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Veröffentlicht am 20.07.2025

Romantasy, Hexenjagd & Blutmagie

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Von der gefürchteten Blutwache gejagt, droht Hexen in der Neuen Republik die Todesstrafe. Rune Winters ist eine von ihnen, doch sie ist noch so viel mehr - denn hinter der überaus oberflächlichen, gut ...

Von der gefürchteten Blutwache gejagt, droht Hexen in der Neuen Republik die Todesstrafe. Rune Winters ist eine von ihnen, doch sie ist noch so viel mehr - denn hinter der überaus oberflächlichen, gut situierten Und leicht dümmlichen Adeligen, die einst ihre Großmutter an die Blutwache verriet, was sie zum Liebling der Neuen Republik machte, verbirgt sich der gesuchte, da hexenrettende „Rote Nachfalter“, der keine Gefahren scheut. Um ihr Ziel zu erreichen und an wichtige Informationen zu gelangen, lässt sich Rune schon bald auf ein gefährliches Katz-und-Maus Spiel mit Hexenjäger Gideon Sharpe ein. Doch wer ist in diesem Spiel letztendlich der Jäger, wer der Gejagte?

Ich habe „Heartless Hunter - Der rote Nachtfalter“ von Kristen Ciccarelli parallel als Hörbuch gehört, dazwischen aber auch immer mal wieder Kapitel selbst gelesen. Dabei hat mir das Buch letztendlich ein klein wenig besser gefallen. Zwar war das Hörbuch gut eingesprochen und auch mitreißend, doch für mein Empfinden an manchen Stellen dennoch etwas träge und nicht ganz zu dem Bild in meinem Kopf passend, gerade wenn es um den gesprochenen Part von Moritz Frinberg ging. Was die Story und das Worldbuilding betrifft, kam ich angenehm schnell in die Geschichte hinein, musste nicht großartig nachdenken, keine komplizierten Abläufe versuchen nachzuvollziehen, sondern hatte gleich alles vor meinem geistigen Auge und konnte mich drauf einlassen. Also genau das Richtige für zwischendurch, wenn man seinem Hirn mal Ruhe von hochtrabender Literatur gönnen und einfach nur einer fantasievollen und magischen Geschichte folgen möchte.

Die Protagonisten sind gegensätzlich, gut gelungen und raffiniert ausgearbeitet, die Handlung ist düster und ebenso spannend in der Entwicklung.Teilweise vorhersehbar, aber durchaus auch mit dramatischen Wendungen versehen. Die Liebesgeschichte zwischen Rune und Gideon nimmt zwar schon sehr viel Raum ein, ist aber gut erträglich und nicht so übertrieben, wie in manch anderem Buch. Für mich eine gesunde und gute Mischung. Das von der Autorin erdachte Magiesystem ist zwar nicht bahnbrechend, dafür nicht unnötig kompliziert, trotzdem ausgeklügelt und interessant. Okay, das Periodenblut, welches Rune für ihre Blutmagie braucht ist vielleicht etwas drüber, wobei andererseits auch gar nicht mal so dumm und eine gut durchdachte Konsequenz, um hexenkennzeichnende Narben, bei aktiver Blutentnahme, an sich selbst zu vermeiden.

Fazit: Ich habe einiges an Kritik gelesen. Doch schaut man sich Verlag, Altersfreigabe und Klappentexte an, weiß man doch eigentlich was einen erwartet, liest es oder eben nicht. Heartless Hunter ist zwar an manchen Stellen etwas vorhersehbar und hat sicher auch die Magie und Hexenwelt nicht neu erfunden, doch darum geht es - meiner Meinung nach - bei einer Geschichte doch auch gar nicht. Alles in Allem fand ich Heartless Hunter sowohl spannend, als auch überaus unterhaltsam und fesselnd. Auf die Fortsetzung bin ich jedenfalls schon sehr gespannt!

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Herzergreifende Lektion in Sachen loslassen

Alles, was wir niemals sagten
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Neve und Jamie sind seit Schulzeiten das Traumpaar schlechthin, doch dann kommt Jamie bei einem tragischen Autounfall uns Leben und Neve verfällt in tiefe Trauer, die sie jedoch nicht verarbeiten kann. ...

Neve und Jamie sind seit Schulzeiten das Traumpaar schlechthin, doch dann kommt Jamie bei einem tragischen Autounfall uns Leben und Neve verfällt in tiefe Trauer, die sie jedoch nicht verarbeiten kann. Als sie Jahre später auf Ash trifft, der Jamie in vielem so unsagbar ähnlich erscheint, verrennt sie sich in der Idee, es habe eine Seelenwanderung stattgefunden und Ash sei die Reinkarnation von Jamie. Ist etwas dran an ihrer Theorie oder kann Neve ihre große Liebe einfach nicht loslassen? Und wie ist ihre älteste Freundin Lara in Alldem verstrickt?

Alles, was wir niemals sagten war mein erster Roman von Holly Miller und ich habe mich direkt in ihren, fesselnden, aber dennoch wahnsinnig leichten Schreibstil verliebt. Die gelesenen Kapitel flogen einfach nur so dahin. Teilweise habe ich wirklich alles stehen und liegen gelassen, nur um weiterlesen zu können. Die Handlungsorte, Situationen und natürlich die Protagonisten, sind bildhaft, liebevoll und gleichzeitig sehr eindringlich beschrieben - ich war gleich in der Story drin, als würde ein Film vor mir ablaufen. Im Verlauf das Buches werden viele Fragen aufgeworfen, vieles was ich unbedingt beantwortet wissen wollte, mich aber fast bis zum Schluss gedulden musste, was sich einerseits quälend angefühlt hat, andererseits aber auch durchweg die Spannung aufrecht erhalten hat. Die Handlung findet im „Jetzt“, aber auch im „Damals“ statt, so dass man nur Häppchenweise den gesamten Umfang der Geschehnisse erfährt, um dann vom unerwarteten Ende überwältigt zu werden.

Ja, irgendwann, während des Buches, begann mich Neve mit ihrer wirklich verbissenen und davon besessenen Idee wirklich zu nerven und ich hätte sie schütteln können. Doch nichts desto trotz hat mich das Buch - obwohl nicht unbedingt mein Genre - so gefesselt, dass ich unbedingt und immer weiterlesen musste, was in der letzten Zeit kaum ein Buch in diesem Umfang geschafft hat. Daher konnte ich, trotz zwischenzeitlichem „Genervtsein“, gar nicht anders, als volle fünf Sterne zu vergeben. Irgendwie gehört doch auch das mit dazu und macht ein Buch nicht schlechter, im Gegenteil, genau so ist das Leben - Sind wir nicht alle mal von den verbissenen Ansichten unserer Freunde genervt, möchten sie wachrütteln und ziehen dennoch nicht gleich einen Punkt von der Freundschaftsskala ab? Verrennen wir uns nicht selbst manchmal in Dinge, bei denen uns Andere am Liebsten schütteln mögen? Haben wir nicht alle irgendwo ein Problem damit loszulassen?

Fazit: Eine wirklich mitreißende und fesselnde Geschichte, die mir stellenweise das Herz zerrissen und mich in Sachen „loslassen“ zum Nachdenken gebracht hat. Für mich auf jeden Fall eine ganz klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Ein Haus packt aus…

Treppe aus Papier
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Henrik Szántó lässt in seinem Roman „Treppe aus Papier“ ein altes Haus von seinen Erinnerungen an all die Menschen, die es je bewohnten, erzählen. Und so erzählt es die Geschichte der 15 jährigen Nele, ...

Henrik Szántó lässt in seinem Roman „Treppe aus Papier“ ein altes Haus von seinen Erinnerungen an all die Menschen, die es je bewohnten, erzählen. Und so erzählt es die Geschichte der 15 jährigen Nele, die aufgrund einer Geschichtsklausur, mit der 90jährigen Irma, einer Zeitzeugin des Nationalsozialismus, im Treppenhaus ins Gespräch kommt und beginnt Fragen zu stellen. Wichtige Fragen, um hinter das zu kommen, was damals geschah, über die Geschichte ihrer eigenen Familie und über das, worüber in der Vergangenheit stets geschwiegen wurde.

Bereits das Vorwort des alten Hauses, das eigentlich aus einer reinen Aufzählung dessen besteht, was es im Laufe der Zeit alles mitgemacht, mitbekommen und erlebt hat, finde ich absolut grandios. Für das alte Haus finden die Ereignisse der Jahrzehnte alle zeitgleich statt, wie wenn ein Bild mit sehr langer Belichtungszeit aufgenommen wird oder eben Fotos übereinandergelegt werden. Dadurch kommt es im Laufe der Geschichte immer wieder zu interessanten Überschneidungen, die aufhorchen, innehalten und die Luft scharf einziehen lassen. Grundsätzlich hat mir dieser ganz besondere, poetische Schreibstil unheimlich gut gefallen. Einerseits schreibt der Autor unaufgeregt, andererseits legt die Abfolge der Aufzählungen, die er sehr oft als Stilmittel wählt, ein gewisses Tempo vor, dem man gedanklich und aufgrund der langen Sätze manchmal schwer, in seinem gesamten Umfang, folgen kann. Er schreibt unheimlich Wort- und Bildgewaltig, ich glaube das Ein oder Andere begreift man tatsächlich auch erst nach dem zweiten Mal lesen. Was gut ist, denn das hat mich mehrfach zum nachdenken gebracht.

Meine Oma ist mittlerweile auch 93 Jahre alt und ich habe mir im Laufe meines Lebens viel von früher erzählen lassen. Habe ebenso wie Nele viele Fragen gestellt, um zu verstehen und damit Omas Geschichten nicht mit ihr verloren gehen. Aufgrund ihrer unnachgiebigen Art und ihrer Neugierde, ist Nele mir sehr sympathisch, steht mir irgendwie nahe, finde ich ihre Fragen realistisch und nachvollziehbar. Schade fand ich allerdings, dass zu dem ausreichend ernsthaften Thema des Nationalsozialismus, auch PRIDE noch zum Thema gemacht wurde. Nicht, dass es nicht auch ein wichtiges Thema wäre, nur alles in einer Geschichte unterbringen zu wollen, ist meiner Meinung nach etwas „to much“, wirkt erzwungen und hat der Geschichte für mich die Glaubhaftigkeit und ein Stückweit auch die Begeisterung für sie genommen. Daher leider auch nur 4 von 5 Sterne.

Fazit: Nichts desto trotz ein wirklich ganz besonderes und absolut lesenswertes Buch, das sicherlich noch lange Zeit in mir nachhallen wird.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Für Klein… aber eben auch für Groß :-)

Geschichten aus dem Muckligwald – Geschenkbuch mit Zeichnungen von Bestseller-Illustrator Charlie Mackesy
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Der Muckligwald ist ein verzauberter Wald, in den Oma ihre Enkel, immer kurz vor dem Schlafengehen entführt. In den „Geschichten aus dem Muckligwald“ von Vicky Cowie treffen sie dort auf Kelpies, Brownies, ...

Der Muckligwald ist ein verzauberter Wald, in den Oma ihre Enkel, immer kurz vor dem Schlafengehen entführt. In den „Geschichten aus dem Muckligwald“ von Vicky Cowie treffen sie dort auf Kelpies, Brownies, magische Maikäfer, ja sogar Wasserspeier und besuchen ein verzaubertes Feenfest. Kleine Wunder geschehen und phantasievolle Illustrationen von Charlie Mackesy laden zum Träumen ein.

Ich habe mir dieses Buch nicht als Vorlesebuch für Kinder ab 4Jahren gekauft, sondern tatsächlich als Geschenkbuch an mich selbst, da ich einen großen Fable für schöne Kinderbücher habe. Deshalb ist mir dieses Buch, mit seinem liebevoll gestalteten Cover und dem nostalgischen Touch, auch sofort ins Auge gefallen. Vom zauberhaften Cover einmal abgesehen, ist es mit der Goldprägung auf dem leinenartigen Buchrücken, insgesamt nicht nur hochwertig, sondern auch wunderschön anzusehen. Zudem bin ich ein großer Fan von Charlie Mackesys Tuschezeichnungen. Als Künstler und Illustrator wurde er insbesondere durch das Buch, bzw. den Kurzfilm „Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“ bekannt, für den er sogar einen Oscar gewann.

