Bewegende Familiengeschichte mit Landgang
Wie Schiffe auf stürmischer SeeGenau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen ...
Genau genommen nimmt uns Kathy Biggs in ihrem Roman „Wie Schiffe auf stürmischer See“ mit an die stürmische Küste von Wales. Hierhin kehrt Grace, nach Schicksalsschlag und Scheidung, auf den elterlichen Bauernhof zurück, wo sie sich aufopferungsvoll um ihren demenzkranken Vater Jack kümmert. Bis eines Tages eine junge Frau namens Malin vor der Tür steht und behauptet Michael, ihr auf See ums Leben gekommener Bruder, sei nicht nur ihr Vater, sondern auch noch am Leben. Damit beginnt für alle Drei eine unvorhergesehene Reise zwischen neuer Hoffnung und schmerzhafter Vergangenheit.
In ihrer Erzählweise legt die Autorin einen ebenso bildhaften, wie eindringlichen Schreibstil an den Tag, der sich sehr angenehm und flüssig lesen lässt. Die Story ist sowohl mitreißend, wie bewegend und dank den Ausführungen über Jacks Demenz, eine gelungene Mischung aus unfreiwilliger Komik und einfühlsamer Dramatik. Meine Großeltern sind ebenfalls an Demenz erkrankt, so dass ich viele Situationen wiedererkennen konnte und weiß wie es sich anfühlt erkrankte Menschen zu betreuen und pflegen. Hier wurde treffend recherchiert und auf den Punkt gebracht. Die (Haupt)Protagonisten sind ebenso gut durchdacht, authentisch und jeder auf seine eigene Art liebenswert und sympathisch, so dass man mit jedem von Ihnen mitfühlt, mitleidet und mithofft, auch wenn es erst eine Zeit dauert, bis man sie vollends verstehen kann und genaue Hintergründe erfährt. Gerade das beschert der Geschichte ihren geschickten Spannungsaufbau und ein hoffnungsvolles Ende.
Fazit: Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und mir sowohl Schmunzler entlockt, als auch traurige, ergreifende Lesemomente beschert. Eine wirklich spannende, bewegende Familiengeschichte und eine absolute Leseempfehlung!