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Veröffentlicht am 17.01.2026

nicht zeitgemäß

Not My Type
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„Not my Type“ von Lucy Score begleitet, Francesca - von allen nur Frankie genannt -, die ihre Rolle als erste Brautjungfer extrem ernst nimmt. Für ihre beste Freundin würde sie alles tun, und genau das ...

„Not my Type“ von Lucy Score begleitet, Francesca - von allen nur Frankie genannt -, die ihre Rolle als erste Brautjungfer extrem ernst nimmt. Für ihre beste Freundin würde sie alles tun, und genau das muss sie auch, als ausgerechnet kurz vor der luxuriösen Traumhochzeit alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann. Der Bräutigam wird entführt, die Hochzeitsgesellschaft entpuppt sich als Ansammlung arroganter, reicher und völlig realitätsferner Menschen, und Chaos scheint vorprogrammiert.
An Frankies Seite steht dabei ausgerechnet Aidan Kilbourn, der Trauzeuge des Bräutigams: wohlhabend, kontrollierend, selbstgefällig – und für Frankie der Inbegriff all dessen, was sie eigentlich meidet. Während sie versucht, die Situation zu retten und einen kühlen Kopf zu bewahren, funkt Aidan ihr nicht nur organisatorisch dazwischen, sondern auch emotional.

Dieses Buch war für mich eine absolute Ausnahme – und leider keine gute. „Not My Type“ von Lucy Score ist das erste Buch meines Lebens, das ich nicht zu Ende gelesen habe, weil ich es einfach so unfassbar schlecht fand. Und das ist mir wirklich noch nie passiert.

Schon die Protagonist*innen waren für mich ein großes Problem. Sie wirkten auf mich extrem flach, klischeehaft und vor allem: unsympathisch. Ich konnte ihre Handlungen kaum nachvollziehen, ihre inneren Konflikte fühlten sich konstruiert an, und eine emotionale Verbindung kam bei mir zu keinem Zeitpunkt zustande.
Leider galt das nicht nur für die Hauptfiguren, sondern auch für die Nebencharaktere. Besonders die reichen Brautjungfern waren für mich kaum erträglich: verzogen, überheblich, eindimensional und einfach nur nervig. Keine Nuance, keine Brechung, nichts, was sie irgendwie menschlich oder interessant gemacht hätte.

Die Handlung selbst hat mein Leseerlebnis zusätzlich massiv verschlechtert. Der Einstieg mit der Entführung war derart überdramatisch und gleichzeitig so realitätsfern, dass ich schon hier stark ins Zweifeln kam. Was mich aber wirklich fassungslos zurückgelassen hat: Diese zentrale Konfliktsituation war nach nicht einmal der Hälfte des Buches im Grunde abgeschlossen. Ich saß da und habe mich ernsthaft gefragt, was jetzt eigentlich noch kommen soll. Die Antwort schien zu sein: Sex, Leerlauf und Bedeutungslosigkeit. Viel expliziter Sex, wenig Handlung, kaum Entwicklung. Für mich fühlte sich das nach erzählerischer Ideenlosigkeit an und es war schlicht langweilig.

Auch mit dem Schreibstil bin ich überhaupt nicht warm geworden. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, allerdings nicht in Form eines Ich-Erzählers oder klar abgegrenzter personaler Sichtweisen, sondern durch einen allwissenden Erzähler, der permanent in die Köpfe aller Figuren springt und Gedanken, Gefühle und Motivationen erklärt. Für mich war das extrem anstrengend zu lesen, teilweise sogar verwirrend.

