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Veröffentlicht am 27.11.2024

Ein Buch für die Seele

Mitternachtsschwimmer
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Die Geschichte führt uns nach Nordirland in den kleinen Küstenort Ballybrady.

Evan nimmt sich nach einem schweren Schicksalsschlag hier eine Auszeit von seinem Leben in Belfast. Er mietet ein kleines ...

Die Geschichte führt uns nach Nordirland in den kleinen Küstenort Ballybrady.

Evan nimmt sich nach einem schweren Schicksalsschlag hier eine Auszeit von seinem Leben in Belfast. Er mietet ein kleines Cottage über Airbnb und möchte seinen Kummer am liebsten ertränken. Der Lockdown verlängert Evan‘s Aufenthalt unfreiwillig auf unbestimmte Zeit, so dass er sich irgendwie mit dem Leben in der Natur und der kleinen Dorfgemeinschaft arrangieren muß.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Grace, einer etwas grummeligen, recht eigenwilligen Person mit einer starken Persönlichkeit, die gut für sich alleine sorgt und den Stadtmenschen Evan , der ihr Cottage bewohnt, mit Skepsis betrachtet. Mehr als einmal bringt sich dieser Mann dann auch selbst in Gefahr und sie muss ihm jedes Mal den Hintern retten. Er nervt, aber irgendwas gefällt ihr auch an diesem unbeholfenen Kerl.

Luca, Evan‘s 8jährigen stummen Sohn, der irgendwann von der überforderten Mutter bei Evan geparkt wird, habe ich besonders ins Herz geschlossen. Es gibt wunderbare Vater -Sohn Momente und Evan findet nach langer Zeit endlich wieder einen Zugang zu dem klugen Jungen.

Diese ruhige, berührende aber auch tiefsinnige Geschichte war wie eine wärmende Decke, einfach wohltuend. Roisin Maguire ist eine sehr einfühlsame Erzählerin, die die Stimmungen und Gefühle ihrer Figuren genau auslotet. Das Setting , die raue nordirische Küste, konnte ich mir dank der bildhaften Beschreibungen der Autorin bestens vorstellen.

Ich habe dieses Buch einfach geliebt. Es ist besonders als Hörbuch sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Ewig Sommer- Ein Klimakrisenroman

Ewig Sommer
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Dieser Titel ist so treffend und furchterregend zugleich, denn der ewige Sommer hat in naher Zukunft einen bitteren Beigeschmack. Die fortschreitende Klimaerwärmung bringt Temperaturen über 40 Grad, Tag ...

Dieser Titel ist so treffend und furchterregend zugleich, denn der ewige Sommer hat in naher Zukunft einen bitteren Beigeschmack. Die fortschreitende Klimaerwärmung bringt Temperaturen über 40 Grad, Tag für Tag bis in den Herbst hinein und immer häufiger Waldbrände.

Iris ist Hotelbesitzerin im einstigen Kurort Bad Heim. Doch Gäste kommen im Sommer schon lange keine mehr. Waldbrände wüten in der Gegend und machen das Leben zunehmend unerträglich.

Umso erstaunlicher, dass dann doch eine Frau mit Kind bei ihr nach einem Zimmer fragt. Schnell stellt sich heraus, dass Dori mit ihrer kleinen Tochter auf der Flucht ist.

Geschickt verknüpft die Autorin Franziska Gänsler die globale Krise mit einem ganz privaten Drama. Dabei wird das Szenario immer bedrohlicher. Man spürt die Hitze und den Brandgeruch und wird in dieses Buch förmlich hineingesogen.

Es war keine angenehme Lektüre. Dazu war die Geschichte leider viel zu realitätsnah. Der Roman eignet sich meiner Meinung nach perfekt für eine Leserunde, weil es viele Denkanstöße gibt.

Ich habe das Buch auch als Appell verstanden. Wenn wir Menschen meinen, wir könnten einfach weiterleben wie bisher, irren wir gewaltig! Für Verbesserungen müssen wir schon handeln und aktiv eine Veränderung herbeiführen. Von alleine wird das nicht passieren.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Krimileckerbissen

Unfollow Stella
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Autorin Ellen Dunne schreibt Irland Krimis, richtig Gute, wie ich finde. „Unfollow Stella“ ist zwar Teil einer ganzen Reihe rund um Kriminalhauptkommissarin Patsy Logan, kann aber sehr gut auch eigenständig ...

Autorin Ellen Dunne schreibt Irland Krimis, richtig Gute, wie ich finde. „Unfollow Stella“ ist zwar Teil einer ganzen Reihe rund um Kriminalhauptkommissarin Patsy Logan, kann aber sehr gut auch eigenständig ohne Vorkenntnis der anderen Bände gelesen werden.

Patsy Logan hat sich von ihrem Job in München eine Auszeit genommen und ist bei ihrer Cousine Sinéad in Dublin untergeschlüpft.

Da sie eine Kriminalerin durch und durch ist, kann sie nicht widerstehen, als sie der befreundete österreichische Botschafter Sam Feuerstein darum bittet, ihm bei der Suche nach der verschwundenen Österreicherin Stella Schatz zu helfen, inoffiziell natürlich.

Stella hat als Content Moderatorin gearbeitet, heißt, ihre Aufgabe war es, tagtäglich „kritische „ Inhalte aus dem Netz zu fischen und zu löschen.

