Weiterführung der Handlung gespannt, auch wie es um das Privatleben von Lena Lorenzen steht hat mich interessiert.
Auch wenn ich einen Band der Reihe übersprungen habe, bin ich gut in das Buch hereingekommen. Ich würde sogar behaupten, dass man auch gut in den Krimi hereinkommt und die Handlung nachvollziehen kann, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Dank ein paar wichtiger Rückblenden wird das Wesentliche zusammengefasst, sodass man auch ohne Vorkenntnisse das Gefühl hat, auf dem aktuellen Stand zu sein.
Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder recht angenehm und bildhaft. Auch die knappen Kapitel führen dazu bei, dass der Stil zügig und temporeicher wirkt. Zusätzlich schafft es die Autorin auf vielseitige Weise Spannung zu erzeugen. Zum einen wird hier das Privatleben der Ermittlerin gekonnt in Szene gesetzt. Aber auch der Fall an sich und das Fortschreiten der Ermittlungsarbeiten hat hier einiges an Spannung zu bieten. In dem achten Fall werden auch einige Themen angesprochen, welche zusätzlich für unerwartete Wendungen und Spannung sorgen. Zum Beispiel werden hier Prostitution oder auch das Wirken eines Pädophilenrings in die Handlung mit eingebunden, ohne urteilend zu wirken.
In diesem Regionalkrimi wird auch die Inselkommissarin Lena Lorenzen und ihr Privatleben näher beleuchtet. In „Der Tote auf Amrum“ habe ich damals bemängelt, dass ich zur Protagonistin keine richtige Bindung aufbauen konnte. Und auch in „Die Frau aus der Nordsee“ konnte ich keine wirkliche Beziehung zu ihr aufbauen. Sie ist sympathisch und clever, ich mochte es, wie sie den Fall angeht und ihre Ermittlungen voranbringt. Dennoch hat sie auf mich etwas blass gewirkt und mir hat da manchmal einfach die Tiefe gefehlt. Ich habe ihre Geschichte mit Neugier gelesen, aber ich habe nicht mitgefiebert. In diesem Teil der Reihe kommen einige private Umstellungen auf Lena zu. Sie tut sich mit dieser neuen Situation etwas schwer. Dennoch fand ich es interessant zu verfolgen, wie sie damit umgeht. Doch insgesamt fand ich, dass im Privatleben von Lena alles etwas zu glatt geht. Alle sind immer total verständnisvoll und haben einen netten Umgang miteinander. Dies fand ich teilweise etwas unrealistisch.
Positiv möchte ich noch die Darstellung des Todesopfers Maren hervorheben. Stück für Stück lernt man sie besser kennen und bekommt dadurch einen besseren Einblick in ihr Leben, was sie geprägt hat und was sie alles durchmachen musste. Zu Beginn wirkt Maren noch ziemlich distanziert oder auch gefühlskalt. Doch im Verlauf der Handlung bekommt man einen vielseitigeren Einblick auf ihr Leben. Man lernt Maren besser kennen, wie ein Puzzle ergibt sich langsam ein Gesamtbild.
Am Ende gibt es eine Szene, welche ich ein wenig überspitzt und unrealistisch finde. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier ein wenig über das Ziel hinausschießt, weil sie nicht mehr wusste, wie sie die ganze Situation noch anders lösen soll. Dies war mir einfach ein wenig zu viel des Guten.

Insgesamt konnte mich Anna Johannsen gut mit ihrem Kriminalroman „Die Frau aus der Nordsee“ gut unterhalten. Gespickt mit einer Prise Lokalkolorit werden die Ermittlungen spannend vorangetrieben. Auch das Privatleben von der Kommissarin Lena Lorenzen kommt hier nicht zu knapp. Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich dennoch, sodass in 4 Sterne vergeben möchte.

Veröffentlicht am 14.10.2021

Die Schattenarmee

Ministry of Souls – Die Schattenarmee
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Ich habe aus der Feder von Akram El- Bahay schon einige Fantasy- Bücher und auch Kinderbücher gelesen, welche mir allesamt gut gefallen haben. Daher war es naheliegend, dass ich auch „Die Schattenarmee ...

Ich habe aus der Feder von Akram El- Bahay schon einige Fantasy- Bücher und auch Kinderbücher gelesen, welche mir allesamt gut gefallen haben. Daher war es naheliegend, dass ich auch „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“ gelesen habe. Dies ist die Fortsetzung zum Vorgänger „Das Schattentor“ und damit auch der Abschlussband der Dilogie. Meiner Meinung nach ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, dass man bereits den Vorgänger gelesen hat. Damit steigert man das Lesevergnügen enorm.

