Für mich etwas zu übertrieben
Nachhaltig mit GenussDie beiden Autoren nehmen ihre Mission sehr ernst. Sie plädieren dafür, dass man weniger Fleisch isst und vor allem weder Schwein noch Huhn. Da fängt bei mir das Problem schon an. Weniger Fleisch ist kein ...
Die beiden Autoren nehmen ihre Mission sehr ernst. Sie plädieren dafür, dass man weniger Fleisch isst und vor allem weder Schwein noch Huhn. Da fängt bei mir das Problem schon an. Weniger Fleisch ist kein Ding, kein Schwein sowieso, aber auf Geflügel, ganz besonders Huhn, kann ich nicht verzichten. Dass ich Milchprodukte gegen pflanzliche Alternativen austauschen soll, geht nicht und so macht mich mein Konsum dieser Produkte zum kleinen Klimakiller. Aufgrund des sehr ausführlichen Theorieteils, der mir echt ein schlechtes Gewissen macht, obwohl ich mich schon seit Jahren bemühe, nachhaltig zu leben, hat das Buch einen etwas getrübten Start bei mir.
Die Rezepte sind in die Kapitel Alltagsretter; Perfekt kombiniert; Ofenkreationen; Schmorgerichte; Nachspeisen unterteilt. Sie folgen dem klassischen Aufbau Titel, kleiner Text, Zutatenliste, Zubereitungsschritte. Es gibt immer ein ansprechendes Foto zum Gericht. Angaben zu Nährwerten, Zeitaufwand usw. wurden weggelassen. Die Erklärungen sind gut verständlich. Die Zutaten sind für meine Vorratshaltung teilweise schon doch etwas exotisch. Das passt in meinen Augen dann nicht so ganz zum Nachhaltigkeitsprinzip. Wenn ich auf Huhn und Milchprodukte verzichten soll, verstehe ich nicht den Einsatz von Produkten, die alles sind, aber nicht regional.
Die Rezepte selbst sind quer durch die Welt an die internationale Küche angelehnt. Aus allen Kontinenten findet sich etwas. Mir ist dieser Trend, der sich durch viele Kochbücher zieht, etwas zu viel. Nicht jeder mag jede Länderküche, somit fallen viele Rezepte einfach durchs Raster. Dass die Zutatenliste etwas heller als die übrige Schrift ist, tut meinen Augen leider gar nicht gut. So mancher Tipp im Abschnitt Lebensmittel retten ist mir dann auch echt zu drastisch. Ich werde keinesfalls Kaffeesatz in Gewürzmischungen geben und dass Kaffee länger lecker bleibt, wenn er in der Thermoskanne statt auf der Heizplatte ist, dürfte jedem klar sein. Auch die Kartoffelschalen und Zwiebelwurzeln kommen bei mir weiter in den Kompost.
Bleibt zu sagen, dass das Buch ganz sicher super lieb und gut gemeint ist, bei mir aber nicht so große Freude auslöst. Für das meiste bin ich wohl nicht konsequent genug. Die Rezepte gehen großteils an meinem Gusto vorbei. Damit kann ich gerade noch drei Sterne geben.