Das Schlimmste an diesem Buch waren für mich jedoch die Ansichten, die darin völlig unkritisch reproduziert werden. „Not My Type“ strotzt meiner Meinung nach nur so vor Sexismus, Vorurteilen, Bodyshaming und problematischen Rollenbildern, und nichts davon wird reflektiert oder hinterfragt. Im Gegenteil: All das wird als normal, sexy oder witzig dargestellt. Dazu kommen extrem vulgäre Ausdrücke, eine sehr derbe Sprache und Beschreibungen, die ich nicht nur unangenehm, sondern schlicht nicht mehr zeitgemäß finde. Das Ganze wirkte auf mich altmodisch, respektlos und in vielen Momenten einfach daneben.

Fazit

Unterm Strich bleibt für mich eine riesige Enttäuschung. Ich hatte mir etwas völlig anderes erhofft und stattdessen ein Buch bekommen, das ich als oberflächlich, langweilig und inhaltlich problematisch empfunden habe. Dass ich es abbrechen musste, sagt für mich alles. „Not My Type“ von Lucy Score war für mich nicht nur „nicht mein Typ“, sondern leider ein echtes Negativhighlight.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

herzzereißend

Write Me for You
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„Write Me for You“ von Tillie Cole erzählt die Geschichte von June Scott, die davon träumt, Autorin zu werden. Doch ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung, als sie mit einer schweren Krankheit konfrontiert ...

„Write Me for You“ von Tillie Cole erzählt die Geschichte von June Scott, die davon träumt, Autorin zu werden. Doch ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung, als sie mit einer schweren Krankheit konfrontiert wird und plötzlich weniger Zeit hat, als sie je gedacht hätte. In dieser schwierigen Phase lernt sie Jesse Taylor kennen, der sie besser versteht als kaum ein anderer. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Verbindung, die Junes Perspektive auf Liebe, Verlust und Hoffnung komplett verändert.

„Write Me for You“ war mein erstes Buch der Autorin. Allerdings wusste ich schon vor dem Lesen, dass Tillie Cole dafür bekannt ist, besonders gefühlvolle und herzzerreißende Romane zu schreiben, die oft um Krankheit, junge Liebe und Verlust kreisen. Dieser Roman bildet dabei keine Ausnahme.

Was mir beim Lesen sofort positiv aufgefallen ist, war der Schreibstil: sehr einfühlsam, manchmal fast schon poetisch, aber nicht übermäßig kompliziert, sodass das Buch sich flüssig lesen lässt. Man spürt, wie sehr sich die Autorin in die Gefühlswelt ihrer Figuren hineinversetzt hat. Das hat mir oft geholfen, wirklich in die Geschichte einzutreten und mit June und Jesse mitzuleiden.
Trotzdem hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass an manchen Stellen einfach zu viel Emotion in zu kurzer Zeit komprimiert wird – so sehr, dass es für mich vor allem am Anfang etwas unrealistisch wirkte, statt wirklich tief zu berühren.

Ein Aspekt, den ich diesbezüglich besonders zwiespältig gesehen habe, ist die Beziehung zwischen June und Jesse. Ja, ich habe ihre Dynamik gemocht, und es gibt wirklich schöne, zarte Momente im Buch. Aber dieses Gefühl von „Liebe auf den ersten Blick“ hat mir nicht so gefallen, da es für mich einfach unrealistisch wirkt. Es hat sich ein bisschen anfühlt, als würde die Geschichte Liebe erzwingen, anstatt sie natürlich wachsen zu lassen.

Was mich dagegen wirklich überzeugt hat, war der zusätzliche erzählerische Layer mit Junes eigener, alternativer Geschichte. Anfangs war ich tatsächlich ein wenig verwirrt, weil der Übergang zwischen „realer“ Handlung und Junes Fiktion nicht immer sofort klar ist. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich diesen Gedankenraum geschätzt. Er ist eine Art emotionaler Schutzraum, der die raue Realität der Hauptgeschichte ergänzt und sogar etwas von dem auffängt, was im echten Verlauf verloren geht.

Die Atmosphäre des Buches ist durchgehend sehr emotional und oft trauriger, als ich erwartet hatte. Es gibt Momente, die mich wirklich tief getroffen haben, und Stellen, bei denen ich mehrmals innehalten musste, weil sie so deutlich gemacht haben, wie schwer und ungerecht das Leben manchmal sein kann.