Zwar ging es mir bei dem Buch vielmehr um das Optisch-künstlerische, als um das Inhaltliche (obwohl ich natürlich auch ein großer Fan von Feen und sämtlichen mythischen Wesen bin), doch versprühen die liebevollen, kleinen Geschichten rund um den Muckligwald selbstverständlich auch einen unheimlichen Charme und wärmen das Herz. Insgesamt handelt es sich um fünf kindgerechte Kurzgeschichten, die in poetisch angehauchter Reimform verfasst sind und sich melodisch, mit großer Freude, lesen lassen. Natürlich allesamt untermalt mit den tollen Illustrationen von Charlie Mackesy, die sehr viel Platz für die eigene Fantasie lassen. Wobei ich es - wie im Übrigen auch in diesem Buch vorhanden - immer sehr mag, wenn ein Buch eine kleine Karte enthält, so dass man sich vom Ort des Geschehens ein besseres Bild machen, selbst auf Erkundungstour gehen kann. (Denn wer kennt sie z.B. nicht, die Karte vom Hundertmorgenwald!?)

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes, kreatives und absolut empfehlenswertes Vorlese- und Geschenkbuch - nicht nur für kleine Leute

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Καλώς ήρθατε στην Πάρο

Der letzte Ouzo
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Herzlich Willkommen auf Paros! In ihrem Griechenlandkrimi „Der letzte Ouzo“ nimmt uns Hanna von Feilitzsch mit auf die malerische Kykladeninsel Páros. Dort steigt Christína Strátou, nach langjähriger Pause, ...

Herzlich Willkommen auf Paros! In ihrem Griechenlandkrimi „Der letzte Ouzo“ nimmt uns Hanna von Feilitzsch mit auf die malerische Kykladeninsel Páros. Dort steigt Christína Strátou, nach langjähriger Pause, wieder in den Polizeidienst ein. Noch gar nicht richtig auf der Insel angekommen, findet sie auf dem Byzantinischen Weg, die Leiche einer jungen Frau. Als „Neue“ von den Ermittlungen ausgeschlossen und nicht einverstanden mit dem vorschnellen Urteil des Ermittlungsleiters Fánis, der ausschließlich den Ehemann verdächtigt, geht Christína ihrem eigenen Gespür nach und ermittelt auf eigene Faust. Stecken hinter der Tat tatsächlich die niederen Beweggründe des Ehemanns oder verbirgt sich vielleicht doch etwas ganz anderes hinter dem Mord?

Von den spannenden Lesestunden, in denen ich mitgerätselt und mitgefiebert habe, einmal ganz abgesehen, war das Buch für mich wie ein kurzer Urlaub in der Ägäis. Wobei Urlaub es nicht so richtig trifft, denn Hanna von Feilitzsch vermittelt vielmehr das typisch griechische Lebensgefühl in ihrem Buch. Die Handlung spielt fernab der Touristenströme, was es mir nur um so sympathischer macht. Die Namen, die Menschen, die Landschaft - die Autorin schreibt so authentisch, dass ich die Protagonisten nicht nur bildlich und gestikulierend vor mir sah, sondern auch den, in der Luft liegenden, würzigen Geruch der Wildkräuter und Wälder, immerzu in der Nase hatte. Unangenehm wurde der bildhafte Schreibstil dann allerdings an den Stellen, an denen mir angesichts der vielen griechischen Köstlichkeiten, das Wasser pausenlos im Mund zusammenlief und ich furchtbares Gern- bzw. Heimweh bekommen habe  

Mit dem Schreibstil hatte ich mich jedenfalls, von der ersten Seite an, direkt angefreundet, so dass sich das Buch flüssig und mit Freude lesen lies. Die Handlung war absolut packend und nachvollziehbar, der Fall dank falschen Fährten und Wendungen spannend und die Protagonisten (bis auf wenige, gewollte Ausnahmen) überaus sympathisch. Gern hätte ich selbst, in der einen oder anderen gemütlichen Runde, mit am Tisch gesessen. Toll fand ich auch die griechischen Kapitelüberschriften mit den anschließenden Erklärungen bzw. Übersetzungen. Nicht nur der zusätzlichen, kleinen Griechisch-Lektion wegen, sondern weil ich die typisch griechischen Aussagen und Sätze ebenfalls direkt im Ohr hatte. 

Fazit: Ein überaus pfiffiges, gut durchdachtes und gelungenes Gesamtpaket und natürlich ein MUSS für jeden Griechenlandliebhaber oder denjenigen, der es noch werden möchte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn sowohl Chrístina, als auch der Esel, sind mir direkt ans Herz gewachsen  

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