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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

harte, sehr gute Kost

Haus zur Sonne
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Das Buch "Haus zur Sonne" des Autors Thomas Melle habe ich, als Hörbuch eingelesen von Jens Harzer, gehört.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was den Protagonisten für mich sehr nahbar und authentisch ...

Das Buch "Haus zur Sonne" des Autors Thomas Melle habe ich, als Hörbuch eingelesen von Jens Harzer, gehört.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was den Protagonisten für mich sehr nahbar und authentisch machte. Nach dem Erfolg seines Buches "Die Welt im Rücken" knüpft die vorliegende Erzählung kompromisslos an. Er schildert seine bipolare Störung so nachvollziehbar, dass es mir teilweise den Boden unter den Füßen wegzog und ich eine Pause benötigte. Als dem Protagonisten nach einer langen manischen Phase nichts mehr bleibt, außer der tiefe Depression, die ihn nur noch zur Beendigung seines Lebens drängt, scheint durch einen Flyer des "Haus zur Sonne" sein Wunsch in greifbare Nähe zu rücken. Eine staatliche Einrichtung für suizidale Menschen, denen dort letzte Wünsche einschließlich des Abschiedes vom Leben möglich gemacht werden sollen,

Zusätzlich zum Wunschessen gibt es Wellness-Behandlungen, doch in erster Linie arbeitet das "Haus zur Sonne" mit virtuellen Simulationen, in denen einfach alles möglich ist. Erinnerungen wieder zu erleben, sogar seinen eigenen Todeswunsch inkl. Todesart hautnah zu erfahren. Der namenlose Protagonist analysiert dort sein Leben, von dem ihm die Krankheit das meiste gestohlen hat und denkt an die vielen Menschen, einst Wegbegleiter und nun auch verloren. Mit jedem Satz und Gedanken wird die Scham, die Reue, aber auch die Verletzlichkeit und Verlorenheit, verursacht durch eine Krankheit, überdeutlich und eindringlich transportiert.

Der Sprecher unterstützt durch seinen sehr guten Lesefluss die qualvollen Gedanken außerordentlich gut.

Dieses Buch ist zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und ich wünsche dem Autor, dass er ihn diesmal bekommt.

Veröffentlicht am 09.10.2025

überzeugt

Lügennebel
1

Mit Spannung habe ich den neuen Band um die Ermittlerin Hanna Ahlander der Autorin Viveca Sten erwartet.

In Lügennebel geht es um eine Gruppe Studenten, die sich ein paar schöne Tage mit Skifahren ...

Mit Spannung habe ich den neuen Band um die Ermittlerin Hanna Ahlander der Autorin Viveca Sten erwartet.

In Lügennebel geht es um eine Gruppe Studenten, die sich ein paar schöne Tage mit Skifahren im beliebten Skiort Åre machen wollen. Sie sind im Ferienhaus von Wille`s Eltern, der auch gleichzeitig wie der Anführer der Clique wirkt. Sie genießen den Luxus und lassen es ziemlich krachen und der Alkohol fließt in Strömen. Fanny, die beste Freundin von Olivia ist ziemlich von Amir angetan und scheinbar kommt sie ihrem Ziel, Amir für sich zu gewinnen an dem Alkohol- und Drogen getränktem Abend näher.
Am nächsten Morgen folgt jedoch ein grausames Erwachen für die Gruppe:
Fanny liegt tot im Schnee.

Hanna, die Urlaub hat, um mit ihrer neuen Liebe ihren Geburtstag zu feiern, geht nicht von einem Unfall aus und bricht ihren Urlaub ab.
Die nun einsetzenden Ermittlungen von Hanna und Daniel werden durch die fehlende Mitwirkung der Gruppe und Beschuldigungen erschwert.

Mich hat der vierte Band um die Åre Morde mehr als der letzte Band überzeugt, da die Ermittlungen mehr im Mittelpunkt standen und die Privatsituationen von Daniel, Hanna und Anton nicht zu viel Raum einnahmen.
Die Autorin versteht es einen guten Spannungsbogen aufzubauen und diesen bis zum Schluss aufrechtzuerhalten und sogar noch zu steigern.

Nun freue ich mich schon auf den nächsten Band um das Ermittlerteam.







Veröffentlicht am 06.10.2025

5* plus

Narbenkünstler #Thriller
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Mit "Narbenkünstler" ist der dritte Band um das Ermittlerteam Marc Davids und Zoé Martin des Autors Chris Dominik erschienen.

Der Täter geht auch in diesem Band wieder ganz perfide und grausam vor. Diesmal ...

Mit "Narbenkünstler" ist der dritte Band um das Ermittlerteam Marc Davids und Zoé Martin des Autors Chris Dominik erschienen.

Der Täter geht auch in diesem Band wieder ganz perfide und grausam vor. Diesmal müssen die Opfer einen wirklich grauseligen Erfrierungstod sterben und mit grauseselig meine ich wirklich grausam. Um diese Mordmethode so detailliert zu beschreiben, muss der Autor sehr gut recherchiert haben. Ich lese seit Jahren Thriller, doch diese Methode ist mir noch nicht untergekommen.
Die Kapitel sind angenehm lang und es gibt eine Geschichte in der Geschichte, welche das ganze Buch noch spannender macht. Schon mit dem Prolog war ich in der Geschichte gefangen.

Besonders den Bezug zu Zoé `s Vergangenheit brachte mir die Ermittlerin noch einmal ein ganzes Stück näher, nachdem in den ersten Bänden doch eher Marc das Thema war. Doch auch diesen Strang führt der Autor Chris Dominik in diesem Band konsequent weiter.
Das gesamte Team, in dem auch Ayman mit seinem trockenen Humor nicht fehlen darf, ist mir schon richtig ans Herz gewachsen.

Mit der Auflösung hätte ich so nicht gerechnet, da Narbenkünstler so einige Verdächtige in Visier des Lesers bringt und mich damit auch in die falsche Richtung gelenkt hat. Chapeau an Chris Dominik.

Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf einen weiteren Band rund um die "Narben" und vergebe gerne 5 Sterne plus.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.09.2025

atmosphärisch

Coram House
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Ich habe "Coram House" der Autorin Bailey Seybolt als Hörbuch eingelesen von Heidi Jürgens und Wolfgang Berger mit Spannung gehört.

Alex Kelley, einst eine gefeierte True-Crime-Autorin, begann in ihrem ...

Ich habe "Coram House" der Autorin Bailey Seybolt als Hörbuch eingelesen von Heidi Jürgens und Wolfgang Berger mit Spannung gehört.

Alex Kelley, einst eine gefeierte True-Crime-Autorin, begann in ihrem letzten Buch nach einem Schicksalsschlag einen folgenschweren Fehler. Um so erfreuter ist sie, als Alan Stedsan ein Rechtsanwalt sie anfragt sein Vermächtnis zu schreiben.
Sie bekommt von Stedsan Einblick in die Originalunterlagen zu dem ehemaligen katholischen Waisenhaus „Coram House“. Er führte in den 80-iger Jahren die Befragungen zu stattgefundenen Misshandlungen, Missbrauch und einem angeblichen Todesfall in dem Kinderheim durch.
Um so mehr Alex sich mit den Unterlagen beschäftigt, umso mehr stößt sie auf Ungereimtheiten und beginnt auf eigene Faust ehemalige Zeugen zu suchen und zu befragen. Als sie auf einen anscheinend ermordeten kleinen Jungen stößt, ist ihr Feuer geweckt und die Suche nach dem Schicksal des Jungen bringt auch andere in Gefahr.

"Coram House" überzeugt durch eine dichte und atmosphärische Erzählweise, die besonders durch den Handlungsort und deren Beschreibung unterstützt wird. Die beiden Sprecher waren mir nicht bekannt, musste mich erst einmal auf sie einlassen und fand sie im Verlauf der Geschichte immer passender.
Ein wenig hat mich die "Gefühlsduselei" der Protagonistin an manchen Stellen etwas genervt, die auch noch von stellenweise großer Naivität unterstützt wurde.

Die Auflösung des Falls war für mich stimmig und "Coram House" hat mich insgesamt gut unterhalten.

Veröffentlicht am 24.09.2025

gute Einblicke

Mein Name ist Emilia del Valle
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Mein Name ist Emilia del Valle der Autorin Isabel Allende erzählt die Lebensgeschichte von Emilia, die im 19. Jahrhundert geboren wurde und ein Leben zwischen Journalismus, Umbrüchen und der Suche nach ...

Mein Name ist Emilia del Valle der Autorin Isabel Allende erzählt die Lebensgeschichte von Emilia, die im 19. Jahrhundert geboren wurde und ein Leben zwischen Journalismus, Umbrüchen und der Suche nach sich selbst verbringt. Mir ist die Autorin von zahlreichen ihrer Bücher bekannt und ihre Bücher haben eine Garantie für eine verwobene und interessante Geschichte.

Emilia ein Kind, eines chilenischen Aristokraten und Molly, einer jungen Frau, die Nonne werden wollte, hatte das Glück, mit einem liebevollen Stiefvater aufzuwachsen, der sie in allem unterstütze. Ihr eigener Vater interessiert sich nicht für Abkömmlinge seiner Liebschaften. Schon früh stellt sich heraus, dass die kleine Emilia ein großes Talent für schriftstellerische Tätigkeiten hat. Sie liest und schreibt leidenschaftlich. Für Frauen war diese Branche zu ihren Lebzeiten nicht so leicht zugänglich und so veröffentlicht sie mit erst 17 Jahren ihren ersten "Roman" unter einem männlichen Pseudonym. Nicht nur dieser ist ein Erfolg, auch die Nachfolgenden kommen bei der Leserschaft gut an. Sie schafft den Weg in Zeitungsredaktion und wird mit einem Kollegen nach Chile entsandt, um über den verheerenden Krieg in diesem Land zu berichten. Ihre Mutter bittet sie, ihrem leiblichen Vater bei dieser Gelegenheit ein Brief zu überbringen.

Wieder einmal schafft es Isabel Allende ein beeindruckendes Bild ihres Heimatlandes zu skizzieren. Nachdem der Nachname del Valle kam schon des Öfteren vor, darum habe ich nach der Bedeutung geschaut:(Der Nachname Del Valle wird in Mexiko oft mit Familien spanischer Abstammung in Verbindung gebracht, die enge Bindungen zu ihrem europäischen Erbe pflegen).
Das Leben von Emilia zeigt auf, wie die Geschlechterrollen beginnen sich etwas aufzulösen und wie es sich im 19. Jahrhundert als Frau lebte.

Insgesamt hat es mir bei der Protagonistin etwas an Tiefe gefehlt, sodass mich ihre Geschichte nicht komplett in ihren Bann ziehen konnte.