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Veröffentlicht am 07.04.2023

Was für ein schönes Backbuch!

Köstliches aus Hefeteig. Schätze aus Omas Backbuch. 86 fast vergessene Backrezepte
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Dieses Buch muss man einfach mögen! Auch wenn es im Grunde ein prima Werbe-Schachzug ist, so sind hier doch die besten Rezepte von ganz normalen – also total besonderen – Omas zusammengestellt. Mich bekommt ...

Dieses Buch muss man einfach mögen! Auch wenn es im Grunde ein prima Werbe-Schachzug ist, so sind hier doch die besten Rezepte von ganz normalen – also total besonderen – Omas zusammengestellt. Mich bekommt man mit handgeschriebenen Rezepten immer. Hier wurden die originalen Rezepte ein bisschen „gesäubert“ und für alle verständlich fein säuberlich und übersichtlich dargestellt, aber immer sind das Foto des Original und der Verfasserin dabei. Wenn im Rezept von Tassen oder ähnlichen Maßen die Rede war, so wurde das in Milliliter, Gramm und andere gängigere Mengen geändert.

Ich liebe die kleinen Texte, die die Einreicherinnen dazugeschrieben haben, die Fotos der Verfasserinnen, die Bilder der Originalrezepte. Die Rosenmehl-Tipps zu den Rezepten sind zusätzlich ein Gewinn, aber die eigentlichen Rezepte sind wirklich Gold wert! Schön ist, dass es zu jedem auch ein Foto des Backwerks gibt. Die Backwerke sind zeitlos, lecker, erinnern an die eigene Oma (oder Mama), machen glücklich – es ist Nostalgie, aber im besten Sinne!

Aufgeteilt ist das Buch in die Themen Lieblingskuchen; Zöpfe, Stollen, süße Brote; Kleines und Feines; Mehlspeisen; Schmalzgebackenes; Herzhaftes. Die anschließenden Kapitel beschäftigen sich mit Tipps rund um den Hefeteig und Mehlkunde und Tipps, danach folgen Rezeptregister und Impressum. Die gesamte Aufmachung ist sehr gelungen und zeugt von der Liebe zum Backen, der Liebe zum Hefeteig. Man muss wirklich keine Angst vor dem Hefeteig haben. Das ist wie Radfahren – anfangs etwas schwierig, aber wenn man den Bogen raus hat, liebt man es!

Bei jedem Rezept sind Arbeitszeit, Gehzeit und Backzeit angegeben. Auf Nährwerte und Kalorienangaben wurde verzichtet, ebenso auf vegane Rezepte (darauf achteten die Großmütter noch nicht). Die Zutatenlisten sind unterteilt für Teig und Belag. Die Beschreibung der Zubereitung ist jeweils gut verständlich formuliert, auch finden sich, was ich besonders gut finde, Angabe zur Herdeinstellung (vorgeheizt oder nicht, E-Herd und Umluftherd).

Manche Rezepte ähneln sich relativ stark, dennoch unterscheiden sie sich stark genug, dass man es sieht und schmeckt. Manchmal sind es eben die kleinen Feinheiten, die große Unterschiede machen. Für mich ist dieses Hefe-Backbuch ein wahrer Schatz an Familienrezepten, das mir nicht nur beim Backen (bzw. dem genüsslichen Verspeisen der Ergebnisse), sondern auch beim Durchblättern sehr viel Freude macht. Ganz klar: fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 05.04.2023

Neri wird wohl müde

Verschwunden
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Commissario Neri ist ein bisschen arbeitsmüde. So langsam denkt er an die Pensionierung und mit seiner Frau von einem Altersruhesitz am Meer. Doch die Träumerei muss warten, denn ein kleiner deutscher ...

