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Veröffentlicht am 13.03.2026

Bewegende Familiengeschichte mit Landgang

Wie Schiffe auf stürmischer See
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Genau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen ...

Genau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen Bauernhof zurück, wo sie sich aufopferungsvoll um ihren demenzkranken Vater Jack kümmert. Bis eines Tages eine junge Frau namens Malin vor der Tür steht und behauptet Michael, ihr auf See ums Leben gekommener Bruder, sei nicht nur ihr Vater, sondern auch noch am Leben. Damit beginnt für alle Drei eine unvorhergesehene Reise zwischen neuer Hoffnung und schmerzhafter Vergangenheit.

In ihrer Erzählweise legt die Autorin einen ebenso bildhaften, wie eindringlichen Schreibstil an den Tag, der sich sehr angenehm und flüssig lesen lässt. Die Story ist sowohl mitreißend, wie bewegend und dank den Ausführungen über Jacks Demenz, eine gelungene Mischung aus unfreiwilliger Komik und einfühlsamer Dramatik. Meine Großeltern sind ebenfalls an Demenz erkrankt, so dass ich viele Situationen wiedererkennen konnte und weiß wie es sich anfühlt erkrankte Menschen zu betreuen und pflegen. Hier wurde treffend recherchiert und auf den Punkt gebracht. Die (Haupt)Protagonisten sind ebenso gut durchdacht, authentisch und jeder auf seine eigene Art liebenswert und sympathisch, so dass man mit jedem von Ihnen mitfühlt, mitleidet und mithofft, auch wenn es erst eine Zeit dauert, bis man sie vollends verstehen kann und genaue Hintergründe erfährt. Gerade das beschert der Geschichte ihren geschickten Spannungsaufbau und ein hoffnungsvolles Ende.

Fazit: Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und mir sowohl Schmunzler entlockt, als auch traurige, ergreifende Lesemomente beschert. Eine wirklich spannende, bewegende Familiengeschichte und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Gefangen zwischen Rebellion, Jagd und Freiheit

To Cage a Wild Bird
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Dividium ist Teil dessen, was die Menschheit einst von der Welt übrig ließ. Dividium ist erbarmungslos, von der Oberschicht beherrscht und ein Ort an dem nur eine Regel gilt: Disziplin oder Tod. Wer gegen ...

Dividium ist Teil dessen, was die Menschheit einst von der Welt übrig ließ. Dividium ist erbarmungslos, von der Oberschicht beherrscht und ein Ort an dem nur eine Regel gilt: Disziplin oder Tod. Wer gegen das Gesetz verstößt landet in Endlock, einem brutalen Gefängnis, in dem Reiche die Möglichkeit besitzen, ihre Freizeit mit der tödlichen und überaus grausamen Jagd auf die Insassen zu verbringen. Als schließlich der Bruder von Kopfgeldjägerin Raven inhaftiert wird, sieht sie für seine Befreiung keine andere Chance, als sich mit Rebellen zu verbünden und sich schließlich selbst in Endlock einzuschleusen. Als Kopfgeldjägerin nicht sonderlich beliebt, bekommt sie ausgerechnet von Wachmann Vale Hilfe, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?

Zunächst einmal sollte ich anmerken, dass ich „To Cage a Wild Bird“ von Brooke Fast als Hörbuch gehört habe, welches von Dagmar Bittner wirklich hervorragend eingelesen wurde. Da sie die Stimmung des Buches mit ihrer Stimme toll rübergebracht hat, war es ein Leichtes in die dystopische Fantasygeschichte ein- und abzutauchen. Überhaupt empfand ich den gesamten Schreibstil als leicht verständlich, mitreißend und zudem sehr fesselnd. Auch mit der Zuordnung der vielen Namen von den Protagonisten hatte ich komischerweise überhaupt keine Probleme, was für mich einen klaren Pluspunkt ausmacht. Die Idee ist düster, das Setting toll und gut durchdacht, ebenso wie die Charaktere, die mir sehr gut gefallen haben. Insbesondere Ravens Entwicklung mitzuverfolgen war sehr interessant und ebenso stimmig wie die Dynamik der Lovestory. Die Handlung ist teilweise recht brutal, doch auf der anderen Seite auch echt ergreifend und überraschend emotional, auf jeden Fall aber durchweg spannend!

Fazit: Als Fan von Panem hat mich „To Cage a Wild Bird“ wirklich gepackt und begeistert. Ich kann das Buch absolut empfehlen und freue mich schon jetzt auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Auf meiner Ranch bin ich König

Morgensonnenglück
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Mit Morgensonnenglück führt uns Petra Schier auf einen idyllischen Familiengutshof inmitten der beschaulichen Eifel. Genau genommen nach Lissenborn, wo Hollys einerseits geliebten, andererseits aber auch ...

Mit Morgensonnenglück führt uns Petra Schier auf einen idyllischen Familiengutshof inmitten der beschaulichen Eifel. Genau genommen nach Lissenborn, wo Hollys einerseits geliebten, andererseits aber auch kontrollsüchtigen Großeltern, bislang das resolute Zepter schwangen. Aus der „Regentschaft“ resultierend - lang und gut gehütete Geheimnisse, eine weit zerstreut lebende und zerstrittene Familie, die nun aber, zum Erhalt des Familienerbes, wieder vereint werden soll.

Es geht um drei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten, um große Gefühle, aber auch um tief sitzende Verletzungen. Um eine geheime Jugendliebe, Neuanfänge, Zweifel und ein wirklich wundervoll beschriebenes Setting, das es mir sehr leicht gemacht hat, mich in der Eifel, insbesondere in Lissenborn, zurechtzufinden und in die Geschichte einzutauchen. Leider ist es mir nicht gelungen, auch mit den einzelnen Hauptfiguren warm zu werden, bzw. mich mit ihnen zu identifizieren. Keine Ahnung, ob es am grundsätzlichen Sympathiefaktor lag oder einfach daran, dass ich die Dialoge in mancher Hinsicht ein wenig zu gekünstelt und unrealistisch empfand. Teilweise fiel mir jedenfalls echt schwer, mich in einzelne Personen und auch Situationen hineinzuversetzen. Dadurch hat mich das Buch leider weder emotional so richtig erreicht, noch mitgerissen - was die eigentliche Story jedoch, ohne Zweifel, total verdient hätte, denn die ist zwar für meinen Geschmack relativ glatt, aber dennoch raffiniert.

Fazit: Ein kurzweiliger Roman mit tollen Nebencharakteren, beschaulich-wohltuender Eifelidylle, Geheimnissen, Leidenschaft und auflodernden Gefühlen - eben ein schöner Wohlfühlroman für zwischendurch!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Spannung zwischen Vertrauen und Verrat

Wem du traust
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Als eines nachts Sofia - die Tochter von Evas bester Freundin Susanne - plötzlich spurlos verschwindet, gerät ihr Mann Daniel ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Er war es, der Sofia in dieser Nacht zuletzt ...

Als eines nachts Sofia - die Tochter von Evas bester Freundin Susanne - plötzlich spurlos verschwindet, gerät ihr Mann Daniel ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Er war es, der Sofia in dieser Nacht zuletzt sah. Er war es, der sie nach dem Babysitten bei Sohn Linus nach Hause fuhr, wo sie aber nie ankam. Und er ist es, der sich durch falsche Angaben bei der Polizei in immer neue Ungereimtheiten verstrickt. Doch wäre er, ihr Mann Daniel, wirklich in der Lage Sofia etwas anzutun?

Ansprechendes Cover, spannende Beschreibung, also entschied ich mich, für meinen Putzmarathon, für die Hörbuchversion dieses Buches, obwohl mir die Autorin Petra Johann bis zu ihrem Kriminalroman „Wem du traust“ gar kein Begriff war. Bereut habe ich die Wahl keine Minute lang, sondern um genau zu sein, insgesamt sogar noch mehr aufgeräumt als ich ursprünglich eigentlich wollte. Warum? Weil mich die Story, die hauptsächlich aus Evas und aus der Perspektive der Ermittlerin Heidi Westphal erzählt wird, so gefesselt hat, dass ich einfach die Zeit vergessen hab. Davon abgesehen lässt sich der Stimme der Sprecherin Sarah Dorsel aber auch wirklich sehr angenehm lauschen. Wenn manchmal vielleicht auch etwas langatmig, so haben die Beschreibungen das Misstrauen und die Zweifel beim Hören auf jeden Fall spürbar gemacht. Wobei ich den Schreibstil insgesamt als sehr flüssig, klar und mitreißend empfand, so dass ich mich nicht erst zurechtfinden musste, sondern gleich mitten im Geschehen war, was ich gerade bei Hörbüchern echt wichtig finde.

Fazit: Ein wirklich gut gelungener, spannender psychologischer Kriminalroman, der mir nicht nur eine saubere Wohnung, sondern auch - bis zum überraschenden Schluss - großes Lese- bzw. Hörvergnügen, mit durchaus raffinierten Wendungen, bereitet hat. Petra Johann werde ich auf jeden Fall im Blick behalten!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Eiskalte Geheimnisse

Eisnebel
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Kate Alice Marshall nimmt uns in ihrem Thriller „Eisnebel“ mit ins verschneite Idlewood. Dort, in winterlich-idyllischer Abgeschiedenheit, wartet auf Hauptprotagonistin Theodora nicht nur ein atemberaubendes ...

Kate Alice Marshall nimmt uns in ihrem Thriller „Eisnebel“ mit ins verschneite Idlewood. Dort, in winterlich-idyllischer Abgeschiedenheit, wartet auf Hauptprotagonistin Theodora nicht nur ein atemberaubendes Luxusanwesen, sondern auch ein erstes Zusammentreffen mit der stinkreichen Familie ihres Verlobten Conner Dalton. Sehr schnell bekommt Theo nicht nur deren Skepsis zu spüren, sondern auch anonyme Drohungen, die sie zur Abreise bewegen wollen. Was hat es mit diesen Nachrichten auf sich und wieso wird Theodora das ungute Gefühl nicht los, dass sie schon einmal hier war?

Beeindruckt hat mich schon gleich zu Anfang der lebendig-beschreibende Schreibstil der Autorin, der mich nicht nur das ein oder andere Mal hat frösteln, sondern auch das Setting vor meinem inneren Auge lebendig werden lassen. Gut gelungen und spannend fand ich auch, wie sich die Erinnerungslücken und vagen Kindheitserinnerungen von Theodora Stückchen für Stückchen geschlossen haben und man immer mehr von ihrer Geschichte, bzw. Ihren Träumen erfahren hat, während jeder Familie Dalton immer verdächtiger wurde.
Das Buch lässt sich angenehm und flüssig lesen. Und während die Spannung zu Anfang noch recht langsam aufgebaut wird, so hält sie sich dann aber eigentlich, dank einiger pfiffiger Wendungen, durchweg aufrecht, wobei sich die Auflösung irgendwann schon erahnen lässt. Nicht so gut gefallen hat mir die recht oberflächliche Zeichnung der einzelnen Charaktere, insbesondere was Conner, den Verlobten der Hauptprotagonistin betrifft, um dessen Familie sich ja eigentlich alles dreht. Da hätte ich etwas mehr erwartet, vom Finale vielleicht etwas weniger.

Fazit: Insgesamt ein spannender Thriller, mit toll vermittelter Atmosphäre und spürbarer Bedrohung. Die offengelegten Geheimnisse haben mir auf jeden Fall eiskalte Lesemomente beschert und mich gut unterhalten!

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