Profilbild von Minijane

Minijane

Lesejury Star
offline

Minijane ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Minijane über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Entfremdung

Damals waren wir unzertrennlich
0

Die Schwestern Agathe und Véra haben sich seit Jahren nicht gesehen.

Agathe ist in die USA ausgewandert und arbeitet dort als Drehbuchautorin, Véra ist in ihrem kleinen Heimatort zurückgeblieben. Die ...

Die Schwestern Agathe und Véra haben sich seit Jahren nicht gesehen.

Agathe ist in die USA ausgewandert und arbeitet dort als Drehbuchautorin, Véra ist in ihrem kleinen Heimatort zurückgeblieben. Die Eltern haben sich schon in ihrer Kindheit getrennt und jetzt, nach dem Tod des Vaters treffen die Geschwister aufeinander um gemeinsam das Haus zu entrümpeln.

Véra hat im Alter von 6 Jahren einen Schock erlebt und seitdem nicht mehr gesprochen. Agathe als ältere Schwester hat immer versucht sie zu beschützen, war aber oft auch überfordert mit der Erwartungshaltung des Vater‘s an sie als die Ältere. Der Vater war meist abwesend, da er viel arbeiten musste.

Die Geschichte wird aus Agathe‘s Sicht erzählt. Es ist fein formuliert und liest sich auch ganz gut, aber mir fehlte es an Handlung. Der Plot ist recht unspektakulär. Nach 9 Tagen des Ausmistens und vielen Rückblicken in die gemeinsame Kindheit und Jugend sind die beiden sich zwar ein Stück weit näher gekommen aber verabschieden sich dennoch in verschiedene Richtungen. Beiden Protagonistinnen bin ich nicht sehr nah gekommen, so dass die Geschichte mich auch nicht besonders berührt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2026

Gestörtes Mutter - Tochter Verhältnis

Bei euch ist es immer so unheimlich still
0

„ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung.
Die ...

„ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und führt die Leser in die Nachkriegszeit zurück bis in die 70er Jahre und in die Gegenwart von 1989 bis zum Fall des DDR Regimes.

Silvia kehrt ihrer Westberliner WG den Rücken. Mit dem „ geliehenen“ Polo eines WG Mitbewohners macht sie sich auf den Weg ins schwäbische Ildingen und taucht nach Jahren der Abwesenheit im Haus ihrer Mutter auf und präsentiert ihr die Enkeltochter Hannah. Ohne diesen kleinen Menschen hätte Silvia diesen Schritt wohl nicht gewagt. Es ist zu viel passiert zwischen Mutter und Tochter.

Evelyn hat in den 1950er Jahren als Ärztin im Krankenhaus gearbeitet, keine Selbstverständlichkeit für eine Frau in dieser Zeit. Mit der Geburt ihrer Tochter war ihre Karriere dann allerdings vorbei und sie wurde Hausfrau in der Kleinstadt Ildingen im eigenen Haus mit spießiger Nachbarschaft.
Und dann ist da noch Betti ihre Freundin und inzwischen Schwägerin, ein quirliger, unverheirateter Freigeist. Betti sagt was sie denkt, kümmert sich nicht ums Gerede und kurvt mit ihrem roten Flitzer viel zu schnell durch die Gegend, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird. Betti und Evelyn, das war einmal ein untrennbares Gespann, doch die Freundschaft hat gelitten seit Evelyn Karl geheiratet hat.

In der Geschichte war mir Silvia auf jeden Fall näher als die schweigsame Evelyn. Ich hatte mit Silvia auch viele Nostalgiemomente, die ich sehr genossen habe. Auch wenn der Roman ein 2.Teil ist, kann man ihn unabhängig vom ersten Buch gut lesen. Ich mochte Teil 1 und habe auch die Fortsetzung sehr gerne gelesen. Der flotte , unterhaltsame Schreibstil lässt einen beim Lesen durch die Seiten fliegen.
Betti war auf jeden Fall eine Lieblingsfigur. Sie hat das verstaubte Ildingen ordentlich aufgemischt. Bei den Nebenfiguren waren mir Monika und Rüdiger sehr sympathisch, Schulfreunde von Silvia, denen sie bei ihrer Rückkehr in die Heimat wiederbegegnet.

Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, der wird sicherlich Freude an der Geschichte haben. Zur Vertiefung gerne beide Bücher lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein Dorfroman mit starken Frauen

Die Riesinnen
0

Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen ...

Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen von den anderen Dorfbewohnern, groß, schlank und rothaarig sticht jede von ihnen aus der Menge heraus.
Mit Liese beginnt die Geschichte in den 60er Jahren. Sie begeht einen schweren Fehler indem sie Bernhard heiratet, wohl aus Gründen der Vernunft und nicht aus Liebe. Bernhard soll die elterliche Metzgerei einmal übernehmen , ein einträgliches Geschäft um die junge Familie zu ernähren. Als sich Nachwuchs einstellt , ist es ein Mädchen, nicht der vom Vater erhoffte Sohn. Liese liebt ihre kleine Cora doch Bernhard wird immer unerträglicher, schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Nach seinem unerwarteten Tod übernimmt Liese die Metzgerei und muss sich das Handwerk und den Respekt der Belegschaft mühsam erarbeiten.
Wie gerne wäre sie weggegangen aus dieser dörflichen Enge, doch sie bleibt aus Verantwortung für ihre Tochter.
Diese wächst zu einer ebenfalls hochgewachsenen Rothaarigen heran, wird in der Schule fürchterlich gemobbt und hat ebenfalls den Wunsch als junge Erwachsene das Dorf weit hinter sich zu lassen. Doch es kommt anders. Cora kehrt schwanger zurück nach Wittenmoos und bringt ihre Tochter zur Welt und wir als Leser wechseln ein weiteres Mal die Perspektive und verfolgen die Entwicklung von Eva, vom Kind zur erwachsenen Frau.
Es gelingt der Autorin gekonnt sich aus dem Leben der Einen herauszuschleichen, um dann mit der Geschichte der Tochter und später mit der Enkelin weiterzuerzählen.Hannah Häffner schreibt sehr bildhaft und poetisch, aber oft auch sehr puristisch.
Sie thematisiert die Heimat im Unterschied zum Zuhause und formuliert unglaublich viele schöne Sätze, die man sich unbedingt merken möchte. Man spürt beim Lesen besonders die Verbundenheit mit der Natur bei allen drei Frauen. Der Wald ist immer wieder eine Kraftquelle, wenn man am Leben mal wieder verzweifeln könnte.

„ Ein Ort, an den man gehört, auch wenn man ihn sich nicht ausgesucht hat. Was ist Heimat, wenn nicht eine Zuflucht vor einer Angst, die du ohne sie nicht hättest?“

Am Ende fand ich es fast schade „die Riesinnen“ schon verlassen zu müssen.
Es war ein runder Schluß, bei dem alle offenen Fragen noch geklärt wurden.
Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2025

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

All Better Now
0

Ein spannendes Gedankenexperiment entwirft Neal Shusterman in diesem Buch. Eine neue Form von Corona, der man den Namen Crown Royal gegeben hat, breitet sich aus. Die Besonderheit ist, dass die Genesenen ...

Ein spannendes Gedankenexperiment entwirft Neal Shusterman in diesem Buch. Eine neue Form von Corona, der man den Namen Crown Royal gegeben hat, breitet sich aus. Die Besonderheit ist, dass die Genesenen in ihrem Wesen verändert sind. Sie sind gelassener, empathischer und glücklicher. Sie machen sich Sorgen um den Planeten und versuchen nachhaltiger zu leben.

Dieses Verhalten ist zwar lobenswert, für eine Konsumgesellschaft aber Gift.

Die Superreichen fühlen sich bedroht und das wiederum führt ganz zwangsläufig zu Konflikten.

Ich fand es wirklich spannend und nachvollziehbar wie der Autor aus dieser Grundidee eine Geschichte gestrickt hat. Die jugendlichen Protagonisten wirkten für mich allerdings deutlich älter als die 17 Jahre, mit denen sie vorgestellt wurden.



Ich will zum Inhalt gar nicht mehr verraten, denn es lohnt sich wirklich die Zusammenhänge selbst zu entdecken.

Der Hörbuchsprecher Julian Mehne spricht sehr ruhig und langsam, was zu dem Buch aber gut gepasst hat.

Das Ende ist überraschend, mit dem Wissen, dass es noch eine Fortsetzung geben soll aber schlüssig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2025

Zu viel Gewalt

Lazarus
0

Mir wurde erst beim Lesen bewusst, dass es sich bei „Lazarus“ um den 7.Teil einer Reihe handelt.


Trotzdem kam ich gut zurecht. Dieser Thriller war wirklich sehr spannend, aber auch unnötig blutig und ...

Mir wurde erst beim Lesen bewusst, dass es sich bei „Lazarus“ um den 7.Teil einer Reihe handelt.


Trotzdem kam ich gut zurecht. Dieser Thriller war wirklich sehr spannend, aber auch unnötig blutig und brutal. Die Spannung baut sich langsam auf und steigert sich immer mehr. Irgendwann ist klar, dass der totgeglaubte Serienkiller Jurek Walter doch noch unter den Lebenden weilt und auf Rachefeldzug ist. Dieser Mörder macht vor nichts und Niemandem halt und zögert auch nicht Unbeteiligte zu manipulieren und sie in sein grausames Spiel mit reinzuziehen.

Am Ende gibt es den erwarteten Showdown und einen Cliffhanger, der Lust auf den nächsten Band machen soll.

Ich bin hier raus. Mir waren es zu viele Gewaltexzesse, die ich nicht lesen mag. Für hartgesottene Thrillerfans ist diese Reihe aber sicher ein Highlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere