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Veröffentlicht am 05.02.2025

Flexitarier-Rezepte

Ziemlich vegetarisch
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Seit einigen Jahren reduziere ich meinen Konsum an tierischen Produkten, allem voran Fleisch. Ich habe nicht vor, mich komplett vegetarisch zu ernähren, schon gar nicht vegan. Auch nutze ich keine Ersatz- ...

Seit einigen Jahren reduziere ich meinen Konsum an tierischen Produkten, allem voran Fleisch. Ich habe nicht vor, mich komplett vegetarisch zu ernähren, schon gar nicht vegan. Auch nutze ich keine Ersatz- oder Austauschprodukte, wie Tofu. Dieses Buch passt zur Art des Kochens in der Zeit meiner Kindheit: weniger Fleisch, aber hochwertig. Und noch dazu sind die Rezepte herrlich alltagstauglich und wahnsinnig lecker. Was will man mehr?

Das Buch startet mit einem recht ausführlichen Theorieteil, der seinen Fokus auch auf das Sparen legt, aber den Genuss immer im Vordergrund hat. Viele der Tipps sind simpel, aber sie sind auch effektiv und die Erfahrung lehrt, dass nicht jeder diese Routinen von den Eltern mit auf den Weg bekommen hat. Weiter geht es dann mit den Kapiteln Salate; Suppen; Gemüse mit Hülsenfrüchten; Gemüse mit Getreide, Nudeln & Kartoffeln; Fisch & Meeresfrüchte; Fleisch.

Jedes Kapitel startet dann mit einem dazu passenden Text. Die Rezepte sind zumeist für vier Portionen ausgelegt. Auf Zeitbedarfangaben und Nährwerte wurde verzichtet, was mir persönlich sehr entgegen kommt. Dafür findet sich immer ein Hinweis auf die Verwertung der Reste der benötigten Zutaten, indem die Seiten mit Rezepten dazu aufgeführt sind. Das finde ich eine sehr gute Idee.

Ansonsten wird jedes Rezept mit ein paar Zeilen erst einmal vorgestellt, bevor die Zutatenliste und die kurz, aber verständlich gehaltenen Zubereitungsanweisungen folgen. Die Fotos dazu sind immer sehr schön und anregend. Vor allem aber freut mich enorm, dass sie von der Autorin selbst gemacht wurden, also nicht von einem Foodstylisten.

Einige der Zutaten und Gewürze habe ich nicht im Vorrat oder mag sie nicht. Dazu gehören leider auch Oliven. Die werden hier aber wirklich sehr oft eingesetzt. Für mich sind dennoch sehr schöne Rezepte im Buch, denn ich lasse einfach die Oliven weg! Wirklich exotisch ist nichts davon und man bekommt alles im gut sortierten Lebensmittelhandel, sowie den kleinen Shops, die sich auf Länderspezialitäten spezialisiert haben.

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Die Rezepte werden durch die Farbgestaltung besonders übersichtlich. Zubereitungsschritte, Zutatenliste und Texte haben jeweils eine eigene Farbe. Das gefällt mir sehr. Am Ende des Buches findet sich kein Rezeptregister, sondern ein Zutatenregister. Das finde ich erfrischend anders und wirklich sinnvoll. Insgesamt ist dies ein wunderbares Kochbuch, das auch für weniger Geübte ein schönes Rezepterepertoire bietet. Ich hätte mir allerdings erwartet, dass die Gerichte hin und wieder einen kleinen Fleischanteil haben. Hier sind es rein vegetarische Gerichte und Gerichte mit sehr viel Fleisch. Daher gebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Hüftgold pur!

Dubai-Schokolade
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Es kommt ja immer wieder ein Hype auf, den man entweder komplett nicht versteht, oder auf den man aufspringt. Dass plötzlich alle so verrückt auf Dubai-Schokolade sind und dafür horrende Preise bezahlen, ...

Es kommt ja immer wieder ein Hype auf, den man entweder komplett nicht versteht, oder auf den man aufspringt. Dass plötzlich alle so verrückt auf Dubai-Schokolade sind und dafür horrende Preise bezahlen, erstaunt mich allerdings wirklich. Die Zutaten dafür kennt man, die Kombination kann man sich vorstellen. Das ist mir den aufgerufenen Preis dann doch nicht wert. Aber ein Rezeptbuch dazu, ja, das muss ich haben!

Antje Watermann und Volker Debus haben hier eine schöne Sammlung an Rezepten rund um die Dubai-Schokolade zusammengestellt. Damit ist nicht nur die Tafelschokolade gemeint, sondern auch Kuchen & Gebäck und Desserts. Dazu kommen die Kapitel Dubais traditionelle Süßspeisen und Impressionen & Short Facts. Hier gibt es leider keine Rezepte, obwohl ich gerne Baklava, Basbousa und die anderen Leckereien gemacht hätte. Für die Tafelschokolade gibt es die Grundrezepte für Pistaziencreme, Sesammus und Kadayif-Teigfäden, wenn man diese Zutaten nicht bekommt oder nicht kaufen möchte. Die Rezepte zu den anderen Kapiteln lehnen sich an die Dubai-Schokolade an. Da gibt es solche Köstlichkeiten wie Dubai-Schokoladen-Torte, Kekse á la Dubai-Schokolade, Dubai-Schokoladeneis und Dubai-Pralinen. Eins köstlicher als das andere!

Zu jedem Rezept gibt es ein äußerst appetitanregendes Foto. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Man sieht sofort die Zubereitungszeit und für welche Menge (Portionen, Glas, Gramm usw.) das Rezept ausgelegt ist. Die Zutaten sind fein säuberlich gelistet. Falls erforderlich, wird auch benötigtes Zubehör, wie z.B. eine Eismaschine, eine Springform, Holzspieße, aufgeführt. Die Zubereitungsschritte sind knapp, aber sehr gut erklärt. Die meisten Rezepte sind ohne große Schwierigkeiten umzusetzen. Auf alle Fälle machen die Ergebnisse Eindruck bei den Gästen!

Mir gefällt das kleine Buch sehr und es wird mir auch in vielen Jahren noch Erinnerungen an diesen Hype hochholen. Auch als Geschenk für alle, die gerne Süßes herstellen oder einfach nur Schokoholic sind, eignet es sich wunderbar. Ein Stern Abzug, da mir echt die Rezepte beim Kapitel Dubais traditionelle Süßspeisen fehlen!

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Gigantisch!

Udo Lindenberg Posterbuch
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Eigentlich muss man zu diesem wundervollen Posterbuch gar nicht mehr viel sagen, denn die Buchbeschreibung trifft komplett ins Schwarze!

Der Einband selbst ist schon mal ein Poster, das man aufhängen ...

Eigentlich muss man zu diesem wundervollen Posterbuch gar nicht mehr viel sagen, denn die Buchbeschreibung trifft komplett ins Schwarze!

Der Einband selbst ist schon mal ein Poster, das man aufhängen kann, wenn man möchte. Da ist es echt schade, dass dieser riesige grüne Sticker aufgeklebt wurde. Dafür entschädigt dann das beiliegende Plakat.

Man ist versucht, seine Lieblingsposter oder Lieblingsplakate herauszutrennen und gerahmt aufzuhängen. Ich schwelge in Erinnerungen an meine Teenagerzeit, in der ich mir eine ganze Menge Tourneeplakate von Udo Lindenberg besorgte und fast jedes Poster aus den LPs aufgehängt habe. Auch heute noch trifft dieser vielseitige Künstler den Zeitgeist, doch in meiner Teenagerzeit war das prägend und für mich enorm wichtig.

Nicht nur seine Musik wird hier in Plakaten und Postern festgehalten, auch seine anderen künstlerischen Aktionen kommen zu Ehren. Hier hat man ein Buch mit fast 200 Seiten voller Udo-Power, von seinen Konzerten über seine Malerei bis zu Filmen und Musicals aus den Jahren 1969 – 2022. Da kommt einiges zusammen!

Für Udo-Fans vielleicht nicht zwingend ein Must-Have, aber definitiv ein tolles Buch, ein prima Geschenk, ein ganz besonderes Stück. Ich find’s klasse! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Schöne Adaption eines Klassikers

Demon Copperhead
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Der Titel erinnert nicht ohne Grund an David Copperfield von Charles Dickens. Barbara Kingsolver hat diesen Klassiker in die moderne Zeit transportiert, aber den dunklen, depressiven, aber fast schon emotionslosen ...

Der Titel erinnert nicht ohne Grund an David Copperfield von Charles Dickens. Barbara Kingsolver hat diesen Klassiker in die moderne Zeit transportiert, aber den dunklen, depressiven, aber fast schon emotionslosen Stil beibehalten, zu dem auch gehört, dass man Sinn und Zweck der Erzählung aus der Ich-Perspektive bis zum Ende nicht zwingend erkennt. Selbst die Namen der restlichen Figuren lehnen sich sehr stark an die des Originals an. Es hat fast den Anschein, als würde Demon Copperhead, der eigentlich Damon Fields heißt, einfach grundlos seine komplette Lebensgeschichte erzählen. Das allein ist schon ein Grund, warum es sicher nicht für jeden geeignet ist. Man muss sich darauf einlassen und der Story die Führung überlassen. Das kann nicht jeder. Wer das Original kennt, weiß aber, wohin die Reise geht.

Erstaunlich, aber kaum erschreckend, ist, dass in einem völlig anderen Zeitalter die Geschichte so gut funktioniert. Man entwickelt nicht gerade eine enge Beziehung zu Demon, dennoch erkennt man die Ungerechtigkeit, die ihm immer und immer wieder widerfährt und findet diese mitnichten tragbar. Mitgefühl habe ich für ihn, aber dennoch ist da eine Distanz, die mich erstaunt. Ich vermute, sein Leben hat ihn so abgestumpft, dass er zwar mit einem ironischen, teils auch sarkastischen Unterton erzählt, aber dabei dennoch ziemlich gefühlslos bleibt. Noch dazu ist die Geschichte in einer Gegend der USA angesiedelt, die rau und etwas hinterwäldlerisch ist. In Virginias Wäldern, in Appalachia, auf Tabakfarmen und bei Schwarzbrennern, den Hillbillys eben. Die Zeit, in der die Story angesiedelt ist, muss man schätzen. Zumindest erfährt man, dass Demon gerade elf Jahre alt wurde, als die Zigarettenwerbung verboten wurde und auch 9/11 wird erwähnt. An solchen Eckpfeilern kann man sich orientieren.

Die Sprachmelodie ist bemerkenswert. Sie ist sehr am Original angelehnt und dennoch auch für die Gegenwart passend und stimmig. Die Erwähnung von Charles Dickens fand ich sehr humorvoll und sie hat mir sehr gefallen. Es fallen unzählige Sätze, die bemerkenswert sind, fast schon philosophisch. Mit der Zeit merkt man, dass es nicht nur um Demon geht, sondern auch um seine Zeitgenossen, seine Freunde und seine Gegner. Eine ganze Reihe schwerer Schicksale werden dem Leser vor den Latz geknallt. So entsteht eine hochaktuelle Sozialstudie und eine Geschichte über das Pech, zur falschen Zeit und bei den falschen Menschen geboren zu werden und das Glück, sich gegen das Schicksal zu stemmen und nie aufzugeben. Dass dazu nicht nur ein eiserner Wille und eine gute Portion Glück gehört, sondern auch die Unterstützung anderer, kommt ebenfalls nicht zu kurz. Da hier nahezu alle Abgründe der Menschheit zur Sprache kommen, ist es keine leichte Kost. Allein der rote Faden der Abhängigkeiten, von Beziehungen über Alkohol bis zu harten Drogen, ist nichts für zarte Gemüter.

Für mich ist es eine fordernde Story, nicht uninteressant, aber ein wenig zu langatmig, dafür mit einem für das Vorangegangene sehr abruptem Ende. Daher gebe ich sehr gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Ein bisschen schwierig für mich

Alles vom Gemüse
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Nach der ausführlichen Einführung und ein paar Seiten Tipps und Tricks zur Organisation geht es los mit den Kapiteln Willkommen, Frühling; Endlich Frühsommer; Hochsommer-Genüsse; Herbstliebe; Winteranfang; ...

Nach der ausführlichen Einführung und ein paar Seiten Tipps und Tricks zur Organisation geht es los mit den Kapiteln Willkommen, Frühling; Endlich Frühsommer; Hochsommer-Genüsse; Herbstliebe; Winteranfang; Im tiefsten Winter; Grundrezepte.

Vor dem eigentlichen Rezept steht immer ein einführender Text. Die Angabe, für wie viele Personen das Rezept ausgelegt ist, findet sich ebenfalls. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Es folgen Arbeitsanweisungen und Zutatenliste, beides steht nebeneinander. Die Arbeitsschritte sind ausführlich und gut verständlich beschrieben. Tipps und Fotos runden das Ganze ab. Besonders die Fotos erfreuen mich sehr, da ich dazu neige, Rezepte ohne Bilder hintenüber fallen zu lassen. Hier hat es nur wenige Rezepte ohne Foto.

Sophie Gordon zeigt, dass man fast alles vom Gemüse verwerten kann, und sei es nur für Gemüsebrühe. Sie probiert neue Gerichte mit den Blättern aus und vermeidet Abfall, auch durch Resteverwertung und gut geplante Einkäufe. Ihre Gerichte sind allesamt vegan. Ich bin Flexitarier, verzichte aber gern auf Fleisch, koche viel vegetarisch und lehne Austauschprodukte ab. Aber ich finde immer wieder neue und sehr wohlschmeckende Anregungen bei veganen Gerichten. So auch hier. Zudem ist es toll, wenn man Gästen, die sich vegan ernähren, ein wirklich schönes Gericht servieren kann. Ich werde kein Fan von Radieschengrün auf dem Teller, tut mir leid. Tofu mag ich auch nicht. Dafür kann die Autorin ja nichts. Mich stören aber einige Gewürze, die mir für regionale Küche dann doch zu exotisch sind. Hin und wieder sind die Zutaten auch irgendwie aus der zugeordneten Jahreszeit herausgefallen, denke ich.

So schön gemacht das Buch doch ist, finde ich trotz der 130 vorgestellten Rezepte nur ganz wenig, das mir neu ist und mich anspricht. Das ist sehr schade. Für mich ist es ein Drei-Sterne-Buch.

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