Profilbild von Nati

Nati

Lesejury Star
offline

Nati ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nati über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2019

Wenn einer eine Reise tut...

Mörder mögen keine Matjes
0

Piet Paulsen hat in Hamburg eine Knieoperation gut überstanden und die Stammbesetzung der Hidden Kist will ihn besuchen. Doch dann entdecken Tadje und ihr Freund Lasse einen gestrandeten Container von ...

Piet Paulsen hat in Hamburg eine Knieoperation gut überstanden und die Stammbesetzung der Hidden Kist will ihn besuchen. Doch dann entdecken Tadje und ihr Freund Lasse einen gestrandeten Container von einer Hamburger Reederei. Beide sind neugierig und öffnen den Container, ein kleiner Affe springt ihnen entgegen und unter einem Chaos an Elektroschrott erblicken sie die Leiche eines Mannes. Für Polizeimeister Thies Detlefsen ist schnell klar, dass der Tatort wahrscheinlich in Hamburg liegt. Da sich Nicole Stappenbek wegen ihres Freundes von Kiel nach Hamburg versetzen lassen hat, nimmt er mit ihr Kontakt auf. Gemeinsam mit seinen Freunden aus Fredenbüll reist Thies Detlefsen in die Großstadtmetropole Hamburg, um den Fall zusammen mit Nicole Stappenbek zu klären. Auch wenn die Hamburger Polizei über den Dorfpolizisten lächelt, lässt er sich nicht beirren und ermittelt auf seine unkonventionelle Art.

Nach dem 7. Band von Krischan Koch bin ich mit der Fredenbüller Imbisstruppe schon fast auf Du und Du. Die Ermittlungen führen dieses Mal weg von dem beschaulichen Fredenbüll auf das heiße Pflaster von Hamburg, wo man wie nebenbei einige Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernt. Geschickt wird Gesellschaftskritik und das aktuelle Thema Müllentsorgung in das Geschehen verflochten. Neben Geldgier und Lügen gibt es auch falsche Fährten, die den Leser zum Miträtseln animieren.

Der spritzige Schreibstil von Krischan Koch konnte mich wieder begeistern. Ich liebe die schrägen, aber liebevoll gezeichneten Charaktere und auch die witzigen Dialoge. Ich fand das Buch kurzweilig, humorvolle Ereignisse sorgten für gute Unterhaltung und die Spannung wurde bis zum Schluss gehalten.

„Mörder mögen keine Matjes“ ist wie die Vorgängerbücher wieder ein toller Küstenkrimi mit viel Mutterwitz und nordischem Charme.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Polittheater

Rheinblick
0

Brigitte Glaser hat eine fiktive Geschichte geschrieben vor historischem Hintergrund, in dem zwei Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Das Buch beschreibt einen Zeitraum von gut 14 Tagen im November 1972, ...

Brigitte Glaser hat eine fiktive Geschichte geschrieben vor historischem Hintergrund, in dem zwei Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Das Buch beschreibt einen Zeitraum von gut 14 Tagen im November 1972, in dem Sieg und Niederlage dicht beieinander liegen. Willy Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Wahlergebnis seit Bestehen der SPD ein.

Bei Hilde Kessel, der Wirtin vom Rheinblick, treffen sich viele Gäste aus unterschiedlichen Parteien, deshalb hält sie ihre politische Überzeugung geheim, um ihre Gäste nicht vor den Kopf zu stoßen. Doch weshalb bereitet sich in ihr ein mulmiges Gefühl aus, als sie erfährt, dass ein Untersuchungsausschuss wegen angeblich gekaufter Stimmen gegründet wird?