Commissario Neri ist ein bisschen arbeitsmüde. So langsam denkt er an die Pensionierung und mit seiner Frau von einem Altersruhesitz am Meer. Doch die Träumerei muss warten, denn ein kleiner deutscher Junge ist verschwunden und das geht Neri sehr nahe. Er will ihn unbedingt finden. Da taucht er plötzlich völlig verstört wieder auf. Neri ist enorm erleichtert, doch dann kommt etwas Verstörendes ans Licht. Zudem muss Neri zum neuen Dottore, der ein ambulatorio eröffnet hat, denn eine Wunde an seiner Hand hat sich erschreckend entzündet. Währenddessen lebt die Maklerin Elena, die für Neri ein Häuschen finden soll, ein eigenartiges Hobby aus, trauert um ihren Vater und zofft sich mit dessen neuer Frau. Und dann überschlagen sich die Ereignisse!

Ich mag die Bücher von Sabine Thiesler eigentlich sehr. Dieses hier war allerdings eine Herausforderung. Der Klappentext greift viel zu weit voraus und bis die Story so richtig in Fahrt kommt, hatte sie mich schon fast komplett verloren. Gewisse Dinge werden zu sehr ausgedehnt, manches zu deutlich beschrieben und noch dazu kommt die Sprache der Autorin diesmal unendlich altbacken rüber, sehr einschläfernd und irgendwie als würde sie ein Märchen erzählen. Spannung fehlt mir sehr, an deren Stelle rücken Beschreibungen von brutalen Szenen, die ich nicht so deutlich brauche.

Die eine oder andere Figur ist mir einfach zu naiv. Alle wirken ein bisschen schläfrig und einfach nicht wirklich realistisch. Das hat dann dazu geführt, dass ich sehr lange brauchte, um die 479 Seiten zu lesen. Dabei sind die meisten Kapitel schön kurz gehalten, sodass man an sich gut voran kommen müsste. Neri kam für mich zu kurz und er konnte auch nicht mit Leistung glänzen. Der Zufall spielt ihm zu sehr zu, von Eigenleistung ist wenig zu sehen. Sein privates Leben steht mir zu sehr an erster Stelle. Ermittlungsarbeit ist hier irgendwie der Darstellung menschlicher Ausschweifungen, Abgründe, Abartigkeiten und Befindlichkeiten gewichen.

Der Plot hätte sehr viel mehr hergeben können, würde ich mal behaupten. Hier wirkt alles etwas müde, hölzern und gelangweilt. Die Story entgleitet der Autorin ein bisschen, denke ich. Vieles ist einfach nur absurd und unrealistisch. Ich hoffe, es geht mit der Reihe schwungvoller weiter. Diesmal reicht es leider nur für drei Sterne.

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Kochen mit ganz viel Liebe!

Meine Süperküche
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Auch im digitalen Zeitalter liebe ich Kochbücher in gedruckter Form. Im Bücherregal kann ich eine kleine Weltreise durch die Küchen machen. Für das Reiseziel Türkei gibt es schon Bücher, aber Meltem Kaptan ...

Auch im digitalen Zeitalter liebe ich Kochbücher in gedruckter Form. Im Bücherregal kann ich eine kleine Weltreise durch die Küchen machen. Für das Reiseziel Türkei gibt es schon Bücher, aber Meltem Kaptan schießt hier auf Platz eins! Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie und ihre Mama eine ganze Reihe türkischer Gerichte ein bisschen eingedeutscht haben. Selbst der Titel zeigt das schon: Süperküche, halb türkisch, hab deutsch!

Das Vorwort liest sich gleich mal ganz wunderbar, denn die Liebe zu ihrer Mama, zum Kochen, zum Essen und zum Bewirten kommt überdeutlich daraus hervor. Dann geht es los mit den Vorspeisen, Suppen & Eintöpfen, Hauptgerichte(n) und Nachspeisen. Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert, mit Symbolen für vegetarisch, vegan, glutenfrei und der Zubereitungszeit versehen. Neben der Zutatenliste finden sich die sehr gut verständlich geschriebenen Anweisungen für die Arbeitsschritte und bei vielen der Rezepte gibt Mama Melek noch Tipps. Ganz besonders schön sind die Fotos, die bei jedem Gericht zu finden sind. Mir persönlich ist das immer super (oder süper) wichtig, denn ich bin ganz besonders bei Speisen ein sehr visuell orientierter Mensch.

Für mich sind schon die Meze der Hit. Es finden sich die Klassiker, aber auch weniger bekannte, doch nicht weniger leckere, Gaumenschmeichler, an denen man sich „dumm und dusselig futtern“ kann. Aber auch in allen anderen Kapiteln finden sich Lieblingsrezepte. Ganz viele davon sind ideal für alle, die weniger Fleisch essen wollen, aber ohne Fleischersatz kochen und essen möchten. Die Zubereitung ist mit weniger Arbeit verbunden, als man befürchten möchte und die Zutaten sind recht gut zu bekommen, sowohl im Türkischen Supermarkt, als auch in den durchschnittlichen Supermärkten mit Zutaten für die internationale Küche.

Dass auf Schweinefleisch verzichtet wird, ist dabei ganz klar und kommt mir sehr gelegen. Es wird nur Rind und Huhn verwendet und selbst das nicht übermäßig häufig. Viele der Rezepte kommen ganz ohne Fleisch aus, sind aber dennoch schlicht köstlich!

Mama Melek und Meltem Kaptan haben ihre Sache einfach großartig gemacht. Ihre Gerichte schmecken wie bei meiner Freundin und deren Mama – und ich liebe deren Küche! Ich hoffe deshalb ganz stark, die beiden Autorinnen belassen es nicht bei diesem einen Kochbuch, sondern lassen noch weitere folgen. Ich finde dieses einfach großartig! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Bewegend

Die spürst du nicht
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Zwei bessergestellte Familien fahren zusammen in den Urlaub in die Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen. Diese ist ein Flüchtlingskind aus Somalia und völlig anders aufgewachsen, ...

Zwei bessergestellte Familien fahren zusammen in den Urlaub in die Toskana. Tochter Sophie Luise darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen. Diese ist ein Flüchtlingskind aus Somalia und völlig anders aufgewachsen, als SoLu. Wie anders, wird sich dramatisch herausstellen und Dinge in Gang setzen, die alles verändern.

Uff! Da hat Glattauer eine gigantische Geschichte ersonnen, die leider viel zu nah an der Wahrheit ist. Auch wenn die Wahrheit unbequem ist, aber ganz genau so sind die Menschen. In jeder Hinsicht. Miteinander, mit anderen, in der eigenen Familie, im Umgang mit anderen Familien und vor allem im Schutz der digitalen und anonymen Welt. Die eingeschobenen Postings in Foren sind genauso, wie ich sie schon so oft gelesen habe. Da wird alles und jeder zerfleischt, da werden Behauptungen in den Raum gestellt, da wird gelästert, was das Zeug hält.

Nach und nach erfährt nicht nur der Leser, sondern auch SoLus Familie, die Geschichte einer Familie. Ein Schicksalsschlag jagt den nächsten, eine Ungerechtigkeit folgt auf die andere. Und weil alle immer schon ein fixes Bild von anderen, besonders Fremden, im Kopf haben, hat keiner jemals danach gefragt und somit im Grunde zur Katastrophe beigetragen.

Mich hat „Die spürst du nicht“ unbeschreiblich bewegt und auch schockiert. Doch nicht, was andere taten und sagten, nimmt mich so mit, sondern dass ich das kenne und mich nicht davon ausnehme, dass ich zwar Empathie für Flüchtlinge habe, aber auch eine Art Vorurteil in mir trage. Das Vorurteil zu wissen, dass sie Schlimmes erlebt haben und man nicht nachfragen muss, sie in Deutschland (oder wie im Buch in Österreich) in Sicherheit sind, versorgt werden und doch bitte glücklich sein sollen. Aber jeder einzelne dieser Menschen hat seine eigene Geschichte und selbst, wenn sich viele ähneln, so müssen sie doch erzählt und gehört werden. Erst dann helfen wir tatsächlich.

Doch Glattauer urteilt nicht. Er erzählt und überlässt dem Leser / Zuhörer, daraus etwas mitzunehmen. Dabei ist durchaus auch Humor vorhanden, der die Wahrheit und Aussage der Story nur noch unterstreicht. Dies ist Sozialkritik vom Feinsten, brandaktuell zu jedem Zeitpunkt, nicht nur jetzt. Die Figuren sind sehr glaubwürdig und lebensnah gezeichnet, verhalten sich manchmal dumm, aber genau das ist so real, machen Fehler, fallen hin, stehen auf oder auch nicht, verarbeiten ihre Traumata auf ganz eigene Art.

Als Hörbuch mit den Sprechern Tessa Mittelstaedt und Steffen Groth wirkt die Story sehr heftig. Die beiden schaffen es, die Illusion entstehen zu lassen, dass all dies tatsächlich gerade geschieht. Sie legen weder zu viel Gefühl in ihre Stimme, noch sind sie zu distanziert. Ganz besonders gelungen finde ich Tessa Mittelstaedts Version von Pierre.

Die Aussage ist hart, aber das Buch ist wunderbar. Ich gebe fünf Sterne und werde versuchen, mir ab sofort erst dann ein Bild von einem Menschen zu machen, wenn ich seine Geschichte von ihm selbst erfahren habe.

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Veröffentlicht am 29.03.2023

Schnell, einfach und mit Verwendung von fertigen Keksen backen

Super Easy Backen
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Manchmal soll es einfach sein und ganz schnell gehen. Dass das seinen Preis hat, ist klar. Hier ist das die Zugabe von Fertigprodukten von der Mehlmischung bis zum fertigen Keks. Zuerst hat mich das enttäuscht, ...

Manchmal soll es einfach sein und ganz schnell gehen. Dass das seinen Preis hat, ist klar. Hier ist das die Zugabe von Fertigprodukten von der Mehlmischung bis zum fertigen Keks. Zuerst hat mich das enttäuscht, doch wenn man diesen Rezepten eine Chance gibt, wird man tatsächlich mit leckeren Ergebnissen belohnt. Manchmal muss man einfach unbedarft an etwas herangehen und neue Wege ausprobieren.

Die Rezepte sind wirklich einfach und eigentlich von jedem zu schaffen. Es ist, wie Schokocrossies selbst machen (Schokolade schmelzen, Cornflakes reinrühren, kleine Kleckse auf ein Backpapier setzen und aushärten lassen). Wirklich super einfach!

Die Portionen sind oft recht klein bemessen. Kuchen und Torten sind fast immer in 20cm-Formen gemacht, Schnitten in 20 x 20cm-Blechen. Hier muss man also genau lesen, um beim Kaffeeklatsch mit Freundinnen nicht zu wenig Leckereien zu haben! Das Gute an diesen kleinen Portionen: man kann prima mehrere der Köstlichkeiten zubereiten und dann anbieten.

Der Arbeitsaufwand ist meist ziemlich gering. Das kommt natürlich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass viele Fertigprodukte eingesetzt werden. Alle Kapitel fassen eine Gruppe Rezepte zusammen, die thematisch zusammenpassen. Von Konfekt über Tassenkuchen bis Eiscreme ist alles vorhanden, nicht nur Kuchen und Kekse. Neben einem ganzseitigen Foto vom Ergebnis findet man schön gegliedert das Rezept mit Erklärung, Zeitaufwand, Zutatenliste, Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie öfter auch mal ein zusätzlicher Tipp. Links oben auf der Seite sieht man ganz klar, wie viele Zutaten verwendet werden. Und das sind tatsächlich nur 3-5! Das geht eben nur unter Verwendung von Fertigprodukten. Dafür liefert das Kapitel „Alle meine Favoriten“ ganz normale Rezepte, also mit viel mehr Zutaten und (fast) ohne Fertigprodukte.

Nein, dies wird nicht mein Lieblingsbackbuch. Aber es liefert mir tolle Ideen und Rezepte für all die Tage, an denen man schnell Kuchen haben möchte und nicht viel dafür tun kann oder mag. Blitzschnell geht das mit den Tassenkuchen aus dem Mikrowellenherd, mit ein bisschen mehr Zeitaufwand entstehen dann aber auch „richtig“ gebackene Leckereien. Alles in allem besonders für Backanfänger super gut geeignet und damit ein tolles Geschenk, aber auch für Backfeen eine prima Alternative. Von mir gibt es dafür vier Sterne.

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