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Veröffentlicht am 23.09.2025

Toller Abschluss

Blankenese - Zwei Familien
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Der dritte und letzte Band der Trilogie um die Familie Casparius führt ins Jahr 1968, eine Zeit, in der die Jugend zu rebellieren beginnt. Auch Ulrike Casparius will aus dem engen Korsett ihrer Herkunft ...

Der dritte und letzte Band der Trilogie um die Familie Casparius führt ins Jahr 1968, eine Zeit, in der die Jugend zu rebellieren beginnt. Auch Ulrike Casparius will aus dem engen Korsett ihrer Herkunft ausbrechen und zieht von Blankenese nach Berlin, um an der FU Berlin Publizistik zu studieren und sympathisiert mit der Studentenbewegung. Ihre Schwester Sabine sucht nach Anerkennung und schließt sich der Hausbesetzer-Szene an. Sie beginnt in einem Kinderhort zu arbeiten und findet hier Erfüllung. Ihre Freunde, die im Umkreis der RAF zu Hause sind, erfahren, dass sie mit Kurt Jacobsen, der bei der Bundesanwaltschaft arbeitet, verwandt ist und Sabine macht einen folgenschweren Fehler.

In dem dritten Band wird die Zeit von 1968 bis 1977 behandelt. Der angenehme Erzählstil und das Personenregister am Anfang haben dazu beigetragen, dass ich relativ schnell in die Handlung einsteigen konnte. Schon nach den ersten Seiten hat mich auch dieser Roman begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich fühlte mich mitten im Geschehen, habe die Zeit der Studentenbewegung und der RAF hautnah gespürt und erlebt, was er bei den Menschen anrichtet. Gekonnt hat Michaela Grünig tatsächliche Ereignisse mit der Geschichte verflochten, so dass die unruhigen Zeiten für mich nachvollziehbar waren. Zur Abrundung finde ich das Nachwort zur Wahrheit und Fiktion sehr aufschlussreich. Dieser Erzähl-Mix rund um die Familie Casparius hat mir sehr gut gefallen. Ich erlebte eine emotionale Achterbahnfahrt. Auch mit diesem dritten Band hat Michaela Grünig es wieder geschafft, mich auf eine Reise durch ein Stück Zeitgeschichte mitzunehmen und durch ihren wunderbaren Erzählstil fesselnde Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Vegetarisch für Genießer

Ein Fest für Gemüse
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Das Kochbuch wirkt schon auf den ersten Blick sehr ansprechend. Durch die schöne Aufmachung wird man so gleich verführt, es durch zu blättern.
Es gibt allgemeine Tipps für die Gemüseküche oder wie man ...

Das Kochbuch wirkt schon auf den ersten Blick sehr ansprechend. Durch die schöne Aufmachung wird man so gleich verführt, es durch zu blättern.
Es gibt allgemeine Tipps für die Gemüseküche oder wie man spritzfrei einen Granatapfel entkernt. Dann folgen die Rubriken der Gemüsesorten. Zu jedem Gemüse gibt es neben der Warenkunde, wo man wissenswertes erfährt, fünf bis sieben Rezepte. Man findet eine Zutatenliste sowie eine Rezeptbeschreibung mit Anregungen für Beilagen oder eine passende Variante. Gleichzeitig gibt es für jedes Rezept ein ansprechendes Foto, das perfekt gestaltet ist und Appetit auf das Gericht macht.

Da ich gerade Tomaten und Zucchini in größeren Mengen ernte, finde ich sofort hintereinander unterschiedliche Rezepte, die nicht in jedem Kochbuch enthalten sind und somit zur Abwechslung beim Kochen und Essen von vegetarischen Gerichten beiträgt. Spontan habe ich zwei Gerichte nachgekocht, die uns sehr gut geschmeckt haben, aber es hat mich gestört, dass keine Angaben für die Vorbereitungszeit ausgewiesen wurden noch für wieviel Personen die Rezepte ausgelegt sind. Hier vertritt die Autorin die Einstellung, dass es Sinn macht eine größere Menge zuzubereiten, so dass es für eine weitere Mahlzeit reicht. Für mich war es ein Nachteil, dass es bei vielen Rezepten eine Zutat gab, die ich hier im ländlichen Raum nicht sofort zur Verfügung hatte.

Nach den Rezepten folgen noch Informationen zu Gewürzen, Gewürzmischungen und Kräuter sowie Würzmittel und Säurespender. Am Ende gibt es noch Grundrezepte zum Einlegen von Gemüse. Es folgt ein ausführliches Register mit den Gemüsesorten und den dazugehörigen Rezepten.
Da ich selbst einen großen Gemüsegarten habe, schätze ich Kochbücher dieser Art, denn sie helfen mir, neue Essensideen zu bekommen.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Ein konstruierter Fall

Eisiges Glas
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Die Kriminalinspektorin Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle gelöst. Ihr Vater, ein Prepper, nimmt nach Jahren wieder Kontakt zu ihr auf. Er soll festgenommen ...

