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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Nicht überzeugend

Träume aus Salz
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Für mich war der neue Roman von Anika Landsteiner das vierte Buch, dass ich von ihr gelesen habe. Ich war von ihren letzten Romanen immer begeistert, aber dieses Mal hat es mich leider nicht gepackt.



Die ...

Für mich war der neue Roman von Anika Landsteiner das vierte Buch, dass ich von ihr gelesen habe. Ich war von ihren letzten Romanen immer begeistert, aber dieses Mal hat es mich leider nicht gepackt.



Die Geschichte spielt auf einer kleinen griechischen Insel, wo das verliebte junge Paar Flo und Matty eine Woche Urlaub macht. Sie lernen dort Sofia kennen, deren Vater fantastische Moussaka macht und die selbst als Hellseherin auf der Insel bekannt ist. Man freundet sich ein bisschen an und Matty möchte sich unbedingt die Karten legen lassen. Eigentlich sind Flo und er total glücklich, doch in Flo‘s Leben scheint es eine Leerstelle zu geben, die sie sehr belastet und über die sie nicht spricht.

Es gibt in dieser Geschichte wechselnde Perspektiven. Mal lesen wir aus Flo‘s Sicht, mal aus Sofia‘s. Matty kommt leider erst ganz zum Schluss einmalig auch zu Wort.

Aus Rückblicken erfahren wir nach und nach Flo‘s schwierige Familiengeschichte. Auch Sofia‘s Jugend und ihre Rolle in der Inselgemeinschaft wird näher beleuchtet.



Die Atmosphäre auf der Insel, die flirrende Hitze, die Landschaft, die Urlaubsgefühle, all das hat die Autorin ganz wunderbar eingefangen. Der Plot war mir persönlich zu spannungsarm und langatmig, und der angekündigte große Knall nach dem Enthüllen des großen Geheimnisses blieb komplett aus, weil ich das Geheimnis nicht als so dramatisch und einschneidend empfand wie die Protagonistin. Auch bei den Charakteren insbesondere bei Matty hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.



Schade, dieses Mal konnte mich Anika Landsteiner leider nicht überzeugen. Ich konnte mit dieser Geschichte nicht wirklich etwas anfangen.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wenn die eigene Schwester verschwindet

So ist das nie passiert
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Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie ...

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Schwester könnte noch leben. Bei einem Abendessen im Freundeskreis hat sie plötzlich das untrügliche Gefühl, bei der neuen Freundin einer der Gäste könnte es sich um Laika handeln. Ob sie das richtig erkannt hat, oder ob ihre Gefühle mit ihr durchgegangen sind, wird natürlich nicht verraten.

Der Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und in dem wir nach und nach immer mehr über Willa‘s Familie und ihren Freundeskreis erfahren, entwickelt mit dem Fortschreiten der Geschichte einen immer größeren Sog und wird immer spannender.

Ich empfand starke Empathien für einzelne Charaktere und ebenso starke Antipathien gegen andere.

Es fiel mir zwar am Anfang etwas schwer in das Buch hineinzufinden aufgrund vieler Personen und immer wieder wechselnder Perspektiven, aber es hat sich wirklich gelohnt dranzubleiben. Die Autorin hat einen wirklich klug konstruierten Spannungsroman geschrieben, den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Atmosphärisch

Die Hummerfrauen
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Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist ...

Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist und auf ihre Freundin Julie, Anfang 50, die natürlich ebenfalls im Hummerbusiness tätig ist. Die dritte Frau ist Mina, die als Kind mit den Eltern regelmäßig auf der Nachbarinsel ihre Ferien verbracht hat. Sie reist als erwachsene Frau erneut auf die Insel und verunglückt mit ihrem Kajak direkt vor der Küste. Man bringt sie in Ann‘s Haus, wo sich sowohl Ann als auch Julie ihrer annehmen.

Auch Mina bekommt die Chance zu erleben wie es auf einem Hummerfischerboot zugeht und sie fühlt sich Tag für Tag ein Stück mehr zu Hause in Stone Harbour.

Viele Menschen kennt Mina noch aus der Vergangenheit unter anderem ihren Kindheitsfreund Sam, der immer noch auf der Insel lebt und mit dem sie sofort wieder eine Verbindung spürt als sie ihn wiedersieht. Doch es sind auch schlimme Dinge passiert damals, die dazu geführt haben, dass Mina‘s Familie die Insel auf einmal als Urlaubsort gemieden hat.

Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch, so dass man dieses Hummerdorf wirklich vor Augen hatte und das Meer fast schon riechen konnte. Die Charakterzeichnung ist Beatrix Gerstberger auch besonders gut gelungen. Ich mochte die etwas spröde, sehr direkte Art von Ann und die fröhliche, fürsorgliche und schlagfertige Julie. Aber auch Mina, Sam und die Nebencharaktere waren stimmig für mich.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte hineinzufinden. Die vielen Personen und Zeitsprünge waren zunächst verwirrend und haben den Lesefluss etwas gebremst.

Es war am Ende aber ein Buch mit ganz viel Herzenswärme, mit Tiefe und auch mit Humor, dass mich gut unterhalten hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Lebensbande

Lebensbande
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In dieser Geschichte geht es um 3 starke Frauen, deren Wege sich in der Zeit des 2.Weltkriegs kreuzen und die zu Freundinnen werden, die sich gegenseitig unterstützen und füreinander eintreten und sich ...

In dieser Geschichte geht es um 3 starke Frauen, deren Wege sich in der Zeit des 2.Weltkriegs kreuzen und die zu Freundinnen werden, die sich gegenseitig unterstützen und füreinander eintreten und sich für die andere selbst in Gefahr bringen.

Die Autorin erzählt auf 2 Zeitebenen, wobei wir uns in der Gegenwart in den 90er Jahren nach dem Mauerfall in Kühlungsborn befinden. Hier lebt eine der Frauen und die Vergangenheit und ihre düsteren Geheimnisse scheinen sie plötzlich wieder einzuholen, als sie ein Brief der Rentenanstalt erreicht und sie ihre Erwerbstätigkeit vor 1953 erklären soll. Sie schreibt schließlich ihre Geschichte auf und so erfährt der Leser nach und nach die spannende Lebensgeschichte von Nora, Lene und Lotte, die viel durchgemacht haben und denen dieser sinnlose Krieg so viele Jahre gestohlen hat. Lene, die immer fürchten musste, dass ihr stotternder Sohn von den Nazis als minderwertig eingestuft und getötet werden würde und deren Liebe zu einem Holländer einfach nicht möglich war, ihre Cousine Nora, die als Krankenschwester ihr Bestes tut um den kleinen Leo zu retten und die gemeinsam mit ihrer Freundin Lotte in Kriegsgefangeschaft in Russland gerät.

Es ist schlimm, was der Krieg anrichtet und diese Geschichte nach wahren Begebenheiten hat mich sehr berührt. Mechthild Bormann schreibt spannend, fesselnd und leicht und dass, trotz der Schwere der Themen.

Die Autorin macht Geschichte einfach nahbar, und ich war erschüttert, was diese Frauen durchgemacht haben.

Sehr empfehlenswert, aber keine leichte Kost!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Hat Spaß gemacht

Verstand und Gefühl
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Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide ...

Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide Damen haben Verehrer, die sie umwerben, doch turbulente Verwicklungen verhindern den Gang zum Traualtar, den Mrs Dashwood , ihre Mutter, gedanklich schon durchgespielt hatte. Das ist besonders tragisch, da die Mutter mit ihren Töchtern nach dem Tod des Mannes quasi mittellos wird.

Jane Austen analysiert genau die Gefühle und Beweggründe ihrer Protagonisten und übt auch fleißig Gesellschaftskritik aus in ihrem ersten und persönlichsten Roman.

Marianne ist die emotionalere Schwester, die sich ausschließlich von ihren Gefühlen leiten lässt, die laut und ausdauernd leidet, als ihr das Herz gebrochen wird. Elenor ist da viel rationaler. Auch sie leidet, aber sie tut dies leise im Inneren,und lässt Platz für Argumente und Gegenargumente. Marianne macht aber im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch zu einer weniger naiven Frau, die ihre Balance zwischen Gefühl und Verstand gefunden hat, die Voraussetzung, um das eigene Glück zu finden.

Was soll ich sagen, das Buch war ein Genuss. Besonders die satirischen Passagen, in denen die Autorin die damalige Gesellschaft beschreibt, mochte ich sehr.

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