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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2026

Magische Prüfungen, überraschende Wendungen – eine spannende Urban Fantasy-Story

Rewitched
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"Rewitched“ ist ein unterhaltsamer und gemütlicher Urban-Fantasy-Roman, der sich perfekt für die herbstliche Lesezeit eignet. Besonders gefallen hat mir das herbstliche Setting und die faszinierende Welt ...

"Rewitched“ ist ein unterhaltsamer und gemütlicher Urban-Fantasy-Roman, der sich perfekt für die herbstliche Lesezeit eignet. Besonders gefallen hat mir das herbstliche Setting und die faszinierende Welt der Hexen, die mit einer Mischung aus mystischer Magie und alltäglichen Herausforderungen daherkommt. Die Geschichte dreht sich um Belle, eine Hexe, die ihre magischen Fähigkeiten in den letzten Jahren vernachlässigt hat, und nun in einem Wettlauf gegen die Zeit sechs Prüfungen bestehen muss, um ihre Magie zu behalten.

Die Entwicklung von Belladonna als Charakter hat mir gut gefallen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, die sich im Laufe des Buches weiterentwickelt und mit den Prüfungen wächst. Besonders spannend waren die unerwarteten Wendungen und die vielen Plottwists, die immer wieder für Überraschungen sorgten. Die gute Mischung aus Spannung und der magischen Welt hat mich durchgehend unterhalten.

Jedoch gab es ein paar kleine Schwächen. Die Liebesgeschichte zwischen Belle und ihrem Wächter Rune war für mich nicht ganz so packend, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Anziehung zwischen den beiden kam mir etwas konstruiert vor und der Funke ist für mich leider nicht so richtig übergesprungen. Auch die Innere Unsicherheit von Belle, die sie über das gesamte Buch hinweg begleitet, hat mich zwar anfangs berührt, aber ich hätte mir eine stärkere Entwicklung gewünscht. Diese Unsicherheit blieb mir etwas zu lange präsent und hat ab und zu das Lesevergnügen getrübt. Zudem wirkte der Streit mit ihrer Freundin Ari etwas zu dramatisch für die erwachsenen Protagonistinnen.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte bietet „Rewitched“ einen guten Mix aus Magie, Spannung und Geheimnissen und wird Fans von Urban Fantasy sicherlich gefallen, vor allem wenn man die ruhigen Startphasen übersteht und sich in die Geschichte hineingezogen fühlt. Die Fehler im Text sind leider auch ein Manko, das das Gesamtbild etwas trübt, aber dennoch ist es eine empfehlenswerte Lektüre für Fans dieser Art von Geschichten.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Zwischen Gabe und Schicksal verloren

Das Dreizehnte Kind
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Erin A. Craig schafft mit Das dreizehnte Kind eine düstere, märchenhafte Atmosphäre und überzeugt mit einem sehr schönen, bildhaften Schreibstil sowie starkem Worldbuilding. Die Welt wirkt durchdacht, ...

Erin A. Craig schafft mit Das dreizehnte Kind eine düstere, märchenhafte Atmosphäre und überzeugt mit einem sehr schönen, bildhaften Schreibstil sowie starkem Worldbuilding. Die Welt wirkt durchdacht, unheimlich und stellenweise etwas gruselig.

Trotz dieser Stärken fiel mir das Hören nicht durchgehend leicht. Vor allem im Mittelteil empfand ich die Geschichte als sehr informationslastig und stellenweise unterfordernd, wodurch sie sich unnötig in die Länge zog. Das Buch erklärt viel, nutzt dieses Potenzial aber nicht konsequent aus. Es fehlte mir häufiger an Dynamik, Zuspitzung und Handlung, um dauerhaft gefesselt zu bleiben.

Dabei ist die Grundidee äußerst vielversprechend: Hazel als dreizehntes Kind, dem Tod versprochen, ihre Gabe als Heilerin und der moralische Konflikt zwischen Retten und Loslassen bieten eigentlich enormes erzählerisches Potenzial. Umso bedauerlicher war es für mich, dass genau diese Aspekte – ebenso wie der Pakt mit dem Tod oder Hazels innerer Konflikt – nicht tief genug ausgearbeitet wurden, dafür aber - für mich- viele andere nicht so interessante bzw. unwichtige Dinge. Auch zentrale Figuren wie ihr Pate blieben für mich überraschend blass.

Handlungsstränge, die anfangs viel Raum einnahmen und Spannung aufbauten, verliefen später weitgehend im Sande. Das Ende kam plötzlich und es fühlte sich eher wie ein harter Schnitt als wie ein runder Abschluss an.

Unterm Strich ist es ein sprachlich starkes, atmosphärisches Buch mit einzelnen sehr intensiven Momenten, das mich jedoch insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte. Vom Titel und der Prämisse her hatte ich mir deutlich mehr Tiefe und Konsequenz erhofft.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwischen Macht, Wut und Märchenzauber

The Wrath and the Dawn
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Manchmal liest man ein Buch weniger wegen der Handlung als wegen der Atmosphäre. The Wrath and the Dawn ist genau so ein Fall: opulent, sinnlich, gefährlich – wie ein Märchen, das man besser nicht vor ...

Manchmal liest man ein Buch weniger wegen der Handlung als wegen der Atmosphäre. The Wrath and the Dawn ist genau so ein Fall: opulent, sinnlich, gefährlich – wie ein Märchen, das man besser nicht vor dem Schlafengehen erzählt bekommt.

Die Geschichte greift das bekannte Motiv aus 1001 Nacht auf, fühlt sich aber erstaunlich modern an. Im Zentrum steht eine junge Frau, die nicht bereit ist, Opfer zu bleiben, sondern selbst handelt – mutig, wütend, entschlossen. Ihre Entscheidungen sind nicht immer bequem oder logisch, aber genau das macht sie glaubwürdig. Sie ist keine Heldin zum Anhimmeln, sondern eine, an der man sich reibt.
Der Kalif wiederum bleibt lange ein Rätsel. Die Autorin spielt geschickt mit Distanz und Nähe, mit Abscheu und Neugier. Je weiter man liest, desto mehr verschiebt sich der Blick auf ihn – nicht, weil seine Taten plötzlich entschuldigt werden, sondern weil Zusammenhänge sichtbar werden. Diese Ambivalenz ist eine der großen Stärken des Buches.

Sprachlich ist der Roman sehr bildreich und detailverliebt. Die orientalische Kulisse wirkt lebendig, fast greifbar, verlangt aber auch Aufmerksamkeit. Fremde Begriffe, üppige Beschreibungen und ein eher dichter Stil bremsen den Lesefluss stellenweise – belohnen aber mit einer intensiven Stimmung, wenn man sich darauf einlässt.

Die Liebesgeschichte polarisiert und das zurecht. Sie entwickelt sich schnell und wirft Fragen auf, die das Buch nicht vollständig beantwortet. Emotional funktioniert sie dennoch erstaunlich gut, weil Spannung, Misstrauen und Anziehung ständig miteinander ringen.

Unterm Strich ist The Wrath and the Dawn kein leichtes Wohlfühlbuch, sondern ein dramatisches, stellenweise widersprüchliches Leseerlebnis – genau das macht es so fesselnd. Wer starke Emotionen, moralische Grauzonen und eine dichte Märchenatmosphäre mag, wird hier definitiv weiterlesen wollen.
Trotz kleinerer Stolpersteine beim Lesefluss und der schnellen Entwicklung der Liebesgeschichte ist The Wrath and the Dawn ein fesselndes, intensives Leseerlebnis – für mich ein klarer 4-Sterne-Roman.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwischen den Zeilen lesen..

