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Veröffentlicht am 23.01.2023

Neuanfang

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Charlotte lebt in Schweden und hat vor einem Jahr ihren Mann durch einen Unfall verloren, deshalb vergräbt sie sich in ihre Arbeit. Überraschend erhält sie die Nachricht eines Anwalts aus London, dass ...

Charlotte lebt in Schweden und hat vor einem Jahr ihren Mann durch einen Unfall verloren, deshalb vergräbt sie sich in ihre Arbeit. Überraschend erhält sie die Nachricht eines Anwalts aus London, dass sie von ihrer Tante Sara ein Haus mit Buchhandlung geerbt hätte. Charlotte wollte eigentlich nicht nach London fliegen und das Haus sofort verkaufen, aber der Anwalt machte ihr klar, dass sie es ihrer Tante, die sie nie kennengelernt hatte und den Angestellten schuldig wäre, sich den Riverside Bookshop anzusehen, bevor sie eine Entscheidung träfe. Charlotte entschloss sich das Haus und den Laden kurz anzuschauen, doch die Buchhandlung schien sie magisch anzuziehen und strahlte Wärme sowie Geborgenheit aus. Sie trifft auf die beiden Angestellten Sam und Martinique, die sich seit dem überraschenden Tod von Sara um die Buchhandlung und den Kater Tennyson gekümmert haben. Sam und Martinique plagen Ängste, dass Charlotte den Laden verkaufen will, da das Geschäft ums Überleben kämpft. Doch welche Entscheidung wird Charlotte treffen und weshalb hat ihre Tante Sara ihr die Buchhandlung vererbt?
Das Cover hat mich sofort angesprochen und verzaubert. Frida Skybäck hat einen sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil, so dass ich mich sofort in das Leben der Protagonisten und den Riverside Bookshop versetzt fühlte. Die Charaktere waren abwechslungsreich sowie interessant beschrieben. Mir gefiel die etwas ungehobelte Art von Sam sowie die immer hilfsbereite Martinique. Auch die Kunden aus der Nachbarschaft hinterließen einen bleibenden Eindruck. Neben dem Haupterzählstrang um Charlotte gibt es noch einen Nebenstrang, der Anfang der 1980er Jahre spielt. Er erzählt die Geschichte von Kristina, der Mutter von Charlotte und Sara, die von Schweden nach London gekommen waren, um einen Neuanfang zu wagen. Nach und nach wird ein Familiengeheimnis gelüftet.
Trotz der vielen Seiten war das Buch nie langweilig oder oberflächlich. Mir hat dieser wunderbare Wohlfühlroman sehr gefallen und angenehme Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Was geschah mit Emily?

Dunkelziffer
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Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das achte Buch von Arne Dahl „Dunkelziffer“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig.
Eine ...

Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das achte Buch von Arne Dahl „Dunkelziffer“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig.
Eine Klassenfahrt führt zu einem Hof dicht am Wald. Es gab eine Absprache, dass niemand den Garten verlässt, ohne einen Erwachsenen Bescheid zu sagen. Doch plötzlich ist Emily verschwunden. Eine Suchaktion wird von Lehrern, Eltern und Schülern gestartet. Sie haben keinen Erfolg und die Polizei wird alarmiert. Der Fall der verschwundenen Emily wird in die routinierten Hände der A-Gruppe gegeben, da man internationale Verbindungen vermutet, denn es waren mehrere Fahrzeuge mit baltischem Kennzeichen gesehen worden. Gleichzeitig wird festgestellt, dass sich drei aktenkundige Pädophile in der Gegend aufhalten. Doch auch ein uraltes Skelett und eine geköpfte Leiche spielen eine Rolle.
Die Geschichte beginnt etwas schleppend und langatmig. Die Suchaktion nach Emily wird aus den verschiedenen Blickwinkeln der Beteiligten geschildert. Dieses verwirrt mehr, als das es Klarheit vermittelt. Nur langsam wird Spannung aufgebaut, die immer wieder durch detaillierte Beschreibungen unterbrochen wird. Es ist kein Buch, das man so nebenbei lesen kann. Eine Konzentration auf die Geschichte ist schon erforderlich, denn bei den vielen unterschiedlichen Handlungssträngen ist es nicht einfach die Übersicht zu behalten.
Wer bis zum Ende des Buches durchhält, kann erleben wie die von Arne Dahl verstreuten vielen kleinen Puzzleteilchen in einem spannenden Finale zusammengefügt werden.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Nordseekrimi

Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
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Minke van Hoorn, frisch ernannte Kommissarin, erhält vom Halligpostboten Jörg Schmidt einen Anruf. Auf seiner Tour hat er bei der Hallig Nekpen einen freigespülten Schädel gefunden. Minke vermutet einen ...

Minke van Hoorn, frisch ernannte Kommissarin, erhält vom Halligpostboten Jörg Schmidt einen Anruf. Auf seiner Tour hat er bei der Hallig Nekpen einen freigespülten Schädel gefunden. Minke vermutet einen Fall für das Museum oder handelt es sich doch um ein Mordopfer? Schnell wird klar, dass es sich bei dem Skelett um Hinnerk Johannsen handelt. Doch wie kann dies sein? Vor vielen Jahren ist das Boot von Hinnerk explodiert und er dabei ertrunken. Doch das Skelett spricht eine andere Sprache. Nun muss sich Minke van Hoorn ihren ersten Fall stellen.

Dies ist der Auftakt einer neuen Reihe, so dass man die Protagonisten von Beginn an kennenlernt. Das Buch führt an die Nordseeküste zu den fiktiven Halligen Midsand und Nepken, wo die neue Kommissarin Minke van Hoorn aufgewachsen ist. Eigentlich wollte sie Meeresbiologin werden, hat aber dann alles hingeschmissen und ist zur Polizei gegangen, um in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters zu treten. Lange bleibt unklar, was am Abend im Januar 1987 im Hause von Esther und Hinnerk passiert ist. Es ist für Minke van Hoorn nicht einfach Antworten von der eingeschworenen Hallig-Gemeinschaft zu bekommen. Ihr Kollege Klaus Wagenscheidt ist ihr bei der Aufklärung des Falles keine große Hilfe, da seine Pensionierung kurz bevorsteht und er sich mehr um seine Abschiedsfeier als um den Fall kümmert. Dieses sorgt beim Lesen so manches Mal zu einem Schmunzeln.

Die Charaktere sind ansprechend beschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Man fühlt sich an die Nordsee versetzt, da das Leben auf der Hallig mit Ebbe und Flut sowie einen herannahenden Sturm sehr gut skizziert ist. Mir hat die Reise nach Nordfriesland Spaß gemacht. Ich konnte Minke bei ihrer Arbeit begleiten und bis zum Schluss mit raten.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Wunderbare Zeitreise

Die Wunderfrauen
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Mit dem ersten Band der Wunderfrauen Trilogie begeben wir uns in das Jahr 1953 in die Anfänge der Wirtschaftswunderjahre. Luise Dahlmann verliert ihre Stelle als Köchin, da das Camp, in dem sie arbeitet, ...

