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Veröffentlicht am 03.04.2022

Brennender Fluss

Brennender Fluss
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Nach „Eisiges Geheimnis“ ist dies der zweite Band von Karin Salvalaggio um die eigenwillige Ermittlerin Macy Greeley.

Drei Freunde haben sich verabredet, doch es treffen nur Dylan und Tyler ein, John ...

Nach „Eisiges Geheimnis“ ist dies der zweite Band von Karin Salvalaggio um die eigenwillige Ermittlerin Macy Greeley.

Drei Freunde haben sich verabredet, doch es treffen nur Dylan und Tyler ein, John Dalton lässt sich nicht blicken. Sie sind beunruhigt, denn durch die Hitzewelle im Land ist der Wasserspiegel des Sees gesunken und schon bald kann der Pickup von Ethan Green durch die Löschflugzeuge gesichtet werden, den sie dort vor einem Jahr ins Wasser gestürzt haben. Sie planen die Klippe zu sprengen, um einer Entdeckung vorzubeugen.
Inzwischen wurde der sechsundzwanzigjährige John Dalton, ein ehemaliger Soldat aus Afghanistan, nach dem Besuch einer Bar, durch drei Schüsse getötet und in einer Gasse aufgefunden. Detective Macy Greeley wird ins Flathead Valley gerufen, um dort zu ermitteln. Die Bewohner des dünnbesiedelten Landes sind Fremden gegenüber misstrauisch und nur langsam tauen sie gegenüber Macy auf. Der Tod von John Dalton wird von allen fassungslos aufgenommen, denn er war freundlich und hatte keine Feinde. Im Laufe ihrer Ermittlungen stößt Macy auf viele Ungereimtheiten, die sie sich nicht erklären kann. Gekonnt werden die privaten Probleme der alleinerziehenden Macy Greeley mit eingeflochten. Pikanterweise ist der Vater ihres Sohnes Ray Davidson gleichzeitig ihr Chef, der sich gegen ihren Willen in die Ermittlungen einmischt.

Das Buch ist atmosphärisch sehr gut geschrieben. Der Leser spürt regelrecht die flimmernde Hitze und den Rauch, der durch das Tal zieht. Daher finde ich auch das Cover sehr passend zum Inhalt und zum Titel. Die erste Hälfte des Buches empfand ich doch etwas langatmig und wirkte etwas zäh, obwohl die Autorin den Leser auf viele falsche Fährten lockt. Die Spannung kam dann in der zweiten Hälfte mit überraschenden Wendungen auf. Trotz den anfänglichen Längen fühlte ich mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Alles begann mit einem Unfall

Die stille Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 6)
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Alles begann mit einem Unfall. Ein Fahrer verlor durch einen Herzinfarkt die Gewalt über seinen Pick-up und raste in die Nebengebäude eines Truck-Stopps. Doch vorher streifte er ein anderes Fahrzeug so ...

Alles begann mit einem Unfall. Ein Fahrer verlor durch einen Herzinfarkt die Gewalt über seinen Pick-up und raste in die Nebengebäude eines Truck-Stopps. Doch vorher streifte er ein anderes Fahrzeug so heftig, dass dessen Kofferraumklappe aufgesprungen war. Aus einer Kühlbox waren durch den Zusammenprall zwei abgetrennte Frauenköpfe herausgefallen. Das Auto gehörte einem Gast des Truck-Stopps, der sofort fest genommen und dem FBI überstellt wurde. Zu Beginn schwieg er beharrlich bis er nach Robert Hunter verlangte, mit dem er sprechen würde. Robert Hunter war gerade im Begriff seinen wohlverdienten Urlaub anzutreten als das FBI ihn kontaktierte. Er erkannte in dem Täter seinen ehemaligen Studienfreund Lucien Folter, mit dem zusammen gewohnt hatte. Robert kann es nicht fassen und will ihm helfen. Doch schnell wird ihm klar, dass Lucien der Täter ist. Er gibt nur stückweise Informationen heraus, wenn er im Gegenzug Fragen stellen darf. So bringt Lucien Robert dazu sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen. Robert lässt sich auf dieses Spiel ein, denn er will, dass die Toten gefunden werden, einen Namen bekommen, damit die Angehörigen trauern können.

