Guilia Ferraris Vergangenheit
Signora Commissaria und die kalte RacheIn Florenz verfolgt nachts ein Mann Frauen durch die Straßen. Er „begleitet“ sie bis vor die Haustür und am nächsten Morgen hängen in der Nähe Vermisstenplakate mit ihrem Foto darauf Der Täter will ihnen ...
In Florenz verfolgt nachts ein Mann Frauen durch die Straßen. Er „begleitet“ sie bis vor die Haustür und am nächsten Morgen hängen in der Nähe Vermisstenplakate mit ihrem Foto darauf Der Täter will ihnen sagen: „So könntest Du enden, wenn ich mich dazu entschieden hätte.“ Und tatsächlich verschwindet bald darauf eine Frau spurlos. Commissaria Giulia Ferrari nimmt gemeinsam mit Partner und Kollege Enzo sowie dem ehemaligen Commissario Luigi Batista (inzwischen Barbesitzer) den Fall auf. Doch auch in ihrer Vergangenheit gibt es ein großes Rätsel, das gelöst werden will.
„Signora Commissaria und die kalte Rache“ ist bereits der dritte Roman rund um Giulia Ferrari, auch wenn der erste Roman der Serie von Autor Alexander Oetker noch unter dem Pseudonym Pietro Bellini erschien. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, vor allem der von Giulia und Luigi, aber auch der Täter kommt zu Wort. Zwischendurch sind auch wörtliche Gespräche zwischen Luigi und seiner Frau Carla wiedergegeben, nach denen stets eines von Carlas berühmten Rezepten folgt.
Es war eine schöne Abwechslung, mal wieder einen Krimi zu lesen, in dem es nicht um Mord und Totschlag geht und in dem es auch keinen Leichenfund gibt. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte auf die Ermittlungen rund um den nächtlichen Stalker – was ich als ein sehr wichtiges Thema empfinde, weil so die Angst vieler Frauen auf dem dunklen Weg nachhause angesprochen wird. Die Auflösung war nach etwa zwei Dritteln zwar vorhersehbar, dennoch hat mich der Fall gut unterhalten.
In Giulias Privatleben schätze ich besonders ihre liebevolle Beziehung zu ihrem blinden Kollegen Enzo, den sie allen Bereichen als ebenbürtigen Partner empfindet. Etwas übertrieben wirken hingegen die Entwicklungen, welche die Handlung in Bezug auf die Familiengeschichte der Commissaria nimmt. Hier ist in den kommenden Bänden ein großer Showdown zu erwarten, den ich persönlich nicht bräuchte. Mir genügt es, von Giulia und Enzo, von Carlas leckeren Rezepten oder Luigis Hund Tulipan zu lesen und die Kulisse von Florenz zu genießen.