Profilbild von Nanette

Nanette

Lesejury Star
offline

Nanette ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nanette über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2026

Leben auf des Messers Schneide

Prost, auf den Doktor
0

Dieser elfte Band der humorvollen Provinzkrimi-Buchreihe setzt vielfältige Formen der Limitierung und Grenzüberschreitung in mehrfacher Hinsicht ausdrucksstark und bildgewaltig äußerst gekonnt in Szene.

Die ...

Dieser elfte Band der humorvollen Provinzkrimi-Buchreihe setzt vielfältige Formen der Limitierung und Grenzüberschreitung in mehrfacher Hinsicht ausdrucksstark und bildgewaltig äußerst gekonnt in Szene.

Die Einwohner von Brunngries sind sehr findig und immer für eine (kriminelle) Überraschung gut. Besucher dieses Orts stehen ihnen allerdings in nichts nach.

Dort scheint eine ganz besondere Form der Anziehung ihre Wirkung mit Strahlkraft nach außen zu entfalten.

„...Ihre Probleme sind unser Ansporn…“

Risiken und Nebenwirkungen:
Man kann diesen Band durchaus auch als Quereinsteiger genießen, aber ähnlich wie bei Medikamenten sollte man sich eines gewissen Suchtpotenzials bewusst sein, das das Verlangen nach allen Bänden zur Folge haben kann.

Friedrich Kalpensteins flüssiger, bild- und lebhafter, liebevoll detaillierter, humorvoller sowie empathischer Schreibstil ist so mitreißend, dass man seine Bücher gar nicht mehr aus den Händen legen mag. Er ermöglicht das Eintauchen in die Szenerie und dadurch das Miterleben.

Das eindrucksvolle, atmosphärische, emotionale, bis zum Schluss spannende, action- und wendungsreiche sowie unterhaltsame Geschehen zog mich von Beginn an in den Bann.

Die unterschiedlichen, mehr oder weniger sprachgewandten, schlagfertigen Charaktere und das Lokalkolorit arbeitet der Autor in mehrfacher Hinsicht unwiderstehlich charmant und reizvoll unter anderem auch mit Hilfe von Frotzeleien aus, wobei die beiden einfließenden Dialekte (Bairisch und Berlinisch) das Wohlfühl-Flair dieser Geschichte gekonnt unterstreichen.

Da er uns an allen ermittlungsrelevanten Informationen teilhaben lässt, bereitet das Miträtseln und -fiebern großes Vergnügen.

Auf ein Leben am Limit und darüber hinaus!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2026

Vertrauen in sich selbst, andere und das Leben im Allgemeinen

Dust & Dreams
0

Howdy! Dieses ereignis- und wendungsreiche Leseerlebnis hinterlässt einen bleibenden Eindruck, der noch lange in mir nachhallen wird.

Hazel und Wyatt lassen uns im kapitelweisen Wechsel aus ihrer jeweiligen ...

Howdy! Dieses ereignis- und wendungsreiche Leseerlebnis hinterlässt einen bleibenden Eindruck, der noch lange in mir nachhallen wird.

Hazel und Wyatt lassen uns im kapitelweisen Wechsel aus ihrer jeweiligen Sicht an ihren herausfordernden Leben in der Gegenwartsform teilhaben. Beide Charaktere sind außergewöhnlich – stechen aus der Menge hervor.

Sie zeigen uns auf, wie man auch unter noch so schwierigen Bedingungen, das Beste aus seinem Leben machen kann.

„Vor etwas davonzulaufen, das man nicht kontrollieren kann, ist das eine. Aber sein ganzes Leben von dieser Angst bestimmen zu lassen, etwas anderes.“

Melanie Thiele spielt sehr gekonnt mit Sprache und passt sie ihrer Buchwelt sowie den einzelnen Persönlichkeiten an. In dieser Geschichte ist die Ausdrucksweise ungeschliffen, offen und ehrlich – frei von der Leber weg.

Die körperliche Anziehungskraft zwischen Hazel und Wyatt führt sie uns deutlich vor Augen.

Es gibt kein Lesen zwischen den Zeilen, sondern alles wird direkt benannt und Wünsche jeglicher Art werden explizit geäußert.

Das passt perfekt zu dem unverwechselbaren, bodenständigen, rauen, gemütlichen Kleinstadt-Charme der Cowboy-Stadt.

Die schlagfertigen Dialoge habe ich genauso sehr genossen, wie die Lebensweisheiten, die auch die humorvollen, interessanten Nebencharaktere mit uns teilen:

„Ich schwöre, der hat zwei linke Hände und keine davon funktioniert richtig.“

„Wenn dir alles zu viel wird, musst du einfach nur auf dem einen richtigen Weg weitergehen und das fucking Chaos am Rand ignorieren.“

Die überwiegende zwischenmenschliche Gruppendynamik lädt zum Wohlfühlen und Ansiedeln ein. Es gibt allerdings auch Ausnahmeerscheinungen, die die Harmonie stören.

Im Groben und Ganzen sind mir die Einwohner von Copper Creek im Verlauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen und ich hoffe darauf, sie auf ihren weiteren Lebenswegen in zukünftigen Bänden begleiten zu können.

Der flüssige, leb- und bildhafte, liebevoll detaillierte, empathische Schreibstil zog mich unmittelbar in den Bann und mitten in die eindrucksvolle Szenerie.

Es fiel mir sehr schwer, das Buch aus den Händen zu legen, so mitreißend wird das berührende, gefühls- und lebensechte Geschehen geschildert.

Sattelt die Hühner, wir reiten nach Texas!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2026

Annemie Engel sammelt nicht nur Sympathie-, sondern auch Leckerpunkte

Kipferl, Killer, Kerzenschein
0

24 geheimnisvolle, in mehrfacher Hinsicht aufregende Kapitel und 24 unwiderstehlich köstliche Backrezepte versüßen nicht nur die Weihnachtszeit als anregender Adventskalender, sondern inspirieren zu ganzjährigem ...

24 geheimnisvolle, in mehrfacher Hinsicht aufregende Kapitel und 24 unwiderstehlich köstliche Backrezepte versüßen nicht nur die Weihnachtszeit als anregender Adventskalender, sondern inspirieren zu ganzjährigem (Lese-)Genuss - nicht zuletzt des Lebens in liebevoller Gemeinschaft.

Denn die Liebe zieht sich facettenreich wie ein rotes Geschenkband durch die Geschichte.

Die unterschiedlichen, sehr gut ausgearbeiteten Hauptcharaktere sind mir im Verlauf dieser ans Herz gewachsen.

Annemie, die Miss Marple der Konditoren, geht stramm auf die siebzig zu und immer noch voller Freude in ihrem Beruf als Konditorin auf. Sie teilt ihr Leben nicht nur mit ihren zwei alten Katern Belmondo und Engelbert von Adel, sondern seit drei Jahren auch mit ihrem Verlobten Werner, der seinen Beruf als Buchhändler trotz des schon erreichten Rentenalters immer noch mit Leidenschaft ausübt.

Ihre Lebensgemeinschaft wird überdies von Maike, Werners Tochter, Mittdreißigerin, die als Ärztin in einem Krankenhaus arbeitet aber auch Mitinhaberin von Annemies Café ist, Farin, Maikes aus Syrien stammender Ehemann, Mitte vierzig, der für Annemie wie ein Sohn ist und zusammen mit ihr eine Konditorei und ein Café führt, dafür in Teilzeit an seinem Meistertitel arbeitet sowie deren gemeinsamer fast dreijähriger Tochter Noelia, die Annemie Nölli ruft, bereichert.

Darüber hinaus spielt ihre Freundin Gerburg, Inhaberin eines Wollgeschäfts, eine wichtige Rolle in ihrem Leben und fügt der Gruppe ihren neu bei einem Online-Dating-Portal gefundenen Partner Thilo, Elektriker, hinzu.

Im Gegensatz zu Annemie ist sie sehr versiert im Umgang mit dem Internet und erklärt ihr die Funktionsweise von Instagram auf anschauliche Art und Weise als Restaurantbetrieb.