Dieser Job macht etwas mit einem, besonders wenn man in der Pandemie isoliert im Homeoffice arbeiten muss. Stella‘s Bruder, der weit weg in Singapur lebte, war auf jeden Fall sehr besorgt, seine Schwester plötzlich nicht mehr erreichen zu können.



Mit dieser sehr dürftigen Ausgangslage versuchen sich Patsy und Sam ein Bild zu machen und kommen nicht um etwas unorthodoxe Methoden herum.

Die Geschichte wird erst zum Ende hin richtig spannend, wenn es auch einen Toten gegeben hat und die Zusammenhänge klarer werden. Diesen Krimi macht die typisch irische Atmosphäre und der erfrischend elegante Sprachstil der Autorin aus. Außerdem waren mir sowohl Patsy als auch Sam sehr sympathisch ebenso wie einige Nebenfiguren.

Ich habe das Buch immer gerne zur Hand genommen und mich nach Irland geträumt

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wenig überzeugend

Die Dunkeldorn-Chroniken - Blüten aus Nacht
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Die Geschichte, die sich von der Grundidee wirklich gut anhörte, konnte mich leider nicht überzeugen.

Protagonistin Opal erzählt als Icherzählerin von ihren Erlebnissen als einfache Farmarbeiterin in ...

Die Geschichte, die sich von der Grundidee wirklich gut anhörte, konnte mich leider nicht überzeugen.

Protagonistin Opal erzählt als Icherzählerin von ihren Erlebnissen als einfache Farmarbeiterin in ihrem Heimatdorf Elver. Dort wird eine gefährliche Pflanze, der Dunkeldorn angepflanzt, deren Blütenstaub nach der Ernte den Magiern in der Hauptstadt als Essenz für ihre magischen Kräfte dient. Ein Unglück vernichtet das ganze Dorf. Opal die einzige Überlebende wird in der Krankenstation der Universität gesund gepflegt und bekommt die Chance als assistentische Hilfskraft bei der Professorin, die sie gerettet hat, zu arbeiten. Doch schnell stellt sich heraus, das man ein falsches Spiel mit ihr spielt. Die tödliche Pflanze und die Gier nach Macht scheinen in den Menschen die schlimmsten Eigenschaften zu erwecken, und je mehr Opal herausfindet, desto mehr gerät ihr eigenes Leben in Gefahr.

Die Geschichte ist leider streckenweise etwas zäh. Trotz all dem Schrecklichen was der Protagonistin oder auch den Nebencharakteren passiert, konnte ich nicht richtig mitfühlen mit ihnen. Besonders die Nebenfiguren waren nur sehr oberflächlich beschrieben, und nachdem ihnen etwas Furchtbares passiert ist, wurden sie vergessen. Die Geschichte nimmt hier den Faden nicht mehr auf und Opal kümmert sich auch nicht weiter um deren Schicksal.

Die Dunkeldornpflanzen mit ihrem ätzenden und todbringendem Blütenstaub entwickeln nahezu menschliche Eigenschaften. Das war mir dann doch zuviel. Außerdem war mir der Schreibstil manchmal zu melodramatisch.

Zugegeben, ich bin jetzt nicht wirklich die Zielgruppe für dieses Buch. Leider bin ich mit dieser Geschichte einfach nicht warmgeworden. Meiner Meinung nach wurde hier viel Potential verschenkt, was schade ist, da ich die Grundidee wirklich interessant fand.

Ich werde die Reihe nicht weiter fortsetzen .

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Skurril

Unerhörte Stimmen
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„ Vieles in diesem Buch ist wahr und alles erfunden.“

Dieser Satz aus den Anmerkungen am Ende des Buches trifft absolut zu. Elif Shafak hat eine sehr skurrile Geschichte geschrieben, in der unterschwellig ...

„ Vieles in diesem Buch ist wahr und alles erfunden.“

Dieser Satz aus den Anmerkungen am Ende des Buches trifft absolut zu. Elif Shafak hat eine sehr skurrile Geschichte geschrieben, in der unterschwellig ganz viel Gesellschaftskritik steckt.

Es ist ein Buch über Menschen, die nicht hineinpassen in die Gesellschaft und Freunde, die die Ursprungsfamilie ersetzen, die „Wasserfamilie“ die verlässlicher und liebevoller ist als die „Blutfamilie“.

Leila ist eine Prostituierte, die gleich auf der ersten Seite ermordet wird.

In den letzten Minuten, in denen ihr Herz schon aufgehört hat zu schlagen und das Gehirn noch funktioniert, kommen die Erinnerungen an ihr Leben zurück, an ihre Kindheit im Dorf, an den Vater und seinen 2 Frauen, die Frau, die sie Tante nannte, obwohl sie ihre Mutter war, ihre Flucht in den Moloch der Großstadt Istanbul.

Schnell ist sie in Istanbul in der Straße der Bordelle gelandet, denn verstoßen von der Familie, musste sie irgendwie überleben. Leila ist eine starke Frau und am Ende hat sie fünf Freunde, die ehrlich um sie trauern.

Auch deren Geschichte erfahren wir in diesem Roman. Es sind wie Leila Außenseiter der Gesellschaft aber gemeinsam können sie sich vor dem Hass und den Beleidigungen im Alltag schützen.

Elif Shafak zeichnet in ihrem Buch ein Bild der Türkei von heute mit Traditionen und Aberglauben von gestern. Es war teilweise etwas abgedreht aber eine durchaus interessante Lektüre.

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