Ein weiterer Pluspunkt war für mich die Authentizität, mit der Tillie Cole Themen wie Freundschaft, Hoffnung und Verlust behandelt. Es ist nicht immer angenehm zu lesen – im Gegenteil, es ist oft schwer –, aber genau diese Ambivalenz zwischen Schönheit und Schmerz macht das Buch aus.

Fazit

Alles in allem ist „Write Me for You“ von Tillie Cole kein leichtes Buch, sondern eines, das emotional sehr tief geht. Es hat Stellen, die mich haben stutzen lassen, und Momente, in denen ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Aber gerade durch diese Mischung aus intensiver Emotionalität, einem ungewöhnlichen erzählerischen Ansatz und einer Geschichte, die wirklich ans Herz geht, auch wenn sie dabei weh tut, bleibt es mir im Gedächtnis.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

süße Young-Adult-Romance

Rival Darling
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Nachdem Violet von ihrem Freund hintergangen wird, will sie vor allem eines: nach außen stark wirken und einen klaren Schlussstrich ziehen. Eine spontane Entscheidung führt dazu, dass sie sich auf eine ...

Nachdem Violet von ihrem Freund hintergangen wird, will sie vor allem eines: nach außen stark wirken und einen klaren Schlussstrich ziehen. Eine spontane Entscheidung führt dazu, dass sie sich auf eine vorgetäuschte Beziehung mit Reed Darling einlässt – ausgerechnet dem Kapitän des rivalisierenden Eishockey-Teams. Was zunächst nur als Zweckgemeinschaft gedacht ist, entwickelt schnell eine eigene Dynamik, denn hinter Reeds Ruf verbirgt sich deutlich mehr, als Violet erwartet hat.

Ich bin ziemlich schnell in „Rival Darling“ hineingekommen. Der Schreibstil von Alexandra Moody ist leicht, flüssig und sehr zugänglich, sodass sich die Seiten fast von selbst umblättern. Genau das ist auch der Grund, warum ich das Buch in kurzer Zeit durchgelesen habe. Die Geschichte liest sich angenehm weg, ohne große Längen, und die Dialoge wirken überwiegend natürlich und lebendig.

Die Atmosphäre ist klar im Young-Adult-Bereich verortet: viel Emotionalität, starke Gefühle, schnelle Entscheidungen und dieses typische „Alles oder nichts“-Denken, das man aus Teenromanzen kennt. Die ProtagonistInnen sind erst 17 Jahre und das merkt man beim Lesen meiner Meinung nach auch sehr stark, und zwar nicht unbedingt nur positiv. Die Figuren handeln oft impulsiv, wenig reflektiert und teilweise erstaunlich naiv. Man merkt einfach, dass sie noch nicht erwachsen sind.

Genau das war für mich gleichzeitig der größte Kritikpunkt. Manche Verhaltensweisen wirkten auf mich unrealistisch und kindisch. Die Protagonistin trennt sich von ihrem Freund und ist eine Woche später mit dem Nächsten zusammen und niemand scheint sich ernsthaft daran zu stören, außer wegen der Person, mit der sie jetzt zusammen ist. Dass die extrem kurze Zeitspanne selbst problematisch sein könnte, wird kaum hinterfragt. Auch dass sich die beiden neuen Partner praktisch sofort ineinander verlieben, ging mir ehrlich gesagt zu schnell. Vor allem Reed ist emotional sehr rasch voll dabei, und dass Violet nach kürzester Zeit schon seine Familie kennenlernt, nach dem Motto „du gehörst ja jetzt dazu“, hat mich mehr als einmal die Augen verdrehen lassen. An solchen Stellen dachte ich wirklich: „Echt jetzt?“ Das fühlte sich für mich einfach nicht besonders lebensnah an.
Auch generell wirkte das Verhalten der Figuren nicht immer reif. Viele Konflikte entstehen aus Missverständnissen oder überstürzten Reaktionen, die man vielleicht mit 17 nachvollziehen kann, die mich als Leserin aber manchmal etwas genervt haben.