Chris Carter hat es wieder geschafft einen spannenden Thriller zu schreiben, der von Beginn an den Leser fesselt, obwohl der Täter bekannt ist. Im Vergleich zu den Vorgängerbüchern zeigt dieses mehr die psychologische Seite des Täters auf und man bekommt Einblicke in seine Denk- und Handlungsweise. Die wieder detailliert und blutig von Chris Carter beschrieben werden. Der sprachliche Stil gefällt mir, er arbeitet mit klaren, direkten Sätzen ohne große Umschreibungen. Ansprechend fand ich die kurzen Kapitel, so dass man nicht mitten in einem Kapitel enden musste. Wer die Vorgängerbücher nicht kennt, kann problemlos in „Die stille Bestie“ einsteigen. Vermisst habe ich seinen Partner Carlos Garcia. Das Buch ist ein „Muss“ für alle härteren Thrillerfans.

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Veröffentlicht am 01.04.2022

Die Inselköchin ermittelt wieder

Austern surprise - Die Inselköchin ermittelt
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Die Feriensaison auf Pellworm geht ihrem Ende entgegen. Die Französin und Köchin Louise Dumas hat sich langsam auf Pellworm eingelebt. Als die Rungholtfreunde kurzfristig für ihre Tagung das Hotel wechseln ...

Die Feriensaison auf Pellworm geht ihrem Ende entgegen. Die Französin und Köchin Louise Dumas hat sich langsam auf Pellworm eingelebt. Als die Rungholtfreunde kurzfristig für ihre Tagung das Hotel wechseln müssen, hat sich Louise bereit erklärt, für die Teilnehmenden zu kochen. Die Archäologen und Historiker streiten sich seit langer Zeit um die Bedeutung der Handelsstadt Rungholt, die vor vielen Hundert Jahren bei einer Sturmflut versunken ist. Als zwei Personen tot aufgefunden werden, fragt sich Louise, ob der Streit ausgeartet ist. Sie versucht erste Nachforschungen anzustellen und bittet den ehemaligen Polizisten sowie Freund Momme Mommsen um Unterstützung.

Auch mit dem zweiten Band um die Inselköchin Louise Dumas konnte mich die Autorin Lili Andersen wieder begeistern. Es ist ein leichter Krimi, der ohne großes Blutvergießen auskommt, aber trotzdem auf Spannung nicht verzichtet. Langsam wird diese aufgebaut, bis am Ende die losen Fäden zusammengeführt werden. Zwischendurch gab es kurze Ausflüge in die französische sowie plattdeutsche Sprache, die sehr authentisch wirkten. Beim Lesen überfiel mich der Hunger und die Lust Pellworm zu besuchen, denn neben der Krimihandlung spielen Beschreibungen von Pellworm und kulinarische Genüsse eine Rolle. Ergänzend befinden sich auf den letzten Seiten noch einige Rezepte.

Das Buch lädt zu einer kleinen Auszeit vom Alltag ein und ich freue mich schon auf weitere Ermittlungen der Inselköchin.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Willkommen in der Senioren-WG

Alleine war gestern
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Fünf Leute über sechzig wollen ihr Leben verändern. Die ganze Sache kommt ins Rollen, als in Ricardas Eigentumswohnung Hausschwamm entdeckt wird. Ihre Wohnung ist für sechs Monate unbewohnbar. Doch wo ...

Fünf Leute über sechzig wollen ihr Leben verändern. Die ganze Sache kommt ins Rollen, als in Ricardas Eigentumswohnung Hausschwamm entdeckt wird. Ihre Wohnung ist für sechs Monate unbewohnbar. Doch wo soll sie unterkommen? Auf den Weg zur Arbeit trifft sie ihren alten Studienkollegen Philip Kreuzer, der ihr spontan anbietet in seiner Wohnung einzuziehen – einer Senioren-WG. Ricarda stimmt freudig zu. Der einzige Haken bei der Geschichte ist, dass die WG bisher nur in Philips Kopf existiert. Selbst überrascht über seine eigene Spontanität nimmt Philip Kontakt zu seinem alten Kumpel Harry auf und er ist sofort dabei. Der verwitwete Eckart, der sich bis zu seiner Pensionierung um die Konten von Philips Mutter gekümmert hat und auf der Suche nach einer kleinen Wohnung ist, überlegt, ob er dieses Wagnis eingehen soll. Auch die um keine Antwort verlegene Wurstverkäuferin Uschi wird von Philip angesprochen, ob sie an diesem Wohnmodell der Zukunft teilnehmen möchte.

