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Veröffentlicht am 29.03.2026

Elegante Täuschung

Allmen und der rosa Diamant
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Allmen und der rosa Diamant ist ein Krimi, der nicht auf große Lautstärke setzt, sondern auf Stil, Eleganz und diese ganz eigene, unverwechselbare Suter-Mischung aus feiner Ironie, mondänem Flair und kluger ...

Allmen und der rosa Diamant ist ein Krimi, der nicht auf große Lautstärke setzt, sondern auf Stil, Eleganz und diese ganz eigene, unverwechselbare Suter-Mischung aus feiner Ironie, mondänem Flair und kluger Unterhaltung. Gerade darin liegt für mich der besondere Reiz dieses Romans: Die Geschichte entwickelt ihren Sog nicht über rohe Spannung, sondern über Raffinesse, Atmosphäre und Figuren, mit denen man einfach gern Zeit verbringt. Vor allem Allmen selbst trägt das Buch mit seiner kultivierten, leicht exzentrischen Art, und im Zusammenspiel mit Carlos entsteht genau die Art von Charme, die den Roman so leichtfüßig und zugleich so präzise wirken lässt. Viele Besprechungen heben genau diese Verbindung aus Sprachwitz, Milieusicherheit und souveräner Unterhaltung hervor.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie Martin Suter Luxus, Abgründe und feine Gesellschaft ganz selbstverständlich miteinander verwebt, ohne je ins Überladene zu kippen. Das Buch hat Tempo, Witz und Klasse, wirkt dabei aber nie hektisch, sondern angenehm kontrolliert und sehr stilbewusst. Auch der Fall selbst ist so angelegt, dass man mit Interesse dabeibleibt, ohne dass der Roman seine eigentliche Stärke aus den Augen verliert: seine Haltung, seinen Ton und die Freude an der präzisen Beobachtung. Für mich ist das deshalb ein rundum gelungener Allmen-Band — elegant, unterhaltsam und mit genau jener geschmeidigen Coolness erzählt, die man nach der letzten Seite fast ein bisschen vermisst.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Roman wie Wetter: rau, schön und voller Nachhall

Der letzte Leuchtturm
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Schon optisch ist „Der letzte Leuchtturm“ ein Buch, das Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Gestaltung passt wunderbar zum Inhalt: rau, elegant, ein wenig entrückt und dabei sehr stimmig. Für mich war sofort ...

Schon optisch ist „Der letzte Leuchtturm“ ein Buch, das Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Gestaltung passt wunderbar zum Inhalt: rau, elegant, ein wenig entrückt und dabei sehr stimmig. Für mich war sofort spürbar, dass hier nicht nur eine Geschichte erzählt werden soll, sondern dass auch das Buch als Objekt mit viel Gespür gemacht wurde. Gerade bei einem Roman, der so stark von Ort und Atmosphäre lebt, macht das viel aus.
Inhaltlich führt uns Michael Pedersen auf eine abgelegene Insel der Shetlands, wo ein Vater und sein Sohn Ouse ein zurückgezogenes Leben am Leuchtturm führen. Viel mehr muss man über die Handlung eigentlich gar nicht wissen, denn die Stärke des Romans liegt nicht in spektakulären Wendungen, sondern in seinen Zwischentönen. Es geht um Einsamkeit, Herkunft, Verlust, Nähe, künstlerische Begabung und die Frage, ob man im Vertrauten bleiben oder den Mut zum Aufbruch finden soll. Diese Themen sind sehr fein und eindringlich umgesetzt.
Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil. Pedersen schreibt poetisch, bildhaft und mit einer ganz eigenen Sprachmelodie. Das ist kein Roman, den man hastig nebenbei liest. Man muss sich auf den Ton einlassen, auf die Atmosphäre, auf die Sprache. Genau das habe ich aber als große Stärke empfunden. Die Naturbeschreibungen, die raue Inselwelt und das Wetter sind so präsent, dass die Landschaft fast selbst zu einer Figur wird. Selten hat sich ein Setting für mich so lebendig angefühlt.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Ouse ist eine wunderbar gezeichnete Hauptfigur: sensibel, eigen, kreativ und in seiner inneren Zerrissenheit sehr glaubwürdig. Aber auch die anderen Figuren wirken nicht bloß als Gegenpole oder Handlungsträger, sondern vielschichtig und menschlich. Gerade das macht den Roman so stark: Er urteilt nicht vorschnell, sondern lässt seinen Figuren ihre Widersprüche.
Interessant war das Buch für mich vor allem deshalb, weil es sich wohltuend von vielen zeitgenössischen Romanen abhebt. Es ist sprachlich mutig, atmosphärisch dicht und emotional klug erzählt. Außerdem merkt man, dass hier ein Autor schreibt, der ein echtes Gefühl für Klang und Rhythmus hat. Ein ausdrückliches Lob verdient für mich auch der Übersetzer Stephan Kleiner, der diese besondere Sprache sehr überzeugend ins Deutsche übertragen hat. Solche Übersetzungen tragen ein Buch ganz wesentlich mit.
Fazit:
„Der letzte Leuchtturm“ ist ein Roman, auf den man sich einlassen muss – aber genau das lohnt sich. Wer literarische, atmosphärische und sprachlich markante Bücher schätzt, wird hier sehr viel finden. Ich empfehle das Buch besonders Leser*innen, die Figurenromane mit Tiefgang mögen und Freude an besonderer Sprache haben. Für mich war das ein eindrucksvolles, ungewöhnliches und sehr stimmiges Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Großartig

