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Veröffentlicht am 20.09.2024

Ein Abenteuerroman

Der Fluss
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Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut. Ganz viel Natur und Abenteuer, haben meine Erwartungen hochgeschraubt!

Es geht um die beiden jungen Männer Wynn und Jack, die sich ein Freisemester für eine ...


Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut. Ganz viel Natur und Abenteuer, haben meine Erwartungen hochgeschraubt!

Es geht um die beiden jungen Männer Wynn und Jack, die sich ein Freisemester für eine mehrwöchige Kanutour auf dem nordkanadischen Maskwa River genommen haben. Sie beide lieben die Natur und freuen sich nicht nur auf die sportliche Herausforderung beim Durchqueren der menschenleeren Wildnis Nordkanadas, sondern auch auf das Angeln, das Übernachten im Freien und den Hauch von Nervenkitzel, den sie verspüren, wenn sie auf jegliche Kommunikationsmittel der modernen Welt verzichten bei ihrer Reise. Dennoch sind sie erfahren und gut ausgerüstet mit Kleidung, Proviant und einem Gewehr für alle Fälle.

Peter Heller beschreibt die beeindruckende Natur bis ins kleinste Detail. Umso verstörender ist der Bruch, als die Freunde Brandgeruch wahrnehmen und realisieren, dass es in unmittelbarer Nähe einen gewaltigen Waldbrand gibt.

Doch der Autor läßt seine Protagonisten nicht einfach vor dem Feuer fliehen, sie werden in einen „Notfall“ eines anderen Kanuten verwickelt und verlieren nicht nur gefährlich viel Zeit, sondern auch den Großteil ihrer Ausrüstung.Außerdem werden sie in eine weitere für sie lebensgefährliche Situation hineingezogen.

Die Feuerwalze bewegt sich unerbittlich in ihre Richtung. Selbst ein Fluss bietet da keinen Schutz mehr, wenn er nicht breit genug ist. Das Ausmaß der Naturgewalten wird vom Autor sehr eindringlich beschrieben. Man fiebert und leidet mit und hofft, dass dieses Abenteuer ein gutes Ende nehmen wird.

Gut gelungen fand ich die immer wieder eingestreuten Rückblicke, durch die man als Leser die beiden jungen Männer näher kennenlernt und erfährt wie ihre Freundschaft entstanden ist, was sie verbindet und was ihnen im Leben schon widerfahren ist.

Die Naturbeschreibungen fand ich schön, auf die detailreichen Ausführungen zu Kanutechniken bis hin zu ausführlichen Packlisten hätte ich auch gut verzichten können.

Ich kann verstehen, dass Peter Heller seinem Roman kein klassisches Happy End geben wollte, trotzdem hadere ich etwas mit dem Abschluss der Geschichte und das nicht nur weil es wirklich sehr abrupt kommt.

Alles in allem gefiel mir der Roman aber wirklich gut, auch wenn es für mich nicht ganz das Highlight war, dass ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Herzerfrischende irische Coming of Age Geschichte - ein Highlight

Die Sache mit Rachel
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Es geht herzerfrischend fröhlich und optimistisch zu in dem Roman „ Die Sache mit Rachel“ und das trotz Wirtschaftskrise und miserablen Zukunftsaussichten für Protagonistin Rachel und ihre Freunde.

Die ...

Es geht herzerfrischend fröhlich und optimistisch zu in dem Roman „ Die Sache mit Rachel“ und das trotz Wirtschaftskrise und miserablen Zukunftsaussichten für Protagonistin Rachel und ihre Freunde.

Die Eltern sind finanziell so klamm, dass Rachel ihr Studium ( welches sowieso nutzlos ist, da es in Irland keine Jobs gibt) selbst finanzieren muss. Der Nebenjob in der Buchhandlung bringt das Nötigste ein, aber was viel besser ist, sie lernt hier einen Freund fürs Leben kennen, James.


Mit ihm zieht sie in eine WG und teilt seine Nöte des verdeckten Schwulseins, denn im katholischen Irland der 90erJahre ist ein Outing kaum möglich. Bei kleineren, größeren und ganz großen Katastrophen sind die beiden immer füreinander da und das ist wirklich sehr toll beschrieben. Manchmal schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen und denkt, das kann kein gutes Ende nehmen.Zu schön, den beiden z.b zuzuschauen ,wie sie einen Plan für Rachel entwickeln, um ihren Prof zu verführen, eine Episode mit unerwartetem Ausgang. Doch trotz allem scheint in der Geschichte sowohl über Rachel, als auch über James ein Schutzengel zu wachen, und das erschien mir gar nicht mal so unglaubwürdig.

Auch wenn ihre Wege irgendwann auseinanderdriften, wie das zwangsläufig beim Erwachsenwerden geschieht, hält ihre Freundschaft dem stand , was ich großartig fand.

Witzigerweise ( und das ist ein gutes Beispiel für den Humor der Autorin), hieß Rachel‘s Freund dann übrigens auch James, aber einen James hatte sie ja schon. Deshalb mußte der neue James sich dann zwangsläufig damit abfinden von ihr mit dem Nachnamen angesprochen zu werden, Carey.


Ich mochte diese wunderbare irische Geschichte über das Erwachsenwerden und eine lebenslange außergewöhnliche Freundschaft sehr und habe mich mit dem humorvollen Schreibstil und den sympathischen Charakteren rundum wohlgefühlt.

Mir lag das Buch als Hörbuch vor, welches hervorragend vertont wurde von Nora Schulte.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Verdrängte Vergangenheit

Tage mit Milena
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Die Protagonistin dieser Geschichte ist Annika eine Frau in ihren 50ern, die mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck lebt und einen schönen kleinen Laden mit Schreibwaren, Papier und selbstentworfenen Karten ...

Die Protagonistin dieser Geschichte ist Annika eine Frau in ihren 50ern, die mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck lebt und einen schönen kleinen Laden mit Schreibwaren, Papier und selbstentworfenen Karten betreibt.

Das Paar führt ein gutes, bürgerliches Leben, und dennoch bricht in Annika etwas auf, als sie eines Tages auf Luzie trifft, eine junge Rebellin, die sich in Annika‘s wohligem Umfeld auf die Straße klebt und für die sich die Geschäftsfrau sofort verantwortlich fühlt.

Als Leser erfahren wir von Annika‘s eigener bewegter Vergangenheit in der Hausbesetzerszene der Hamburger Hafenstraße in den 80erJahren, ihren damaligen Freunden und dem tragischen Tod ihrer Freundin Milena.

Dieses nie aufgearbeitete Trauma bringt Annika jetzt dazu Luzie vor Fehlern bewahren zu wollen und eine Reise in die Vergangenheit anzutreten.

Die Autorin schreibt flüssig und spannend. Ich mochte ihren Schreibstil schon in ihrem Roman Ada‘s Fest sehr. Die bearbeiteten historischen Hintergründe sind von Katrin Burseg ausführlich recherchiert und gut in die Geschichte verwoben worden.

Leider bin ich weder Annika noch Luzie so richtig nah gekommen und konnte ihr Handeln auch an manchen Stellen nicht so richtig nachvollziehen. Insgesamt wirkte der Roman auf mich nicht ganz realitätsnah und etwas zu konstruiert. Trotzdem fand ich die Idee sehr interessant das Engagement der Klimabewegung „Fridays for Future“ und der „letzten Generation“ dem Hafenstraßenkonflikt, einem Thema, dass die Jugend in den 80erJahren bewegt hatte, gegenüberzustellen.


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Veröffentlicht am 12.09.2024

Langweilig

Kluftinger (Kluftinger-Krimis 10)
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Dieser zehnte Teil der Kluftinger Reihe, der Jubiläumsband, ist mir quasi zugefallen. Ich habe zuvor noch kein Buch des Allgäu Kommissars gelesen und werde sicher auch nicht wieder dazu greifen.

Ich wollte ...

Dieser zehnte Teil der Kluftinger Reihe, der Jubiläumsband, ist mir quasi zugefallen. Ich habe zuvor noch kein Buch des Allgäu Kommissars gelesen und werde sicher auch nicht wieder dazu greifen.

Ich wollte zu gerne mal herausfinden, was den Charme dieser Reihe ausmacht. Schließlich gibt es eine große Fangemeinde.



Aber sorry Leute, es war nicht meins. Dieser einfältige Kommissar mit dem ausgeprägten Hang zum Fluchen, der nur selten etwas schnallt, konnte mich nicht begeistern, trotz „lustigem Dialekt“. Leider war mir der Humor viel zu platt.

Den Kriminalfall, bei dem der Kommissar selbst bedroht wird, war zu keiner Zeit spannend, und am Ende bleibt noch Vieles für eine Fortsetzung offen. (Ehrlich gesagt hasse ich das!)



Den Fans wünsche ich weiterhin viel Freude mit diesem Regionalkrimi. Die Nerven werden auf jeden Fall geschont, so vorhersehbar ist der Fall, und Kluftinger bekommt ein Enkelkind, und er stellt fest, dass er mit Hunden klarkommt, sogar dem Hund des Doktors, der nach dem Philosophen Wittgenstein nicht nach dem gleichnamigen Metzger benannt wurde. Sehr viele Belanglosigkeiten bekommen sehr viel Raum. Querlesen geht wunderbar.



Für mich war’s nix, keine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Moralische Dissonanzen - Was ist denn hier passiert?

As Good as Dead
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Nachdem mich die ersten beiden Bände dieser Reihe wirklich begeistern konnten, finde ich den Abschlussband leider furchtbar.

Im letzten Band scheint der moralische Kompass der Hauptfigur Pip Fitz Amobi ...

Nachdem mich die ersten beiden Bände dieser Reihe wirklich begeistern konnten, finde ich den Abschlussband leider furchtbar.

Im letzten Band scheint der moralische Kompass der Hauptfigur Pip Fitz Amobi nicht mehr zu funktionieren. Ich finde egal wie ungerecht das Leben mit einem umspringt und wie wenig gute Erfahrungen man mit der Polizeiarbeit gemacht hat, sollte man das Recht nicht selber in die Hand nehmen. Ich erkenne die Hauptfigur ab Mitte des Buches gar nicht wieder und kann diesen krassen Twist in einem Jugendbuch nicht gutheißen.


Ich möchte nicht spoilern und verrate hier nichts Näheres. Fakt ist, dass Pip eine sehr fragwürdige Entscheidung trifft, die ihr weiteres Leben und das ihrer Freunde und Familie für immer verändert. In einer bedrohlichen Situation versucht sie nicht einmal ihre Familie oder die Polizei mit ins Boot zu holen, da man ihr zuvor auch schon nicht geglaubt hat. Schade, ich finde diese Geschichte nicht nur traurig. Sie vermittelt der Zielgruppe auch eine falsche Message..


So gern ich die ersten beiden Bücher dieser Reihe auch mochte, dieser Teil läßt mich nicht nur enttäuscht sondern fassungslos zurück.

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