Ein Kreuzfahrtschiff für die DDR
FernwehlandWer hätte gedacht, dass es in der DDR ein Kreuzfahrtschiff gegeben hat! Ich jedenfalls habe in dem neuen Buch von Kati Naumann „ Fernwehland“ das erste Mal davon gehört und staunte nicht schlecht.
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Wer hätte gedacht, dass es in der DDR ein Kreuzfahrtschiff gegeben hat! Ich jedenfalls habe in dem neuen Buch von Kati Naumann „ Fernwehland“ das erste Mal davon gehört und staunte nicht schlecht.
Die „ Völkerfreundschaft“ wurde 1960 in Rostock in Dienst gestellt und erfüllte einigen ausgewählten Passagieren unerwartete Urlaubsfreuden.
Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte eines Traumschiffes, dass im Laufe der Jahre zwölf mal umgetauft wurde, sondern auch von Menschen, die mit diesem Schiff schicksalhaft verbunden waren.
2019 erfüllen sich Simone und Henri ihren langgehegten Traum auf dem DDR - Kreuzfahrtschiff, das inzwischen „Astoria“ heißt, als Passagiere mitzureisen, ein Schiff das sie lieben und auf dem sie beide einst selbst hatten arbeiten dürfen. Auch Frida mit ihren 85 Jahren, hat eine besondere glückliche und auch tragische Verbindung zu diesem Schiff.
In der zweiten Zeitebene gehen wir zurück bis ins Jahr 1938. Hier lesen wir, dass nicht nur Henri von Kindesbeinen an eine Sehnsucht für das Meer entwickelt hat, sondern schon sein Vater und auch seine Oma Dora dem Wasser und dem Meer zeitlebens leidenschaftlich verbunden waren.
Wie die Politik Lebensträume beeinflusst, erfahren wir in einer spannenden und emotionalen Zeitreise. Historische Ereignisse spielen mit in den Roman hinein und machen Geschichte erlebbar.
Kati Naumann hat nicht nur wunderbar recherchiert und tolle, authentische Charaktere geschaffen, die mir im Laufe des Buches wirklich ans Herz gewachsen sind, sie hat auch diese so unterschiedlichen Leben meisterhaft miteinander verwoben und zu einer rundum gelungenen Geschichte verknüpft.
Besonders gerne mochte ich die älteren Protagonistinnen Oma Dora und Frida .
Ich bin nur so durch das Buch geflogen , habe es auch immer wieder genossen bestimmte für Zeit und Region übliche aber mir unbekannte Dinge zu entdecken wie z.b die Nachbarin, die auf einem Hügel vorm Haus steht, der sogenannten „ Neugierde“ ,um den lieben Nachbarn hinterherzuspionieren.
Der Roman war für mich ein Highlight und hat großen Spaß gemacht. Er ist jedem zu empfehlen, der gerne Familiengeschichten mit historischem Hintergrund liest und dem ein Geschichtsbuch zu trocken ist.