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Veröffentlicht am 30.09.2023

Gelungenes Krimi-Debüt

Wer das Vergessen stört
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Lily Brown war Polizeipsychologin bei Scotland Yard. Nach einer gescheiterten Beziehung lässt sie sich in Canterbury als Psychotherapeutin nieder. In ihrer Praxis erleben wir zwei Patientinnen. Vera Osmond ...

Lily Brown war Polizeipsychologin bei Scotland Yard. Nach einer gescheiterten Beziehung lässt sie sich in Canterbury als Psychotherapeutin nieder. In ihrer Praxis erleben wir zwei Patientinnen. Vera Osmond sucht Hilfe bei Lily, um sich wegen ihrer Panikattacken behandeln zu lassen. Vera hat ihre Schwester und ihre Eltern durch Unfälle verloren. Da ihre Eltern Vera für den Tod ihrer kleinen Schwester verantwortlich gemacht haben, will sie mehr über die Hintergründe erfahren. Gegen den Rat von Lily beendet Vera die Therapie. Als Vera von einem Hochhaus stürzt, geht die Polizei von Selbstmord aus, doch Lily ist anderer Meinung und setzt sich großer Gefahr aus. Bei der anderen Patientin handelt es sich um Samantha Harris, die Opfer häuslicher Gewalt ist und immer wieder zu ihrem Mann zurück kehrt.

Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Autorin Marita Spang sowie Marie Lacrosse, deren historische Romane ich bereits mit Begeisterung gelesen habe. Da die Autorin auch ausgebildete Psychologin ist, merkt man ihr Fachwissen der Geschichte auch an. Im Verlauf der Handlung habe ich Interessantes erfahren und fand es anregend einen Krimi mit einer Psychotherapeutin als Protagonistin zu lesen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive geschildert. Durch die Überschriften ist aber immer eine klare Zuordnung gegeben und die Personen waren für mich greifbar.

Mir hat dieses Krimi-Debüt der Autorin sehr gefallen und nun bin gespannt auf weitere fesselnde Fälle um Lily Brown.

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Wunderbare emotionale Geschichte

Kein guter Mann
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Walter brachte seit 45 Jahren die Post zu den Menschen. Obwohl eine lange Liste an Beschwerden über Walter vorlag, war er nicht unzuverlässig, sondern es lag daran, dass er sich an Regeln hielt und dieses ...

Walter brachte seit 45 Jahren die Post zu den Menschen. Obwohl eine lange Liste an Beschwerden über Walter vorlag, war er nicht unzuverlässig, sondern es lag daran, dass er sich an Regeln hielt und dieses sorgte für Konflikte, aber es war kein Grund ihn zu entlassen. So wurde er in die Zentrale für Unzustellbares versetzt. Hier landeten die Briefe an das Christkind und den Weihnachtsmann. Walter haderte mit seinem Schicksal. Als er eines Tages den Brief des zehnjährigen Bens aus dem Postkorb fischte, der an Gott adressiert war, änderte sich sein Leben. Schnell erkannte Walter, dass Ben Hilfe brauchte. Er antwortete Ben und unterschrieb mit Gott. Doch kann Ben auch Walter helfen?

Durch den flüssigen Schreibstil und die kurzen Kapitel ist mir der Einstieg sehr leicht gefallen, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Nach und nach lerne ich Walter kennen und je mehr Zeit ich mit ihm verbringe, umso mehr rührt er an meinem Herzen. In kurzen Rückblenden erfahre ich mehr von Walter, so dass sich langsam eine gut ausgearbeitete Geschichte entwickelt. Die in einem lockeren humorvollen Stil beginnt und dann auch sensibel zu ernsteren Themen wechselt wie Depressionen, häusliche Gewalt und Vorverurteilung von Menschen. Es ist eine Geschichte, die mich zum Nachdenken bringt, zu Tränen rührt und gleichzeitig mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Andreas Izquierdo hat es wieder geschafft mich mit seinem neuen Buch zu begeistern.

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Veröffentlicht am 15.09.2023

Auf dem Höhepunkt der Macht

Club Paradies - Im Glanz der Macht
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In dem Roman begeben wir uns ins Jahr 1976 nach Berlin. Hier treffen wir auf die Familie Borchardt. Der Vater Hanns handelt oft skrupellos und hat sich im Immobiliengeschäft etabliert und keiner wusste ...

In dem Roman begeben wir uns ins Jahr 1976 nach Berlin. Hier treffen wir auf die Familie Borchardt. Der Vater Hanns handelt oft skrupellos und hat sich im Immobiliengeschäft etabliert und keiner wusste so genau wie es ihm gelungen war, sein Vermögen aufzubauen. Hanns war auf dem Höhepunkt seines Schaffens angekommen und zeigte den anderen gern seine Macht. Seine Frau Maria hatte ihr Architekturstudium für die Familie aufgegeben, sie war bodenständig geblieben und hatte den Bezug zum gemeinsamen Leben mit Hanns verloren. Der Sohn Holger verabscheut seinen Vater und rebelliert gegen die spießige Gesellschaft. Die Tochter Hanna ist volljährig und nicht länger gewillt die Grenzen, die ihre Eltern ihr stellen, zu akzeptieren. Beide wollen ihren eigenen Weg gehen. Wie wird es mit der Familie weitergehen und welche Rolle spielt die Nachtclubbesitzerin Lea Stern?

Der Einstieg ist mir leicht gefallen, durch den flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so erhält man schnell Zugang zu den Charakteren und bekommt einen guten Einblick in das Denken und Handeln der Personen. Es ist nicht nur der Zeitgeist der 1970er Jahre gut eingefangen, sondern auch Ereignisse wie die Studentenunruhen und die RAF sind mit der Geschichte verwoben.

Das Buch hat auf mich einen Sog ausgeübt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Nun bin ich auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Ein Leben für die Wissenschaft

Die Formel der Hoffnung
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Die neue Assistenzstelle im Vanderbilt-Hospital war ausgeschrieben und alle waren überrascht als Dr. D. M. Horstmann eintraf und sich als Frau entpuppte. Der Chefarzt hätte dieser Besetzung nie zu gestimmt, ...

Die neue Assistenzstelle im Vanderbilt-Hospital war ausgeschrieben und alle waren überrascht als Dr. D. M. Horstmann eintraf und sich als Frau entpuppte. Der Chefarzt hätte dieser Besetzung nie zu gestimmt, wenn er gewusst hätte, dass sich hinter dem Namen eine Frau verbarg. Doch nun war sie da und stach als einzige Frau mit einer Größe von über 1,85 m aus dem Kreis der Ärzteschaft heraus. Dorothy Horstmann hat nur ein Ziel vor Augen, die Bekämpfung von Polio. Während auf der anderen Seite des Globus schreckliche Dinge sich abspielen, geht Dorothy gemeinsam mit anderen Forschern ihren Weg.

Von 1940 bis 1963 begleiten wir Dorothy Horstmann bei ihren Kampf den Poliovirus zu besiegen. Oft besuchte sie Kinderstationen, um sich immer wieder vor Augen zu führen, weshalb sie so hart arbeitete. Die anderen Epidemiologen waren nicht besser qualifiziert als Dr. Dorothy Horstmann und trotzdem waren sie ihr Boss. Alles ordnete sie ihrer Arbeit unter, denn die blieb ihre erste Liebe.

Ich fand es sehr spannend und interessant mehr über die Arbeit der Wissenschaftler zu erfahren. Der Wettlauf mit der Zeit um einen Polioimpfstoff zu entdecken, hat viele Jahre gedauert. Sehr realistisch wurde die damalige Zeit in der Medizin und der Gesellschaft dargestellt. Die Autorin hat es geschickt verstanden, Realität und Fiktion in diesem Roman zu verknüpfen.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Der Wunsch zu helfen

Wie ein Stern in mondloser Nacht
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Henni kommt aus ärmlichen Verhältnissen, doch sie muss für ihre kranke Mutter putzen gehen, lieber hätte sie für eine bessere Zukunft gelernt. Ed kommt aus einer gut situierten Familie und möchte mehr ...

Henni kommt aus ärmlichen Verhältnissen, doch sie muss für ihre kranke Mutter putzen gehen, lieber hätte sie für eine bessere Zukunft gelernt. Ed kommt aus einer gut situierten Familie und möchte mehr über das Leben der Armen erfahren. Beide werden ein Paar, doch dann zerbricht die Freundschaft. Ed geht zum Studieren nach Cambridge und Henni beginnt eine Ausbildung zur Hebamme. Schnell stellt Henni fest, dass die Schere zwischen Arm und Reich in den fünfziger Jahren immer mehr auseinander klafft. Aus Not setzen verzweifelte Mütter ihre Neugeborenen aus oder töten sie. Henni will diesen Müttern helfen und stellt eine Apfelsinenkiste in den Hinterhof ihres Geburtshauses auf. Die erste Babyklappe ist entstanden.

Die Geschichte wird abwechselnd durch zwei Handlungsstränge erzählt. Beim Lesen begleiten wir Henni in dem Zeitraum von 1947 bis 1956 in Berlin und erfahren viel über die Nöte der Mütter, denn Kinder führten oft zum Verarmen der Familien. Im Jahr 2000 spielt der zweite Erzählstrang. Hier treffen wir auf die Journalistin Liv, die selbst ein Findelkind ist und mehr über ihre leiblichen Eltern herausfinden möchte.

Das Cover passt perfekt zum Buch. Der Schreibstil von Marie Sand ist sehr bildhaft und detailliert. Man kann sich gut in Henni hineinversetzen und ihre Beweggründe für die Babyklappe nachvollziehen. Es ist spürbar, dass sie menschlich das Richtige für die Mütter und Babys tun möchte und um dieses Ziel zu erreichen, über sich selbst hinaus wächst. Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

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