Spannender Reihenauftakt
Mord in der Pension MöwennestSchon seit mehreren Wochen wartet Schwester Agnes in ihrem Kloster in High Dallow auf einen Brief ihrer Freundin Frieda, die auch einmal Novizin dort war. Zuletzt hatte sie in der Pension Möwennest in ...
Schon seit mehreren Wochen wartet Schwester Agnes in ihrem Kloster in High Dallow auf einen Brief ihrer Freundin Frieda, die auch einmal Novizin dort war. Zuletzt hatte sie in der Pension Möwennest in Gore-on-Sea gelebt und soll dort eines Tages überraschend ausgezogen sein. Doch Schwester Agnes ist sich sicher, dass Frieda sich trotzdem bei ihr gemeldet hätte. Also legt sie ihr Klosterleben nach 30 Jahren ab und mietet sich unter ihrem bürgerlichen Namen Nora Breen im Möwennest ein. Sie muss unbedingt herausfinden, was mit ihrer Freundin geschehen ist. Doch schon bald geschieht in der Pension mit ihren seltsamen Bewohnern ein Mord.
Jess Kidd war mir bisher für ihre Einzelromane bekannt. Mit „Mord in der Pension Möwennest“ legt sie nun einen Krimi vor, der als Auftakt einer Reihe geplant ist. Die deutsche Übersetzung verfasste Werner Löcher-Lawrence. Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Nora erzählt; wir wissen also selbst über den Mordfall und Friedas Verschwinden nur so viel, wie sie selbst und das rät herrlich zum Miträtseln ein. Die Autorin legt auch immer wieder falsche Fährten aus, so dass die Lektüre bis zum Ende spannend bleibt.
Der Krimi lebt vor allem von der skurrilen Mischung an unterschiedlichen Personen, die sich im Möwennest eingefunden haben. Da ist zum Beispiel Wirtin Helena und ihre Tochter Dinah, die nicht sprechen will. Dazu ein zwielichtiger Geschäftsmann, ein junger Kriegsrückkehrer und seine Frau, ein Marionettenspieler mit seinem Hund und ein sehr stiller Fotograf. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, die Nora bei ihren Ermittlungen rund um Friedas Verschwinden und den Mord in der Pension herausfindet. Der örtliche Inspektor Rideout hält hingegen gar nichts von ihrer Herumschnüffelei und für ihn war es sowieso kein Mord, sondern Selbstmord. Aber Nora wäre nicht Nora, wenn sie sich so einfach abschütteln ließe.
Ein wirklich schöner Reihenauftakt mit einen Ermittlerduo, das sich wohl oder übel zusammenraufen muss. Gut gefallen hat mir auch, dass „Mord in der Pension Möwennest“ vor schwierigen Themen nicht zurückschreckt.