Ein Zuhause für deinen Drachen bereitet das Thema Gefühle kindgerecht und pädagogisch wertvoll auf. Es ist nicht nur optisch ein richtiger Hingucker, auch die Schreibweise ist mir bei diesem Kinderbuch ...
Ein Zuhause für deinen Drachen bereitet das Thema Gefühle kindgerecht und pädagogisch wertvoll auf. Es ist nicht nur optisch ein richtiger Hingucker, auch die Schreibweise ist mir bei diesem Kinderbuch wahnsinnig positiv aufgefallen. Durch vermeintliche Gegensätze und teilweise komische Wortzusammensetzungen musste ich beim Lesen oft schmunzeln und empfinde dies auch als sehr anregend was die Fantasie oder die kindliche Sicht auf die Welt angeht.
Die Illustrationen passen perfekt zum Buch und untermauern die Geschichte hervorragend, außerdem gibt es weder zu viel noch zu wenig Text, sodass Kinder diesem Buch sicher gut folgen können.
Aus meiner Sicht wird hier sehr sinnvoll durch die Thematik der Gefühle oder auch Gefühlsstürme geleitet und die Message, dass alle Gefühle okay sind und zugelassen werden sollten, kommt definitiv kindgerecht rüber.
Nachdem mir "Die Wut, die bleibt" von Marieke Fallwickl wirklich gut gefallen hat, war ich super gespannt auf das neueste Buch aus ihrer Feder. Die Grundprämisse klingt sehr interessant und mal nach etwas ...
Nachdem mir "Die Wut, die bleibt" von Marieke Fallwickl wirklich gut gefallen hat, war ich super gespannt auf das neueste Buch aus ihrer Feder. Die Grundprämisse klingt sehr interessant und mal nach etwas ganz anderem. Alle Frauen legen ihre Arbeit nieder und sich auf der Straße, ein stiller Protest gegen alles, was das Patriarchat Frauen zumutet und wofür es weder eine Entlohnung, noch die benötigte Anerkennung gibt. So weit so gut. Ich fand das Szenario sehr spannend, allerdings bin ich gar nicht in die Geschichte reingekommen. Als Leser*in wird man mit Elins Sichtweise in die Story geworfen, welche sehr vulgär (stört mich nicht so sehr, aber es war schon irgendwie unerwartet viel) und für mich einfach nicht ansprechend war. Elin lebt mit einer unabhängigen und feministisch scheinenden Mutter zusammen, was sie meiner Meinung nach aber eigentlich nicht wirklich ist. Dann gab es Nuri, einen Mann, und damit eigentlich auch die einzige positive Darstellung eines Mannes in diesem Buch. Und das baut auch eher darauf auf, dass er nicht so triebgesteuert ist, wie sonst scheinbar alle anderen Männer. Ruths Perspektive mochte ich am meisten, sie arbeitet schon viele Jahre aufopferungsvoll als Krankenschwester und hat auch sonst kein leichtes Leben gelebt. Trotzdem kam mir die Darstellung der Frauenfiguren nicht realitätsnah vor, da alle irgendwie gleich waren. Zumindest generationsabhängig gleich.
Mir sind außerdem zu viele Dinge unklar und zu viele Fragen offen geblieben. Es wirkte an einigen Stellen einfach nicht richtig fertig. So konnte ich leider weder zu Charakteren eine Bindung aufbauen, noch anderweitig irgendwie mit der Geschichte mitfühlen. Und das, obwohl ein so wichtiges Thema behandelt wird, über das ich wirklich gerne lesen wollte. Ich werde dennoch die älteren mir noch fehlenden Werke der Autorin lesen und daran hoffentlich mehr Spaß haben. Denn schreiben kann sie definitiv, hier wurde nur einfach nicht mein Lesegeschmack getroffen.
Eva Biringer beleuchtet in diesem Buch auf einerseits sehr persönliche Art und Weise und andererseits auf wissenschaftlicher Ebene das Thema „Frauen und Schmerz“. Ich habe mich vorher nicht wirklich mit ...
Eva Biringer beleuchtet in diesem Buch auf einerseits sehr persönliche Art und Weise und andererseits auf wissenschaftlicher Ebene das Thema „Frauen und Schmerz“. Ich habe mich vorher nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt, davon abgesehen dass ich nun mal eine Frau bin und dadurch einiges aus diesem Buch wiedererkannt habe. Es war irgendwie erleichternd, zu sehen, dass man mit manchen Erfahrungen nicht alleine ist und dies teilweise sogar wissenschaftlich belegt ist. Mir hat das Buch eine neue Sichtweise auf diese Thematik gegeben, wodurch ich auch Frauen in meinem Umfeld anders wahrnehme. Ich fand es wirklich bereichernd und angenehm, auf welche lockere Weise die Autorin die Fakten oder persönliche Erfahrungen zu Papier gebracht hat. Dadurch konnte ich auch einiges Neues lernen und für mich mitnehmen.
Für mich auf jeden Fall ein gelungenes Sachbuch, das ich sehr gern gelesen habe und auf das ich bestimmt in Zukunft auch nochmal zurückgreifen werde!
Kurz vorweg: Ich habe dieses Buch wahnsinnig geliebt.
Ich habe lange auf dieses Buch hingefiebert und es dann voller Vorfreude begonnen, um dann erstmal ein wenig perplex eine Geschichte zu verfolgen, ...
Kurz vorweg: Ich habe dieses Buch wahnsinnig geliebt.