Um sicherzugehen, ob sie alle zusammenpassen, verbringen sie zwei gemeinsame Wochenenden an der Nordsee. Als sie diese Tage ohne Streit überleben, fühlen sie sich bereit für ihre WG. Alle WG-Mitglieder haben ihre Marotten, kleine Streitereien werden durch Kompromisse und unschlagbaren Sprüchen aus der Welt geschaffen. Doch dann schlägt das Schicksal zu, die lustige Uschi erleidet einen Schlaganfall und ist halbseitig gelähmt. Ist die Senioren-WG dieser Belastung gewachsen?

Beatrice Meier schreibt flüssig, leicht und mit einer Prise Humor gewürzt, dass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Durch die Unterteilung in viele kleine Kapitel, kann das Buch aber auch sehr gut unterbrochen werden, ohne dass es zu Erinnerungsschwierigkeiten führt. Der Roman bietet nicht nur ganz abwechslungsreiche Charaktere, sondern zeigt eine interessante Alternative zwischen Alleinleben und Altersheim. Ein Roman, der ablenkt vom Altwerden und Altsein, von düsteren Pflegeheimen und vom Alleinsein im Alter. Könnte dies nicht in Wirklichkeit ein Modell für die Zukunft sein? Für mich war es eine kurzweilige Unterhaltung – heiter, nachdenklich, menschlich und wunderbar zu gleich.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Liebe zwischen Ost und West

Liebe in Sommergrün
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Ein denkwürdiger Tag ist der 1. Juli 1990 für Deutschland in Ost und West. Es gibt eine gemeinsame Währung und die Grenzkontrollen werden aufgehoben. Die Eltern von Kathrin Bahrenbeck warten auf die Rückübertragung ...

Ein denkwürdiger Tag ist der 1. Juli 1990 für Deutschland in Ost und West. Es gibt eine gemeinsame Währung und die Grenzkontrollen werden aufgehoben. Die Eltern von Kathrin Bahrenbeck warten auf die Rückübertragung ihrer Gurkenfabrik, die schon immer in Familienbesitz war. Nun benötigen sie einen Kredit von der Bank und müssen ein Unternehmenskonzept erstellen. Bei ihrem Banktermin treffen sie auf den jungen Berater Julian Albrecht, der seinen ersten Tag in der Bankfiliale hat. Vorher war er in Köln beschäftigt und wurde von seiner Firma für ein Jahr in den Spreewald geschickt. Julian soll bei der Konzepterstellung helfen und sich vor Ort alles ansehen. Auf dem Hof von Familie Bahrenbeck treffen Julian und Kathrin aufeinander. Kathrin verfällt sich sehr abweisend gegenüber den arroganten Banker aus Westdeutschland. Doch im Laufe der Zeit verlieben sich beide in einander. Ein Unglück führt zu einer Trennung und jeder schlägt einen eigenen Weg ein. Durch Zufall treffen sie sich 25 Jahre später. Kann die Liebe diese Zeit überstehen?

Das Buch ist ein unterhaltsamer Frauenroman, in einem lockeren leichten Stil geschrieben Die Geschichte versprüht eine Leichtigkeit, die aber nie ins Platte abdriftet. Sie zeigt auch auf wie wichtig die Familie ist.
Nach den ersten Seiten hatte ich erwartet, dass die Gegensätze zwischen Ost- und Westdeutschland nach der Wende mehr herausgearbeitet worden wären, zu meinem großen Bedauern geschah dieses aber nicht.
Jedes neue Kapitel wurde eingeläutet mit einem wunderschönen Zitat, welches inhaltlich zu dem nachfolgenden Abschnitt hervorragend passte. Diese Zitate haben mir sehr gefallen, man konnte sie sich wie bei einer Praline auf der Zunge zergehen lassen. Am Ende des Buches befinden sich noch einige Rezepte aus dem Spreewald.
Wer einmal vom Alltag abschalten möchte oder als Urlaubslektüre, kann mit diesem Buch nichts verkehrt machen.

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