Mit dem ersten Band der Wunderfrauen Trilogie begeben wir uns in das Jahr 1953 in die Anfänge der Wirtschaftswunderjahre. Luise Dahlmann verliert ihre Stelle als Köchin, da das Camp, in dem sie arbeitet, aufgelöst wird. Luise wollte wieder arbeiten und ihr eigenes Geld verdienen. Sie möchte sich den Traum von einem Gemischtwarenladen erfüllen. Als ihre Schwiegermutter stirbt und ihr Geld hinterlässt, braucht sie nur noch die Genehmigung ihres Mannes Hans. In dieser Zeit des Neuanfangs trifft Luise immer wieder auf drei Frauen. Marie Wagner, die aus Schlesien geflohen ist und sich auf eine Stelle als Bereiter auf einem Gestüt beworben hat. Helga Knaup, die gegen ihr Elternhaus rebelliert, dieses verlässt und eine Ausbildung als Lernschwester in der Seeklinik beginnt. Als letztes tritt in diesen Kreis die Nachbarin und Arztgattin Annabel von Thaler. Alle vereint der Wunsch wieder glücklich zu sein.
Die Geschichte wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven von den vier Frauen erzählt, so dass man immer dicht am Geschehen ist. In unregelmäßigen Abständen gibt es kurze Auszüge aus Luises Notizbüchern und Ladenkundealben mit Rezepten, allgemeinen Informationen und Tipps. Die Charaktere der Frauen sind alle sehr unterschiedlich. Luise ist zupackend und handelt sehr geschäftstüchtig, Marie ist zurückhaltend, denn sie hat viel auf der Flucht mit gemacht, ist zeichnerisch talentiert und liebt Tiere. Helga ist lebenslustig und genießt das Leben. Annabel ist bisher für mich noch schwer einzuschätzen. Zu Beginn war sie mir nicht sehr sympathisch, doch das hat sich im Laufe der Geschichte geändert.
Stephanie Schuster hat einen sehr anschaulichen lebendigen Erzählstil. Der damalige Zeitgeist ist sehr gut eingefangen. Obwohl die Kriegszeit noch in Erinnerung ist, sind die Wünsche und Lebensgefühle der Frauen hautnah spürbar.
Mir hat diese wunderbare Zeitreise in die 1950er Jahre ausgesprochen gut gefallen. Sie hat mir spannende Lesestunden bereitet, so dass ich nun auf die Fortsetzung dieser Reihe gespannt bin.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Eigenständige Geschichte

Das Erbe der Päpstin
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Gisla wurde verschleppt und hofft, dass ihr Vater Gerold sie befreit, doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Seit vielen Jahren lebt sie nun gemeinsam mit ihren Töchtern Freya und Asta als Sklavin bei ...

Gisla wurde verschleppt und hofft, dass ihr Vater Gerold sie befreit, doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Seit vielen Jahren lebt sie nun gemeinsam mit ihren Töchtern Freya und Asta als Sklavin bei den Dänen.
Die Frauen sind hier großer Gewalt ausgesetzt. Als ihr brutaler Vater Björn wieder ihre Mutter Gisla schlägt, versucht Freya ihre Mutter vor dem grausamen Wikinger Björn zu verteidigen. Mit einem Messer verletzt Freya den Wikinger tödlich. Die beiden Schwestern müssen fliehen, denn Hasteinn würde seinen Bruder Björn rächen. Sie wollen sich nach Süden durchschlagen um das Land ihrer Mutter zu erreichen. In Dorstedt angekommen, scheint keiner mehr ihren Großvater zu kennen, durch Zufall erfahren sie, dass Gerold nach Rom weitergezogen ist und dort als Führer der päpstlichen Garde lebt. Asta bleibt zurück und Freya macht sich als Mann verkleidet auf den Weg nach Rom. Hier herrscht Aufruhr. Bei einer Prozession durch die Stadt beobachtet Freya wie der Papst angegriffen wird. Gerold eilt dem Papst zur Hilfe, doch beide werden getötet und es stellt sich überraschend heraus, dass sich hinter dem Papst Johannes eine Frau verbirgt.
Da ich von dem Buch „Die Päpstin“ gefesselt war, stellt sich mir die Frage, ob Helga Glaesener es schafft, mich mit ihrem Mittelalterroman zu begeistern. Schon nach den ersten Seiten hat mich die Geschichte neugierig gemacht und in ihren Bann gezogen. Ich habe Freya auf ihren Weg im frühen Mittelalter begleitet, habe teilweise mit ihr gelitten und konnte miterleben wie sich ihr heilkundiges Wissen langsam aufbaute. Gleichzeitig fand ich es interessant unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten und gleichzeitig den Mächtigen ausgeliefert waren. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Autorin stilistisch und sprachlich mit Donna W. Cross mithalten kann. Wobei ich diesen Roman nicht als Fortsetzung sehe, sondern als eigenständige Geschichte.
Mir hat das Buch angenehme Lesestunden bereitet, daher eine Empfehlung für alle Freunde historischer Romane.

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