Schonungsloser Blick auf die Familie und Alkoholismus
Das Schwarz an den Händen meines VatersDie Ich-Erzählerin Motte berichtet über ihre Kindheit und ihr aktuelles Leben. Sie hat einerseits eine enge Beziehung zu ihrem Vater, andererseits ist er ihr fremd, wenn er getrunken hat. Schon früh achtet ...
Die Ich-Erzählerin Motte berichtet über ihre Kindheit und ihr aktuelles Leben. Sie hat einerseits eine enge Beziehung zu ihrem Vater, andererseits ist er ihr fremd, wenn er getrunken hat. Schon früh achtet sie darauf, wann und ob er nachts nach Hause kommt. Über den Konsum wird in der Familie nicht offen gesprochen, sondern die Spuren beseitigt. Später wird deutlich, dass auch Motte mit Alkohol nicht umgehen kann. Wenn sie trinkt, dann sehr viel und hemmungslos. Auch der Großvater und der zweite Mann der Großmutter waren Alkoholiker. Trotzdem oder sogar vor allem deswegen wird nie über das Thema gesprochen. Auch nach dem Tod des Vaters wird der Blick nur auf schöne Erinnerungen gerichtet. Wenn Motte auch die andere Seite anspricht, will das niemand hören.
Ich fand das Buch sehr eindringlich. Ein schonungsloser Blick auf eine Familie mit Alkoholikern und wie dies das Leben aller beeinflusst. Mottes Feststellung, dass sie zwei Väter hat und der eine irgendwann verschwunden ist, fand ich sehr treffend.
Der Schreibstil ist sehr passend. Keine blumigen Ausschmückungen sondern kurze treffende Beschreibungen. Manchmal war wir das Spribgen zwischen Gegenwart und Vergangenheit etwas schnell.