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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Irland 1994 mit Themen zum Nachdenken

Coast Road
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Der "Newcomer of the Year" bei den Irish Book Awards 2024, Alan Murrin, legt mit "Coast Road" einen beeindruckenden Debütroman vor. Murrin erzählt darin die Geschichte von Colette Crowley und Izzy Keaveney ...

Der "Newcomer of the Year" bei den Irish Book Awards 2024, Alan Murrin, legt mit "Coast Road" einen beeindruckenden Debütroman vor. Murrin erzählt darin die Geschichte von Colette Crowley und Izzy Keaveney im Küstenstädtchen Ardglas in Irland in den 1990er Jahren – eine Zeit, als Scheidung in Irland noch illegal war. Als bekennender Irland-Fan war ich sofort interessiert an diesem Buch, auch weil es inhaltlich um ein Thema geht, mit dem ich mich bisher noch nicht beschäftigt hatte. Murrins Schreibstil gefällt mir sehr gut: leicht zu lesen, eindringlich und fängt die Atmosphäre wunderbar ein. Die Charaktere sind sehr glaubwürdig dargestellt, insbesondere Colette, die Hauptfigur, hat mich überzeugt. "Coast Road" ist ein Roman, der mich ein wenig nachdenklich gestimmt hat. Die 1990er sind nicht allzu lange her, und dass Scheidung damals illegal war, kann man sich in der heutigen Zeit kaum vorstellen. Wer sich für eine atmosphärische Geschichte mit zeitlosen Themen interessiert, wird hier fündig!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Pflegethematik, die zum Nachdenken anregt

Halbe Leben
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Die Autorin Susanne Gregor war mir bisher unbekannt, aber die aktuelle Thematik ihres Buches hat mich sofort angesprochen. Das Thema Pflege ist derzeit sehr präsent in unserer Gesellschaft, und auch in ...

Die Autorin Susanne Gregor war mir bisher unbekannt, aber die aktuelle Thematik ihres Buches hat mich sofort angesprochen. Das Thema Pflege ist derzeit sehr präsent in unserer Gesellschaft, und auch in meinem Umfeld höre ich viele Geschichten darüber. Pflegekräfte zu finden wird immer schwieriger. Das vorliegende Buch leistet etwas für mich sehr Wichtiges: Es erzählt nicht nur die Geschichte der zu Pflegenden und ihrer Familien, sondern auch die Hintergrundgeschichte der Pflegekraft. Auch Pflegerinnen und Pfleger haben zu Hause Familien, die sie für ihre Arbeit zurücklassen und durch das Pflegesystem nur sehr selten sehen. Der Schreibstil ist sehr klar. Dass keine direkten Reden vorkommen, ist mir nur am Anfang aufgefallen; danach konnte ich gut in das Buch eintauchen. Die Thematik regt zum Nachdenken an, ist natürlich insgesamt schwere Kost, aber aus meiner Sicht auf jeden Fall lesenswert, insbesondere weil es so nah an der Realität geschrieben ist.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Martin Mittelmeiers Roman über Thomas Mann im Exil

Heimweh im Paradies
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Thomas Mann ist eine vielschichtige und interessante historische Persönlichkeit. Nicht umsonst steht er in Mittelpunkt mehrerer Romane. Zuletzt legte Tilo Eckhardt im Buch Gefährliche Betrachtungen sein ...

Thomas Mann ist eine vielschichtige und interessante historische Persönlichkeit. Nicht umsonst steht er in Mittelpunkt mehrerer Romane. Zuletzt legte Tilo Eckhardt im Buch Gefährliche Betrachtungen sein Hauptaugenmerk auf Manns "Deutsche Ansprache", jetzt bei Martin Mittelmeiers Roman blicken wir auf Thomas Manns Zeit im Exil. Dieses Thema Exil wurde - meiner Wahrnehmung nach - bisher wenig Beachtung geschenkt, daher war mir das Buch sehr willkommen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es beleuchtet viele Dinge und Fragen, die einen - zusammen mit Thomas Mann - zum Nachdenken anregen: Exil, temporäre Heimat, Krieg. Alles Themen, die leider derzeit auch sehr aktuell sind. Martin Mittelmeier schreibt das Ganze mit einem klaren, leicht zu lesenden Stil, der es einfach macht, sich auf die Geschichte und die Thematik einzulassen. Schönes Buch, empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Filmgeschichte, aber etwas zäh

Von Stufe zu Stufe
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"Von Stufe zu Stufe" ist der Titel des mutmaßlich ersten österreichischen Spielfilms, den Louise Kolm 1908 realisiert haben soll. Leider ist dieser Film - wie auch vieles andere von Louise Kolm - nicht ...

"Von Stufe zu Stufe" ist der Titel des mutmaßlich ersten österreichischen Spielfilms, den Louise Kolm 1908 realisiert haben soll. Leider ist dieser Film - wie auch vieles andere von Louise Kolm - nicht mehr erhalten. Um diese Tatsachen spinnt Felix Kucher in seinem Roman mit dem ebengleichen Titel "Von Stufe zu Stufe" eine Geschichte. Der Plot ist auf zwei Ebenen aufgeteilt: Einerseits verfolgen wir im Jahr 2021/22 Marc, dem ein Bild von verschollen geglaubten Filmrollen in die Hände fällt. Auf der anderen Ebene erleben wir Louise und die Anfänge der österreichischen Filmindustrie. Mir hat das Cover und der Klappentext sehr gut gefallen, mit dem gesamten Buch habe ich mir aber leider schwer getan. Marc ist mir leider - wahrscheinlich aufgrund seiner Antriebslosigkeit - einfach unsympathisch. Die Geschichte der Filmindustrie ist zwar durchaus interessant, war für mich aber zu zäh als dass ein "Romanfeeling" in mir aufgekommen wäre. Der Stoff ist sicher spannend, doch hätte man meiner Meinung nach mehr tun können, um mich als Leser an den Roman zu fesseln.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein innerer Dialog voller Poesie

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" - nur der Buchtitel allein hat mich schon sofort überzeugt. Ein wunderschöner Satz, wenn man mal darüber nachdenkt, gefällt mir außerordentlich gut, dafür ...

"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" - nur der Buchtitel allein hat mich schon sofort überzeugt. Ein wunderschöner Satz, wenn man mal darüber nachdenkt, gefällt mir außerordentlich gut, dafür ist das Cover für mich eher unauffällig. Wir befinden uns im Zug von Zürich nach Hamburg und begleiten Elisa in ihrem inneren Dialog mit Mascha Kaléko, der Dichterin, die sie über alles liebt und verehrt. Durch diesen inneren Diskurs lernen wir die Geschichte der Protagonistin kennen, sie denkt zurück an ihre Mutter, das Jugendheim und den Jugendheimleiter, den "Onkel", an die erste Liebe usw. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht jener verehrten Lyrikerin, auf das der innere Dialog aufbaut und referenziert. Ein Konzept, das hervorragend funktioniert und die Liebe der Protagonistin zu Mascha sehr deutlich hervorhebt und ausdrückt. Das Buch ist gut strukturiert, leicht zu lesen und führt den Leser in die Gedichte von Mascha Kaléko ein. Ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann.

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