Klappentext:
London, 1850: Unbemerkt von der Öffentlichkeit sorgt das Ministry of Souls dafür, die Seelen Verstorbener in die Zwischenwelt zu befördern. Der Soulman Jack und die arabische Prinzessin Naima sind dem mysteriösen Schattenspieler auf der Spur — einem Wesen, das zwischen den Welten wechseln kann und Jack mit einem Fluch belegt, der dafür sorgt, dass er immer mehr an Kraft verliert und so durchscheinend wird wie Glas. Ihnen bleibt wenig Zeit, um nicht nur den Fluch zu brechen, sondern auch die finsteren Pläne des Schattenspielers zu durchkreuzen.

Bereits der erste Band „Das Schattentor“ konnte mich gut unterhalten, auch wenn ich ein paar kleine Kritikpunkte hatte. Daher war ich sehr auf die Weiterführung der Story gespannt. Voller Vorfreude auf ein Wiedersehen der Charaktere habe ich mich in ein weiteres Abenteuer mit ihnen gestürzt.
Wie ich es bereits aus anderen Werken von Akram El- Bahay gewohnt war, war auch dieses Mal der Schreibstil wieder sehr angenehm. Er schreibt sehr bildhaft, sodass gekonnt Bilder vor dem geistigen Auge entstehen. Auch wird dabei eine dichte Atmosphäre aufgebaut, man hat als Leser das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Man ist dabei mitten im Geschehen, ist an der Seite der Charaktere und fiebert dem weiteren Verlauf der Handlung entgegen.
Natürlich trifft man im zweiten Band die Protagonisten aus dem vorherigen Buch wieder. Dabei steht auch dieses Mal der Soulman Jack im Zentrum, an seiner Seite ist die arabische Prinzessin Naima und der Geisterkater Oz. Im ersten Band habe ich die passive Art von Jack bemängelt. In „Die Schattenarmee“ ist Jack aktiver – er beteiligt sich aktiv am Geschehen und lenkt dieses. Auch trifft er nun eigene Entscheidungen und bedenkt dabei auch mal die Konsequenzen. Mir hat er in diesem Werk bedeutend besser gefallen. Aber auch Naima nimmt sehr aktiv an der Handlung teil. Sie ist sehr eigenständig, tough und erfüllt hierbei nicht die typischen Klischees, wenn man den Titel Prinzessin hört. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist jedoch Oz, der Geisterkater. Dieser lockert mit seinen coolen Sprüchen oftmals die Situation auf oder hebt die Stimmung mit diesen. Oftmals rettet er mit seinen Zaubersprüchen die Lage und hilft hierbei seinen Freunden. Ich mochte einfach seine lockere Art und wie er die Situationen angeht.
Gelungen fand ich in diesem Buch auch die Darstellung vom Gegenpart. Dieser ist ein mächtiger Ifrit, welcher mit Hilfe einer Schattenarmee Rache nehmen will. Im Verlauf der Story bekommt man einen tieferen Einblick in seine Vergangenheit und Entstehungsgeschichte. Man kann zwar seine Beweggründe besser verstehen, jedoch wird er dadurch nicht unbedingt sympathischer.
Auch hat mir der Mix aus viktorianischem England und orientalischem Setting gefallen. Im zweiten Band der Reihe werden wir in die Heimat von Prinzessin Naima entführt und lernen diese Gegend besser kennen. Der Wechsel der Lokalitäten hat mir gut gefallen und dadurch hat man einen vielseitigeren Einblick in die Kultur dort bekommen.
Schade fand ich, dass die Nebencharaktere doch recht blass bleiben. Auch der Bruder von Naima wird nur wenig beleuchtet, obwohl er für den Verlauf der Story doch eine wichtige Rolle spielt.
Auch den Showdown fand ich nicht hundertprozentig gelungen. Mir persönlich war dies ein bisschen zu viel hin und her. Aber dies ist Geschmackssache.

Insgesamt hat mich der Autor Akram El- Bahay mit „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“ gut unterhalten. Mit Spannung habe ich die Handlung verfolgt und mit den Protagonisten mitgefiebert. Auf Grund ein paar kleiner Kritikpunkte möchte ich insgesamt 4 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 11.10.2021

Der Tote auf Amrum

Der Tote auf Amrum
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Die Autorin Anna Johannsen hat mit „Der Tote auf Amrum“ ihre Reihe rund um die Hauptkommissarin Lena Lorenzen weitergeführt. Dies ist nun schon der sechste Band in der Kriminalreihe. Für mich war es das ...

Die Autorin Anna Johannsen hat mit „Der Tote auf Amrum“ ihre Reihe rund um die Hauptkommissarin Lena Lorenzen weitergeführt. Dies ist nun schon der sechste Band in der Kriminalreihe. Für mich war es das erste Buch, welches ich aus der Feder von Johannsen gelesen habe, dennoch bin ich als Quereinsteiger gut in das Buch hereingekommen.

