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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2019

Nicht ganz überzeugend

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Zu Beginn des Buches schaufelt Erin ein Grab, ein Grab für ihren Ehemann. Die Autorin Catherine Steadman scheint somit das Ende dieser Geschichte an den Anfang zu stellen, denn nach dem etwas verstörenden ...

Zu Beginn des Buches schaufelt Erin ein Grab, ein Grab für ihren Ehemann. Die Autorin Catherine Steadman scheint somit das Ende dieser Geschichte an den Anfang zu stellen, denn nach dem etwas verstörenden Prolog wird die Uhr um 3 Monate zurückgestellt und zu dieser Zeit ist Erin total verliebt und kurz davor diesen Mann zu heiraten.

Erin und Mark sind ein Traumpaar. Er ist erfolgreicher Investmentbanker, sie dreht beruflich Dokumentarfilme. Es ist genug Geld da eine pompöse Hochzeit zu planen mit anschließenden Flitterwochen auf der Luxusinsel Bora Bora. Leider verliert Mark kurz vor der Eheschließung seinen Job. Trotzdem halten die Beiden an ihrer Hochzeitsreise fest, kürzen sie nur ein wenig. Als sie bei einem Tauchgang eine Entdeckung machen, und eine verhängnisvolle Entscheidung treffen gerät ihr Leben aus den Fugen, und das Ehepaar entwickelt eine kriminelle Energie, bei der man ahnt, dass es nicht gutgehen kann.

Die Protagonistin Erin, die die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt ist einerseits durchaus clever, auf der anderen Seite hätte ich sie oft schütteln mögen, so abstrus und naiv ist ihr Handeln.

Catherine Steadman schreibt in ihrem Debüt flüssig und unterhaltsam aber so richtig spannendes Gänsehautfeeling, dass für mich zu einem Thriller dazugehört, gab es fast gar nicht. Auch das Ende war schon aufgrund des Prologs, der für mich einiges vorweg genommen hat einigermaßen vorhersehbar.
Die Vorbereitungen für den Dokumentarfilm fand ich interessant, sollte dieser sich doch ausgerechnet mit Häftlingen beschäftigen, die Erin noch im Gefängnis interviewen wollte und dann später nach ihrer Freilassung noch einmal.

Insgesamt hat mich der Thriller nicht wirklich überzeugt. Die Charaktere sind für mich nicht sehr glaubwürdig. Titel und Klappentext suggerieren eine Story, die sich hauptsächlich auf der Südseeinsel Bora Bora abspielt. Tatsächlich ist Bora Bora nur relativ kurz im Zentrum des Geschehens. Der Geschichte fehlte außerdem für einen Thriller deutlich die Spannung. Ich denke man kann dieses Buch lesen, man verpasst aber auch Nichts, wenn man es nicht liest.

Veröffentlicht am 03.07.2019

Dieses Buch macht Lust auf Italien

Marina, Marina
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Marina, der italienische Hit von Rocco Granata aus den 60erJahren ist ein Ohrwurm, den ich seit Tagen nicht mehr loswerde. Herrlich schmalzig dachte ich wird sicher auch das Buch von Grit Landau, doch ...

Marina, der italienische Hit von Rocco Granata aus den 60erJahren ist ein Ohrwurm, den ich seit Tagen nicht mehr loswerde. Herrlich schmalzig dachte ich wird sicher auch das Buch von Grit Landau, doch da irrte ich gewaltig. Dieses Buch, dass mich von Anfang an gepackt hat und eine beispielhafte, fiktive Geschichte in einem typisch italienischen Dorf, das ebenfalls der Feder der Autorin entsprungen ist, erzählt , hat Tiefgang und hinterlässt ein Stück Italienflair bei mir.

Um nicht den Überblick zu verlieren bei dem Roman, der seinen Anfang in den 60er Jahren, just zu dem Zeitpunkt als jener Rocco Granata seinen Hit landete, im malerischen Küstenort Sant'Amato nimmt, hat die Autorin ein Familienregister vorangestellt, was mir gut gefallen hat und von mir eifrig genutzt wurde. Dort sind die wichtigsten Personen, die in dem Roman vorkommen aufgeführt, zusätzlich zu ihrer Verwandtschaftsbeziehung. Dreh und Angelpunkt ist dieses kleine Dorf und seine Bewohner, ihre Leidenschaften und Lieben und ihr Werdegang von 1960 - 1980 mit einem Rückblick ins Jahr 1944, das Jahr, in dem der Dorfbewohner Leonida Lanteri zum Kriegshelden wurde.