Ich habe lange auf dieses Buch hingefiebert und es dann voller Vorfreude begonnen, um dann erstmal ein wenig perplex eine Geschichte zu verfolgen, die während der Corona-Pandemie spielt. Das habe ich überhaupt nicht erwartet und finde, dass es eine Erwähnung auf dem Klappentext wert gewesen wäre. Dadurch habe ich tatsächlich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte eintauchen zu können, was ich von der Autorin sonst gar nicht gewöhnt bin. Außerdem bin ich der Meinung, dass es sich von ihren anderen Büchern in gewisser Weise unterscheidet (weder positiv noch negativ), allerdings kann ich gar nicht genau sagen woran das liegt. Nachdem ich in die Geschichte reingefunden habe, bin ich ihr dann aber auch sofort verfallen.
Es geht um Sally, die während des zweiten großen Lockdowns mit ihrer Familie zusammenlebt. Es wird schnell deutlich, dass die Familie zwar durch Liebe zusammengehalten wird, unter der Oberfläche aber einige Problematiken und Schwierigkeiten brodeln. Als dann eine zusätzliche Person in das Haus zieht, welche ebenfalls einige Lasten mit sich bringt, verändert sich die Familiendynamik zusehends und auch in Sallys Innerstem beginnt eine Zeit der Veränderung.
Die Gedanken, die Anne Freytag hier zu Papier bringt, können wohl die allermeisten sehr gut nachvollziehen. Nicht nur was die Isolation und die veränderten familiären Bedingungen während der Pandemie angeht, sondern auch generelle Beziehungsmuster, Geschwister(hass)liebe, die Suche nach dem eigenen Selbst und das Für-Sich-Selbst-Einstehen hat die Autorin unglaublich präzise auf den Punkt gebracht. Die Charaktere sind nicht unbedingt alle Sympathieträger, aber sehr gut ausgearbeitet, wodurch sie echt und vielseitig wirken. Die ganze Geschichte habe ich als wahnsinnig authentisch und ehrlich wahrgenommen, auch wenn ich nicht jede der Situationen selbst kenne. Trotzdem konnte ich den Worten und Zeilen so viel entnehmen, was mir die Freude am Lesen nach einer längeren Flaute wieder nahegebracht hat.
Anne Freytag wählt Themen, die in gewisser Weise uns alle betreffen und findet dafür auch noch genau die richtigen Worte. Ich fand vor allem Sallys innere Konflikte so gut dargestellt, dass ich nicht anders konnte als mitzufiebern. Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass das Buch wirklich nicht durch eine starke Handlung besticht. Viel mehr wird es von Emotionen, Gedanken und Charakterentwicklungen getragen, die ich einfach nur wahnsinnig gerne verfolgt habe.
Wer also damit klar kommt, dass wenig Handlung aber viel Tiefe zwischen den Zeilen steckt, ist hier auf jeden fall richtig.
Bei Cleopatra und Frankenstein handelt es sich um ein Buch, das bereits einen großen Hype erfahren hat und nun endlich auf deutsch übersetzt wurde. Ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut, die Leseprobe ...
Bei Cleopatra und Frankenstein handelt es sich um ein Buch, das bereits einen großen Hype erfahren hat und nun endlich auf deutsch übersetzt wurde. Ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut, die Leseprobe hat mich überzeugt und letztendlich stand einer wunderbaren Unterhaltungslektüre nichts mehr im Wege. Das dachte ich zumindest.
Es war letztendlich einfach nicht so ganz mein Buch. Cleo und Frank lernen sich auf eine sehr angenehme und humorvolle Weise kennen, ihre Liebe entfacht wahnsinnig schnell und genauso schnell wird die Kluft zwischen den beiden Charakteren immer größer. Im Endeffekt würde ich nicht sagen, dass es sich bei dem Buch um eine Liebesgeschichte handelt, aber das ist ja auch gar nicht schlimm, auch wenn ich was anderes erwartet habe. Ich fand außerdem, dass sich der eigentliche Fokus irgendwie relativ schnell verschoben hat
Die Geschichte wird eher von den Nebencharakteren getragen, die oft ganze Sequenzen für sich beanspruchen und das Leben von Cleo und Frank so aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zusammentragen. Diesen Aspekt fand ich sehr gut umgesetzt und vor allem besonders. Die Kapitel des Charakters Eleanor sind durch den offensichtlichen Perspektivwechsel am meisten aufgefallen und haben mich auch vom Schreibstil her am meisten überzeugen können.
Ich fand schade, dass das Buch teilweise als humorvoll vermarktet wurde, wenn dies meiner Meinung nach maximal im ersten Kapitel wirklich zu finden war. Danach hat definitiv die düstere Stimmung überwogen und ich habe eigentlich nichts mehr zu Lachen gehabt.
In dem Buch finden sehr sehr viele Themen einen Platz, was ich einerseits mag, andererseits aber wirklich ein bisschen erschlagend wirkte. Vor allem das toxische Verhältnis fast aller Charaktere untereinander und dieser ganz auffällig sorglose Umgang mit Drogen jeglicher Art, fand ich super abschreckend. Ich verstehe aber, dass man genau das an dem Buch bewundert. Ich weiß, dass es sich dabei um die Lebensrealität einiger Menschen handelt und dass es deshalb wichtig und richtig ist, sowas zu thematisieren. Ich konnte damit aber in diesem Buch einfach nicht warm werden. Mir hat die Verbindung zu den Charakteren gefehlt, ich fand leider niemanden interessant genug, um wirklich mitzufiebern. Ich freue mich für alle, denen es diesbezüglich anders ging. Für mich hat diese Geschichte aber leider nicht so gut funktioniert.