Daraus zieht Annemie für sich Schlüsse zum Algorithmus des Lebens, der ihr immer wieder neue Rätsel aufgibt, die sie in diesem ganz besonderen Fall mehr oder weniger gemeinsam mit allen weiteren genannten Hauptcharakteren zu lösen versucht, wobei sie in lebensgefährliche Situationen geraten, die ihre gesellige Runde belasten.

Der flüssige, liebevoll detaillierte, bildhafte, einfühlsame Schreibstil in der Vergangenheitsform zog mich mitten ins weihnachtlich atmosphärische, ereignisreiche sowie überraschende Geschehen, ließ mich miträtseln und -bangen und das Buch kaum aus den Händen legen. Ich habe mich in dieser eindrucksvollen Buchwelt aufgrund des Zusammenhalts der Hauptcharaktere sehr wohl gefühlt.

Der Rezeptteil, der das Buch sehr gelungen abrundet, weil er uns in die Lage versetzt alle in der Geschichte erwähnten kulinarischen Versuchungen selbst kosten zu können, ist stimmungsvoll festlich, liebevoll detailliert illustriert.

„Einige der Rezepte sind ohne Mehl und Zucker konzipiert, sodass sie auch für Menschen geeignet sind, die sich kohlenhydratarm ernähren müssen oder möchten.“

- Nöllis Haselnuss-Makrönchen
- Farins Stollen-Muffins
- Bratapfel-Muffins
- Cupcakes Churro-Style
- Niedelsinger Weihnachtstorte
- Chräbeli
- Marzipan-Pistazien-Taler
- Marzipan-Spritzgebäck
- Karamellwürfel
- Glühweinschnittchen
- Annemies (Killer-)Kipferl
- Baiser-Bäumchen
- Spekulatius
- SeBaZi-Kekse (Sesam-Bananen-Zimt-Kekse)
- Maronen-Karamell-Konfekt
- Zimtschnecken
- Werners neuer Schokokuchen (Low-Carb)
- Farins Pistaziensterne (Low-Carb)
- Orangen-Kichererbsen-Taler (Low-Carb)
- Walnuss-Tuffis
- Butterwölkchen
- Kokosecken (Low-Carb)
- Annemies Lebkuchengewürz
- Glimberger Weihnachtstorte

Mich hat dieser Krimi in mehrfacher Hinsicht auf den Geschmack gebracht und ich wünsche mir viele weitere inspirierende Genüsse dieser Art von Elke Pistor.

Auf das Leben, die Liebe und zahlreiche Leckerpunkte!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Einige Persönlichkeiten gehen anderen Charakteren auf die Nerven, Tilly trifft meinen Nerv

Der Tod wischt mit
0

Da mir der erste Band sehr gut gefallen hat, ist mir alles noch in lebhafter Erinnerung und ich habe den Fortgang der Geschichte sehr genossen. Kenntnisse der Handlung des ersten Bands sind zum besseren ...

Da mir der erste Band sehr gut gefallen hat, ist mir alles noch in lebhafter Erinnerung und ich habe den Fortgang der Geschichte sehr genossen. Kenntnisse der Handlung des ersten Bands sind zum besseren Verständnis von Vorteil, aber nicht unbedingt nötig.

Tillys Achterbahnfahrt der Gefühle geht rasant weiter.

An der originellen Namensgebung der eigenwilligen Charaktere hatte ich wieder genauso viel Freude wie an dem flüssigen, leb- und bildhaften, liebevoll detaillierten, empathischen, kessen, humorvollen Schreibstil, der alles gerne auf die Spitze treibt und mich mitten ins Geschehen zog.

Andreas Suchanek bringt Tillys Persönlichkeit sehr gut zur Geltung.

Als Reinigungsfachkraft (41 Jahre) wird sie von vielen nicht (richtig) wahrgenommen und unterschätzt. Dabei ist sie wissbegierig, lerneifrig und vielseitig talentiert. Sie stellt sich jedem Abenteuer mit offenen Augen und Ohren sowie offenem Herzen und dadurch bedingt auch einem ausgeprägten Beschützerinstinkt für alle Lebewesen.