Grit Landau, die schon als Kultur und Musikjournalistin gearbeitet hat, überschreibt ihre Kapitel mit den Hits ihrer Zeit und verstärkte dadurch ein gewisses Nostalgiegefühl bei mir, denn viele dieser canzoni aus den italienischen Charts sind auch hierzulande bekannt geworden.

Die Zeit schreitet voran und aus dem eben noch heranwachsenden Nino Lanteri, der der Mutter eines Freundes hinterherschmachtet, ist ein junger Mann geworden, der ganz andere Pläne hat, als die, die sich seine Eltern erhofft hatten. Die Figuren, die sich die Autorin so liebevoll erdacht hat, trifft man nach einem ersten Kennenlernen erst viele Kapitel später wieder, und da sind schon wieder viele Jahre ins Land gegangen. Das fand ich sehr interessant und durchaus spannend gemacht.

Für Leser, die dem Italienischen nicht mächtig sind, gibt es übrigens am Ende für all die italienischen Begriffe eine Übersetzung und als zusätzliches Goody sind auch noch die Rezepte von den Speisen, die im Buch erwähnt werden mit abgedruckt.

Für mich war dieser Roman von Grit Landau ein absolut überraschendes Highlight, ein Buch bei dem ich wirklich traurig war, als ich es viel zu schnell ausgelesen hatte.

Veröffentlicht am 26.06.2019

Gefühlvoller Hamburgroman

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie ist ein Partygirl, liebt ihre Freiheit, ihre WG, ihre Freunde und verdient gerade soviel wie sie zum Leben braucht. Dieses sorglose, leichte Leben endet abrupt, als sie erfährt, dass ihre Schwester ...

Marie ist ein Partygirl, liebt ihre Freiheit, ihre WG, ihre Freunde und verdient gerade soviel wie sie zum Leben braucht. Dieses sorglose, leichte Leben endet abrupt, als sie erfährt, dass ihre Schwester an Krebs erkrankt ist. Jetzt soll sie sich nicht nur um deren Kinder kümmern, sie soll auch auf einmal Verantwortung auf der familieneigenen Werft übernehmen, die die Schwester vor ihrer Erkrankung geleitet hat.

Ich habe mir diesen Roman von Petra Hülsmann, als Hörbuch geholt. Ehrlich gesagt fand ich die Sprecherin Nana Spier etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn sie ihre Stimme für die männlichen Akteure sehr tief verstellt hat, hat mich das ein bisschen genervt. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit tatsächlich daran, und die Geschichte an sich fand ich ganz schön. Trotz schwerem Thema trägt der Humor der Autorin dazu bei, dass man der zunächst chaotischen Marie, die keinen rechten Plan für ihr Leben zu haben scheint gerne dabei zuschaut wie sie lernt, was im Leben wichtig ist. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die vielleicht ein bisschen vorhersehbar ist, aber das macht Nichts. Auch die anderen Charaktere sind sorgsam ausgearbeitet. So ist z.B Marie's Schwester Christine das charakterliche Gegenstück zu Marie, und man kann sich vorstellen das der Alltag sich nicht so reibungslos bewältigen lässt wie die große Schwester sich das vorgestellt hat.

Dieser gefühlvolle Sommerroman, der im schönen Hamburg spielt, hat mir gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Tolles Debüt

Liebes Kind
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Romy Hausmann hat mit Ihrem Thrillerdebüt "Liebes Kind" einen wirklich spannenden Roman geschrieben, der mich absolut begeistert hat und demnächst auch verfilmt werden soll.

Das Buch beginnt mit einer ...

Romy Hausmann hat mit Ihrem Thrillerdebüt "Liebes Kind" einen wirklich spannenden Roman geschrieben, der mich absolut begeistert hat und demnächst auch verfilmt werden soll.

Das Buch beginnt mit einer Anzeige der Polizei, in der die Studentin Lena Beck, 23, aus München als vermisst gemeldet wird. Diese ist wie man schnell erfährt in eine Waldhütte verschleppt worden. Seit nunmehr 14 Jahren hoffen Ihre Eltern verzweifelt auf ein Lebenszeichen aber die Polizei kommt einfach nicht voran. Der Entführer spielt derweil "Familie" in dieser Hütte, die sehr einsam liegen muss, deren Fenster mit Dämmplatten versehen sind und deren Sauerstoffversorgung über eine "Zirkulationsanlage" geregelt ist. Neben Lena und dem Entführer leben noch 2 Kinder in dieser Hütte, für die diese Umgebung Normlalität ist, denn sie sind in dieses grausame Umfeld hineingeboren worden.

Bewegung kommt in die Geschichte als eine Frau vor ein Auto läuft und nach einem Notruf ins Krankenhaus eingeliefert wird. Da die Frau zunächst nicht vernommen werden kann, wird das kleine unverletzte Mädchen, das im Krankenwagen mitgefahren ist zuerst von einer Ärztin befragt. Sollte es sich bei dem Unfallopfer tatsächlich um Lena handeln? Der Autofahrer, der den Unfall verursacht hat, kann nicht befragt werden. Er hat Unfallflucht begangen und wird gesucht.

Mehr von der Geschichte möchte ich gar nicht verraten. Romy Hausmann schreibt sehr fesselnd in 3 Perspektiven, der von Lena, der von Lena's Vater Matthias und der von dem kleinen Mädchen Hannah. Besonders beklemmend ist natürlich die letzte Perspektive der kindlichen Wahrnehmung. Für Hannah ist es normal, dass der Alltag nach strengen Regeln funktioniert, die eingehalten werden müssen, da ansonsten eine Bestrafung erfolgt. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, so dass sie alle sehr authentisch wirken. Am beeindruckensten war die kleine Hannah, der die Autorin leicht autistische Züge gegeben hat ,und die sich mit Hilfe des "dicken Buchs" sich und anderen die Welt erklärt. Und wenn sie Etwas sehr eindringlich sagen möchte, benutzt sie ihre Löwenstimme.

Wenn ein Buch die Bezeichnung "Pageturner" verdient hat, dann dieses. Ich hatte es in kürzester Zeit ausgelesen und konnte es zwischendurch nur schlecht an die Seite legen. Es ist spannend und überraschend und hat mich super unterhalten, ganz so wie ich mir einen guten Thriller vorstelle.

Veröffentlicht am 16.06.2019

100 Frauenportraits witzig und modern aufbereitet

Teufelsweiber
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Carina Heer widmet sich in ihrem Buch "Teufelsweiber", erschienen im Benevento Verlag besonderen Frauen aus unterschiedlichsten Epochen und Ländern. Gemein ist diesen Frauen, dass sie mit ihren Taten oder ...

Carina Heer widmet sich in ihrem Buch "Teufelsweiber", erschienen im Benevento Verlag besonderen Frauen aus unterschiedlichsten Epochen und Ländern. Gemein ist diesen Frauen, dass sie mit ihren Taten oder Fähigkeiten hervorstechen und den Vergleich zu Männern nicht zu scheuen brauchen. Starke Frauen eben, allerdings im Guten wie im Schlechten. Die persönliche Auswahl der Autorin möchte ich gar nicht kommentieren. Beim Lesen fallen einem noch etliche Frauen ein, die durchaus auch in dieses Werk gepasst hätten.

Die Autorin schreibt witzig und modern zuweilen ein bisschen flapsig, aber auf jeden Fall so. dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe und ganz nebenbei noch eine Menge neuer Dinge erfahren habe. Neben bekannten Frauen wie z.B Marlene Dietrich, Marie Curie, Sophie Scholl, die ich erwartet habe in dem Buch wiederzufinden, gab es auch jede Menge Persönlichkeiten von denen in noch nie etwas gehört hatte. Und sogar Legenden wie die Geschichte der schönen, kämpferischen Semiramis, die von Tauben aufgezogen wurde, finden Einzug in ihre Sammlung. Im Schnitt umfasst jedes kleine Portrait 3 Seiten und gibt so einen schnellen Überblick über das Leben und Schaffen der portraitierten Frau.

Schade nur, dass es kein zeitliches oder namentliches Register gibt, dass dem Ganzen etwas mehr Struktur verleihen würde. Dann würde sich das Buch auch prima als Nachschlagewerk eignen. Sucht man jetzt eine Person, muss man mühsam alle Namen in der Inhaltsangabe durchsuchen.

Trotz kleiner Einschränkungen hatte ich viel Spass beim Lesen dieses gut recherchierten Frauenbuches und empfehle es gerne weiter.