Trotzdem muss ich sagen, dass die Story an sich ganz nett ist. Die Grundidee funktioniert, die Dynamik zwischen den Hauptfiguren hat ihre Momente, und emotional packend ist das Buch stellenweise durchaus. Gerade für die Zielgruppe bietet die Geschichte viel: Romantik, Drama, Loyalitätskonflikte und dieses intensive Gefühlschaos, das man aus Teenagerjahren kennt oder zumindest aus Büchern darüber.

Fazit

Insgesamt ist „Rival Darling“ von Alexandra Moody für mich ein solides Young-Adult-Buch, das genau das liefert, was es verspricht. Ich glaube allerdings, dass ich persönlich für diese Art von Teenromanzen mittlerweile einfach etwas zu alt bin. Viele Dinge konnte ich nicht mehr ganz ernst nehmen oder nur noch mit kritischer Distanz betrachten. Wer aber gerne emotionale, leicht zu lesende Liebesgeschichten mit jungen ProtagonistInnen mag, wird hier wahrscheinlich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Zwischen Olympia und Gefühlen

One Date to Gold
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Amie hätte niemals damit gerechnet, dass eine einzige Begegnung ihr Leben so durcheinanderbringen würde. Eigentlich ist es nur ein spontanes Aufeinandertreffen, doch der Mann, der sie anrempelt, ist ausgerechnet ...

Amie hätte niemals damit gerechnet, dass eine einzige Begegnung ihr Leben so durcheinanderbringen würde. Eigentlich ist es nur ein spontanes Aufeinandertreffen, doch der Mann, der sie anrempelt, ist ausgerechnet Hunter, ein erfolgreicher Profisportler, der nicht nur körperlich, sondern auch mental unter enormem Druck steht. Während Hunter gewohnt ist, auf Höchstleistung zu funktionieren und in der Öffentlichkeit zu stehen, versucht Amie, mit ihren eigenen inneren Belastungen und Unsicherheiten zurechtzukommen. Was als einmaliges Treffen gedacht war, entwickelt sich zu einer wiederkehrenden Begegnung, bei der beide feststellen, dass Gefühle sich nicht einfach planen oder kontrollieren lassen. Zwischen Trainingseinheiten, sportlichen Ambitionen und privaten Rückzugsorten stellt sich zunehmend die Frage, ob mehr entstehen kann oder ob die persönlichen Grenzen und inneren Konflikte zu groß sind.

Für mich war "One Date to Gold" der erste Roman der Autorin. Allerdings habe ich schon viel von ihr und ihren Büchern gehört, weswegen ich sehr gespannt auf das Buch war und ich wurde am Ende auch nicht enttäuscht.

Der Schreibstil von Ivy Leagh ist flüssig, modern und sehr dialoglastig, was die Geschichte insgesamt leicht zugänglich und angenehm zu lesen macht. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gefühle und Gedanken der Figuren klar und nachvollziehbar vermittelt werden, ohne dabei ständig ins Erklärende abzurutschen. Dadurch entsteht schnell Nähe zu den Charakteren.

Die Atmosphäre des Romans ist für mich einer der größten Pluspunkte. Das Setting ist ein absoluter Traum: Der sportliche Hintergrund – Trainingsalltag, Teamdynamik, Leistungsdruck und Öffentlichkeit – ist meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und wirkt durchweg glaubwürdig. Man merkt, dass hier nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt wird, sondern dass der Sport ein zentraler Bestandteil von Hunters und Amies Identität ist und realistische Auswirkungen auf ihre Privatleben hat.

Die Hauptcharaktere, Hunter und Amie, mochte ich beide sehr. Sie sind sympathisch, aber eben nicht glatt oder perfekt. Beide bringen ihre ganz eigenen Schwächen, Unsicherheiten und inneren Probleme mit, die sie sichtbar belasten. Gerade das hat sie für mich authentisch und realistisch gemacht. Ihre Beziehung empfand ich als glaubwürdig aufgebaut, und auch die Entwicklung zwischen ihnen wirkte stimmig: nicht überhastet emotional, sondern nachvollziehbar wachsend, trotz der starken Anziehung von Beginn an.

Ein Punkt, der mich allerdings gestört hat, waren die Sexszenen und sexuellen Anspielungen. Sie waren mir persönlich zu derb, zu präsent und vor allem zu früh. Die beiden Charaktere begegnen sich gerade zum zweiten Mal und haben direkt sehr explizite Fantasien mit ziemlich drastischen Ausdrücken. Das war einfach nicht mein Geschmack. Auch später im Verlauf des Buches waren mir die Sexszenen insgesamt zu viel. Das hat meinen Lesefluss stellenweise gebremst, auch wenn ich weiß, dass das für andere Leser*innen durchaus ein Pluspunkt sein kann.

Sehr positiv hervorheben möchte ich jedoch die Nebencharaktere. Hunters Mannschaftskollegen sowie Evie – seine Schwester und gleichzeitig eine gute Freundin von Amie – waren durchweg sympathisch und haben die Handlung deutlich lebendiger gemacht. Sie sorgen für Dynamik, Humor und Erdung und verhindern, dass sich alles nur um das Paar dreht. Dadurch wirkt die Geschichte insgesamt realistischer und sozial eingebettet.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass am Ende kein unnötig aufgebauschtes, künstliches Drama konstruiert wird. Ja, es gibt Konflikte, aber sie werden gemeinsam angegangen. Niemand läuft kopflos davon, niemand schweigt wochenlang ohne Grund. Die Figuren kommunizieren, ringen miteinander und wachsen daran. Das empfand ich als sehr wohltuend und reif.

Mein persönliches Highlight war jedoch der Epilog. Die psychischen Probleme und Belastungen werden darin erstaunlich realistisch dargestellt. Es wird klar: Nur weil man jemanden liebt oder geliebt wird, ist nicht plötzlich alles perfekt. Heilung braucht Zeit, Geduld und bringt auch Rückschläge mit sich. Genau diese Ehrlichkeit hat mich sehr berührt. Es ist eben nicht Friede-Freude-Eierkuchen, sondern ein realistischer Weg der Heilung und das fand ich wirklich stark.

Fazit

Insgesamt hat mir "One Date to Gold" von Ivy Leagh trotz meiner Kritikpunkte gut gefallen. Wer über explizite Szenen hinwegsehen kann oder diese sogar schätzt, bekommt eine emotionale, authentische Liebesgeschichte mit tollem Setting, glaubwürdigen Figuren und einer erfreulich bodenständigen Auflösung.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

gefühlvoll

Anatomy of a Broken Heart
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„Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes erzählt die Geschichte von Gracie, deren Leben nach dem Tod ihrer großen Jugendliebe Flynn aus den Fugen gerät. Um ihrem Alltag zu entkommen und einen neuen ...

„Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes erzählt die Geschichte von Gracie, deren Leben nach dem Tod ihrer großen Jugendliebe Flynn aus den Fugen gerät. Um ihrem Alltag zu entkommen und einen neuen Weg einzuschlagen, beginnt sie eine Ausbildung im Rettungsdienst. Für ihr Praxissemester kommt sie ausgerechnet auf eine Feuerwache, auf der sie Holden wiederbegegnet – Flynns bestem Freund. Beide verbindet die Vergangenheit auf schmerzhafte Weise, und während der gemeinsame Alltag zwischen Einsätzen, Erschöpfung und Nähe verläuft, werden alte Erinnerungen ebenso präsent wie neue Gefühle, denen sich weder Gracie noch Holden entziehen können.