Klappentext:
Marten Hilmer, schwerreicher Immobilienbesitzer auf Amrum, wird vergiftet auf seinem Anwesen aufgefunden. Hauptkommissarin Lena Lorenzen reist in ihre alte Heimat, um zu ermitteln. Ist der Täter unter den Frauen zu finden, mit denen Hilmer über die Jahre eine Affäre hatte? Oder wurde jemand beim Immobilienkauf übervorteilt? Als Lena im Haus des Opfers ein Bild ihrer Mutter findet, hat sie Mühe, sich auf ihre Arbeit als Polizistin zu konzentrieren. Neben der Befragung der vielen Verdächtigen muss sie herausfinden, wie ihre eigene Geschichte mit dem Fall verbunden ist.

In letzter Zeit lese ich gerne mal einen Kriminalroman, welcher in Norddeutschland spielt. Daher hatte mich bei diesem Buch sofort der Klappentext angesprochen und voller Vorfreude habe ich mich an dieses Buch gewagt. Ich hatte keine großen Erwartungen daran – dennoch wurde ich von „Der Tote auf Amrum“ gut unterhalten.
Der Schreibstil von Anna Johannsen ist angenehm, sodass sich der Krimi flüssig und zügig lesen lässt. Schnell ist man mitten im Buch und mitten im Geschehen und noch schneller ist das Buch auch schon ausgelesen, weil man einfach nur zu gerne erfahren möchte, wie dieser Mordfall aufgeklärt wird und was bzw. wer hinter dieser Tat steckt. Jedoch hat mir hier manchmal ein bisschen der Lokalkolorit gefehlt. Es werden Andeutungen gemacht, aber so eine richtige nordische Atmosphäre ist bei mir leider nicht aufgekommen. Auch habe ich den Eindruck gehabt, dass diese Handlung auch auf jeder anderen Insel funktioniert hätte – Amrum wäre austauschbar gewesen. Mir haben hier einfach die typischen lokalen Andeutungen oder Gegebenheiten gefehlt, welche mit in die Handlung eingebunden werden. Dafür schafft es Johannsen auf vielseitige Weise Spannung zu erzeugen. Aber auch mit ihren eher ruhigeren Passagen weiß die Autorin zu überzeugen. Hier geht es nicht immer rasant zur Sache, die Ermittler kommen auch mal zur Ruhe. Manchmal spielt der emotionale Ballast oder die Vergangenheit der Charaktere eine wichtigere Rolle, welche näher beleuchtet werden. Aber auch diese habe ich mit Spannung gelesen. Man darf hier aber keine rasante Verfolgungsjagd erwarten oder knallharte Polizisten, welche gerne mal mit ihrer kriminellen Ader über das Ziel hinausschießen. Hier wird eher gemächliche Polizeiarbeit mittels Verhören oder Rekonstruktion des Tathergangs geleistet.
Die Protagonistin ist die zentrale Person Lena Lorenzen. Sie ist bei der Polizei als Hauptkommissarin angestellt. In diesem Band spielt auch ihre Vergangenheit eine wesentliche Rolle und schnell muss sie sich der Frage stellen, ob sie diesen Fall auch sachlich aufklären kann. Man kann sie auch gut verstehen, wenn man sie noch nicht aus den vorherigen Bänden aus der Reihe kennt. Dennoch konnte mich ihre Person nicht wirklich berühren, auch wenn sie durchaus sympathisch ist. Mir hat hier manchmal einfach die Emotionalität gefehlt – sie muss jetzt nicht weinerlich sein, definitiv nicht, aber sie war mir manchmal einfach zu sachlich. Daher habe ich ihre Geschichte meist recht sachlich aufgenommen, sodass ich keine Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Auch ihre Vergangenheit zu einem ehemaligen Vorgesetzten wird hier thematisiert. Hier wird das sensible Thema der sexuellen Belästigung angebracht. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich die Darstellung hierzu in „Der Tote auf Amrum“ finden soll. Ein paar Mal wird dieses wichtige Thema in die Handlung mit eingebunden – auch wird gezeigt, wie schwierig es ist, damit umzugehen. Dennoch finde ich es manchmal etwas ungeschickt und nicht immer gelungen.

Insgesamt konnte mich Anna Johannsen mit ihrem Kriminalroman „Der Tote auf Amrum“ gut unterhalten. Der Kriminalfall bzw. dessen Aufklärung hat mir gefallen. Auch die Protagonistin ist mir sympathisch gewesen, dennoch konnte ich keine richtige Bindung zu ihr aufbauen. Für diesen Krimi möchte ich 4 Sterne vergeben.