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Veröffentlicht am 16.11.2024

fremde Familie

Wohnverwandtschaften
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Isabel Bodgan hat mich schon mit ihren Büchern "Der Pfau" und "Laufen" überzeugt, nun war ich gespannt auf das Buch "Wohnverwandtschaften".

Constanze trennt sich von ihrem langjährigen Partner und zieht ...

Isabel Bodgan hat mich schon mit ihren Büchern "Der Pfau" und "Laufen" überzeugt, nun war ich gespannt auf das Buch "Wohnverwandtschaften".

Constanze trennt sich von ihrem langjährigen Partner und zieht aufgrund des Wohnungsmangels vorübergehend in eine Wohngemeinschaft. Diese wird von Murat, Anke und Jörg bewohnt. Eigentümer der Wohnung ist Jörg, ein Witwer, der Constanzes Mitanteil gut für eine geplante Reise nach Georgien brauchen kann. Murat ist ein positiver und lebensbejahender Mensch, der zudem alle auch noch gerne bekocht. Anke hingegen, eine Schauspielerin Anfang 50 ohne Job, ist ziemlich depressiv unterwegs.
Anfangs hat Constanze Schwierigkeiten sich ins WG Leben zu integrieren, die ersten kleinen Reibereien allerdings sind schnell vorbei und die einzelnen Mitbewohner werden zu einer Art Ersatzfamilie. Besonders zu Murat baut Constanze schnell eine engere, vertraute Beziehung auf.

Nach einem Krankenhausaufenthalt verändert sich Jörg jedoch zunehmend, seine Vergesslichkeit nimmt erschreckende Ausmaße an und es lässt sich nicht mehr verleugnen, dass eine Demenz von Jörgs Geist Besitz genommen hat. Das Leben in der WG muss sich neu definieren, kann Jörg doch nicht mehr ohne Betreuung leben. Auch diese Herausforderung bekommt die Wahlfamilie bis zu einem gewissen Punkt gemeistert.

Mit" Wohnverwandtschaften" hat Isabel Dodgan einen schnörkellosen Roman veröffentlicht, der sich leicht lesen lässt und die Wichtigkeit von Menschen an Deiner Seite hervorhebt. Dass dies nicht immer die Familie sein muss, zeigt die Geschichte der vier Protagonisten eindrücklich.

Mir hat das Buch bis auf das für mich sehr abrupte Ende sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 09.11.2024

toller Einstieg

Eisfeld - Der Fall Katharina S.
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Mit "Eisfeld-Der Fall Katharina S." hat der Autor Steffen Weinert eine neue Kriminalroman-Reihe ins Leben gerufen. Ermittlerin Mara Eisfeld, neue der 9. Mordkommission im Berliner LKA bekommt es bei ihrem ...

Mit "Eisfeld-Der Fall Katharina S." hat der Autor Steffen Weinert eine neue Kriminalroman-Reihe ins Leben gerufen. Ermittlerin Mara Eisfeld, neue der 9. Mordkommission im Berliner LKA bekommt es bei ihrem ersten Fall mit außergewöhnlichen Umständen zu tun. Sie wird zu einem Einbruchsfall mit Mord gerufen, doch am Ort des Geschehens entdecken die Ermittler einen versteckten Kellerraum. In diesem wurde anscheinend die vor 10 Jahren verschwundene Katharina Stellkamp gefangen gehalten. Die Bilder der Überwachungskameras im Haus des Einbruchs lassen keinen anderen Schluss zu. Mara, die schon vor 10 Jahren an der Suche nach dem Teenager beteiligt war, setzt alles daran, Katharina und ihr Kind zu finden. Der Hausbesitzer scheint kein unbeschriebenes Blatt zu sein und auf der Suche nach Katharina machen Mara und ihr Kollege bizarre Entdeckungen. Doch können sie Katharina retten?

Der Einstieg in die Story war äußerst spannend und ich war sofort im Geschehen gefangen. Mara und auch ihr Kollege Blessing finden nach anfänglichen Diskrepanzen zueinander und auch die Einblicke ins Privatleben sind stimmig eingewoben. Der Schreibstil ist erstaunlich kurzweilig für einen Krimi. Die einzelnen Kapitel sind genau richtig von der Länge und der Erzählstil bleibt rasant und spannend bis zum Schluss. Der Krimi liegt für ich kurz vor dem Genre Thriller.

Dieses Team merke ich mir auf jeden Fall und gebe sehr gerne eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 09.11.2024

naja

Zorn – Der Fall Schröder
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Der Fall Schröder ist der mittlerweile 14 Band des Autors um das Ermittler-Duo Claudius Zorn und seinen Kollegen Schröder. Diesmal ist der Fall für Zorn sehr persönlich, betrifft er doch in erster Linie ...

Der Fall Schröder ist der mittlerweile 14 Band des Autors um das Ermittler-Duo Claudius Zorn und seinen Kollegen Schröder. Diesmal ist der Fall für Zorn sehr persönlich, betrifft er doch in erster Linie seinen Kollegen Schröder.

Ein Suizid und zwei kaltblütige Ermordungen lassen Claudius Zorn nicht zur Ruhe kommen. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten muss er die Leitung des Falles selber übernehmen, denn Schröder ist nicht wirklich greifbar. Zu allem Übel ist auch Frida nur telefonisch zu involvieren, da sie sich nach dem letzten Fall in einer langwierigen Reha befindet.

Die Hinweise während der Ermittlungen lassen Zorn keine Ruhe, Schröder ist nach Indizienlage der Hauptverdächtige in den zwei Mordfällen. Die Beweise liegen in seiner Hand....
Schröders Verhalten wird gleichzeitig immer seltsamer und er taucht ab. Die Geschichte wird diesmal auf zwei Zeitebenen erzählt, besonders die Schilderungen über Schröders Kindheit sind traurig, machen hilf- und fassungslos.

Der Fall Schröder ist jetzt nicht mein Lieblingsbuch aus der Reihe, zu vieles war für mich vorhersehbar und auch das Ende konnte mich letztendlich nicht ganz überzeugen. Trotzdem bleibe ich der Reihe treu, da mir die beiden Kommissare durch oder wegen ihrer Eigenheiten doch sehr ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe bei dem nächsten Fall auf einen spannenderen Plot.

Veröffentlicht am 05.11.2024

erfrischend anders

Das Haus in dem Gudelia stirbt
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"Das Haus in dem Gudelia stirbt" des Autors Thomas Knüwer hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Sicht der 81-jährigen Gudelia, die sich trotz Evakuierungen ...

"Das Haus in dem Gudelia stirbt" des Autors Thomas Knüwer hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Sicht der 81-jährigen Gudelia, die sich trotz Evakuierungen bei dem angekündigten Hochwasser in ihrem Haus versteckt. In diesem, ihrem Haus verbirgt sich ihr dunkelstes Geheimnis, welches sie bis zum Schluss bewachen und wahren möchte.

Mit der Zeit steigt das Wasser immer weiter und es schwimmen nicht nur Schweine an ihrem Haus vorbei, auch Leichen, die augenscheinlich ermordet wurden, gelangen in ihr Blickfeld. Die Zeitspanne in dem Gudelias Geschichte erzählt wird erstreckt sich über die Jahre 1984, 1998 und der Gegenwart. Der Autor hat mit Gudelia eine Figur geschaffen, die auf den ersten Blick alles andere als eine Sympathieträgerin ist, aber anhand ihres traurigen Lebens kam bei mir so etwas für Verständnis für ihre Handlungen auf. Die Ehe mit einem Alkoholiker prägte sie sehr, als dann noch ein schwerer Schicksalsschlag dazu kommt, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen.

Insgesamt konnte mich das Buch fesseln, auch wenn ich es nicht unter dem Genre klassischer Kriminalroman einreihen würde. Der Schreibstil war super gut zu lesen und ich werde nun nach anderen Büchern des Autors Ausschau halten.

Veröffentlicht am 05.11.2024

zäh

Im Unterholz
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Bei "Im Unterholz" handelt es sich um den schwedischen Debütkrimi von Sara Strömberg und stellt den Auftaktband um die Journalistin Vera Bergström dar.

Vera Bergström, nach der Trennung von ...

Bei "Im Unterholz" handelt es sich um den schwedischen Debütkrimi von Sara Strömberg und stellt den Auftaktband um die Journalistin Vera Bergström dar.

Vera Bergström, nach der Trennung von ihrem Mann und Kündigung ihres Jobs als Aushilfslehrerin tätig, hängt gefühlsmäßig irgendwo zwischen Wechseljahrsbeschwerden und Depressionen. Anfangs hat mich die Beschreibung ihrer psychischen Gesundheit noch angesprochen, leider zieht sie sich durch das ganze Buch und nimmt ihm dadurch einiges an Spannung. Nachdem eine Frauenleiche gefunden wird, bekommt Vera von ihrem alten Chef eine neue Chance: Sie soll darüber berichten und recherchieren. Die Aufgabe tut Vera sichtlich gut und sie läuft teilweise zu ihrer alten Form auf.
Dabei übersieht sie die Gefahr, in die sie sich begibt und spielt dadurch mit dem Feuer.

Der Krimi wurde hochgelobt und angepriesen, bedauerlicherweise konnte er mich nicht durchweg überzeugen. Die Spannung wurde durch die Nebenerzählungen konsequent durchbrochen.
Einen zweiten Band werde ich nicht lesen.