Ich bin sofort gut in die Geschichte hineingekommen und hatte nie das Gefühl, mich durch den Text kämpfen zu müssen, was vor allem am Schreibstil der Autorin liegt. Ihre Art zu Schreiben bzw. zu Erzählen ist einfach sehr zugänglich und flüssig. Gleichzeitig bleibt die Sprache eher zurückhaltend, manchmal fast nüchtern, was ich als sehr passend empfunden habe. Emotionen werden nicht ausgeschrieben oder überdramatisiert, sondern entstehen oft zwischen den Zeilen. Besonders Gracies innere Gedanken wirken glaubwürdig und nicht glattgebügelt. Sie sind widersprüchlich, manchmal distanziert, manchmal überraschend direkt.

Ein großer Pluspunkt für mich war zudem das Setting. Der Rettungsdienst und die Arbeit auf der Feuerwache geben dem Roman eine eigene Note und verleihen ihm eine gewisse Authentizität. Die Einsätze sorgen dabei nicht nur für Spannung, sondern verstärken auch die emotionale Ebene der Geschichte. Leben, Tod und Verantwortung sind hier ständig präsent, ohne dass es reißerisch wirkt. Ich mochte die Einsätze, den Arbeitsalltag, das Teamgefühl, die Dynamiken unter den Kolleg*innen und die Art, wie die Arbeit die Figuren prägt.

Die Charaktere sind für mich das Herzstück des Buches. Gracie ist keine einfache Protagonistin, aber genau das macht sie interessant. Sie ist verschlossen, verletzt und nicht immer konsequent in ihrem Handeln. Ich konnte viele ihrer Reaktionen nachvollziehen, auch wenn ich nicht jede Entscheidung mochte. Holden hat mir ebenfalls gut gefallen, gerade weil er nicht als klassischer „perfekter Book Boyfriend“ inszeniert wird. Er ist ruhig, geduldig und trägt seine eigene Last mit sich herum, was die Beziehung zwischen ihm und Gracie komplexer und glaubwürdiger macht.
Die Beziehung selbst entwickelt sich langsam und vorsichtig. Mir hat gefallen, dass sie nicht sofort romantisch aufgeladen ist, sondern von Zurückhaltung, Schuldgefühlen und unausgesprochenen Spannungen geprägt wird. Diese Dynamik wirkte für mich sehr stimmig im Kontext der Geschichte und der Geschehnisse in der Vergangenheit.

Was mich jedoch etwas gestört hat, war das Ende des Romans. Für mich war das Finale deutlich dramatischer als der restliche Verlauf der Geschichte. Es fühlte sich ein wenig so an, als müsste zum Schluss unbedingt noch etwas „Großes“ passieren. Inhaltlich war diese Zuspitzung nicht völlig falsch oder unlogisch, sie passte grundsätzlich noch zur Handlung. Trotzdem hätte es sie für mich nicht gebraucht. Gerade weil der Roman zuvor von leisen Entwicklungen und innerer Spannung lebt, wirkte dieses zusätzliche Drama auf mich etwas künstlich, fast so, als wäre es eingebaut worden, um noch einmal maximalen emotionalen Effekt zu erzeugen. Ein ruhigeres, reduzierteres Ende hätte für mich besser zum Ton des Buches gepasst und für mich mehr zur Authentizität beigetragen,

Fazit

Insgesamt ist „Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes für mich jedoch ein emotionaler, atmosphärischer Roman mit starken Figuren und einem besonderen Setting. Er erzählt keine laute Liebesgeschichte, sondern eine von Verletzungen, Annäherung und vorsichtigem Weitergehen. Trotz meiner Kritik am Ende bleibt ein sehr positives Lesegefühl zurück. Das Buch hat mich berührt, unterhalten und letztlich vor allem durch seine Stimmung überzeugt.

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