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Veröffentlicht am 06.02.2025

Eine Coming of age Geschichte mit dem Fokus auf eine besondere Freundschaft

Es war einmal in Brooklyn
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Dieser Roman lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auch wenn sie literarisch kunstvoll geschrieben wurde, konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen.

Brooklyn im Hitzesommer 1977, das gefällt ...

Dieser Roman lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auch wenn sie literarisch kunstvoll geschrieben wurde, konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen.

Brooklyn im Hitzesommer 1977, das gefällt mir als Setting schon mal sehr.

Juliette Darling und David Haddad sind Nachbarn und von klein auf befreundet. Dass sie in der Schule eher die Außenseiter sind, schweißt sie nur noch enger zusammen. Bis zur Pubertät sind sie überzeugt, dass es immer so sein wird.

Doch dann verspürt Juliette die Aufbruchstimmung der Jugend. Sie möchte raus und die Welt entdecken, während David zeitgleich so schwer erkrankt, das seine Zukunft immer mehr zusammenschrumpft.

Historische Daten werden in die Geschichte integriert, nämlich der große Blackout 1977 und der Serienmörder Son of Sam, der die Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

Den 1. Teil der Geschichte mochte ich inhaltlich sehr. Den Schreibstil fand ich auch toll, fesselnd und humorvoll.

Im 2.Teil will Juliette endlich zu der Erwachsenenwelt dazugehören und trifft Entscheidungen, die sie von David entfremden. Mit diesem Teil der Geschichte hatte ich meine Schwierigkeiten, weil ich fand, dass Ereignisse nicht auserzählt wurden. Auch der im Klappentext groß angekündigte Blackout wird nur so nebenher erzählt.

Gut fand ich, dass man als Leser*in auch nähere Einblicke in die Familien der Darlings und auch der Haddads bekommt. Das rundet die Geschichte ab. Aber auch hier bleibt es mir zu sehr an der Oberfläche. Ich hätte gerne mehr erfahren.

In Teil 3 gibt es wieder einige Zeitsprünge, ein Ende wie es hätte sein können und ein Ende wie es dann wirklich war.


Fazit: Man bekommt hier eine tragische Coming of age Geschichte mit authentischen Charakteren, eingebettet in das NewYork der 70erJahre zur Zeit des großen Blackouts, der allerdings nur untergeordnet eine Rolle spielt. Ereignisse wurden leider nicht immer auserzählt und es fehlte (mir zumindest) an Nähe zu den Protagonisten.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Unterhaltsam

Das Wochenende
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Annie , Max und ihr zwölfjähriger Adoptivsohn Kip, ( der von seiner Vergangenheit durchaus traumatisiert ist), haben das Stadtleben hinter sich gelassen, um sich auf dem Land, an der Koste Cornwall‘s einen ...

Annie , Max und ihr zwölfjähriger Adoptivsohn Kip, ( der von seiner Vergangenheit durchaus traumatisiert ist), haben das Stadtleben hinter sich gelassen, um sich auf dem Land, an der Koste Cornwall‘s einen Traum zu erfüllen und Kip ein Aufwachsen in einer ruhigen Umgebung zu ermöglichen. In naher Zukunft werden sie auf dem erworbenen Stück Land einen luxuriösen Glamping - Platz betreiben. Sie warten noch auf die Genehmigung und wollen quasi zur Generalprobe ihren alten Freundeskreis aus Studienzeiten, drei Familien mit ihren Kindern, am Wochenende den Platz testen lassen. Doch es läuft nicht wie es sollte. Das Wochenende gerät nach einem Streit am ersten Abend völlig aus dem Ruder. Nach und nach kommen Geheimnisse, alte Kränkungen und Eifelsüchteleien zum Vorschein. Man merkt, dass die Leben der ehemals befreundeten Paare inzwischen doch zu weit auseinandergedriftet sind.

Die Nerven liegen blank, als bei einem aufziehenden Sturm ein Kind verschwindet. Und dann gibt es auch noch eine Leiche am Fuße der Klippen.

Das Setting war schon mal ganz meins. Auch mit dem Schreibstil der Autorin kam ich gut zurecht. Die aus verschiedenen Perspektiven erzählte Geschichte entwickelt schnell einen Sog und besonders die Gruppendynamik fand ich spannend. Meines Empfindens nach handelt es sich bei dem Text allerdings eher um einen Spannungsroman und nicht um einen Thriller. Beim Hörbuch haben mich zunächst die vielen Namen verwirrt . Beim Buch gab es soweit ich weiß dazu ein Glossar, was natürlich sehr hilfreich ist. Beim Hörbuch muss man sich schon sehr konzentrieren, um nicht durcheinanderzukommen. Ich fühlte mich aber dennoch gut unterhalten und habe den Hörbuchsprechern Anne Due und Günther Harder gerne gelauscht.

Auch die Auflösung war nicht vorhersehbar für mich und stimmig. Kein Highlight für mich, aber ein gutes, unterhaltsames Buch!

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Außergewöhnlich

Für Polina
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Leichtfüßig beginnt die Geschichte mit der alleinerziehenden jungen Fritzi und ihrer türkischen Freundin Günes mit ihrer Tochter, der ebenfalls vaterlosen Polina.
Die Kinder wachsen gemeinsam auf und ...

Leichtfüßig beginnt die Geschichte mit der alleinerziehenden jungen Fritzi und ihrer türkischen Freundin Günes mit ihrer Tochter, der ebenfalls vaterlosen Polina.
Die Kinder wachsen gemeinsam auf und bilden ein untrennbares Gespann. Sie sind so verschieden, wie Abend- und Morgenland. Doch irgendwann verliebt sich der ruhige, introvertierte Hannes in die temperamentvolle , sprunghafte Polina. Er weiß nicht, ob seine Liebe erwidert wird und das belastet ihn sehr . Das alte Klavier in der Villa wird sein neuer Zufluchtsort. Er lernt mühelos darauf zu spielen und kann mit der Musik auch endlich seine Gefühle ausdrücken. Trotzdem entgleitet ihm Polina und ihre Leben entwickeln sich auseinander.

Takis Würger‘s Charaktere, und damit sind auch die Nebenfiguren eingeschlossen, wirken ein wenig exzentrisch, oftmals auch schrullig aber sie besitzen eigentlich alle ein großes Herz. Unser Protagonist Hannes stolpert durch sein Leben, welches oft seltsame Umwege nimmt. Trauer und Verlust werfen ihn aus der Bahn, doch mit Hilfe von echten Freunden und dem Talent Menschen mit seiner Musik zu berühren, kann er seinem Leben nochmal eine entscheidende Wendung geben.
Mir hat diese märchenhafte, sehr warmherzige Geschichte wirklich gut gefallen. Ich lese nicht sehr oft Liebesromane, aber dieser hier ist sehr anders, außergewöhnlich und unbedingt zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Ein Kreuzfahrtschiff für die DDR

Fernwehland
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Wer hätte gedacht, dass es in der DDR ein Kreuzfahrtschiff gegeben hat! Ich jedenfalls habe in dem neuen Buch von Kati Naumann „ Fernwehland“ das erste Mal davon gehört und staunte nicht schlecht.

Die ...

Wer hätte gedacht, dass es in der DDR ein Kreuzfahrtschiff gegeben hat! Ich jedenfalls habe in dem neuen Buch von Kati Naumann „ Fernwehland“ das erste Mal davon gehört und staunte nicht schlecht.

Die „ Völkerfreundschaft“ wurde 1960 in Rostock in Dienst gestellt und erfüllte einigen ausgewählten Passagieren unerwartete Urlaubsfreuden.

Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte eines Traumschiffes, dass im Laufe der Jahre zwölf mal umgetauft wurde, sondern auch von Menschen, die mit diesem Schiff schicksalhaft verbunden waren.

2019 erfüllen sich Simone und Henri ihren langgehegten Traum auf dem DDR - Kreuzfahrtschiff, das inzwischen „Astoria“ heißt, als Passagiere mitzureisen, ein Schiff das sie lieben und auf dem sie beide einst selbst hatten arbeiten dürfen. Auch Frida mit ihren 85 Jahren, hat eine besondere glückliche und auch tragische Verbindung zu diesem Schiff.

In der zweiten Zeitebene gehen wir zurück bis ins Jahr 1938. Hier lesen wir, dass nicht nur Henri von Kindesbeinen an eine Sehnsucht für das Meer entwickelt hat, sondern schon sein Vater und auch seine Oma Dora dem Wasser und dem Meer zeitlebens leidenschaftlich verbunden waren.

Wie die Politik Lebensträume beeinflusst, erfahren wir in einer spannenden und emotionalen Zeitreise. Historische Ereignisse spielen mit in den Roman hinein und machen Geschichte erlebbar.

Kati Naumann hat nicht nur wunderbar recherchiert und tolle, authentische Charaktere geschaffen, die mir im Laufe des Buches wirklich ans Herz gewachsen sind, sie hat auch diese so unterschiedlichen Leben meisterhaft miteinander verwoben und zu einer rundum gelungenen Geschichte verknüpft.

Besonders gerne mochte ich die älteren Protagonistinnen Oma Dora und Frida .

Ich bin nur so durch das Buch geflogen , habe es auch immer wieder genossen bestimmte für Zeit und Region übliche aber mir unbekannte Dinge zu entdecken wie z.b die Nachbarin, die auf einem Hügel vorm Haus steht, der sogenannten „ Neugierde“ ,um den lieben Nachbarn hinterherzuspionieren.

Der Roman war für mich ein Highlight und hat großen Spaß gemacht. Er ist jedem zu empfehlen, der gerne Familiengeschichten mit historischem Hintergrund liest und dem ein Geschichtsbuch zu trocken ist.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Heimweh, Fernweh und Zuhause

Hotel Paraíso
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„Fernweh und Heimweh sind Sehnsüchte. Fernweh ist Heimweh nach Irgendwohin.“



Frieda, eine Frau in ihren 50ern, bleibt eines Tages in ihrem Job als Synchronsprecherin die Stimme weg. Hat sie einen Burnout, ...

„Fernweh und Heimweh sind Sehnsüchte. Fernweh ist Heimweh nach Irgendwohin.“



Frieda, eine Frau in ihren 50ern, bleibt eines Tages in ihrem Job als Synchronsprecherin die Stimme weg. Hat sie einen Burnout, wie die Kolleg*innen vermuten?

Ihr Freund Jonas vermittelt ihre eine Stelle als Hotelsitterin in einem kleinen aber feinen Hotel an der portugiesischen Algarve, mitten im Winter über die Weihnachtstage. Die Hotelbesitzerin ist selber in Urlaub, und Frieda ist allein mit dem Hotelhund Otto. Ab und zu taucht mal der Hausmeister oder der Nachtwächter auf und ein paar Bauarbeiter, denn es finden einige Umbaumaßnahmen statt in der Zeit, in der das Hotel geschlossen ist. Frieda hat viel Zeit für sich selbst, denn außer ein paar Zimmer zu lüften und den Hund auszuführen, hat sie keine Aufgaben zugeteilt bekommen.

Der Plot in dieser Geschichte ist also überschaubar. Interessant sind vielmehr Frieda‘s Gedanken, die sie in ihre Vergangenheit zurückführen.

Ihre Kindheit hat Frieda in Niedersachsen verbracht, wo sie zwischen der Tankstelle der Eltern, die sie liebte und deren Bungalow, in dem sie sich viel weniger zu Hause fühlte, hin und her pendelte. Sie merkte, dass sie anders war, aber erst mit 17 hat sie entdeckt, dass sie von ihren Eltern adoptiert worden war.

Die Suche nach der eigenen Identität, das Gefühl irgendwie fremd zu sein, Heimweh, Fernweh und Zuhause, das sind die Themen in diesem Roman.

Arezu Weitholz hat eine wunderbar poetische Sprache, die ich sehr genossen habe.

Es gibt viele kluge Sätze, tolle Wortneuschöpfungen und Anregungen zum Weiterdenken. Die Autorin spielt mit Sprache, dass es eine Wonne ist. Beim Lesen erfährt man selbst eine Art Entschleunigung. Auch wenn das Buch relativ kurz ist, sollte man es in Häppchen genießen. Jeder Satz beinhaltet so viel, dass man sich beim Lesen Zeit lassen sollte.

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