Ihr neugieriger, verfressener Bassetwelpe Muffin bringt sie in Erklärungsnot, Schwierigkeiten sowie zum Lachen und ist in der Geschichte neben Tilly mein Favorit. Er tapst auch optisch durchs Buch und seine Pfotenabdrücke haben mich jedes Mal schmunzeln lassen. Er hinterlässt wie sein Frauchen einen bleibenden Eindruck.

Die unterschiedlichen, sehr gut ausgearbeiteten, teilweise auch queeren Charaktere in verschiedenen Altersstufen harmonieren vortrefflich miteinander, verstehen aber auch zu polarisieren.

Tillys Mitarbeiter Leon, der kurz vor seinem Abitur steht und seine Freunde sind äußerst pfiffig und gewitzt. Sie glänzen nicht nur durch ihr technisches Wissen, sondern auch durch ihre liebenswerten Wesen.

Das Miträtseln bereitete mir viel Vergnügen.

Die Auflösung hat mich überrascht, war aber stimmig und sehr gut nachvollziehbar.

Die Spannung war und bleibt auch durch den Cliffhanger auf einem hohen Niveau, fesselte mich ans Buch und lässt mich auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2026

In mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Leben stets auf dem Sprung

Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans
0

Das atmosphärisch stark gestaltete Cover bildet den perfekten Rahmen für diese Geschichte.

Die Seekarte des Indischen Ozeans Ende 18. Jahrhundert, die auf der Innenseite des Covers der hochwertigen Klappenbroschur ...

Das atmosphärisch stark gestaltete Cover bildet den perfekten Rahmen für diese Geschichte.

Die Seekarte des Indischen Ozeans Ende 18. Jahrhundert, die auf der Innenseite des Covers der hochwertigen Klappenbroschur Orientierung bietet, habe ich immer wieder gerne zu Hilfe gezogen.

Ein Inhalts- und Personenverzeichnis, Autorenanmerkungen zu historischen Hintergründen, ein Glossar, und eine Bibliografie runden dieses Leseerlebnis sehr gelungen ab.

Der fesselnde, flüssige, leb- und bildhafte, liebevoll detaillierte, einfühlsame und damit überaus eindrucksvolle Schreibstil ließ mich durch Zeit und Raum reisen und versetzte mich mitten ins turbulente, aufregend gefährliche sowie lehrreiche Geschehen.

Die Ausdrucksweise gefällt mir sehr gut und die schlagfertigen Dialoge sowie den (Galgen-)Humor habe ich sehr genossen.

Wir lernen nicht nur Robert Surcouf, sondern auch weitere faszinierende Persönlichkeiten sowie die Schrecken des Indischen Ozeans näher kennen.

Die starke, wagemutige Persönlichkeit von Robert Surcouf war schon in jungen Jahren beeindruckend. Er nahm nichts als gegeben hin, sondern hinterfragte alles und jeden und traf selbstständige Entscheidungen, zu denen er dann auch felsenfest stand.

Er war findig/ gewitzt und zu allem bereit, hatte dabei aber das Herz am rechten Fleck. Sein einnehmendes Wesen machte ihn liebenswert.

Sein messerscharfer Verstand war ihm in brenzligen Situationen dienlich und er verstand sich hervorragend auf Team- sowie Ausbildung.

Er machte damit scheinbar Unmögliches möglich und war vielen ein großes Vorbild – auch als Familienmensch, der das Leben zu genießen verstand.

Seinen aufregenden Lebensweg mitzuerleben, war äußerst interessant und beeindruckend.

Seine beruflichen Höhepunkte stehen privaten Tief-/ Schicksalsschlägen gegenüber.

Das Lokalkolorit der verschiedenen Handlungsorte schürte mein Fernweh ins Unermessliche.

Ich war völlig im Bann dieses historischen Romans und es fiel mir sehr schwer, das Buch aus den Händen zu legen.

Mac P. Lorne versteht es vortrefflich, Geschichte zum Leben zu erwecken und diese auch mit aktuellen Bezügen lebendig zu halten.

Auf das viele aus ihr lernen mögen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere