Spannungsgeladen durch die Antarktis
Mit Riley James erstem Roman nimmt sie den Leser mit in die Antarktis, voller Eis, Kälte und extremer Spannung. Zu Beginn geht es in gemächlichem Tempo an die Vorstellung der Hauptprotagonistin Kit, die ...
Mit Riley James erstem Roman nimmt sie den Leser mit in die Antarktis, voller Eis, Kälte und extremer Spannung. Zu Beginn geht es in gemächlichem Tempo an die Vorstellung der Hauptprotagonistin Kit, die als medizinische Assistentin ihrer Freundin Sally bei der Erforschung von Robben in der Arktis- Forschungsstation helfen soll. Eigentlich ist sie Zahnärztin, praktiziert aber nicht mehr, sondern arbeitet in der Forschung. Die Stelle hat sie nur angenommen, um ihrem untreuen Ex-Mann und seinem Ansinnen der Scheidung ein Schnippchen zu schlagen. Er möchte nämlich die Frau heiraten, mit der er Kit betrogen hat und nun ein Kind erwartet. Dabei hat er Kit noch kurz zuvor vorgemacht alles sei in Ordnung. Kit kann in der Antarktis seinen Forderungen entgehen, denn Internet-Kommunikation, usw. ist nur stark eingeschränkt möglich. Tempo nimmt der Roman dann auf der Schiffsfahrt in die Antarktis auf. Sie erhalten auf dem Weg zur einsam gelegenen Forschungsstation plötzlich den Hilferuf der Snow Petrel, ein Schiff, dass die vorherige Crew an Bord hat. Als sie ihr zur Hilfe eilen, steht das Schiff in Flammen und sie finden nur einen Mann, der stark verletzt ist und sich an nichts mehr erinnert, auch nicht wer er ist. Kit findet dieses mehr als merkwürdig und hat ihre Zweifel. Spielt er das nur vor und was ist mit der Crew passiert. Sie geht dem Ganzen in der Folgezeit auf den Grund.
….und das liest sich unheimlich spannend. Habe ich bei dem Prolog (ein Flugzeugabsturz in der Antarktis) und dem Beginn der Geschichte keinen Zusammenhang herstellen können und mich immer wieder gefragt, was nur passiert ist und wie das alles zusammenhängt, leitet die Autorin einen immer wieder auf neue Fährten. Im weiteren Sinne handelt es sich um einen Locked-Room Thriller, denn neue Personen kommen nicht hinzu, aber die Autorin hat so manchen Twist eingearbeitet. Das ist schon sehr gekonnt und hält den Spannungsbogen bis zum Ende. Dabei kommt sie ohne Blut und richtiger Gewalt aus, sie macht dieses subtil mit Worten und in flüssiger Schreibweise. Bereits die Location ist eisig und so bleibt es auch. Ebenfalls fliesst auch noch einiges über das Leben in einer Forschungsstation ein. Die Autorin hat hierzu genau recherchiert, wie sie in ihrem Nachwort berichtet. Kit ist eine sympathische Protagonistin, wobei ich mir auch hier einige Male die Frage gestellt habe, kann ich dem trauen, was dort von ihr erzählt wird. Es wird nämlich nur zum Teil aus ihrer Sicht erzählt, dann auch aus der von anderen Personen. Um die Spannung aber nicht wegzunehmen, möchte ich zu diesen nichts weiter sagen. Der Thriller hat mich gefesselt und ich habe ihn gespannt zu Ende gelesen. Auf die Lösung bin ich nicht gekommen, aber es wird alles aufgeklärt und ich wusste dann gegen Ende genau, was passiert ist. Ich kann den Roman daher sehr Lesern empfehlen, die nicht auf extreme Gewalt und Blut stehen, sondern eher die subtile Spannung mit Worten mögen und gerne eine Fahrt in die Antarktis unternehmen möchten.