Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2018

Wirkt keine Wunder, aber wirkt!

Besser-ich
0

Wer ist schon mit sich selbst zufrieden? Wohl jeder hat einige „Baustellen“ an sich selbst, die zu ändern manchmal aber sehr schwerfallen. Doch dabei ist es fast schon einfach, wenn man nur den richtigen ...

Wer ist schon mit sich selbst zufrieden? Wohl jeder hat einige „Baustellen“ an sich selbst, die zu ändern manchmal aber sehr schwerfallen. Doch dabei ist es fast schon einfach, wenn man nur den richtigen Weg kennt.

Mary Jane Ryan hat in diesem Buch nicht nur 81 Mantras zusammengestellt, mit deren Hilfe jeder es schaffen kann, seine Baustellen nach und nach abzuarbeiten, sie liefert auch eine kleine Anleitung, wie man eigene Mantras erarbeiten kann. Zu jedem Mantra gibt es eine Erklärung, eine „Denkübung“, einen kleinen Text, der auf das Mantra einstimmt. Die Autorin legt Wert darauf, dass man sich nicht zu viel zumutet und vor allem der Veränderung auch Raum und Zeit einräumt. Wunder gibt es keine, alles braucht seine Zeit. Aber gerade diese Ruhe gefällt mir, denn so ist von Anfang an mehr Vertrauen meinerseits in die Idee und die Praktikabilität vorhanden. Mary Jane Ryans Methode ist erstaunlich einfach und unkompliziert. Gerade deshalb hat sie auch Erfolg.

Der Trick ist, einen „Habit-Changer“ so lange zu üben, bis die Änderung in Fleisch und Blut übergeht. Das kann schon mal ein halbes Jahr dauern, dafür ist es dann aber auch dauerhaft. Erst dann sollte man mit der nächsten Übung beginnen. Man sieht also, das Ganze kann sehr lange dauern. Doch der Erfolg gibt der Autorin Recht.

Mir gefällt ganz besonders, dass sie einen freundlichen Ton in den Text legt, der Mut macht und Selbstvertrauen. Auf keiner Seite ist sie in irgendeiner Weise belehrend oder „erzieherisch“. Dieses Buch sollten tatsächlich alle Menschen lesen – schon das könnte meiner Meinung nach die Welt ein bisschen besser machen! Das Buch wirkt keine Wunder (denn es wirkt langsam, sprich: man muss schon lange an sich selbst arbeiten), aber es wirkt – und das zuverlässig!

Von mir ganz klar die vollen fünf Sterne und ein dickes Dankeschön an Mary Jane Ryan, die mir mit diesem Buch hilft, ein (noch?) besserer Mensch zu werden.

Veröffentlicht am 10.03.2018

Rezepte für Schokoholics

Die Schoko-Box
0

Diese Box hat einen Papp-Einsatz, in dem die 50 Rezeptkarten sitzen. Das ist das einzige, was mir nicht daran gefällt. Mir wäre eine Box in passender Größe lieber gewesen, denn nimmt man den Einsatz heraus, ...

Diese Box hat einen Papp-Einsatz, in dem die 50 Rezeptkarten sitzen. Das ist das einzige, was mir nicht daran gefällt. Mir wäre eine Box in passender Größe lieber gewesen, denn nimmt man den Einsatz heraus, liegen die Karten sehr lose in der Box. Lässt man ihn drin, wird er mit der Zeit etwas unansehnlich. Die Box ist 15,2 x 15,2 x 4,5 cm groß. Die Karten haben abgerundete Ecken und sind 9,7 x 14 cm groß.

Die Idee mit den Rezeptkarten ist nicht neu, aber noch immer klasse. Man muss nicht aufpassen, dass eine Buchseite offen liegen bleibt und hat immer genau das Rezept vor sich, das man herausgesucht hat. Die Karten sind schön stabil und man kann sie mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, sollte mal ein Spritzer auf ihnen landen.

Auf der Vorderseite ist immer das Foto der fertigen Leckerei zu sehen, der Name der Leckerei, eine Übersicht für die Menge, die entsteht und die Zeit, die man benötigt, sowie die Zutatenliste(n) für die einzelnen Komponenten. Auf der Rückseite findet sich dann eine leicht verständliche und übersichtlich gestaltete Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die benötigten Zutaten bekommt man im Supermarkt ohne Probleme und die Rezepte sind nicht zu kompliziert nachzuarbeiten.

Die Karten sind nummeriert und in die Kategorien Cake Pops, Gebäck, Kekse, Kuchen, Gefülltes, Cremiges, Riegel, Süßes, Eis und Getränke unterteilt. Einige Kategorien überschneiden sich ein wenig, doch das stört nicht. Die Auswahl ist mit 50 Rezepten super bunt gemischt und für jeden Schokofan ist das Passende dabei. Die Rezepte eignen sich auch prima, um auf Partys etwas mitzubringen. Auch die Box selbst ist ein tolles Geschenk – vielleicht noch ein Glas Nussnougatcreme dazu und ein paar Backutensilien – das gibt ein schönes Themen-Päckchen.

Ich liebe Rezepte, ich liebe Schokolade – diese Box macht Spaß! Von mir bekommt sie deshalb die vollen fünf Sterne, auch wenn ich den Papp-Einleger bemängelt habe.

Veröffentlicht am 03.03.2018

Ragdoll II

Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
0

Vor 18 Monaten machte der Ragdoll-Fall in London Schlagzeilen. Nicht zuletzt dank Emily Baxter wurde der Fall aufgeklärt und der Mörder verurteilt. Dass nun in New York an der Brooklyn Bridge ein Toter ...

Vor 18 Monaten machte der Ragdoll-Fall in London Schlagzeilen. Nicht zuletzt dank Emily Baxter wurde der Fall aufgeklärt und der Mörder verurteilt. Dass nun in New York an der Brooklyn Bridge ein Toter mit „Köder“ in die Brust geritzt hängt, schlägt sofort hohe Wellen und spätestens, als ein weiterer Toter mit dem Wort „Puppe“ auf der Brust auftaucht ist klar, dass Eile geboten ist. FBI, CIA und Baxter ermitteln mit Hochdruck und merken schnell, dass sie es mit einem hochintelligenten Feind zu tun haben, der sie zu seinem Spielball macht …

Mir macht dieses (Hör-)Buch doch echt Probleme. War ich von „Ragdoll“ schon nicht komplett überzeugt, schwächt „Hangman“ noch mehr ab. Auch hatte ich doch glatt die Vorstellung, dass „Hangman“ ein eigener Fall ist, nicht die direkte Fortsetzung und damit quasi „Ragdoll II“. Immerhin war das Ende komplett und weder ein Cliffhanger noch sonstwie so angelegt, dass ich mit einer Fortsetzung gerechnet hätte.

Sehr häufig bin ich durch den Wechsel London/New York und die dazugehörigen Personen durcheinandergeraten. So kam ich nicht wirklich tief in den Thriller und lief ständig Gefahr, meine Gedanken abschweifen zu lassen. Dass das Ende quasi androht, dass „Ragdoll III“ kommen wird, gab mir dann den Rest. Das ist nicht das, was ich mag und wie ein Thriller sein sollte.

Ganz besonders erstaunt hat mich, dass ausgerechnet Emily Baxter hier die Hauptperson wurde – ich mochte sie im ersten Band schon nicht so wirklich. „Wolf“ wäre meine erste Wahl gewesen …!

Der Stil ist mir diesmal zu sehr verworren und auf Effekthascherei aus. Ganz besonders der Showdown ist krass und heftig. Eine Nummer zu groß, wie ich meine. Vor allem, da der Fall selbst Ausmaße annahm, dass ich sehr oft einfach nur stutzte und staunte. Glaubwürdig ist das leider kein bisschen. Gewisse „Insiderwitze“ finde ich auch nur ausgelutscht und nicht mehr witzig. Sei es drum! Aber so ein klein wenig Zusammenarbeit hätte den Ermittlern dann schon gut getan und gestanden. Vielleicht hätte das schneller zum Erfolg geführt und ein paar Leben gerettet …

Gefiel mir Coles Stil im ersten Buch noch, empfinde ich ihn hier als anstrengend. Das konnte auch Peter Lontzek nicht ausgleichen. Es ist schade, aber ich kann mit Müh und Not gerade mal drei Sterne geben.

Veröffentlicht am 03.03.2018

Der Weg durch das Tal der Trauer

Für immer ist die längste Zeit
0

Die 17jährige Eve und ihr Vater Brady müssen mit dem Tod von Maddy, Eves Mutter, klarkommen. Diese ist vom Dach der Bibliothek von Eves Schule gestürzt. Niemand weiß, was geschehen ist, denn es gab weder ...

Die 17jährige Eve und ihr Vater Brady müssen mit dem Tod von Maddy, Eves Mutter, klarkommen. Diese ist vom Dach der Bibliothek von Eves Schule gestürzt. Niemand weiß, was geschehen ist, denn es gab weder Hinweise noch einen Abschiedsbrief. Um den beiden zu helfen, greift Maddy auf die ihr mögliche Weise von ihrer Schwebeposition zwischen hier und dort sanft ins Geschehen ein. Mann und Tochter empfangen ihre Signale. Nach und nach finden sie wieder einen Weg in ein halbwegs normales Leben. Aber Maddy hat einen bestimmten Plan und noch viel zu sagen …

Abby Fabiaschi hat es geschafft, mich mit ihrem Buch regelrecht zu umarmen und mich in meiner eigenen Trauer zu trösten. Dieses Buch geht so tief unter die Haut, lässt den Leser weinen und lachen, hallt tief und klar sehr lange nach – und macht sich unvergesslich. Meine Situation ist eine völlig andere als die von Brady und Eve, aber dennoch ist es Trauer. Wie man weiß, hört Trauer nie auf, aber sie verändert sich. Und da ist dieses Buch ein Trost, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte.

Die Autorin zeigt die verschiedenen Arten und Formen von Trauer und dem Umgang mit Krankheit, Tod und dem Schmerz, den man als Hinterbliebene empfindet. Die Charaktere im Buch könnten insgesamt unterschiedlicher nicht sein. Sie decken nahezu jede Variante ab und so findet man sich selbst auf alle Fälle auch wieder. Gerade die Stellen, an denen man lachen kann und darf, berühren am meisten, denn das Leben geht weiter, immer. Die Idee, Maddy aus dem Jenseits mitsprechen und miterzählen zu lassen, wodurch sie sagen kann, was sie gut und was sie weniger gut findet, ist einfach genial. So kommt die Sichtweise aus einer völlig unerwarteten Perspektive ins Spiel und regt den Leser automatisch an, seinen Blickwinkel einmal komplett zu verstellen.

Abby Fabiaschi lässt sowohl Maddy, als auch Eve und Brady zu Wort kommen. So werden fast alle Ereignisse aus drei Perspektiven erzählt und dargestellt: ein Hinweis darauf, dass alle Dinge von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden können und sollten. Es gibt einfach nicht die eine Wahrheit und man tut sich und seinen Mitmenschen einen Gefallen, wenn man seine eigene Sichtweise nicht als die allein gültige betrachtet. Gleichzeitig erfährt man viel über unterschiedliche Arten von Trauer, da es ebenfalls nicht die eine Art von Trauer gibt. Dass Trauer auch eine positive Seite haben kann und man daraus gestärkt und bereichert herausgehen kann, sie zum Leben gehört und nicht unterdrückt werden muss, man aber auch nicht darin versinken darf, ist eine weitere Aussage dieses so leisen, aber weisen Buches.

Wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird, immer größere Kreise auslöst, so ist es auch mit diesem Buch. Von einem kleinen Ausgangspunkt erwächst es konstant und sanft immer weiter zu einer großen Sache. So kommen nach und nach auch immer mehr Charaktere hinzu, ohne dass man als Leser überfordert wäre oder Namen verwechselt. Die Hauptfiguren verarbeiten ihre eigene Vergangenheiten und der Leser kann auch hier immer wieder sich selbst entdecken.

Mich hat dieses sanfte und doch so eindringliche Buch unbeschreiblich glücklich gemacht. Meine eigene Trauer hat sich nicht in Luft aufgelöst, aber sie hat einen neuen und anderen Stellenwert bekommen. Ich kann tatsächlich besser damit leben. Einzig der deutsche Titel gefällt mir nicht (auch das Cover passt nicht wirklich gut zum Buch). Doch hat „Für immer ist die längste Zeit“ sich schon nach wenigen Kapiteln in meiner „ewigen Liste“ auf einen Platz ganz weit vorne gearbeitet, wenn nicht sogar an die Spitze. Mein Highlight 2018 ist dieses Buch auf alle Fälle! Von mir: fünf Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Schweizer Thriller

Zu früh zum Sterben
0

Der Stil ist sehr ausgeprägt „männlich“, finde ich. Das mag seltsam klingen, doch für mich ist hier stark ein Thema behandelt, das Männer mehr interessieren dürfte, als Frauen. Entsprechend ist die Wortwahl, ...

Der Stil ist sehr ausgeprägt „männlich“, finde ich. Das mag seltsam klingen, doch für mich ist hier stark ein Thema behandelt, das Männer mehr interessieren dürfte, als Frauen. Entsprechend ist die Wortwahl, der Stil allgemein, die Härte, die Kühle. Gut, es ist nicht so ganz mein Thema und auch nicht so meine Zeit (weder Kriegsjahre noch die Zeit direkt danach mag ich sehr in Büchern – auch nicht in Thrillern. Die Geschichten meiner Großeltern und Eltern aus dieser Zeit sind real und die möchte ich mir nicht durch Lektüre fiktiver oder teil-fiktiver Bücher „verderben“ lassen). Dennoch sind andere Themen „geschlechtsneutraler“, finde ich. Ringen und Schwingen sind nicht mein Fall, ich richte Häuser lieber ein, als sie zu bauen und entsprechend weiß ich zu wenig über Material und Zusammensetzung, möglichen Pfusch usw. am Bau. Auch wenn das Thema hier sehr anschaulich behandelt wird – meins isses nicht.

Thriller mit (teilweise) realem, wahrem Hintergrund finde ich persönlich meist auch sehr schwierig. Mir sind da dann Tatsachenberichte doch lieber. Interessant ist das Ganze auf alle Fälle, doch für mich eben nicht „maßgeschneidert“. In „Zu früh zum Sterben“ geht es neben Pfusch am Bunkerbau, der einen Prozess und Morde nach sich zieht, um einen fälschlich des Elternmordes Verurteilten, einen ganz speziellen Ermittler („Schweizer James Bond“) und Ermittlungen, die für ihn sehr gefährlich werden. Ein Plot, der gut aufgebaut ist, aber leider meinem Geschmack sehr wenig entspricht.

Ein wenig irritiert haben mich auch Ausdrücke und Satzgebilde, die mir recht fremd waren und die ich dem schweizer Hintergrund des Autors und der Figuren zuschreibe. Mich bremst das im Lesefluss. Sehr subjektiv, ist mir schon klar, aber ich möchte es erwähnen, da ich mir sicher bin, andere bemerken das auch und stören sich möglicherweise ebenfalls daran.

Der Thriller selbst ist nicht spannungslos, aber für mich eher ein Krimi. Einige Spitzen der Spannung sind zwar da, doch im Großen und Ganzen steht die Ermittlungsarbeit im Fokus. Sehr gut geschrieben, aber weniger Thriller als Krimi. Nach einem für mich sehr an die Nieren gehenden „Vorspiel“ startet der eigentliche Thriller dann aus der Ich-Perspektive von Ken Cooper. Diese Perspektive liegt mir am meisten, denn sie zieht mich mehr in die Handlung hinein. Doch Douglas lässt mich nicht so nah an die Figuren ran, dass ich mich besonders mit jemandem verbunden fühlen würde. Sogar Neidegger, dem übel mitgespielt wurde, kann ich nicht so viel Sympathie entgegen bringen, wie ich das gerne würde. Die meisten Figuren bleiben einfach zu blass, zu distanziert für mich.

Im Jahre 2018 ist es auf alle Fälle sehr erfrischend, ein Buch aus einer Zeit zu lesen, in der Computer, Smartphones und ähnliche technische Geräte noch nicht mal denkbar waren. Gute alte Ermittlungsarbeit, fast schon steinzeitlich, aber sehr spannend und gut geschildert.

Anders, als der Name des Autors vermuten lässt, ist er Schweizer. Durch seine Berufe verfügt er über Insiderwissen, das er in seinen Büchern sehr gut einzubringen versteht. Das macht sie besonders realitätsnah und entsprechend beängstigender. Sein Ermittler Cooper dürfte sein Alter Ego sein.

Eine Bewertung fällt mir schwer, da ich noch immer der Meinung bin, ein Mann als Leser versteht die Hälfte meiner Kritik gar nicht, weil Männer und Frauen eben anders ticken. Ich bin davon überzeugt, dass Männer mehr mit dem Buch anfangen können. Von mir gibt es aber nicht mehr als drei Sterne.