Die Kriminalinspektorin Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle gelöst. Ihr Vater, ein Prepper, nimmt nach Jahren wieder Kontakt zu ihr auf. Er soll festgenommen werden. Man will ihm den Mord an Tord Korpi in die Schuhe schieben, denn dessen Leiche wurde in der Nähe seines Hofes gefunden. Leo soll die Sache klären. Ihr Jugendfreund Martin Hill erhält zur gleichen Zeit den Auftrag eine Biografie über Gunnar Irving zu schreiben und wird in das Haus der Familie eingeladen. Gibt es eine Verbindung zwischen diesen Ereignissen?

Im Vergleich zum ersten Band dieser Reihe hatte ich zu Beginn Probleme in die Geschichte hineinzufinden, was sich nach einiger Zeit gegeben hat. Durch kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven wird Spannung aufgebaut, die durch mehrere überraschenden Wendungen bis zum Schluss erhalten bleibt und sich kontinuierlich gesteigert hat. Wie bereits in dem Vorgänger Krimi hat Leo meine Sympathie nicht verloren. Es wird immer deutlicher, dass sie in früheren Jahren viel durchmachen musste, aber sie weiß sich gegen ihren Vater und ihren intriganten Kollegen durchzusetzen. Obwohl der Fall auf mich konstruiert wirkte, freue ich mich auf eine baldige Fortsetzung dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Wunderbare Fortsetzung

Im Nordlicht
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Wir begeben uns nach Hamburg ins Jahr 1914. Rosa, die kleine Tochter von Alice ist verschwunden. Vergeblich hat sie bisher nach ihr gesucht. Ihr Ehemann Hank weiß, so sie sich befindet, aber er benutzt ...

Wir begeben uns nach Hamburg ins Jahr 1914. Rosa, die kleine Tochter von Alice ist verschwunden. Vergeblich hat sie bisher nach ihr gesucht. Ihr Ehemann Hank weiß, so sie sich befindet, aber er benutzt die Tochter als Druckmittel, da Alice sich von ihm scheiden lassen will. Um Eindruck vor Gericht zu machen, nimmt Alice eine Stelle als Dienstmädchen beim Anwalt John Reeven an. Obwohl es keine Verbindung zwischen Alice und John geben darf, entwickelt sich zwischen den beiden eine Anziehungskraft, der sie sich nicht entziehen können.

Dies ist die Fortsetzung der Nordwind-Saga. Der Autorin Miriam Georg ist es wieder gelungen einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, so dass man sich in eine andere Zeit versetzt fühlt. Der Einstieg beginnt sehr ruhig bis sich nach und nach Spannung aufbaut. Alles ist sehr bildhaft beschrieben und man hat das Gefühl an der Seite von Alice zu stehen. In kurzen Rückblenden erfährt man mehr über das Leben von Alice. In der Vergangenheit musste sie viel erleiden und trägt ein Geheimnis mit sich.
Mir hat dieser Ausflug nach Hamburg wieder gut gefallen und ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der historische Romane liebt.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Spannung mit feinem Humor

Über die Toten nur Gutes
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Der Trauerredner Mads Madsen war während seiner Schulzeit mit Patrick befreundet, doch dann verschwand dieser mit seiner Mutter ganz plötzlich. Nun wird der Bestatter Fiete Amelung zu einem Verkehrsunfall ...

Der Trauerredner Mads Madsen war während seiner Schulzeit mit Patrick befreundet, doch dann verschwand dieser mit seiner Mutter ganz plötzlich. Nun wird der Bestatter Fiete Amelung zu einem Verkehrsunfall mit Todesfolge gerufen und erfährt, dass es sich um Patrick, Mads Freund handelt. Patrick will die Trauerrede halten, denn er hat nur schöne Erinnerungen an die Zeit. Dann erreicht ihn ein Brief, der alles verändert. Nach dem Mads bei der Kommissarin Luisa Mills abgeblitzt ist, versucht er auf eigene Faust die Wahrheit um Patrick herauszufinden. Schnell wird klar, dass der Unfall vorsätzlich herbeigeführt ist und je mehr Mads seine Ermittlungen wider Willen vorantreibt, desto tiefer gerät er in einem Strudel, der sich kaum aufhalten lässt.

Durch den flüssigen Schreibstil und die kurzen Kapitel ist mir der Einstieg sehr leichtgefallen, so dass die Seiten nur so dahinflogen. Schnell begann es in meinem Kopfkino zu rattern. Auch gefiel mir der feine Humor, der auf jeder Seite aufblitzt. Nach und nach lerne ich Mads und seine Familie kennen. In kurzen Rückblenden erfahre ich mehr von Patrick, so dass sich langsam eine gut ausgearbeitete spannende Kriminalgeschichte entwickelt, die mich mitraten lässt und in einem aufregenden Showdown endet. Andreas Izquierdo ist für mich ein Garant für spannende Romane und hat es wieder geschafft mich mit seinem neuen Buch zu begeistern.

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