VIEWS
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Marc-Uwe Kling hat einen großartigen Gegenwartsroman verfasst: VIEWS. Er beleuchtet aktuelle Diskurse in der Gesellschaft. Ein wichtiger, emotionaler Roman, der mitreißt - unglaublich fesselnd und spannend. ...

Marc-Uwe Kling hat einen großartigen Gegenwartsroman verfasst: VIEWS. Er beleuchtet aktuelle Diskurse in der Gesellschaft. Ein wichtiger, emotionaler Roman, der mitreißt - unglaublich fesselnd und spannend. Mit gutem Gespür schildert er einen Kriminalfall, der ganz Deutschland in seinen Bann zieht.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Brutal ehrlicher Blick auf die Generation Y

Y.
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Brutal ehrlicher Blick auf die Generation Y. Die Geschichten haben mich förmlich in den Bann gezogen, mich immer wieder auch an eigene Begegnungen und Erfahrungen erinnert.

Die Andeutungen, das Unausgesprochene ...

Brutal ehrlicher Blick auf die Generation Y. Die Geschichten haben mich förmlich in den Bann gezogen, mich immer wieder auch an eigene Begegnungen und Erfahrungen erinnert.

Die Andeutungen, das Unausgesprochene haben mich immer wieder zum Nachdenken angeregt. Ein sehr berührendes und tiefsinniges Buch. Ich werde das Buch sicher noch ein paar Mal lesen!

Ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein Leben zwischen Töpfen, Träumen und Tischkultur – Eine Hommage an die wahre Gastronomie

Ein Tisch am Fenster
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Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen nicht nur unterhält, sondern tief bewegt – Ein Tisch am Fenster ist genau so eines. Es erzählt die Geschichte eines Ehepaars, das seine Leidenschaft für Gastronomie ...

Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen nicht nur unterhält, sondern tief bewegt – Ein Tisch am Fenster ist genau so eines. Es erzählt die Geschichte eines Ehepaars, das seine Leidenschaft für Gastronomie lebt wie kaum jemand sonst. Liliane und Vincent Moissonnier nehmen uns mit hinter die Kulissen ihres berühmten Kölner Restaurants – aber was sie eigentlich zeigen, ist viel mehr: eine Haltung zum Leben.

Was mich besonders berührt hat, ist die Mischung aus persönlicher Geschichte und echtem Einblick in eine Welt, die oft idealisiert oder verklärt wird. Hier aber spürt man die Realität: die langen Tage, die Rückschläge, den Druck – aber auch die Magie, die entstehen kann, wenn man mit Herzblut bei der Sache ist. Dieses Buch ist keine Selbstbeweihräucherung, sondern eine Liebeserklärung an das Handwerk, an Qualität, an echte Gastfreundschaft.

Sprachlich trifft Moissonnier genau den richtigen Ton: charmant, ehrlich, mit einem Hauch französischem Esprit, aber immer bodenständig. Man liest nicht über Küche – man riecht, schmeckt, hört sie. Besonders die Szenen aus den frühen Jahren des Restaurants, die kleinen Krisen, die großen Träume, haben mich sehr gepackt. Man spürt, wie viel Mut es braucht, aus einer Idee Wirklichkeit zu machen – und wie sehr ein Restaurant mehr sein kann als nur ein Ort zum Essen.

Auch die Menschen, die in diesen Erinnerungen auftauchen – Stammgäste, Mitarbeitende, Nachbarn, Freunde – wirken so lebendig, dass man beim Lesen oft schmunzeln muss. Es sind keine erfundenen Anekdoten, sondern echte Erlebnisse, erzählt mit Wärme und Respekt.

Dieses Buch ist ein Genuss – nicht nur für Menschen, die gutes Essen lieben, sondern für alle, die sich für Geschichten interessieren, die echt sind. Geschichten vom Anfangen, vom Dranbleiben, vom Nicht-Aufgeben. Und vom Glück, seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn er nicht immer einfach ist.

Für mich war Ein Tisch am Fenster mehr als nur eine Lektüre – es war ein Abendessen in Buchform: reich, ehrlich, voller Seele. Absolut empfehlenswert.

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