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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2024

gewöhnungsbedürftig

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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"Wir finden den Mörder" des Autors Richard Osman ist der Auftakt zu einer neuer Reihe um die Personenschützerin Amy Wheeler. Nach dem Erfolg des Donnerstag-Mordclubs war ich sehr gespannt auf diesen Auftaktband. ...

"Wir finden den Mörder" des Autors Richard Osman ist der Auftakt zu einer neuer Reihe um die Personenschützerin Amy Wheeler. Nach dem Erfolg des Donnerstag-Mordclubs war ich sehr gespannt auf diesen Auftaktband. Gesprochen wurde das Hörbuch von Richard Barenberg und Wolfgang Wagner, die ich beide ausgesprochen gerne höre.

Amy hat einen neuen Auftrag, sie beschützt die Schriftstellerin Rosie d`Antonio auf einer von ihr Privatinsel in der Karibik. Ihr wichtigster Ansprechpartner ist Steve Wheeler, ein Kriminalkommissar im Ruhestand, der aber immer noch mit seiner gegründeten Detektei kleine Aufträge ausführt.
In der Nähe der Insel wird die Leiche eines Influencers gefunden, leider nicht der erste, mittlerweile sind es drei, und alle wurden von derselben Agentur betreut. Problematisch wird die Sache für Amy, da sie sich zum Zeitpunkt der Taten immer in der Nähe des Tatortes befand. Nachdem Amy in den Fokus der Ermittlungen gerät, ermittelt sie mit Steve, der da allerdings so gar keine Lust zu verspürt und mit Rosie im Schlepptau auf eigene Faust. Eine Jagd per Flugzeug rund um die Welt beginnt.

So richtig konnte mich die Story nicht für sich gewinnen. Die Menge an Personen und Handlungssträngen hat mich oft auf dem Hörfluss herausgebracht. Die Priese britischen Humors allerdings hat mir gut gefallen. Amy als Protagonistin war mir bedauerlicherweise etwas zu flach, einzig Steve konnte mich durch seine Charakterisierung begeistern.

Einem Folgeband gebe ich allerdings noch eine Chance.

Veröffentlicht am 25.11.2024

ungewöhnlicher Nesbø

Der König
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"Der König" des Erfolgsautors Jo Nesbø ist die Fortsetzung des Kriminalromans "Sein Königreich" und erzählt die Geschichte von Roy und Carl konsequent zu Ende. Für das Verständnis der Geschichte ...

"Der König" des Erfolgsautors Jo Nesbø ist die Fortsetzung des Kriminalromans "Sein Königreich" und erzählt die Geschichte von Roy und Carl konsequent zu Ende. Für das Verständnis der Geschichte ist es von Vorteil den ersten Band zu kennen, obwohl es einige Rückblicke zur Vergangenheit gibt.

Schauplatz ist der kleine norwegische Ort Os, der von den Brüdern dominiert wird. Sie haben große Pläne den Ort attraktiver zu machen und natürlich selbst auch daran ausreichend zu verdienen. Wäre da nicht der geplante Tunnelbau, der Os quasi vom Verkehrsfluss abschneiden würde. Doch Roy und Carl wären nicht die Herrscher über ihren kleinen Ort, würden sie nicht die Möglichkeit zur Verhinderung des Tunnelbaus in Betracht ziehen.

Die Charaktere sind ambivalent zu betrachten, und nicht unbedingt Sympathieträger. Jo Nesbø, den ich in erster Linie mit seiner Hole-Reihe in Verbindung bringe, hat es mit dem doch außergewöhnlichen Kriminalroman, der für mich eher ein Drama darstellte, geschafft mich zu fesseln.

Veröffentlicht am 20.11.2024

toller Plot

May Morrigans mysteriöse Morde
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"May Morrigans mysteriöse Morde" hebt sich erfrischend von anderen Krimis ab.

Die Protagonistin May Morrigan eine berentete Buchhändlerin, lebt, wie man es aus englischen Kriminalromanen kennt, ganz ...

"May Morrigans mysteriöse Morde" hebt sich erfrischend von anderen Krimis ab.

Die Protagonistin May Morrigan eine berentete Buchhändlerin, lebt, wie man es aus englischen Kriminalromanen kennt, ganz idyllisch vor den Toren Londons. Komplettiert wird ihr Leben von zwei Dackeln und ihrem Freund Fletcher den sie schon aus Studienzeiten kennt. Eine herrliche WG.
Die Figuren werden sehr schön eingeführt und charakterlich gut beschrieben. May, die ihre Bücher über alles lieb und sich zu Hause eine wirklich imposante Bibliothek geschaffen hat, wirkt auf den ersten Blick sehr gediegen. Wäre da nicht ihre Neigung Menschen, die sie nerven zu ermorden.

Als in dem Dorf ein Mädchen verschwindet, ist ihr Ehrgeiz, den Täter zu finden, geweckt. Ein junger Journalist recherchiert auch in dem Fall und stößt auf Ähnlichkeiten zu zwei anderen Fällen. Der Zufall führt sie zusammen und sie beschließen, den Täter gemeinsam zu ermitteln. Bei der Recherche stoßen sie bald auf ein Computerspiel, Zusammenhänge mit der Antike und es gibt noch mehrere Tote.
Doch wer hat diese Menschen auf dem Gewissen? Es gibt also genügend Verwirrung für May, Fletcher und Fox auf dem Weg zum Täter.

Mir hat der Kriminalroman sehr gut gefallen, auch wenn man über Mays Taten geteilter Meinung sein kann, blieb sie mir doch durchweg sympathisch. Der Schreibstil war sehr kurzweilig zu lesen und die einzelnen Kapitel waren schön kurz. Das Ende stellte für mich keine Überraschung dar, doch der Weg dorthin war sehr gut überlegt.

Ein kurzweiliger Kriminalroman in schöner Kulisse.

Veröffentlicht am 20.11.2024

weniger wäre mehr gewesen

Mein Name ist Barbra
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Als Bewunderer von Barbra Streisand habe ich mich sehr auf die von ihr verfassten Memoiren gefreut. Die Seitenanzahl ist schon eine Herausforderung und ich bin froh ein E-Book Exemplar bekommen zu haben.

Die ...

Als Bewunderer von Barbra Streisand habe ich mich sehr auf die von ihr verfassten Memoiren gefreut. Die Seitenanzahl ist schon eine Herausforderung und ich bin froh ein E-Book Exemplar bekommen zu haben.

Die ersten Kapitel waren interessant und haben mir einen Einblick in das Leben der für mich Ausnahmekünstlerin gegeben. Ihre Kindheit in Brooklyn und das Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie wurde von ihrer Mutter nie als die wahr genommen, die sie sein wollte und wurde: Nämlich eine Schauspielerin-keine Sängerin. Sie bekam von ihr immer nur negative Kommentare: Du bist nicht schön-Du wirst nichts erreichen!

Danach verliert sie sich leider in detaillierte Beschreibungen ihrer Garderobe (welches Kleid mit welchem Gürtel wann...) und Gespräche werden in bis ins Kleinste seziert. Dies hat mich nach einer Weile sehr ermüdet, ebenso gelangweilt. Ganz zu schweigen von den oberflächlichen Beschreibungen ihrer Männer und unzähligen Affären. In diesem Bereich hätte ich mir mehr Menschlichkeit und Empathie in ihrer Erzählung gewünscht.

Nach ihrem Auftritt in Deutschland, der für normal verdienende Menschen nicht bezahlbar war, hatte sich mein Bild von Frau Streisand schon etwas geändert. Nachdem ich hier nun erfahren habe, dass sie nur aufgetreten ist, um sich ein Bild kaufen zu können, hat sich dieses Bild noch mehr verfestigt.

Sie schafft es in ihrer Biografie immer wieder subtil darauf hinzuweisen, wie klug, wie intelligent und besonders sie ist. Für mich stellt sich immer mehr heraus, dass Frau Streisand ein absoluter Kontrollmensch ist, und sie, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, letztendlich auch Regisseurin wurde.

Mich lässt das Buch ambivalent zurück. Hier beschreibt eine ohne Frage Ausnahmekünstlerin ihr Leben, verliert sich dabei allerdings zu sehr im Detail . Das Buch hätte gut und gerne um 300 Seiten gekürzt werden können. Ein bisschen mehr wirklich privates hätte mich auch gefreut.

Für echte Fans wahrscheinlich ein Genuss.

Veröffentlicht am 19.11.2024

beeindruckend

Mandel
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Das Buch "Mandel" des Autors Won-pyung Sohn ist ein beeindruckendes Werk über das Leben eines Jungen der eine zu kleine Amygdala, die zur Regulierung der menschlichen Emotionen zuständig ist, besitzt.

Erzählt ...

Das Buch "Mandel" des Autors Won-pyung Sohn ist ein beeindruckendes Werk über das Leben eines Jungen der eine zu kleine Amygdala, die zur Regulierung der menschlichen Emotionen zuständig ist, besitzt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des betroffenen Jungen Yunjaes. Das Leben ist für ihn nicht leicht, kommt er sich doch häufig wie ein Mensch vor, der seinem Umfeld nicht genügen kann. Emotionen werden fehlgeleitet, bzw. reagiert er nicht in gewohnter und erwarteter Weise auf Handlungen und Situationen.
Dem Autor ist hier ein mehr als bewegender und beeindruckender Roman über eine Einschränkung der Gefühlswelt gelungen, die mir bis zum Lesen dieses Buches nicht bekannt war. Der Name dieses anders ein nennt sich Alexithymie.

Aufgrund seiner Reaktionen hat Yunjaes mit allen Facetten von Mobbing, Erwartungsdruck und nicht zuletzt auch mit physischer und psychischer
Gewalt auf seinem Weg ins Leben zu kämpfen.

So dicht dieses Buch war, so enttäuscht war ich von dem doch sehr abrupten Ende. Dieses Buch ist wärmstens zu empfehlen, zeigt es doch, wie wichtig es ist, sich mit Individualitäten auseinander zu setzten und die Diversität der Menschen anzuerkennen.