Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Die Dramen hinter der Idylle

Gerächt sein sollst du
0

Kristinestad ist ein idyllischer Küstenort in Finnland. Doch dann wird der 17jährige Jonas tot aufgefunden. Die Frage, ob es ein Unfall oder Selbstmord war, stellt sich nicht. Jonas wurde ermordet. Die ...

Kristinestad ist ein idyllischer Küstenort in Finnland. Doch dann wird der 17jährige Jonas tot aufgefunden. Die Frage, ob es ein Unfall oder Selbstmord war, stellt sich nicht. Jonas wurde ermordet. Die ganze Gemeinde ist zutiefst erschüttert. Die Journalistin Eevie Manner trifft bei ihren Recherchen auf ihren alten Jugendfreund Mats Bergholm, der nun Kriminalkommissar ist. Zusammen machen sie sich daran, diese unvorstellbare Tat aufzuklären.

Ich tue mich mit nordischen Thrillern immer ein wenig schwer. Daher höre ich sie lieber, als dass ich sie lese. Doch auch das hat mir hier nur marginal geholfen. Es ist anstrengend, den Ereignissen zu folgen und sie zu verbinden. Es gibt so viele einzelne Fädchen, die alle wichtig für die Lösung sind, aber zeitweise völlig irrelevant erscheinen. Entsprechend viele Figuren und Perspektiven gibt es. Mit jeder erscheinen neue unvorstellbare Gräueltaten. Und doch wird erst ganz am Ende klar, was zur Ermordung von Jonas geführt hat.

Dieses Buch ist nichts für Zartbesaitete. Es werden so viele Formen von Gewalt offenbart, dass man kaum schlafen kann, wenn man darüber nachdenkt, was im eigenen Umfeld davon möglich wäre, ohne dass man es bemerkt. Und man fragt sich, ob Idylle immer ein Deckmantel für die brutale Realität ist.

Evie und Mats haben, ganz typisch für das Genre, ihre eigene Last zu tragen. Man erfährt über beider Privatleben und die Last, die sie tragen. Das allein liefert schon viel Stoff. Dazu der Mordfall, der besonders berührt, weil es um einen Jugendlichen geht. Da ist enorm viel Potenzial vorhanden!

Keine leichte Kost. Aber ein packender Thriller, der wirklich unter die Haut geht. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergehen wird. Vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2025

Wie zu Hause

Come a casa
0

Serena Loddo lebt in Deutschland und hat hier auch eine kleine Manufaktur. Doch ihre Wurzeln sind in Italien, genauer gesagt in Sardinien. Kochen ist ihre Leidenschaft und das merkt man auch in jedem ihrer ...

Serena Loddo lebt in Deutschland und hat hier auch eine kleine Manufaktur. Doch ihre Wurzeln sind in Italien, genauer gesagt in Sardinien. Kochen ist ihre Leidenschaft und das merkt man auch in jedem ihrer Worte und Rezepte. Es lohnt sich, ihre Texte zu lesen und damit zu verstehen, wie sie tickt und was sie mit diesem Kochbuch verbindet. Für manche mag das ein wenig selbstdarstellerisch wirken. Mich stört es hier wenig, da sie sympathisch ist und der Schwerpunkt auf den wirklich schönen Rezepten liegt.

Bevor es mit den Kapiteln Antipasti und Eingelegtes; Suppen und Eintöpfe; Pasta, Ravioli und Gnocci; Soßen und Pesto; Gerichte für den Hauptgang; Snacks und Beilagen; Brot; Desserts losgeht, gibt es noch einen ansprechenden Theorieteil mit kleinen Tipps und Tricks rund um Küche und Vorrat. Auch gibt es für das eine oder andere Kapitel noch zusätzliche Informationen, die sehr nützlich sind. Die Rezepte haben einen sardischen Titel, darunter den deutschen Namen, einen kleinen erklärenden Text dazu, Angaben zu Personenzahl und Zubereitungszeit, die Zutatenliste, fortlaufend die Arbeitsschritte gut verständlich beschrieben und gelegentlich noch Tipps, Varianten und Informationen. Es wird viel mit Fettschrift und roter Schrift gearbeitet, um die Gestaltung gut übersichtlich zu halten.

Angaben zu Nährwerten finden sich keine, dafür aber immer am unteren Rand Hinweise wie beispielsweise vegetarisch, vegan, laktosefrei, glutenfrei, frei von raffiniertem Zucker u.ä. Die Fotos zu den Gerichten machen Appetit und Lust aufs Nachkochen. Die Zutaten sind im Allgemeinen gut zu bekommen und nicht wirklich exotisch. Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte hält sich meist in Grenzen, der Arbeitsaufwand ebenfalls. Doch auch die Culurgiones, wunderschön und kompliziert geformte Teigtaschen, finden sich im Buch. Diese machen schon etwas mehr Arbeit. Geschmacklich lohnt sich das aber sehr!

Das Buch macht gute Laune, Freude und Lust aufs Kochen und natürlich auch Essen. Traditionelle Rezepte, die kein bisschen altbacken daherkommen, sondern frisch, lecker und gesund. Die Gerichte schmecken nach Urlaub. Und so schmeckt es jetzt bei mir zu Hause! Ganz klare fünf Sterne, trotz viel Text!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 30.06.2025

Einhundert Rezepte für den Schmortopf!

Cocotte
0

Als begeisterte Hobbyköchin und Hobbybäckerin freue ich mich immer über schöne, gut bebilderte und überraschende Bücher zum Thema Genuss. Eins für Schmorgerichte befand sich bisher noch nicht in meiner ...

Als begeisterte Hobbyköchin und Hobbybäckerin freue ich mich immer über schöne, gut bebilderte und überraschende Bücher zum Thema Genuss. Eins für Schmorgerichte befand sich bisher noch nicht in meiner Sammlung. Umso begeisterter habe ich gleich losgeschmökert und mir Rezepte herausgesucht, die ich sofort ausprobieren musste. Den Theorie-Teil habe ich, ich gebe es zu, nur überflogen. Ich wollte ja sofort loslegen! Für weniger Geübte ist es aber ratsam, diese Seiten gut zu lesen! Nebenbei bemerkt, man kann all die Rezepte natürlich in jedem anderen Schmor- oder normalen Topf zubereiten. Es muss nicht das Original sein!

Die Rezepte sind in die Kapitel Rind; Kalb; Lamm; Schwein; Geflügel und Kaninchen; Fisch und Meeresfrüchte; Vegetarische Gerichte und Beilagen; Schmortopf mal anders eingeteilt. Zudem findet sich am Ende ein Register nach Zutaten und davor eins, das die Rezepte in die Kapitel Klassiker der französischen Küche; Gute Ideen für jeden Tag; Aromen aus fernen Ländern; Sonntagsgericht und festliche Mahlzeiten einteilt.

Die Zutaten sind nicht besonders exotisch. Allerdings ist es gut, wenn man einen vertrauenswürdigen, guten Fischhändler vor Ort hat. Manche Rezepte haben eine erstaunlich kurze Zubereitungszeit für Schmorgerichte. Im Schnitt sind sie jedoch, z.T. durch Marinieren, recht zeitintensiv. Das kennt man ja aber vom Schmoren schon.

Bei jedem Kapitel sind zunächst alle Rezepte fortlaufend aufgezählt. Bei den Rezepten finden sich der Name des Gerichts, Zubereitungszeit, Garzeit, Personenanzahl, darunter die Zutaten nacheinander aufgezählt, also nicht in einer Liste, sowie die Zubereitungsschritte. Oft ist mittendrin eine große Lücke, denn hier wurden die Kochanweisungen quasi an den unteren Rand der Seite platziert. Angaben zu Nährwerten sind nicht aufgeführt.

Da ich weder Schweinefleisch noch Meeresfrüchte esse, fallen einige Rezepte für mich raus, oder ich ersetze das Fleisch durch Kalb, Rind oder Geflügel. Es sind Rezepte aus der ganzen Welt vertreten, wobei nicht viele aus altbekannten Klassikern bestehen. Die Anweisungen sind gut verständlich und was ich nachgekocht habe, hat gut geklappt und noch besser geschmeckt. Mein absoluter Favorit sind Gefüllte Tomaten und Zucchini aus dem Schmortopf, dicht gefolgt von Tagliatelle mit Kalbfleisch und Pilzen. Aber auch die weiteren 98 Rezepte sind verführerisch. Besonders schön finde ich, dass auch ein Brotrezept aufgeführt ist und es einige Desserts gibt. Ich gebe vier Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 28.06.2025

Realität und Fiktion

Perfect Crime
0

Emilia Wards neuester Krimi soll bald veröffentlicht werden, da geschehen um sie herum sehr verstörende Dinge. Niemand möchte ihr glauben, denn all diese Dinge sind aus ihren bisherigen Büchern. Als Szenen ...

Emilia Wards neuester Krimi soll bald veröffentlicht werden, da geschehen um sie herum sehr verstörende Dinge. Niemand möchte ihr glauben, denn all diese Dinge sind aus ihren bisherigen Büchern. Als Szenen aus ihrem neuen Manuskript dazukommen, steigt die Panik. Emilia weiß schnell nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann.

Mir hat die Story sehr gefallen, obwohl ich fast durchgehend sehr verwirrt war. Die einzelnen Erzählstränge haben dazu nicht wenig beigetragen. Auch die Auflösung löst diese Verwirrung nicht komplett. Trotzdem mochte ich den Thriller, habe ich mich nicht gelangweilt und blieb ich geradezu an ihn gefesselt.

Ich gebe zu, ich bin, wie Emilia, auf die vermeintlichen Indizien hereingefallen. So habe ich eine verdächtige Person nach der anderen im Visier gehabt und wurde immer mehr verwirrt. Ein klein wenig trug dazu auch bei, dass ich die drei Sprecherinnen sehr schlecht auseinanderhalten konnte. Hier wären deutlich unterschiedlichere Stimmfarben sehr gut gewesen.

Die Autorin spielt die Trumpfkarte Kinder gekonnt aus. Das wirkt immer, das reißt jeder Frau das Herz aus dem Leib und zerrt an den Nerven. Es gibt insgesamt nicht gerade wenige Figuren und alle haben ihren eigenen Reiz. Das gibt natürlich Stoff für reichlich Twists und Wendungen!

Kurz und gut, dieser Thriller fordert den Leser oder Hörer doch schon arg heraus. Das Verwirrspiel ist gelungen, aber auch anstrengend. Spaß hatte ich auf alle Fälle, daher gebe ich vier Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2025

Lieblingsrezepte

Familienküche! Das Goldene von GU
0

Die Goldenen von GU sind vielfältig und eine eigene Sammlung im Bücherregal wert. Nicht alle Rezepte sind neu oder überraschend, aber sie passen zu den Themen und sind besonders für noch nicht so sehr ...

Die Goldenen von GU sind vielfältig und eine eigene Sammlung im Bücherregal wert. Nicht alle Rezepte sind neu oder überraschend, aber sie passen zu den Themen und sind besonders für noch nicht so sehr geübte Kochfans doch sehr hilfreich.

Das Familienküche-Buch startet, wie von GU gewohnt, mit einem ausführlichen Theorie-Teil. Dieser ist für alle, die schon länger kochen, nicht ganz so überraschend, für Kochanfänger aber sehr informativ.

Die Rezepte sind bunt und abwechslungsreich. Es gibt einige Rezepte, die bekannt sind, aber neue Extras mitbringen. So beispielsweise die Pellkartoffeln mit Pestoquark und Salat oder die bunten, besonders für Kinder optisch ansprechenden Toast Varianten, wie Safari-Toasts, einer modernen Variante von Pizzabrötchen.

Bild, Titel, Untertitel, Personen-/Zeitbedarf, Kalorien, Zutatenliste, ggf. Zubehör, Arbeitsschritte und Tipps ergeben mit Foto übersichtliche Rezepte. Bei den Tipps finden sich Tausch-, Speed-, Mitmach-, Tuning-, Vorrats-, Profi- und Meal-Prep-Tipps sowie Das schmeckt dazu; Gut zu wissen; Veggie-Variante.

Die Zutaten sind alltäglich und gut zu bekommen. Schade finde ich, dass einerseits einige Fertigprodukte verwendet werden, andererseits aber Mais vom Kolben geschnitten werden soll. Teilweise sind die Arbeitsschritte ein wenig unlogisch und umständlich. Das geht mit Logik einfacher.

Ob man für Gurkensalat und Hot-Dogs ein Rezept benötigt, sei mal dahingestellt. Energiebällchen und Energieriegel tauchen auch auf. Die sind, wie mir scheint, momentan unumgänglich und Standard in jedem Kochbuch, das etwas auf sich hält. Die Vorschläge für belegte Brote und Sandwiches sind tatsächlich gelungen. Es findet sich für das ganze Jahr und alle Gelegenheiten etwas Passendes. Vegane Rezepte gibt es ebenfalls, doch sind sie nicht gezielt zu finden, sondern ein wenig versteckt zwischen den Rezepten. Ein Register gibt es leider nicht.

Insgesamt mag ich dieses Kochbuch schon sehr und ich habe eine ganze Reihe für mich passende Rezepte gefunden, die noch oft gekocht werden. Für die vollen fünf Sterne reicht es aber leider nicht. Dafür aber vier sehr gute Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover