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Veröffentlicht am 27.04.2026

Gefährliche Wahrheiten unter glänzender Oberfläche

Der Fjord
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In diesem Thriller folgt man Amelia, deren Schwester Rose nach einer luxuriösen Sommerparty am norwegischen Fjord spurlos verschwindet. Ein Jahr später nutzt Amelia ihre Chance: Unter falscher Identität ...

In diesem Thriller folgt man Amelia, deren Schwester Rose nach einer luxuriösen Sommerparty am norwegischen Fjord spurlos verschwindet. Ein Jahr später nutzt Amelia ihre Chance: Unter falscher Identität schleust sie sich genau auf dieses exklusive Event ein, um herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Zwischen Reichtum, Geheimnissen und subtiler Bedrohung wird ihre Suche immer riskanter und die Wahrheit gefährlicher, als sie je erwartet hätte.

Das Buch zieht einen sofort hinein. Nicht laut oder übertrieben dramatisch, sondern mit einer dichten, fast greifbaren Atmosphäre, die sich langsam, aber intensiv entfaltet. Die Geschichte lebt von diesem spannungsgeladenen Kontrast: einer traumhaft schönen Kulisse aus Wasser, Licht und Weite und darunter ein Geflecht aus Misstrauen, Lügen und dunklen Geheimnissen. Amelia ist dabei eine Figur, die man nicht nur begleitet, sondern wirklich miterlebt. Ihre Entschlossenheit, ihre innere Unruhe und ihr Mut, sich in ein gefährliches Spiel zu begeben, wirken durchgehend glaubwürdig. Besonders stark ist, wie nah man ihr kommt, als würde man direkt hinter ihr stehen, während sie sich immer tiefer in diese fremde, perfekt inszenierte Welt hineinwagt.

Der Schreibstil ist dabei ein echtes Highlight: flüssig, modern und sehr bildhaft. Szenen entstehen fast wie von selbst im Kopf, die Dialoge wirken natürlich, und die Spannung baut sich nicht durch Action auf, sondern durch dieses konstante Gefühl, dass jederzeit etwas kippen könnte. Man liest nicht einfach ... man beobachtet, zweifelt, kombiniert und fühlt mit.

Auch die Figuren rund um Amelia tragen viel zur Wirkung bei. Niemand wirkt eindimensional, jede Begegnung hat etwas Unberechenbares. Dieses permanente Rätseln darüber, wer welche Rolle spielt, macht einen großen Reiz aus und sorgt dafür, dass man gedanklich immer einen Schritt weitergehen will. Was besonders hängen bleibt, ist die Stimmung: diese Mischung aus Eleganz, Isolation und unterschwelliger Gefahr. Der Fjord ist dabei mehr als nur Kulisse, er verstärkt das Gefühl von Abgeschiedenheit und macht die Geschichte noch intensiver.
Ein Thriller, der weniger auf laute Effekte setzt, sondern auf Atmosphäre, psychologische Spannung und ein klug aufgebautes Geheimnis. Ein Buch, das sich mühelos weglesen lässt und gleichzeitig lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ganz nah am Kinderalltag

Hör mal (Soundbuch): DU und ICH und unser WIR
1

Im Alltag der Gartenstraße vier wird gespielt, gestritten, gelacht und getröstet und mittendrin wächst etwas Unsichtbares, aber ganz Starkes: ein Gefühl von Zusammenhalt. Mal ist es riesengroß, mal schrumpft ...

Im Alltag der Gartenstraße vier wird gespielt, gestritten, gelacht und getröstet und mittendrin wächst etwas Unsichtbares, aber ganz Starkes: ein Gefühl von Zusammenhalt. Mal ist es riesengroß, mal schrumpft es ein bisschen, doch es zeigt immer, wie wichtig Miteinander ist. Genau darum geht es: um Nähe, Freundschaft und dieses besondere Band, das alles verbindet.

Schon nach den ersten Seiten wird klar: Hier passiert mehr als nur Vorlesen. Ein fröhliches Plitsch-platsch lässt Kinder direkt in Pfützen springen, ein kicherndes Hihi! steckt an, und beim sanften Puuust wird jedes kleine Wehwehchen gleich ein bisschen besser. Die Geräusche sind nicht einfach Beiwerk, sie machen die Geschichte lebendig und greifbar. Kinder reagieren sofort darauf, lachen mit, hören genauer hin und tauchen richtig ein.

Und dann dieses Detail, das im Alltag wirklich zählt: aufladen statt Batterien suchen. Der USB-Anschluss wirkt fast unscheinbar, macht aber einen riesigen Unterschied. Gerade unterwegs oder im Dauerbetrieb ein echter Gamechanger, der zeigt, wie durchdacht dieses Buch ist.

Die Illustrationen bleiben dem vertrauten Stil treu: klar, warm, emotional. Sie geben den Szenen Raum, ohne zu überladen, und lassen genug Platz für die Fantasie. Zusammen mit den Sounds entsteht ein Erlebnis, das nicht nur konsumiert wird, sondern aktiv einlädt: zum Mitfühlen und Mitlachen.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Wenn Vergangenheit und Gegenwart laut werden (Hörbuch)

Laute Nächte
1

Vier Menschen, eine WG in Wien und ein Zufall, der alles verändert: Kenni flüchtet nach dem Tod seiner Freundin aus seinem alten Leben und landet in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. Paul, der seine ...

Vier Menschen, eine WG in Wien und ein Zufall, der alles verändert: Kenni flüchtet nach dem Tod seiner Freundin aus seinem alten Leben und landet in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. Paul, der seine sportliche Leidenschaft hinter sich gelassen hat und irgendwie feststeckt. Elif, laut, direkt, neugierig und immer in Bewegung. Julia, die eher im Hintergrund verschwindet und trotzdem alles wahrnimmt. Und Kenni selbst, der versucht, mit seiner Vergangenheit klarzukommen und irgendwo neu anzufangen. Zwischen Alltagschaos, leisen Momenten und einer Reise nach Frankreich entsteht eine fragile neue Normalität, die Jahre später in Zürich wieder aufbricht, als sich die Wege der vier erneut kreuzen. Eine einzige Nacht reicht dann aus, um vieles neu zu sortieren und alte Fragen wieder laut werden zu lassen.

Die Grundidee der Geschichte hat mich sofort angesprochen: dieses Verweben von Vergangenheit und Gegenwart, von Verlust, Neuanfang und den unausgesprochenen Dingen zwischen Menschen. Besonders gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich die Figuren angelegt sind und wie sie sich gegenseitig reiben, ergänzen und manchmal auch einfach nicht richtig verstehen. Genau diese Dynamik trägt die Handlung und sorgt dafür, dass man emotional dranbleibt.

So gern ich die Bücher der Autorin sonst mag, hat mich die Umsetzung hier diesmal nicht ganz so überzeugt wie erwartet. Die Atmosphäre stimmt zwar, aber beim Hören ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Sprache stellenweise sehr sprunghaft wirkt. Viele kurze, fast abgehackte Sätze haben den Flow gebremst und dafür gesorgt, dass sich der Vortrag nicht immer ganz rund angefühlt hat. Der Sprecher gibt sich sichtbar Mühe, die Stimmung einzufangen, doch durch diese sprachliche Struktur wirkt die Erzählung gelegentlich etwas monoton und weniger lebendig, als sie eigentlich sein könnte.

Unterm Strich eine gute, berührende Geschichte mit interessanten Figuren und viel emotionalem Potenzial, die im Hörbuchformat aber nicht ganz ihr volles Tempo findet.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Hochzeit mit dunklem Beigeschmack

Dein letztes Fest
1

Frank fällt aus allen Wolken, als seine Tochter sich nach Jahren plötzlich meldet und ihn direkt zu ihrer Hochzeit einlädt. Klingt nach Happy End, wäre da nicht der Bräutigam aus einer steinreichen Familie ...

Frank fällt aus allen Wolken, als seine Tochter sich nach Jahren plötzlich meldet und ihn direkt zu ihrer Hochzeit einlädt. Klingt nach Happy End, wäre da nicht der Bräutigam aus einer steinreichen Familie und ein abgelegenes Anwesen irgendwo in New Hampshire, das eher nach abgeschotteter Welt als nach romantischer Kulisse wirkt. Je näher der große Tag rückt, desto mehr bröckelt die perfekte Oberfläche: Die Dorfbewohner begegnen den Gästen mit offener Ablehnung, es gehen Gerüchte über das Verschwinden einer jungen Frau um und ausgerechnet der zukünftige Schwiegersohn scheint darin verwickelt zu sein. Während Frank versucht, das Puzzle zusammenzusetzen, stößt er bei seiner Tochter auf völliges Unverständnis.

Der Reiz der Geschichte entsteht aus dieser ungewöhnlichen Mischung: unterschwellige Bedrohung trifft auf eine überraschend lockere, oft sogar richtig witzige Erzählweise. Frank ist kein typischer Thriller-Protagonist, eher jemand, der mit trockenem Humor, Selbstironie und einem leicht skeptischen Blick auf die Welt durch diese absurde Situation stolpert. Genau das sorgt dafür, dass man trotz der düsteren Untertöne immer wieder schmunzeln muss.

Ein echtes Highlight ist Abigail, das Pflegekind seiner Schwester. Sie bringt frischen Wind in die Handlung, wirkt klug, aufmerksam und angenehm direkt. Ihre Auftritte sind nicht nur unterhaltsam, sondern geben der Geschichte auch zusätzliche Tiefe und kleine, treffende Momente, die im Kopf bleiben.

Atmosphärisch funktioniert das Ganze richtig gut. Das luxuriöse, abgeschiedene Anwesen, die kühle Distanz der Gastgeber und die spürbare Abneigung im Dorf ergeben zusammen eine dichte, leicht unheimliche Kulisse. Die Spannung entwickelt sich dabei eher leise als spektakulär, durch Blicke, Andeutungen und dieses konstante Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Auch die Figuren sind vielschichtig angelegt und bleiben bewusst ein Stück weit undurchschaubar. Jede Begegnung kann eine neue Richtung andeuten, jede Information alles verändern. Genau das hält die Neugier konstant oben. Der Schreibstil ist modern, flüssig und sehr zugänglich. Man ist schnell drin und bleibt mühelos dabei, während sich die Spannung Stück für Stück aufbaut. Like it!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Zwischen Nähe und Distanz (Hörbuch)

Weißer Sommer
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Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, ...

Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, bis ihre Beziehung schließlich an einem Punkt angekommen ist, an dem unklar wird, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben. Um Antworten zu finden, ziehen sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. Dort wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch Bestand hat oder ob es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Zwischen Erinnerungen, Gesprächen und stillen Momenten kreisen sie um die Frage, ob man an etwas festhalten sollte, das vielleicht längst verloren ist.

Was dieses Hörbuch sofort herausstechen lässt, ist die tolle Lesung. Die Stimmen tragen die Geschichte mit viel Feingefühl und verleihen den ruhigen, nachdenklichen Passagen eine besondere Intensität. Auch sprachlich hat mich das Werk beeindruckt; der Stil ist elegant, bedacht und voller feiner Beobachtungen.

Und doch blieb bei mir eine gewisse Leere zurück. So sehr ich den Stil bewundern konnte, so wenig habe ich mich den Figuren wirklich nahe gefühlt. Alma und Théo blieben für mich auf Distanz, fast wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Ihre Gedanken und Konflikte waren nachvollziehbar, aber nicht greifbar genug, um mich emotional mitzunehmen. Zudem hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Geschichte verliert. Sie schweift ab, verweilt lange in Stimmungen und Reflexionen, ohne dabei eine echte Sogwirkung zu entwickeln. Für mich fehlte dadurch ein klarer Fokus, was es schwierig machte, dauerhaft in der Geschichte zu bleiben.

Am Ende hat mich das Hörbuch leider nicht berührt. Das ist besonders schade, weil so vieles vielversprechend ist: das wunderschöne Cover, der Klappentext, die Thematik und eben auch der wirklich gute Schreibstil. Doch all das konnte für mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die emotionale Tiefe nicht bei mir ankam. Leider!

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