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Veröffentlicht am 14.10.2020

Rezepte, Produzenten und Geschichten Mallorcas

Mallorca – Das Kochbuch
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Was erwartet man von einem Kochbuch, das „MALLORCA“ heißt? Richtig! Typische Gerichte der spanischen Baleareninsel und damit auch sehr viel Fisch und Meeresfrüchte. Aber auch Lamm, Huhn, Schwein und Kaninchen ...

Was erwartet man von einem Kochbuch, das „MALLORCA“ heißt? Richtig! Typische Gerichte der spanischen Baleareninsel und damit auch sehr viel Fisch und Meeresfrüchte. Aber auch Lamm, Huhn, Schwein und Kaninchen finden sich auf dem Speiseplan der Mallorquiner. Unterteilt ist das Buch in die Kapitel Vorspeisen, Tapas, Suppen, Hauptgerichte und Desserts. Zusätzlich gibt es noch jede Menge zusätzliches Wissen zu Land, Leuten und Lebensmitteln.

Die Zutaten sind übersichtlich aufgelistet bei jedem einzelnen Rezept. Fast alles kann man ganz einfach und jederzeit besorgen. Bei Fisch und Meeresfrüchten wird man öfter mal auf hochwertige Tiefkühlware zurückgreifen müssen und vielleicht auch nicht alles ohne Vorbestellung beim guten Fischhändler bekommen. Insgesamt ist die Beschaffung jedoch kein großes Problem.

Angaben für die Personenzahl und Zubereitungszeit finden sich ebenfalls, aber auf Nährwertangaben und Kalorienzahlen wurde verzichtet. Zu jedem Gericht gibt es eine kleine „Vorrede“ und alle Arbeitsschritte werden genau und verständlich beschrieben. Auch mit zusätzlichen Tipps wird nicht gespart!

Die Fotos der angerichteten Speisen sind aussagekräftig und helfen dabei, auszuwählen, was man (als nächstes) aus diesem Buch kochen möchte. Spanische Abende zu Hause mit Freunden werden so sehr authentisch. Ein klein wenig Urlaub zu Hause, besonders in Zeiten, in denen verreisen nicht ohne weiteres möglich ist.

Abgerundet wird das Buch durch die Portraits der vorgestellten Inselbewohner in Form von Reportagen. Ob Olivenbauer, Metzger, Landwirt, Winzer, Fischhändler, Koch, Schafsbauer oder Rinderzüchter – sie alle lieben Mallorca und nachhaltige Lebensmittel. Beim Lesen spürt man das total. Auch die Aufmachung zeigt diese Liebe – alles ist in Orange gehalten, auch der Buchschnitt und das Lesebändchen. Im Register sind die Reportagen fett hervorgehoben, so findet man sie auch schneller wieder.

Insgesamt hat man hier also nicht einfach nur ein Kochbuch. Aktuell ist es in, wenn noch zusätzliches Wissen mitgeliefert wird. Mir gefällt das sehr. Deshalb von mir eine Empfehlung für alle, die Mallorca lieben, gerne Fisch und Meeresfrüchte essen und ein wenig Süden in die Küche zaubern wollen. Auch als Geschenk eine super Sache! Von mir bekommt das Buch fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Opulente kleine Torten und andere Köstlichkeiten rund um Weihnachten

Melissa Fortis Weihnachts-Backbuch
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Wer ein Backbuch sucht, in dem die üblichen Weihnachtsgebäck-Rezepte zu finden sind, liegt hier völlig falsch. Melissa Forti liebt das Opulente. Somit finden sich hier auch fast keine einfachen und „normalen“ ...

Wer ein Backbuch sucht, in dem die üblichen Weihnachtsgebäck-Rezepte zu finden sind, liegt hier völlig falsch. Melissa Forti liebt das Opulente. Somit finden sich hier auch fast keine einfachen und „normalen“ Rezepte. Dafür aber kann man hier genau das finden, das die Gäste sprachlos machen wird. Das Problem dabei ist, dass man eine Menge Arbeit in Kauf nehmen muss und die eine oder andere Zutat auch nicht wirklich so leicht aufzutreiben ist.

Es verwundert nicht, dass die Rezepte mit viel Text verbunden sind. Nicht nur die Geschichten und Informationen zum jeweiligen Gebäck werden wortreich geschildert, auch die Zubereitung. Das ist auch gut so, denn nur so schafft man es zu Hause, annähernd so schöne und leckere Ergebnisse zu erzielen. Nicht selten genügt eine Seite nicht. Ich empfehle, zunächst mal zu üben, bevor man eins der Rezepte für einen bestimmten Anlass nachmachen möchte!

Das Buch ist voll mit Fotos – nicht nur von den Gebäcken, auch von Melissa Forti. Da lässt sich nun drüber streiten, was wirklich wichtig ist, aber zum Buch insgesamt passt das schon wunderbar. Einzig dass alle Bilder recht dunkel gehalten sind, stört mich wirklich.

Die Rezepte bestehen zumeist aus sehr vielen Zutaten, die fein säuberlich gelistet aufgeführt werden. Auch weiß man vorher schon, für wie viele Portionen bzw. Personen das Rezept ausgelegt ist. Nicht wundern – die meisten Torten, so schön und opulent sie auch sind, sind recht klein. Es gibt also für jeden Gast entsprechend auch nur ein recht kleines Stück davon. Die in Deutschland üblichen großen Torten sind hier nicht zu finden. Auf die Angabe von Kalorien, Nährwerten und Zeitaufwand wurde verzichtet. Ich vermute – aus gutem Grund!

Nein, für Anfänger ist dieses Buch nicht wirklich geeignet. Es könnte sie sogar demotivieren. Aber für alle, die schon ein wenig Übung haben und vor allem viel Geduld und auch Geschick mitbringen, ist dieses Buch eine wahre Bereicherung im Rezepteregal! Auch als Geschenk für alle, die sehr gerne backen, eignet es sich optimal. Von mir bekommt es vier Sterne!

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Keine (Vor-)Weihnachtszeit ohne „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Dickens!

Eine Weihnachtsgeschichte
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Für mich ist diese Geschichte von Charles Dickens nicht nur ein wunderbarer Klassiker, sondern auch Tradition in der Weihnachtszeit. Ob als Buch, als Hörbuch oder als Verfilmung – ich bekomme einfach nicht ...

Für mich ist diese Geschichte von Charles Dickens nicht nur ein wunderbarer Klassiker, sondern auch Tradition in der Weihnachtszeit. Ob als Buch, als Hörbuch oder als Verfilmung – ich bekomme einfach nicht genug davon! Die Lesung von David Nathan ist für mich ganz besonders gut gelungen und hat mich sehr verzaubert! Nicht zu fassen, wie angenehm diese Stimme ist und wie gut Nathan sie einzusetzen weiß!

Die Geschichte um den hartherzigen, geizigen, verknöcherten Ebeneezer Scrooge, der an Heiligabend vom Geist seines vor sieben Jahren gestorbenen Geschäftspartners Marley heimgesucht wird und den Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der künftigen Weihnacht folgen muss, damit er den Ketten, in denen Marley liegt, noch entgehen kann, erstaunt mich immer wieder – so alt und doch so aktuell! Dickens hat alle Figuren wunderbar zum Leben erweckt, ohne sie überdeutlich zu beschreiben. Die drei Geister möchte man fast selbst auch mal bei sich zu Besuch haben, denn trotz allem sind sie voller Liebe und schenken Scrooge so viel, auch wenn es diesen ganz heftig beutelt. Selbst als Hörer fühlt man sich an eigenes Fehlverhalten erinnert und nimmt sich automatisch vor, in Zukunft weniger „scroogig“ zu sein und nicht in Gefahr geraten, so zu enden, wie er.

Die Wendung, die Veränderung, die Scrooge durchlebt, ist enorm, aber in sich stimmig. Auch wenn ich die Geschichte fast schon auswendig kenne, wünsche ich mir immer wieder, diese Geister wären Scrooge viele Jahre vorher begegnet, als er noch jung genug war, das Leben zu genießen und viel Gutes zu tun.

David Nathan gibt jeder Figur die passende Stimme bzw. Betonung. Auch schafft er es, die ideale Atmosphäre zu schaffen, sodass man alles um sich herum vergisst und ganz von der Geschichte gefangen genommen wird. So verfliegen die mehr als drei Stunden wie im Fluge und hinterlassen den Hörer glücklich und in herrlich weihnachtlicher Stimmung. Wenn man dann daran denkt, dass Dickens diese Geschichte vor fast 180 Jahren geschrieben hat, ist man fassungslos. Schon damals ließ er Scrooge von sozialen Problemen und falschen ideologischen Ansichten sprechen, die noch heute existieren.

Mir geht „Eine Weihnachtsgeschichte“ Jahr für Jahr unter die Haut und ans Herz. So wunderbar, wie David Nathan, hat mich aber noch keine Version verzaubert. Da ist es ganz klar: fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Geballtes Küchenwissen

Uri Buri - meine Küche
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Dies ist nicht einfach nur ein Kochbuch mit Gerichten des legendären Kochs Uri Jeremias, es ist so viel mehr! Man erfährt eine Menge interessanter Dinge über Israel, der Stadt Akko, Uri Jeremias, Lebensmittel, ...

Dies ist nicht einfach nur ein Kochbuch mit Gerichten des legendären Kochs Uri Jeremias, es ist so viel mehr! Man erfährt eine Menge interessanter Dinge über Israel, der Stadt Akko, Uri Jeremias, Lebensmittel, deren Zubereitung und eigentlich über das ganze Leben! Das macht dieses Buch einfach einzigartig schön!

Uri Jeremias, liebevoll Uri Buri genannt, ist ein ganz besonderer Mensch mit einer ganz besonderen Geschichte, einem ganz besonderen Humor und einem ganz besonders großen Herzen. Schon allein deshalb muss man dieses Buch einfach immer wieder zur Hand nehmen. Dazu ist es gespickt mit wunderschönen, aber nicht geschönten, Bildern aus Israel bzw. Akko.

Es geht in diesem Kochbuch viel um Fisch, ganz klar. Und Dank Uri Buri lernt der Leser vorab schon alles Wichtige darüber. Wer informiert ist, ist erfolgreich. Und so wundert es nicht, dass mit dem geballten Wissen die Fischgerichte noch besser gelingen! Vom Kauf über das Lagern bis zur richtigen Zubereitung ist an alles gedacht. Hier lernt man definitiv von Anfang an, wodurch das Verständnis für das Produkt und das Gericht einfach ein anderes ist, ganz klar!

Es ist an wirklich jede Zubereitungsart gedacht und auf alle wird auch eingegangen. Ebenso, wie die unterschiedlichen Seafood-Sorten Beachtung finden. Es ist unbeschreiblich, wie viel Wissen Uri Buri dem Leser mit auf den Weg gibt, aber in jedem Wort erkennt man, dass er seine Arbeit mit ganzem Herzen macht. Wen wundert es da noch, dass es auch schmeckt und sein Restaurant so beliebt ist? Fast 120 Seiten drehen sich nur um Warenkunde, Gewürze, Zubereitung – das ist im Grunde schon ein eigenes Buch!

Die Rezepte sind im bewährten Stil aufgebaut: Titel, Portionsangabe, Zeitangaben, Zutatenliste, gut verständlicher Anleitung und zusätzlich noch einem Hinweis, Tipp, einer Erklärung – jedenfalls lässt uns Uri Buri bei jedem Rezept noch ein paar extra Worte dazu da. Nicht alle Rezepte beinhalten Fisch oder Meeresfrüchte, aber sie passen dazu. So gibt es auch Suppen und Salate, sowie ein Falafel-Rezept. Auch ganz ohne Fisch kann man diese Gerichte natürlich genießen – das Buch dreht sich ja nicht nur um Fisch!

Wie exotisch sind die Zutaten? Nun, das ist eine Frage dessen, welche Geschäfte man in der Nähe hat. Meiner Meinung nach sind alle Zutaten im guten Lebensmittelhandel leicht zu bekommen. Je nach Geschmack und Wunsch sind auch alle Fische bzw. jedes Seafood zumindest in tiefgekühlter Form zu bekommen. Auch die Zutaten für „fischlose“ Rezepte sind nicht zu ausgefallen.

Die Zubereitung ist nicht immer einfach, aber durchweg machbar, wenn man ein wenig Erfahrung hat und wirklich gerne kocht. Die Fotos zeigen, wie das Gericht aussehen soll – mir ist das immer wichtig, auch wenn mein Ergebnis selten so schön wird, wie ich das gerne hätte. Aber: es schmeckt!

Das Buch ist – nicht zuletzt durch den „Theorie-Teil“ – mehr als gelungen. Es lenkt den Fokus darauf, mit Mensch und Material achtsam umzugehen und bewusst respektvoll zu sein. Für mich ein Highlight in meiner Kochbuch-Sammlung! Hier können sich viele Köche und Kochbuchautoren eine dicke Scheibe abschneiden. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Schlechte Unterhaltung

Funkenmord (Kluftinger-Krimis 11)
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Vielleicht erwarte ich zu viel, wenn ich möchte, dass ein Krimi auch dann den Hauptteil der Story einnimmt, wenn die Reihe schon Kultstatus erlangt hat. Das Buch ist unterhaltsam, gar keine Frage, aber ...

Vielleicht erwarte ich zu viel, wenn ich möchte, dass ein Krimi auch dann den Hauptteil der Story einnimmt, wenn die Reihe schon Kultstatus erlangt hat. Das Buch ist unterhaltsam, gar keine Frage, aber der Fall ist alt, Kluftinger laboriert halbherzig dran herum und bestimmt 90% der Story dreht sich um ihn und sein Privatleben. Dass ewig gebraucht wurde, bis sein(e) Vornamen bekannt wurden, war ja noch ein bisschen lustig. Aber das Geschlecht des Enkelkindes so lang zu umschiffen, ebenso dessen Name, finde ich dann schon arg gewollt. Tut mir leid, ist nicht mehr witzig.

Jede Figur sollte sich innerhalb einer Reihe weiterentwickeln und diese Entwicklung muss auch gar nicht vorhersehbar sein. Aber dass eine Figur sich so penetrant wichtig nimmt und jeglicher Arbeit dermaßen aus dem Weg geht, Gefühle anderer nicht wichtig nimmt, sich selbst noch immer extrem toll findet – ach, ich weiß nicht. Mich nervt es mehr, als dass es mich unterhält. Auch die „Trauerrituale“ der Kollegen sind nur 100 Seiten bedingt lustig, danach lächerlich. Da tut „die Neue“ richtig gut! Auch nicht klassisch, sondern ebenfalls eindeutig „anders“, aber erfrischend und im Vergleich dann doch wieder normal. Na gut, sie müsste jetzt nicht unbedingt wie ein Aschenbecher stinken und bei jeder Gelegenheit rauchen.

Es sind viele kurze Episoden aneinandergereiht und halbherzig zu einer ganzen Story zusammegeflickt. Mir kommt es vor, als wären den beiden Autoren irgendwann Ideen gekommen, die nun geballt hier untergebracht worden sind, aber einfach nicht wirklich passen wollen. Vor allem hat es da auch Puzzleteilchen, die ich ganz übel finde. Besonders das Kapitel auf dem Tierfriedhof finde ich schlicht und ergreifend entsetzlich. Auch die ach so nette Erika gefällt mir nicht so ganz. Hat sie sich da etwa Überheblichkeit angeeignet? Ehrenamtliche Helferin hin oder her, sie misst ihre Beschäftigung mit der von anderen und wertet. Nun, wer’s braucht. Kluftingers Denschlisch ist auch nur kurz lustig – selbst da nicht so stark, wie das Autorenduo vermutlich meint. Und obwohl ich selbst im Leben mir keinen Thermomix ins Haus holen werde, finde ich das Geseiere darüber kein bisschen lustig. Von Krimi ist nicht viel zu merken. Der Part hätte für eine Kurzgeschichte ausgereicht.

Anfangs dachte ich ja noch, komm, das entwickelt sich bis spätestens zur Mitte zu einem tollen, witzigen Krimi. Tja, dann schwand die Hoffnung. Mit jedem Kapitel mehr. Die Auflösung des alten Falles, der mehr durch Zufall zustande kam und mit Ermittlungskönnen so gar nix zu tun hat, enttäuscht dann auch noch komplett. Viele Figuren sind einfach unglaubwürdig und platt. Sogar Kluftingers Sohn und Schwiegertochter fangen an, berechnend zu handeln. Der Grund für die extrem abgespeckte Taufe ist jetzt echt nicht gerade etwas, auf das man stolz sein könnte. Und lustig finde ich das auch nicht. Überhaupt – ich konnte kaum über einen „dummen August“ lachen, ich habe mich dafür aber arg über ganz viele Figuren im Buch richtig geärgert. Besonders über Kluftiger. Der ist kein bisschen lustig, der ist hier von A-Z einfach ein unsympathischer, arbeitsscheuer, egoistischer und eingebildeter Waldschrat.

Tja, jetzt, wo ich Dampf abgelassen habe, schwanke ich nicht mehr, wie viele Sterne das wohl werden können. Meine Entscheidung steht – zwei Sterne. Fürs Papier.

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