Das kleine Einhorn Oktober hat bald seinen ersten Geburtstag. Und um diesen Tag herum bekommen die Einhörner ihre magische Kraft! Oktober kann es kaum erwarten und als der Tag kommt und vorüber geht, geschieht ...
Das kleine Einhorn Oktober hat bald seinen ersten Geburtstag. Und um diesen Tag herum bekommen die Einhörner ihre magische Kraft! Oktober kann es kaum erwarten und als der Tag kommt und vorüber geht, geschieht nichts! Sein bester Freund, das Einhörnchen, geht mit Oktober auf die Suche nach der magischen Kraft, denn vielleicht muss er sie ja selbst finden!
Diese Geschichte ist so liebevoll und zauberhaft und zeigt schon den ganz kleinen Kindern, wie besonders jeder einzelne ist. Die Zeichnungen von Juliana Kralik sind kindgerecht und verspielt, aber dennoch enorm aussagekräftig, sodass die Kids der vorgelesenen Geschichte mit den Bildern perfekt folgen können.
Die Message ist wunderbar und mutmachend und zeigt, dass Magie nicht zwingend etwas Großes sein muss, sondern gerade in den kleinen Dingen die größte Kraft entwickelt. Der Glaube an sich selbst und anderen zu helfen wird mit diesem Buch sehr schön vermittelt. Große Klasse, fünf Sterne!
Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das ...
Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das normal. Doch dann kommt die Nichte von Mrs. Margret mit den kurzen Beinen und Mr. Perkins mit den schiefen Zähnen, Lady Betty, nach Menschenhausen. Sie ist perfekt, hat keinen Makel und alle Bewohner fangen an, sich selbst als fehlerhaft anzusehen und ihre Makel zu verstecken. Das führt zu Unbequemlichkeiten und schlechter Laune, die in einer unschönen Aktion endet.
Die Geschichte und die unterstützenden Zeichnungen und Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gemacht. Sie lernen mit der Geschichte, dass man weder bei anderen noch sich selbst zu sehr auf Äußerlichkeiten achten sollte, die den Charakter des Menschen doch gar nicht ausmachen. Ob es ein viel zu langer Hals ist oder viel zu kurze Beine, ganz egal. Man muss sich dafür weder schämen, noch andere dafür auslachen.
Die Bewohner von Menschenhausen zeigen sich irgendwann von ihrer schlechtesten Seite. Das ist jedoch so erzählt, dass die Kinder schnell merken, wie unfein das ist und wie verletzend. Das kleine, feine Happy End zeigt den Kids, wie ein friedliches, harmonisches und glückliches Miteinander ganz einfach möglich ist.
Die Altersempfehlung liegt bei 6-10 Jahren. Ich würde es eher bei 5-8 Jahren einordnen. Ich finde das Buch gelungen, störe mich jedoch an einem Logikfehler im Buch. Vermutlich werden es die Kids gar nicht merken, für mich ist der Fehler jedoch auffallend. Insgesamt daher vier Sterne.
Frieda Stahnke ist Kommissarin in Hamburg und aktuell suspendiert. Sie nimmt an einem True-Crime-Podcast teil, weil dieser sich um das Verschwinden von Lisa Martin vor 14 Jahren dreht. Frieda kannte sie ...
Frieda Stahnke ist Kommissarin in Hamburg und aktuell suspendiert. Sie nimmt an einem True-Crime-Podcast teil, weil dieser sich um das Verschwinden von Lisa Martin vor 14 Jahren dreht. Frieda kannte sie und möchte helfen, den Fall doch noch zu lösen. Auch Wout Meertens hört diesen Podcast. Er hatte Lisa damals auf dem Campingplatz gesehen und hat eine gewisse Vorstellung, was passiert sein muss. Doch er hat seine Gründe, nicht mit der Polizei zu reden. Sein Freund und Türsteher Tayfun und seine Mieterin Kathinka sind an seiner Seite, um mit ihm hinter das Geheimnis von Lisas Verschwinden zu kommen. Doch dann werden Menschen ermordet, die etwas wissen könnten und die drei geraten in die Schusslinie.
Der Plot ist einfach nur klasse. Eigentlich. Denn leider verläuft sich Linus Geschke immer mal wieder in der Konstruktion vermeintlich besonders gelungener Phrasen und verliert dabei den Spannungsfaden. Das ist besonders deshalb schade, weil er es besser kann. Da dies jedoch der Auftakt des Dreiteilers ist, hoffe ich einfach mal, dass der Rest alles wieder wettmacht.
Die Figuren sind klug angelegt, ähneln aber denen aus Geschkes Anfangszeiten. Alle haben ihre Besonderheiten und Geister. Das ist in Summe ein wenig zu viel des Guten. Der Cliffhanger am Ende ist für Geschke schon dramatisch konstruiert. Auch das kann er besser! Seine ersten Bücher waren einfach nur genial. Inzwischen schwankt die Qualität leider stark. Das erinnert mich an Sebastian Fitzek. Bei dem ist es auch immer ein Glücksspiel, ob das Buch eine Enttäuschung oder eine Offenbarung ist. Dass Geschke anfangs Reisereportagen geschrieben hatte, merkt man diesmal besonders stark. Er beschreibt die Landschaften sehr klar und eindringlich, für meinen Geschmack sogar etwas zu ausführlich.
Da ich aber neugierig bin, werde ich mindestens noch den zweiten Band lesen. Es muss ja einen Grund geben, warum der Leser so viel über die Figuren erfährt, sowohl beruflich, als auch privat, und doch interessante Punkte schön umschifft wurden. Das große Ganze muss also einem Plan folgen. Und den würde ich gerne kennen!
Die Spurensuche und Wendungen sind gar nicht so übel, dennoch war schnell klar, wohin die Reise gehen wird. Unbemerkt ist Frieda Stahnke zur Hauptfigur geworden und zerrt den Leser geradezu über das Ende des Buches hinaus mit sich mit. Also warten wir es ab. Bis dahin bin ich nur halb zufrieden. Also drei Sterne.
Toni wacht eines Tages nicht in ihrer vertrauten Umgebung und ihrem Leben auf, sondern in einem alternativen Leben in ihrem alten Heimatdorf, verheiratet mit ihrem Jugendfreund, Mutter einer kleinen Tochter. ...
Toni wacht eines Tages nicht in ihrer vertrauten Umgebung und ihrem Leben auf, sondern in einem alternativen Leben in ihrem alten Heimatdorf, verheiratet mit ihrem Jugendfreund, Mutter einer kleinen Tochter. Dieses Leben ist das Gegenteil von dem, das sie gerade noch hatte.
Im einen Leben ist sie die kinderlose Toni, die mit Jacob zusammen ist, der gerne Vater werden würde. Toni macht das volle Programm mit der Kinderwunschbehandlung mit, inklusive aller Rückschläge und auch einer Fehlgeburt. Im anderen Leben hat sie mit Adam ein Baby und ein völlig anderes Leben. Die Perspektive wechselt immer wieder von Antonia zu Toni und da auch gern in die Vergangenheit und die Gegenwart. Das ist ein wenig anstrengend, ergibt am Ende dann aber ein großes Bild. Und dennoch bleibe ich zum Schluss mit vielen Fragen zurück.
Die beiden Leben sind in meinen Augen beides nicht das, was Antonia/Toni wirklich glücklich macht. Nach und nach erfährt man, wie sie fühlt, woran sie hadert, dass sie selbst komplett unsicher ist. Doch sind die beiden Leben nicht wirklich getrennt. Als Antonia weiß sie von ihrem Leben als Toni. Sie kann mit niemandem darüber reden und auch keine Spuren zu ihrem Toni-Leben finden. Das strengt an. Nicht zuletzt, weil man ebenso hilflos ist wie Toni/Antonia.
Ja, und dann bin ich am Ende angelangt und weiß, ich hab trotz allem gern zugehört, weil Chantal Busse das super gelesen hat. Aber ich weiß überhaupt nicht, was ich nun tun, denken, fühlen soll. Ich weiß auch nicht, welches Leben Toni/Antonia führen möchte und was Verlust und was Gewinn für sie ist. Das macht mich traurig und ich bin nicht gern traurig. Daher werden es hier nicht mehr als drei Sterne.
In einer Winternacht im Jahr 1900 wird ein Kind am Strand vom schottischen Skerry gefunden. Der Fischer Joseph trägt ihn zum Pfarrer, dessen Frau jedoch hochschwanger ist. Und so kommt der kleine Junge, ...
In einer Winternacht im Jahr 1900 wird ein Kind am Strand vom schottischen Skerry gefunden. Der Fischer Joseph trägt ihn zum Pfarrer, dessen Frau jedoch hochschwanger ist. Und so kommt der kleine Junge, der nicht spricht, zu der Dorflehrerin Dorothy, die vor so vielen Jahren ihren Sohn an das Meer verloren hat. Nicht nur sie staunt über die Ähnlichkeit der beiden Kinder und nicht nur sie fragt sich, was von den alten Sagen und Mythen wohl wahr ist. Und während der Pfarrer versucht, die Herkunft des Kindes zu klären, kommen bei so einigen Dorfbewohnern Dinge an die Oberfläche, die verborgen bleiben sollten.
Dieses Hörbuch wurde von Astrid Kohrs mit so viel Gefühl eingesprochen, dass man fast meinen könnte, sie erzählt ihre eigene Geschichte. Sie übertreibt an keiner Stelle, legt aber immer perfekt das passende Gefühl in ihre Stimme.
Die Figuren sind klar umrissen und gezeichnet. Man kann sie sofort bestens unterscheiden. Die komplette Zeit spürt man nahezu körperlich, dass es in Skerry nicht nur ein Geheimnis gibt. Bei William hatte ich sehr früh eine Ahnung und die wurde dann auch bestätigt. Hier brach mir dennoch fast das Herz, denn Dorothy und er hätten einfach nur miteinander sprechen müssen, um eins der Dramen vermeiden zu können.
Die Darstellung der geduldeten Gewalt, die so einige Männer ihren Frauen gegenüber für von Gott gegeben anbringen, ist schockierend. Auch die Selbstherrlichkeit, die Männer für fehlerfrei darstellt. Der Boden ist unfruchtbar, nicht die Saat? Wow! Welch Arroganz!
Der kleine Junge ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Natürlich schon deshalb, weil er all die Dinge im Dorf ins Rollen bringt und durch ihn das eine oder andere doch anders wird und einige Frauen geradezu aufwachen. Auch weil er auf seine Weise versucht, mit den Geschehnissen klarzukommen. Ein verletzter Vogel ist ihm so wichtig, wie er für Dorothy. Er kann sich nicht verständlich machen. Der Vogel verbindet ihn aber mit Joseph und Dorothy.
So viele besondere Momente hat mir diese Geschichte geschenkt! Sie lässt mich nachdenklich werden, sensibler für das was unter anderen Dächern passiert, hat mich darin bestärkt, lieber dreimal nachzufragen, als mir etwas zusammenzureimen.
Die Geschichte spielt im Winter 1900 und das vergisst man sehr schnell, denn ganz viele Aspekte dabei haben sich bis heute nicht verändert. Frauen haben mehr Rechte, lassen sich weniger gefallen, sind selbstbewusster, doch haben sich die Menschen insgesamt nur wenig geändert, wie mir scheint. Ich bin unsagbar beeindruckt von diesem Hörbuch, von der Story, von Julia R. Kellys feinfühliger Erzählung. Ganz klar ein Highlight! Fünf Sterne!