Die Papierprinzessin
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Dieses Buch fühlt sich an wie ein altes, leicht verstaubtes Haus voller Bücher: Man betritt es vorsichtig, weil man spürt, dass hier Erinnerungen wohnen – und bleibt dann länger als geplant.

Im Mittelpunkt ...

Dieses Buch fühlt sich an wie ein altes, leicht verstaubtes Haus voller Bücher: Man betritt es vorsichtig, weil man spürt, dass hier Erinnerungen wohnen – und bleibt dann länger als geplant.

Im Mittelpunkt steht Amelia, die lieber beobachtet als spricht und sich am wohlsten zwischen Geschichten bewegt. Als sie gezwungen ist, in ihre Vergangenheit zurückzukehren, beginnt eine Suche, die viel weniger mit Antworten als mit Verstehen zu tun hat. Begleitet wird sie von einem ungewöhnlichen Helfer, der weniger ermittelt als vielmehr zuhört – und genau dadurch wirkt.

Besonders gelungen ist die Art, wie sich Realität und eine märchenhafte Geschichte miteinander verweben. Die eingebettete Erzählung ist poetisch, atmosphärisch und trägt eine leise Melancholie in sich, die lange nachhallt. Stück für Stück setzt sich alles zusammen, ohne dass das Buch je hastig wird. Es lässt sich Zeit – und ich habe das Gefühl, es erwartet das auch von seinen Leser:innen.

Der Ton wechselt dabei gekonnt von zart und warm zu dunkel und nachdenklich. Es geht um Trauer, Schuld, Verlust und die Frage, wie sehr uns Geschichten prägen können – manchmal retten sie uns, manchmal konfrontieren sie uns mit Dingen, die wir lieber vergessen würden.

Ein besonderes Highlight sind die eingestreuten Zitate rund ums Erzählen selbst. Sie wirken nicht wie Beiwerk, sondern wie kleine Atempausen, die daran erinnern, warum wir überhaupt lesen: weil Geschichten Halt geben, Fragen stellen und uns manchmal besser verstehen lassen, wer wir sind.

Kein lautes Buch, kein schnelles. Aber eines, das sich leise festsetzt und zeigt, dass zwischen den Zeilen oft mehr Wahrheit steckt als auf der Oberfläche. Ideal für alle, die Geschichten lieben, die ein bisschen weh tun – und genau deshalb schön sind. 📚✨

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Charmanter Romantasy-Spice!

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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„Bite the Bride“ hat mich von der ersten Minute an mitgerissen! Romantik, Humor und Spannung laufen hier Hand in Hand, und Yeşim Meisheit sowie Vincent Fallow hauchen den Figuren so viel Leben ein, dass ...

„Bite the Bride“ hat mich von der ersten Minute an mitgerissen! Romantik, Humor und Spannung laufen hier Hand in Hand, und Yeşim Meisheit sowie Vincent Fallow hauchen den Figuren so viel Leben ein, dass man lachen, mitfiebern und Herzklopfen gleichzeitig spüren kann.

Katherine habe ich sofort gemocht– eigensinnig, herausfordernd, mutig und mit einem klaren Herzen, das für das kämpft, was sie fühlt. Ethan? Unerschütterlich, rätselhaft und von einer beinahe gefährlichen Anziehung. – der langsame Auftaumoment hat mich echt erwischt. Das Knistern zwischen ihnen ist einfach ansteckend und der Slow Burn perfekt dosiert.

Die Nebenfiguren bringen noch extra Würze, sodass die Geschichte richtig lebendig wirkt. Mein einziger kleiner Kritikpunkt: Manche Details haben für mich nicht ganz in die 20er-Jahre gepasst. Aber ehrlich? Das hat meinen Spaß null getrübt – ich war viel zu sehr im Hörbuch drin, um darüber groß nachzudenken.

Für mich ist das die perfekte Mischung aus Romantik, Humor und Spannung – warmherzig, frech und einfach ein Genuss von Anfang bis Ende.

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