Sonja Engel, die SPD-Anhängerin, wartet sehnsüchtig auf eine Stelle als Logopädin, solange dies nicht geschieht, wird sie weiter als Krankenschwester arbeiten. Doch dann muss sich Willy Brandt nach den vielen Wahlkampfauftritten einer Stimmbandoperation unterziehen und Sonja gehört als Logopädin zum Betreuungsteam. Jeder hatte verwundbare Stellen und es galt diese zu verbergen.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin und die Lesbarkeit des Buches gewinnt zusätzlich durch die kurzen Kapitel. Der Handlungsverlauf von 14 Tagen wird chronologisch dargeboten und flüssig erzählt. Durch die Perspektivwechsel wird Spannung aufgebaut. Das Buch beweist, dass Brigitte Glaser sehr gekonnt historische Ereignisse in ihrem Roman mit einfließen lässt, so dass vergangene Zeiten in Erinnerung zurückgebracht oder jüngeren Lesern der damalige Zeitgeist näher gebracht werden kann. Es herrschte eine Aufbruchsstimmung, die Studenten gingen auf die Straße und die Frauen versuchten sich zu emanzipieren. Für dieses Buch sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und etwas Interesse an Politik haben. Zur Unterstützung gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar. Ich fand es positiv, dass das Buch nicht in Folie eingeschweißt, sondern nur mit einem Papiersiegel versehen war.

Ein atmosphärisches Lesevergnügen, das den Leser in die Ära der Siebziger zurückversetzt.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Toller Abschluss dieser Trilogie

Gut Greifenau - Morgenröte
0

Nach dem ich bereits ungeduldig auf den dritten Band der Trilogie gewartet habe, konnte ich nun nahtlos an den zweiten Band anknüpfen und voller Freude weiterlesen.

Langsam rückt das Kriegsende mit Russland ...

Nach dem ich bereits ungeduldig auf den dritten Band der Trilogie gewartet habe, konnte ich nun nahtlos an den zweiten Band anknüpfen und voller Freude weiterlesen.

Langsam rückt das Kriegsende mit Russland näher. Nach einem Mordanschlag wird Konstantin schwerverletzt und von Rebecca heimlich in ihrer Wohnung gepflegt. Nur sein Vater Adolphis weiß Bescheid, alle anderen glauben, dass er tot ist und die wildesten Gerüchte verbreiten sich. Doch dann schlägt die Spanische Grippe zu und es ist ungewiss, ob Konstantin sein Erbe antreten kann.

Ein Fluchtversuch von seiner Schwester Katharina zu ihrem Freund, dem Industriellensohn Julius, misslingt. Sie wird nun eingeschlossen und streng bewacht. Die Eltern setzen alle Hoffnung in die Ehe zwischen Katharina und dem gewalttätigen Ludwig von Preußen, um das Gut vor dem Bankrott zu retten.
Auch für die Bediensteten beginnt eine unruhige Zeit.

Aufgrund des Covers ist sofort erkennbar, dass auch dieser letzte Band zur Trilogie gehört. Wieder ist es Hanna Caspian gelungen mit ihrem wundervollen Schreibstil und ihrer guten Darstellung der Personen sowie der Lebensumstände mich auch mit dem letzten Teil der Trilogie zu begeistern. Die Charaktere von Adel und Bediensteten entwickeln sich weiter in einer Zeit des Umbruchs am Ende des ersten Weltkrieges und in den Nachkriegswirren. Sehr gekonnt hat die Autorin gut recherchierte historische Ereignisse mit in die Handlung einfließen lassen, so dass dieses Buch nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch Wissen vermittelt.

Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten wirkt nicht nur die Handlung sehr lebendig und vielschichtig, sondern die Spannung wird bis zum Schluss hochgehalten.
Es gibt wenige Bücher von denen ich mir wünschte, sie mögen weitergehen, aber diese Reihe gehört definitiv dazu, so dass ich diesen Band der Trilogie mit großem Bedauern beendet habe.
Von mir eine klare Leseempfehlung für diese Gut Greifenau-Reihe.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Wenn Geheimnisse ans Licht kommen

Die Frau, die verschwand
0

Auf Wunsch eines Unbekannten trifft sich die Journalistin Kajsa Coren mit ihm. Er stellt sich als Göran Nordin vor und bittet sie, Nachforschungen in einem alten Fall anzustellen. Im Jahr 2002 verschwand ...

Auf Wunsch eines Unbekannten trifft sich die Journalistin Kajsa Coren mit ihm. Er stellt sich als Göran Nordin vor und bittet sie, Nachforschungen in einem alten Fall anzustellen. Im Jahr 2002 verschwand das junge Mädchen Julia auf dem Heimweg, doch sie ist nie zu Hause angekommen. Ein Zeuge erzählte, dass ihr Bruder sie begleitet hat, doch der stritt alles ab. Die Polizei ging von einem Mord aus, aber der Täter konnte nie ermittelt werden. Kaysa hatte damals über den Fall berichtet, der sie bis heute nicht mehr losgelassen hat. Sie nimmt den Auftrag an und beginnt zu recherchieren. Wenig später wird Göran Nordin tot aus dem Meer gefischt. Ihm wurde vor seinem Tod ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht. Das Interesse von Kaysa ist geweckt und bringt sich dadurch selbst in Gefahr.

Ein spannender Fall, der sich nicht nur mit dem Verschwinden von Julia beschäftigt, sondern auch mit medizinischer Forschung. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, der Gegenwart und der Vergangenheit, dieser spielt in den 1990er Jahren. Trude Teige führt den Leser in einem schnellen Tempo durch das Geschehen. Die Protagonistin ist ausgezeichnet beschrieben und wirkt sehr sympathisch. Die Kapitel sind angenehm kurz und der Erzählstil dabei sehr flüssig.

Obwohl dies bereits der dritte Band um die Journalistin Kajsa Coren war und ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme in die Geschichte hinein zu finden.

Darüber hinaus ist es ein Kriminalroman, der bis zum überraschenden Ende durchgängig sehr spannend war, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der Krimi hat mir angenehme Lesestunden bereitet. Er bietet gute und spannende Unterhaltung ohne Blutvergießen.

Veröffentlicht am 16.02.2019

Eine ganz andere Art von Krimi

Lügenmeer
0

Nach neunzehn Jahren kehrt Magnus in seine Heimat Schwanbek zurück. Als Svenja davon erfährt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Seine Rückkehr erinnert sie an ihre Geburtstagsparty, die vor vielen Jahren ...

Nach neunzehn Jahren kehrt Magnus in seine Heimat Schwanbek zurück. Als Svenja davon erfährt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Seine Rückkehr erinnert sie an ihre Geburtstagsparty, die vor vielen Jahren stattfand. In dieser Nacht kam ihre gemeinsame Freundin Milla im Schwimmbad unter mysteriösen Umständen ums Leben. Obwohl Magnus freigesprochen wurde, hatte man ihm die Schuld an Millas Tod gegeben. Nicht jeder hat diesen Freispruch akzeptiert. Doch wie würden seine alten Freunde heute reagieren? Magnus will sich den Geistern der Vergangenheit stellen, um mit den Lügen aufzuräumen und beweisen, dass er unschuldig war.

Dieses ist mein erstes Buch, das ich von Susanne Kliem gelesen habe und ich war sehr beeindruckt. Sie hat es geschafft, mich lange im Unklaren über die wirklichen Geschehnisse zu lassen. In angenehmer Kapitellänge wechseln sich die Erzählzeiten ab. Es gibt einen Handlungsstrang in der Gegenwart und einen in der Vergangenheit, der kurz vor Millas Tod beginnt und am Todestag endet. In der Erzählperspektive wird die Geschichte abwechselnd von Magnus und Svenja geschildert. Dies empfand ich als gute Möglichkeit, den Leser ins Bild zu setzen, Magnus sowie Svenja zu begleiten und gleichzeitig Stück für Stück die Vergangenheit aufzuspüren.

Die Autorin hat es geschafft, ohne Blutvergießen, einen spannenden Kriminalroman zu schreiben. Ich habe mich während des Lesens uneingeschränkt gut unterhalten gefühlt.